Asylrecht

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Asyl ist kein Menschenrecht

Das Asyl[wp] speist sich aus menschlichem Mitgefühl. Das verträgt sich nicht mit der staatlichen Garantie eines subjektiven Grundrechts in der Verfassung. Deshalb sollte man das Grundrecht - nicht zuletzt im Sinne der politisch Verfolgten - durch eine institutionelle Garantie ersetzen.

"Asyl ist Menschenrecht!" Hier irrt Geißler[wp], von dem dieser Ausspruch stammt. Weder in der Rechtsphilosophie[wp] noch im Völkerrecht[wp] wird das Asyl als Menschenrecht angesehen. Nur Deutschland hat ein subjektives Recht auf Asyl eingerichtet und ihm dadurch einen Status gegeben, der es mit den Menschen­rechten auf eine Stufe stellt.

Der Grund dafür ist bekannt: Man wollte eine Kompensation für das Nazi-Unrecht bieten, das so viele Menschen in die verzweifelte Lage der vergeblich Asyl­suchenden gebracht hatte. Wäre es nun richtig, von allen anderen Staaten - jedenfalls den europäischen - zu verlangen, dass sie nachziehen und das Asyl in der gleichen Weise aufwerten? Das wäre nicht nur aussichtslos, sondern auch der Sache nach falsch. Deutschland sollte im Gegenteil auf das internationale Niveau zurück­kommen und dem Asyl den Charakter einer institutionellen Garantie geben.

Bei dieser Verfassungs­änderung könnte das historische Motiv erhalten bleiben: Ein neuer Artikel 16 sollte eingeführt werden, in dem Deutschland verspricht, in Verantwortung für seine historische Schuld in besonders großzügiger Weise Asyl zu gewähren. Das wäre - nebenbei - auch eine Gelegenheit, diese Verantwortung einmal in der Verfassung zu dokumentieren.

Was spricht aber - außerhalb von ausländer­feindlichen Motiven - dagegen, das Asyl in eine Menschenrecht umzuwandeln? Die Struktur des Asyls ist mit der Struktur der Menschen­rechte nicht zu vereinbaren. Asyl ist etwas ganz anderes und viel Älteres als die Menschenrechte. Es kommt aus einer Zeit, als diese noch gar nicht erfunden waren. Denn das Menschen­rechts­konzept ist modern. Es ist die geistige Grundlage der Französischen Revolution[wp] und regelt das Verhältnis zwischen dem modernen Staat und seinen Bürgern. Das Asyl hingegen gab es schon in der Urgeschichte. Schon die ersten schriftlichen Zeugnisse sprechen von Asyl. Die mosaische Bibel fordert ebenso seine Gewährung wie der Koran.

Die unterschiedliche Herkunft allein müsste nicht schaden. Die beiden Traditions­linien lassen sich aber nicht vermischen. Man hat es in Deutschland versucht, die Folge war eine heillose Verwirrung. Die Struktur des Asyls hat die Umformung in ein subjektives Recht nicht vertragen und ist in ihr zerbrochen. Denn das archaisch gegründete Asyl hat eine soziologische Grundlage, die durch die Verrechtlichung zerstört wird.

Es speist sich, genau wie das Gebot der Gastfreundschaft[wp] gegenüber dem reisenden Fremden, aus dem menschlichen Mitgefühl und - noch solider - aus der Befriedigung, die diese Betätigung verschafft. Wird das Gefühl der Gönner­haftigkeit gemeinsam empfunden, so ist es Teil der kollektiven Identität und garantiert den Asyl­suchenden einen guten Status. In den alten Zeugnissen zeigt sich Asyl immer als stolze Pose der gewährenden Gemeinschaft. Ohne diese Grundlage muss Ausländer­feindlich­keit die Folge sein. Auch das mit dem Asyl eng verwandte Gastrecht, das ja kein Recht des reisenden Fremden ist, ließe sich nicht in einen Anspruch umwandeln. Gastlichkeit würde sich in Einquartierung[wp] umwandeln und ihren Kern verlieren.

Früher zeigte sich Asyl immer als stolze Pose der gewährenden Gemeinschaft. Im heutigen Deutschland dagegen ist "Asylbewerber" zum Schimpfwort geworden. Das deutsche Volk sieht es nicht als Ehre an, Asyl zu gewähren.

