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Antifa Rostock - Und gleich wird die rechte Hetze beginnen.jpg

Die Antifa meldet einen Einzelfall:

"#Frankfurt Mann stößt #Kind auf die #Gleise und wird von #Schnellzug (#ICE) überrollt. Und gleich wird die rechte Hetze beginnen. Lasst die Flüchtlinge aus dem Spiel.
Es gibt kein Recht auf Nazipropaganda!"
- Auf Twitter am 29. Juli 2019

Die Helferindustrie reagiert:

Carsten Baumann, Leiter der ökumenisch geführten Bahnhofsmission, äußerte die Befürchtung, dass die Tat "in Sozialen Netzwerken[wp] genutzt wird, um die Spaltung der Gesellschaft voranzutreiben". Feldmann sagte, er hoffe, "dass der Hass nicht verfängt, den einige bereits gestern Abend im Netz geäußert haben".
- Nord-Bayern am 30. Juli 2019[ext]

Der Qualitätsjournalismus meint:

"Kind von Eritreer vor Zug gestoßen - Danke, Merkel" - Was ist bloß los in den Hirnen all jener, die im Internet solche Sätze verbreiten, fragt sich unser Kommentator Matthias Koch. Seine Antwort: Dem Wahn des Einzelnen folgt der Wahn der Menge.
- Leipziger Volkszeitung am 2. August 2019[ext]

Die Pfarrerin predigt:

"Was muss jemand erlebt und erlitten haben, wenn er anderen so etwas Furchtbares antut?" [...] "Wir dürfen nicht zulassen, dass jetzt Gedanken von Hass um sich greifen."
- Hessenschau[ext]
Politik in Deutschland: Willkommenskultur für Migranten, Abtreibungs­kultur für Ungeborene, Zerstörungs­kultur für Familien
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Die Taktiken der Abtreibungsbefürworter

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Bernard Nathanson (1926-2011) war ein US-amerikanischer Arzt und Lebensrechtsaktivist.

Die Taktiken der Abtreibungsbefürworter ist die Abschrift eines Vortrages von Bernard Nathanson, den er anlässlich der irischen Verfassungsänderung[wp] 1982 in Dublin gehalten hat.[1][2]

Zur Person

Ich spreche seit 3 Jahren, seit mein Buch in Amerika herauskam, überall in der Welt offen über dieses Thema, und in den USA und in Kanada arbeitete ich dabei oft mit dem Kongreß­abgeordneten Henry Hyde[wp] zusammen, der, wie einige von Ihnen wohl wissen werden, vielleicht der hervorragendste Vertreter der Pro-Liver[wp] im Kongreß ist.

Ich möchte nun zu Ihnen allgemein über Abtreibungspolitik und -chirurgie sprechen. Ich möchte aber auch einen Teil meiner Zeit darauf verwenden, die Frage des Verfassungs­zusatzes mit Ihnen zu diskutieren. Wie Sie wissen, sind Sie ja hier gerade mitten in einer Kampagne für eine Verfassungs­änderung, um die Abtreibung endgültig und unwiderruflich strafbar zu machen. Für diejenigen unter Ihnen, die Zweifel an der Klugheit dieser Taktik haben, d. h. für diejenigen unter Ihnen, die gegen Abtreibung, aber auch gegen einen Verfassungszusatz sind und die vielleicht das Gefühl haben, daß eine solche Verfassungs­änderung eine zu drastische und unnötige Maßnahme wäre, für Sie möchte ich hier etwas Geschichte anführen, amerikanische Geschichte, Rechtsgeschichte, um Sie von der Klugheit dieser Taktik zu überzeugen.

Abtreibungsindustrie

Viele von Ihnen werden von mir gehört haben als von dem Direktor der größten Abtreibungsklinik der Welt. Unsere Klinik war bekannt unter dem schönen Namen "Zentrum für reproduktive und sexuelle Gesundheit" in New York. Sie lag an der Ostseite von New York und in meinen 10 Jahren dort als Gründer und Direktor dieser Klinik führten wir 60.000 Abtreibungen durch.

Es gab 35 Ärzte, die unter meiner Führung arbeiteten. Die Klinik war täglich von 8 Uhr morgens bis Mitternacht in Betrieb, an jedem Tag der Woche, einschließlich Sonntags, und wir machten 120 Abtreibungen an jedem Tag des Jahres außer am ersten Weihnachtsfeiertag. Ich persönlich habe noch etwa 15.000 weitere Abtreibungen eigenhändig in meiner privaten Praxis gemacht, sodaß ich also für 75.000 Abtreibungen persönlich verantwortlich bin. Das ist eine Statistik, auf die ich nicht gerade stolz bin, aber ich denke, mein Vortrag über dieses Thema erhält dadurch doch eine gewisse Autorität und Glaubwürdigkeit.

NARAL

Ich war einer der Gründer der nationalen Vereinigung für die Aufhebung des Abtreibungsgesetzes NARAL (National Association for the Repeal of Abortion Law), die später in Aktionsliga für das Recht auf Abtreibung (Abortion Rights Action League) umbenannt wurde. Dies war die erste politische Aktionsgruppe für die Abtreibung in den USA. Gegründet wurde sie von Lawrence Lader - dem Journalisten, von mir, von Betty Friedan - der Feministin, und von Carol Greitzer (Brightcer) - die damals Politikerin in New York City war. Die Gründung erfolgte 1968. Es war unglaublich kühn, eine solche Bewegung, eine solche politische Aktionsgruppe zu gründen. Wir waren eine winzige Gruppe mit einem Budget von 7.500 Dollar für das erste Jahr unserer Tätigkeit; und wie ich schon sagte, es gehörte damals ein beträchtliches Maß an Unverfrorenheit dazu, von einer Reform der Abtreibungsgesetze auch nur zu reden. Wenn man damals eine repräsentative Meinungsumfrage gemacht hätte, wären die Amerikaner vielleicht zu 99,5 % gegen unein­geschränkte legale Abtreibung gewesen. Aber wir, diese kleine Gruppe mit einem winzigen Budget und nur vier engagierten Mitgliedern, brachten es in der kurzen Zeitspanne von zwei Jahren fertig, daß das 140 Jahre alte einschränkende Abtreibungsgesetz im Staat New York umgeworfen wurde und machten damit New York zur Hauptstadt der Abtreibungen in Amerika. 3 Jahre später überzeugten wir den Obersten Gerichtshof, so daß der schändliche Gerichtsentscheid erlassen wurde, der Abtreibung in allen 50 Staaten legalisierte.

Gefälschte Umfragen

Nun, wie machten wir das? Es ist sehr wichtig für meine Zuhörer hier, zu verstehen, welche Taktiken dabei angewandt wurden, weil diese Taktiken in der ganzen westlichen Welt, mit der einen oder anderen kleinen Abänderung, verwendet werden. Dies gilt für Italien, wo ich gesprochen habe, für Kanada und für zahlreiche andere Länder, einschließlich Großbritannien. Jetzt geht der Kampf in Spanien weiter, im streng katholischen Spanien. Keine westliche Gesellschaft ist immun gegen diese Seuche. Unsere Gruppe, NARAL, wußte im Jahre 1968, daß, wenn man eine sorgfältige, ehrliche Umfrage über die Meinung der Amerikaner zur Abtreibung gemacht hätte, wir eine klare, vernichtende Niederlage erlitten hätten. Was wir nun taten war folgendes:

→:

«Wir gaben Zahlen an die Medien und an die Öffentlichkeit weiter mit der Erklärung, wir hätten Umfragen gemacht, und tatsächlich seien 50 oder 60 % der Amerikaner für eine Legalisierung der Abtreibung.»

Das war natürlich die sehr einträgliche und sehr erfolgreiche Taktik der sich selbst erfüllenden Prophe­zeiungen. Denn wenn man der amerikanischen Öffentlichkeit lange genug sagte, daß jeder für die Legalisierung der Abtreibung war, dann würde automatisch mit der Zeit wirklich jeder für die Abtreibung sein. Nur sehr wenige Leute sind gern in der Minderheit. Dies war eine unserer sehr nützlichen Taktiken, die Verwendung von erfundenen, unehrlichen, doppeldeutigen Umfragen, und ich möchte meinen Zuhörern dringend raten, sehr vorsichtig und sehr kritisch zu sein gegenüber allen Umfragen, von denen Sie in der Presse lesen und von denen Sie in den 6-Uhr-Nachrichten im Fernsehen hören. Das ist, wie ich schon sagte, eine auch heute noch verwendete Taktik in der Bewegung für die Abtreibung.

→:

«Wir wußten ebenfalls, daß wenn wir die Situation genügend dramatisieren, wir genug Sympathie erwecken würden, um unser Programm der Legalisierung der Abtreibung zu verkaufen.»