Das Schicksal der deutschen Regelung hat gezeigt, dass man sich über diese soziologische Grundlage nicht hinwegsetzen kann. Asylbewerber ist heute ein Schimpfwort. Wer dazu gehört, kann sich in manchen Gegenden Deutschlands seines Lebens nicht mehr sicher sein. Das deutsche Volk sieht es nicht als Ehre an, Asyl zu währen, sondern als Pflicht, der es sich zähne­knirschend unterworfen und letzten Endes entzogen hat. Denn das unbesonnen gewährte Recht wurde in einem unwürdigen Kompromiss, dem Artikel 16a, völlig ausgehöhlt und steht nur noch als grinsende Fassade da. Es hatte sich als unpraktikabel erwiesen. Das falsche Versprechen hatte zu einem Massen­andrang von Fremden geführt die auf Staats­kosten die Jahre abwarteten, bis sich letzt­instanzlich entschieden hatte, dass sie kein Asyl erhielten.

Um die Staatskosten niedrig zu halten und eine abschreckende Wirkung zu erzielen, hatte nun durch Arbeitsverbot und - unwürdige Kasernierung dafür gesorgt, dass es ihnen in dieser Zeit möglichst schlecht ging. Mit dem faulen Asyl­kompromiss war dann ein Weg gefunden, sie gar nicht erst herein­zulassen. Da wir von "sicheren Drittländern" umgebenen sind, können Asyl­suchende nur noch auf dem Luftwege einreisen; die Luft­fahrt­gesell­schaften wiederum dürfen nur solche Reisende aufnehmen, die ein Visum haben - was gerade für politisch Verfolgte besonders schwierig zu erreichen ist.

Wenn man jetzt die Verhandlungen vor den Verwaltungs­gerichten verfolgt, in denen es um die Gewährung von Asyl geht, stellt man fest, dass von politischer Verfolgung nur noch selten die Rede ist. Es geht fast nur noch darum, ob der Bewerber auf dem Luftweg gekommen ist, und da alle Bewerber das natürlich behaupten, befasst sich die Beweis­aufnahme hauptsächlich mit Fragen, die unter dem humanitären Aspekt des Asyls völlig neben­sächlich sind. Wo ist die Rolltreppe auf dem Frankfurter Flughafen? Rechts oder links?

Nicht nur, dass die auf freiwillige Gewährung angelegte inhaltliche Struktur des Asyls die Umformung in einen Rechts­anspruch nicht verträgt. Die Menschen­rechte haben ihrerseits eine bestimmte Struktur, die sich nicht mit jedem Inhalt - und sei er noch so humanitär - füllen lässt. Das Asyl passt nicht hinein. Denn die Menschen­rechte regeln das Verhältnis zwischen dem Staat und seinen eigenen Bürgern. Das sind nicht notwendig Staats­angehörige. Es sind - nach der Auffassung der Französischen Revolution - alle auf dem nationalen Territorium Lebenden.

Zum Konzept der Menschenrechte gehört zwar auch die Idee, dass diese ewiger und vorstaatlicher Natur seinen. Das ist aber eine fromme Fiktion. Die Menschen­rechte greifen nämlich nur da, wo sie Abwehr­rechte und Ansprüche der Bürger gegen den eigenen Staat sind. (Deshalb sprengt übrigens auch die neue Neigung, sie militärisch international durch­zu­setzen, das gesamte Völkerrecht.) Die Menschen­rechte bestimmen, nicht, wie man gerne meinen möchte, die Rechte des Menschen unterm Firmament, sondern regeln - wenn auch mit dem Anspruch auf universale Gültigkeit - das Verhältnis zwischen dem Staat und seinen Bürgern.

Dieses Verhältnis hat exklusiven Charakter. Es schließt die außerhalb des Territoriums Lebenden aus. Der moderne Nationalstaat ist als Ergebnis eines (fiktiven) Gesellschafts­vertrages konzipiert, in dem die Bürger auf die Ausübung eigener Gewalt verzichtet und dem Staat erlaubt haben, ein Gewalt­monopol[wp] einzurichten. Dafür erhalten sie als Gegen­leistung die Garantie, dass der Staat ihren Schutz übernimmt - im Inneren und nach außen.

Im Inneren geschieht das durch die Gewährung der Menschen­rechte, nach außen durch das Versprechen, dass der Staat die Grenzen bewacht und den Zuzug von Fremden - kämen sie mit oder ohne Waffen - reguliert. Überspitzt könnte man sagen: Bestandteil des Gesell­schafts­vertrages ist das Versprechen des Staates, die Menschen­rechte seinen Bürgern - und nur seinen Bürgern - zu garantieren. Nur auf dieser Grundlage sind Geben und Nehmen zwischen dem Staat und den Bürgern ausgeglichen.

Kompakt:
  • Das Asyl hat seine Ursprünge in vormoderner Zeit. Die mosaische Bibel kennt es ebenso wie der Koran. Das Menschen­rechts­konzept dagegen ist modern.
  • Das deutsche Volk sieht es nicht als Ehre an, Asyl zu gewähren, sondern als Pflicht, der es sich zähne­knirschend unter­worfen und letztendlich entzogen hat.
  • Die Rücknahme des Asylanspruchs könnte Vertrauen in der Bevölkerung bilden. So ließe sich der Ausländer­anteil ohne Gefahr für das soziale Zusammen­leben erhöhen.

Durch demokratische Wahlen geben die Bürger dem Staat die Verantwortung für den Ausländer­anteil in die Hand und verlassen sich auf die Richtigkeit seiner Regulierung, die unter dem Gesichts­punkt des Allgemein­wohls steht. An dieser Stelle tritt der Konflikt mit dem zu einem Rechts­anspruch um­gewandelten Asyl auf. Denn wenn der Staat keine souveräne Entscheidung über den Zuzug treffen kann, sondern einem Rechts­anspruch der Fremden gehorchen muss, kann er nicht mehr frei unter dem Gesichts­punkt des Allgemein­wohls entscheiden und insofern auch den Gesellschafts­vertrag nicht einhalten. Zugegeben: Diese Überlegungen sind theoretischer Natur und scheinen sich jenseits der Wirklichkeit zu befinden. Denn erstens ist noch sehr die Frage, ob das Allgemein­wohl durch den bisherigen Ausländer­anteil tatsächlich beeinträchtigt ist und zweitens hat der deutsche Staat - wie gezeigt - entgegen seinem Versprechen, sehr wohl Mittel und Wege gefunden, den Ausländer­zuzug zu drosseln.

Trotzdem kann die unter staats­theoretischen Gesichts­punkten eingetretene Schieflage eine praktische Bedeutung haben. Es kann sein, dass sei auf der unbewussten massen­psycho­logischen Ebene Schaden anrichtet. Die Gewalttaten gegenüber Ausländern in Gegenden, die keineswegs unter Überfremdung leiden, sind Ausbrüche aus dem bürgerlichen Gewaltverzicht. Sie können als Anzeichen für einen Mangel an Vertrauen in den Staat verstanden werden. Die Grundlage für diesen Mangel könnte die Tatsache sein, dass sich der Staat durch das Recht auf Asyl - jedenfalls dem Anschein nach - gegenüber einreisenden Ausländern die Hände gebunden hat und die Frage nach dem Allgemeinwohl gar nicht stellen kann.

Wenn diese Überlegung richtig ist, könnte die Rücknahme des Asyl­anspruchs massen­psycho­logisch vertrauens­bildende Wirkungen haben. Sie wären gleichzeitig ein Respekt gebietendes Signal für alle Ausländer­feinde, das sagt: Die Ausländer­quote bestimmt nicht ihr, sondern der Staat! Unter dieser Maxime ließe sich der Ausländer­anteil erhöhen, ohne dass die sozio­logischen Grund­bedingungen für das Zusammen­leben in Gefahr kämen.

Denn ich halte die Erhöhung des Ausländer­anteils durchaus für wünschenswert. Diese Überlegung sollten keineswegs der Abwehr von Ausländern das Wort reden. Im Gegenteil: Sie sollen sie abbauen. Die alten Kräfte, die das Asyl ursprünglich gespeist haben, sollen wieder frei fließen.
- Sibylle Tönnies[wp][1]

Kommentare

Zitat:

«"Asyl ist Menschen­recht!" - Heiner Geißler[wp], von dem dieser Ausspruch stammt, irrt, denn weder in der Rechts­philosophie noch im Völkerrecht wird das Asyl als Menschen­recht angesehen. Nur in der BRD wurde ein subjektives Recht auf Asyl eingerichtet und ihm ein Status verliehen, der es mit den Menschen­­rechten auf eine Stufe stellt.