Übertriebene Abtreibungszahlen

Wir taten darum folgendes: Wir fälschten die Zahl der illegalen Abtreibungen, die jährlich in den USA gemacht wurden. Wir wußten, daß die Gesamtzahl der illegalen Abtreibungen in den USA jährlich etwa 100.000 betrug. Die Anzahl aber, die wir wiederholt - wiederholt! - an die Öffentlichkeit und an die Medien weitergaben, war 1 Million. Und wenn man die große Lüge oft genug wiederholt, wird man die Öffentlichkeit überzeugen, wie unser Freund, Herr Hitler in Deutschland bewiesen hat. Wir wußten ebenfalls, daß die Zahl der Frauen, die in den USA jährlich bei illegalen Abtreibungen starben, zwischen 200 und 250 lag. Die Anzahl, die wir beständig wiederholten und an die Medien weitergaben, war 10.000. Diese Zahlen begannen das öffentliche Bewußtsein in Amerika zu prägen, und diese Zahlen waren das beste Mittel, Amerika zu überzeugen, daß wir die Abtreibungs­gesetze beseitigen mußten. Wenn man weiß, daß wir diese Zahlen gefälscht haben, besonders die Zahl der jährlichen illegalen Abtreibungen in den USA (100.000 pro Jahr), drängen sich einige Schlußfolgerungen auf. Wenn man daran denkt, daß 1973, im ersten Jahr nach dem Entscheid des Obersten Gerichtshofs, die Zahl der Abtreibungen in den USA 750.000 betrug, ist diese Ziffer sehr niedrig. Vor zwei Jahren, 1980, für das wir vollständige Angaben haben, waren es 1,55 Millionen Abtreibungen. Wenn man die Zahl von 100.000 Abtreibungen vor der Legalisierung mit 1,55 Millionen vergleicht (einem 15-fachen Anstieg), werden gewisse Mythen, Erfindungen und Lügen, die wir in der amerikanischen Öffentlichkeit verbreiteten, durchschaubar.

→:

«Zum Beispiel war eine Taktik, die wir benutzten, um die Öffentlichkeit zu überzeugen, die Behauptung, daß, wenn man die Abtreibung verbot, immer noch genauso viele Abtreibungen gemacht werden, nur eben illegal. Das stimmt einfach nicht!»

Aus diesen Zahlen ist deutlich ersichtlich, daß wir, bevor Abtreibung erlaubt war, 100.000 Abtreibungen jährlich hatten, heute dagegen 1,55 Millionen. Und auch umgekehrt: Wenn wir heute die Abtreibung verbieten würden, hätten wir keine 1,55 Millionen mehr, wir würden wieder auf 100.000 kommen. Zweitens beweisen diese Zahlen, daß seit der Legalisierung der Abtreibung in Amerika das Verantwortungsgefühl auf sexuellem Gebiet abgenommen hat. Der Sprung von 100.000 auf 1,55 Millionen zeigt klar, daß Abtreibung in den USA als ein Hauptmittel der Geburtenkontrolle eingesetzt wird. Und schließlich: Der uneingeschränkte Exzeß der Abtreibung führt zu noch mehr Abtreibungen.

Die "katholische Karte"

→:

«Die wichtigste und wirkungsvollste Taktik, die wir (NARAL) zwischen 1968 und 1973 benutzten, war die katholische Karte

Dies ist eine Taktik, die für meine Zuhörer hier und für dieses Land von immensem Interesse ist. Lassen Sie mich die Umstände damals beschreiben. 1968 war die Krise, der Höhepunkt des Vietnamkrieges[wp]. Es war der Höhepunkt des völligen Widerstands in den USA gegen diesen Krieg. Die Anti-Kriegs-Strömung hatte die Medien eingenommen. Die Medien waren durchweg gegen Vietnam. Sie hatte die Jugend und die College-Studenten erfaßt. Sie hatte die Intellektuellen Amerikas eingenommen. Jeder war wie alle. Jeder war intellektuell, hatte Beziehungen zu den Universitäten und den Akademien und war gegen den Krieg. Wir griffen nun die eine größere Organisation in den USA an, die diesen unpopulären Krieg immer noch unterstützte; es war die katholische Kirche und besonders die katholische Hierarchie. Und so identifizierten wir die katholische Kirche mit der Unterstützung des Vietnamkrieges und stellten gleichzeitig die katholische Kirche als Hauptgegner der Abtreibungs­reform heraus. Auf diese Weise gewannen wir alle jene Gruppen, die gegen den Vietnamkrieg waren. Wir gewannen die Studenten, die Intellektuellen und, was am wichtigsten war, die Medien. Diese katholische Karte war äußerst wichtig. Was wir ferner taten war, wir vermieden es, alle Katholiken über einen Kamm zu scheren, denn das hätte uns geschadet. Wir brauchten eine gewisse Unterstützung von - unserer Meinung nach - aufgeklärten, intellektuellen Katholiken. Wir griffen auch nicht den Papst an, denn das hätte zu viele Sympathien in einer Gegenbewegung erweckt.

Statt dessen nahmen wir die katholische Kirchenhierarchie, ein hübscher, nebulöser, verschwommener Sammelbegriff mit genug Unklarheit, um alle diese liberalen, intellektuellen Kriegsgegner und auch alle anderen, die wir brauchten, besonders die Medien zu überzeugen, daß die katholische Kirche, und besonders die katholische Hierarchie, der Schuldige beim Widerstand gegen die Abtreibung war. Diese Platte wurde nun endlos gespielt. Was ich Ihnen hier heute mitgebracht habe, sind gewisse interne Dokumente, die ich mitgenommen habe, als ich 1975 die Abtreibungs­bewegung verließ. Diese Dokumente sind interne Rundbriefe, die von der Leitung, von uns, an die Aktionsgruppen versandt wurden. Es geht darin wiederholt um die katholische Karte, um das katholische Übel. Das alles wurde ausgefiltert und an die Medien geschickt. Die Medien nahmen das Thema auf und hämmerten es der amerikanischen Öffentlichkeit ein. Lassen Sie mich Ihnen einige Ausschnitte aus diesen Papieren vorlesen, daß Sie das Bösartige, die ätzende Schärfe dieser anti­katholischen Karte verstehen. Dies ist ein Rundbrief vom 12. Mai 1972 von NARAL. Es heißt darin über den Präsidenten Nixon: "Er schaltete sich in den New Yorker Rechtsstreit über die Abtreibung ein und verbündete sich - offenbar in dem Wahn, damit ein paar Stimmen zu ergattern - mit Kardinal Cooke[wp] und der katholischen Hierarchie. Gleichzeitig bedrohte er die Abtreibungs­rechte in Michigan, wo es zu einem Volksentscheid kommen soll, und setzte die Bundes­autorität und die Staatsmacht rücksichtslos ein, um die Gerichte und die Wählerschaft damit nieder­zu­schlagen, wenn es anderswo um Abtreibung geht. Mr. Nixon hat fleißig mitgemischt, als die katholische Hierarchie im letzten Monat bewies, daß sie sich auf einen erschreckenden Kurs versteift hat: die Abtreibungsfrage in einen Religionskrieg zu verwandeln." Beachten Sie das ständige Herumreiten auf diesem Thema! "Man kann daraus nur eine Schlußfolgerung ziehen: die katholische Hierarchie ist entschlossen, dem Land ihren Willen über die Abtreibung aufzuzwingen. Was in den nächsten Jahren mit unseren Menschenrechten geschieht, hängt davon ab, was mit der Abtreibung geschieht. Wenn der Bill of Rights[wp] in der Verfassung der USA überleben soll, dürfen wir niemals zulassen, daß Kardinal Cooke[wp] in unseren Schlafzimmern bestimmt. Wir dürfen niemals zulassen, daß das katholische Dogma die Zuständigkeit für die Gesetzgebung übernimmt, wie es dies in New York getan hat, und versucht, jede Frau zu zwingen, gegen ihren Willen ein Kind zu gebären. Wir haben eine schreckliche Lektion gelernt. Das katholische Vorgehen ist unerbittlich und dies ist erst der Anfang. Wie wir alle wissen, kommt der Widerstand gegen die Abtreibungs­gesetze von der katholischen Kirchen­hierarchie, nicht von der Mehrheit der Katholiken." Verstehen Sie, was wir hier machten war, wir trennten die intellektuellen, fort­schrittlichen, liberalen Katholiken von der Kirchen­hierarchie und trieben damit einen Keil in den katholischen Widerstand gegen die Abtreibung. "Umfragen bestätigen immer wieder", das ist nun die gefälschte Umfrage, "daß die Mehrheit der Katholiken eine Reform der Abtreibung befürwortet." Das ist 1968, als eine solche Einstellung bei Katholiken unvorstellbar war. Wir behaupteten weiter: "Bei Frauen, die den Abtreibungs-Beratungs-Service in Anspruch nehmen, entspricht der Anteil der katholischen Frauen, die abtreiben lassen, dem katholischen Anteil an der US-Gesamt­bevölkerung." Eine faustdicke, unverschämte Lüge!