Die Struktur des Asyls verträgt die Umformung in ein subjektives Recht nicht und zerbricht daran. Auch das mit dem Asyl eng verwandte Gastrecht ist ja kein Recht des reisenden Fremden und läßt sich nicht in einen Anspruch umwandeln. Gastlichkeit würde sich in Einquartierung[wp] umwandeln und ihren Kern verlieren.» - Detlef Nolde[2]

Zitat:

«"Es gibt keine schuldgetriebene Verpflichtung für Europa, alle Afrikaner aufzunehmen, die im Norden ein besseres Leben suchen. [...]

Schuldgefühle haben nichts mit Verantwortungs­bewusstsein zu tun, und Betroffenheit kann leicht in Heuchelei umschlagen. Das sind die ersten Gedanken, die einen befallen, wenn man sich die Reaktionen auf das Flüchtlings­­drama vor der italienischen Mittel­meer­­insel Lampedusa vor Augen führt.[...]

Folgt Europa den Empfehlungen des Papstes, der EU-Kommission, der Uno und der veröffentlichten Meinung, wird man das Asylrecht ausbauen, die Einreise­gesetze lockern und die Grenzen öffnen. Die Folge wäre eine stetig bis massiv wachsende, demographie­getriebene Wirtschafts­migration mit Flüchtlingen, die im klassischen Sinn keine an Leib und Leben bedrohten Flüchtlinge sind, sondern Menschen, die es verlockender finden, im nahe gelegenen Europa ihr Glück zu suchen, als sich zu Hause mit dem mühseligen Aufbau ihrer verwüsteten Heimat­staaten zu beschäftigen.» - Roger Köppel[wp][3]

Zitat:

«Asylrecht vs. Flüchtlingsschutz

"Politisch Verfolgte genießen Asylrecht" steht im Grundgesetz. Während sonst "jeder das Recht hat, seine Meinung zu verbreiten" oder "jeder Deutsche das Recht hat, sich ohne Anmeldung oder Erlaubnis friedlich und ohne Waffen zu versammeln", stolpert der aufmerksame Leser beim Asylrecht über das Wort "genießen". Es steht da aus gutem Grund: Die Väter des Grundgesetzes dachten natürlich nicht daran, jedem Menschen auf Erden das Recht zu geben, sich vor deutschen Gerichten ins Land klagen zu können - sie wollten dem Staat das Recht geben, Verfolgte aufzunehmen und damit die Personalhoheit des verfolgenden Staates brechen. Erst das Bundesverfassungsgericht hat in den 1950er Jahren aus dem passiven "genießen" ein aktives "einklagen" gemacht, mit der Folge, dass jeder, der an Deutschlands Grenze kam und das Wort "Asyl" sprach, herein­gelassen wurde, um im Inland seine Berechtigung zu prüfen. Dieser weltweit einmalige Ansatz war unschädlich, solange die Bundesrepublik durch den Eisernen Vorhang vor Massen­zuwanderung geschützt war. Als es damit 1990 vorbei war, zeigte sich schnell, dass es so nicht geht. Anstatt nun dem Artikel 16 den eigentlichen Sinn wiederzugeben, entstand das Ungetüm des Artikels 16 a. Nach wie vor gibt es das Recht jedes Menschen auf Erden, sich mit Prozesskostenhilfe[wp] im Inland nach Deutschland einzuklagen, aber das gilt seit 1992 nicht mehr, wenn man aus einem sicheren Staat einreist, in dem man auch einen Asylantrag hätte stellen können. Da das für alle Nachbar­staaten Deutschlands gilt, ist die Zahl der Asyl­antrags­steller massiv gesunken, mehr noch die der anerkannten Asylanten.

Die Idee, dass man im ersten sicheren Land, das man erreicht, Asyl beantragen muss, ist weltweit Standard und geltendes Europarecht. Die Dublin-III-Verordnung legt es fest. Das erste EU-Land ist für das Anerkennungs­verfahren zuständig. Von dort aus wird dann auf die anderen Länder weiter verteilt. Wer aber ist asyl­berechtigt? Derjenige, der aus politischen, rassischen oder ethnischen Gründen verfolgt wird. Erforderlich ist eine gezielte Verfolgung durch eine staatliche Instanz. Wird also der syrische Dissident per Haftbefehl vom Regime gesucht, weil er politisch aktiv war, so hat er Asylrecht. Wer aber sein Land verlässt, weil sein Heimatort bombardiert wird, der hat kein Asylrecht - denn er wird ja nicht gezielt verfolgt, sondern sein Leid ist eine Konsequenz des Bürgerkrieges, aber eben nicht auf ihn persönlich gerichtet. Er ist nicht Asylbewerber, er ist Flüchtling.

Der Schutz der Flüchtlinge muss, das wird gern übersehen, vom Asylrecht unterschieden werden. Das Grundgesetz schützt nur die Asylbewerber.

Flüchtling vs. Einwanderer

Flüchtlinge werden weltweit durch die Genfer Flüchtlings­konvention geschützt. Es gibt eine UNO-Behörde, das UNHCR, die sich um Flüchtlinge kümmert, also Camps betreibt, Hilfsgüter organisiert und Flüchtlings­ströme managt. Der Grundsatz ist, dass jeder, der vor Krieg, Natur­katastrophen, Gewalt flieht, ein Recht hat, sich in Sicherheit zu bringen. Deshalb verpflichtet die Konvention die ersten sicheren Länder zur Aufnahme. Würde sich also in Tschechien eine Natur­katastrophe ereignen, so wäre Deutschland zur Aufnahme der fliehenden Tschechen verpflichtet und würde Hilfe des UNHCR erhalten. So verhält es sich im Beispiel Syriens mit Jordanien, dem Libanon und der Türkei.

Aber eben nicht Deutschland. Flüchtlinge sind sie, bis sie den ersten sicheren Ort erreichen. Und da zwischen Syrien und Deutschland mindestens sieben sichere Länder, darunter vier EU-Länder, liegen - Türkei, Griechenland, Mazedonien, Serbien, Kroatien, Slowenien und Österreich - ist die Behauptung, bei den Ankommenden handele es sich um "Flüchtlinge", unzutreffend. Es handelt sich um Migranten, auf deutsch: Einwanderer. Diese Einwanderer verfügen nicht über vorher erteilte Einreise­genehmigungen, also Pässe und Visa. Deshalb sind es illegale Einwanderer.

Nach dem, was weltweit als Standard der Einwanderungs­regulierung gilt, haben Flüchtlinge ein Recht nur auf Einreise in das erste sichere Land - die Türkei - und müssten an den weiteren Staatsgrenzen aufgehalten und zurückgeschickt werden. In der EU gibt es das Schengener Abkommen, wonach nur an den Außengrenzen kontrolliert wird. Diese Außengrenze ist die türkisch-griechische Grenze. Aber die Griechen senden nicht zurück, zum einen, weil das bei Seegrenzen schwierig ist, zum weiteren, weil die Türkei nicht kooperiert, schließlich auch aus Unfähigkeit und Unwilligkeit. Die Mazedonier weisen erst seit 2016 zurück, ebenso die Serben, Kroaten, Slowenen und Österreicher. Allein die Ungarn begannen schon 2015 korrekt, ihre Grenzen zu sichern. Damit konnten die Einwanderer ungehindert bis an die deutsche Grenze marschieren. Die Bundespolizei hätte nun die Grenze schließen und jeden, der sie ohne Einreise­erlaubnis erreicht - also alle - zurück­weisen müssen - denn einen Asylantrag hätten sie in Griechenland, dem ersten EU-Land, stellen müssen, und Flüchtlinge waren sie nur bis sie sicheren Boden in der Türkei erreicht hatten. Auch das hätte nach der Dublin-III-Verordnung im ersten EU-Land festgestellt werden müssen, also in Griechenland, danach in Ungarn oder Kroatien.

Merkel macht aus Einwanderern Flüchtlinge

Und nun kommt Merkels Politik ins Spiel. Die Dublin-III-Verordnung, die bestimmt, dass die Prüfung, ob ein Asylgrund vorliegt oder ein Einwanderer ein Flüchtling ist, im ersten EU-Land stattfindet, enthält ein Selbst­eintritts­recht: jedes EU-Land darf diese Prüfung selbst vornehmen, anstatt die Ankommenden zurückzuweisen. Und von diesem Selbst­eintritts­recht macht Deutschland seit Sommer 2015 Gebrauch. Das heißt: Wer immer an die deutsche Grenze kommt, wird ins Land gelassen, nach dem Asyl­bewerber­leistungs­gesetz, das auch für angebliche Flüchtlinge gilt, versorgt, und im Inland überprüft, ob er tatsächlich einen Fluchtgrund hat. Nicht geprüft wird, ob er nicht in einem anderen Staat, den er durchquert hat, schon Schutz gefunden hatte oder zumindest hätte beantragen können. Es wird also getan, als grenze Deutschland unmittelbar an Syrien, Libyen, Eritrea, Afghanistan. Jeder kommt ins Land, jeder wird versorgt, und jeder wird im Inland überprüft.

Dazu gibt es keinerlei gesetzliche oder völker­rechtliche Verpflichtung. Es ist eine politische Entscheidung. [...] Das erste Ergebnis von Merkels Politik ist, dass sehr viele Menschen als Flüchtlinge anerkannt werden, die zuvor bereits sichere Staaten erreicht hatten. Jeder aktuell als Flüchtling anerkannte Einwanderer hätte nach der Dublin-III-Verordnung zurück­gewiesen werden können. Keiner der anerkannten Flüchtlinge hätte ohne Merkels Entscheidung, diese europa­rechtliche Regelung auszusetzen, je ein Aufenthaltsrecht und Zugang zu den Sozialkassen erhalten. Es sind tatsächlich "Merkels Gäste".» - Maximilian Krah[4]

Asylpraxis

Die Wahrheit darüber, wie das Asylrecht in der Praxis gehandhabt wird, findet man heraus, wenn man nur an den richtigen Stellen gräbt. Eine kurze, aber zutreffende Beschreibung findet sich hier:

Wichtige Hinweise zum Familienrecht
  1. "Nur das Familienwohl verwirklicht das Kindeswohl."
  2. "Familie und staatliches Gesetz passen schlecht zueinander. Das verbindende Prinzip der Familie ist die Liebe, das des Staates die Gesetzlichkeit. Dem Staat ist es nie gelungen, ein Familienrecht zu schaffen, das der Familie gerecht wird."
  3. "Um häusliche Verhältnisse, also die Familienverhältnisse, konnte vor einem Gericht nicht gestritten werden. Haus und Familie waren somit ursprünglich autonom und gerade dadurch Grundlage des Gemeinwesens."
  4. "Die Verrechtlichung ist Verstaatlichung der Familienverhältnisse und Auflösung der Familie in einzelne Rechtsverhältnisse. Das hat der Familie und dem Staat mehr geschadet als genützt."
  5. "Es kennzeichnet den totalen Staat, dass er die Menschen auch in den Familien reglementiert und das Familienprinzip zurückdrängt."
  6. "Die Ordnungsmacht beansprucht heutzutage auch in der Familie allein der Staat. Damit hat der Staat das wohl wichtigste Element der Gewaltenteilung beseitigt und sich vollends zum totalen Staat entwickelt." [5]
WikiMANNia rät:
"Vermeiden Sie Richter, Rechtsanwälte und Helferindustrie, wenn Ihnen Ehe, Familie, Kinder und Privatsphäre etwas bedeuten."
"Gehen Sie den Familienzerstörern aus dem Weg, wann und wo immer es nur geht."

Einzelnachweise

  1. Sibylle Tönnies[wp]: Asyl ist kein Menschenrecht: Der Staat muss den Zuzug von Ausländern in eigener Souveränität bestimmen können, Handelsblatt am 11. Juli 2000, Seite 49
  2. SPD-Kommunalexperte Martin Neuffer: Wir müssen das Asylrecht drastisch einschränken, Detlef Nolde am 22. Januar 2011
  3. Roger Köppel[wp]: Völkerwanderung: Afrikas Schuld, Afrikas Pflicht, Die Weltwoche, Ausgabe 41/2013
  4. Asylant, Flüchtling, Migrant - Wer ist was und wie kann man es lösen?, Dr. Maximilian Krah am 16. Januar 2017
  5. Karl Albrecht Schachtschneider: "Rechtsproblem Familie", S. 23, S. 28-31
    Pdf-icon-extern.png Rechtsproblem Familie in Deutschland[ext] (41 Seiten)

Querverweise

Netzverweise