In New York spielten die katholischen Frauen für eine Revision der Abtreibungs­gesetze (weiter im Dokument) "eine einflußreiche Rolle in unserer Kampagne. Es ist keineswegs so, daß alle gläubigen Katholiken Abtreibung für sich selbst für richtig halten. Aber viele glauben, daß Frauen freie Wahl haben sollten bei etwas, was im Grunde eine private Entscheidung ist. Ein Weg, die Polarisierung an der religiösen Front, die durch die heftige Opposition der römisch-katholischen Kirche gegen die Abtreibung entsteht, zu mildern, ist, die Teilnahme der Katholiken, die die offizielle Position ihrer Kirche nicht übernehmen, bei der Bewegung für die Revision zu unterstützen. Organisiert Katholiken für die Änderung der Abtreibungs­gesetze!" Sie können hier die Klugheit dieser Taktik sehen, wie wir versuchten, die Katholiken, die über das Thema noch im Zweifel waren, zu überzeugen, daß die Kirchen­hierarchie reaktionär, unliberal und unaufgeklärt war und daß sie, die aufgeklärten Katholiken, wenn sie liberal erscheinen wollten, auf unsere Seite überwechseln mußten.

Ein weiteres Dokument: Das Protokoll eines Treffens auf hoher Ebene in den USA in Chicago am 9.1.1971. Ich war bei diesem Treffen dabei. Es war die Elite unserer Bewegung. Teilnehmer aus der Politik, eine Anzahl Kongreß­abgeordneter, ein oder zwei Senatoren und verschiedene andere gewählte Beamte. Ein Ausschnitt aus dem Protokoll lautet: "Der Hauptwiderstand gegen eine Änderung der Abtreibungs­gesetze kommt von der römisch-katholischen Kirche und von Gruppen wie der Right-to-Life-Movement, die von der römisch-katholischen Kirche organisiert und finanziert werden. Alle Anwesenden hatten Beweise über die Taktik der Opposition in Form von Wahlkampf­kampagnen gegen Abtreibungs­befürworter, Hirtenbriefe usw. gesehen. Vorgeschlagene Wege, dieser Opposition entgegen­zu­treten, waren: die römisch-katholischen Gesetzgeber, die die Abtreibungs­reform befürworten, aktiv zu unterstützen und die Meinung einer Minderheit innerhalb der Kirche zu unterstreichen von Leuten wie Robert Dryman, der zu diesem Zeitpunkt Kongreß­abgeordneter und einer der Führer der Abtreibungs­reform war, und von Kardinal Cushing[wp] (das ist wieder eine ganz unverfrorene Lüge), er war nie für eine Abtreibungsreform, aber wenn wir verbreiteten, daß er es war, würden wir eine große Anzahl unentschiedener Katholiken überzeugen, daß unsere Position die richtige und aufgeklärte Position war.

Schließlich noch ein letztes Dokument von NARAL unter dem Titel "Profil der Opposition" in dem folgendes festgestellt wird: "Die Opposition stellt eine Bedrohung dar" ("Opposition" war ein Code-Wort[wp] für die katholische Kirche), "sie stellt eine Bedrohung dar weil sie a) über beträchtliches Kapital verfügt, b) innerhalb eines mächtigen, einflußreichen und gut etablierten organisatorischen Rahmen arbeitet, mit einem Verbindungsnetz, das eine schnelle und gehorsame Aktion gewährleisten kann. Ihre Argumente sind um emotions­beladene Begriffe herum aufgebaut, die Uniformierte verwirren können, und schließlich fördert ihre Vorgehensweise eine religiöse Polarisierung, die die demokratische Gesellschaft gefährdet." Wenn hier jemand die religiöse Polarisierung vertrat und predigte, so waren wir das - und gleichzeitig machten wir es der katholischen Kirche zum Vorwurf. Eine sehr aggressive und sehr einträgliche Taktik - seien Sie versichert.

Was war die Bedeutung dieser ganzen Hetzkampagne und Propaganda?

  1. Sie überzeugte die Medien, daß jeder, der gegen Zulassung der Abtreibung war, ein Katholik oder ein heimlicher Katholik sein mußte oder unter dem Einfluß der katholischen Hierarchie stand.
  2. Sie überzeugte mit der Erklärung, daß Katholiken, die für Abtreibung waren, laut Definition liberale, aufgeklärte, intellektuelle, fortschrittliche Menschen sein mußten. Wir brauchten eine Belohnung für alle Katholiken, die auf unsere Seite überwechselten. Wir machten den Standpunkt der Abtreibungs­befürworter zu dem Standpunkt, der trendgemäß, sexy und kultiviert war.
  3. Es ging der Einfluß dieses Materials dahin, daß es keine nicht­katholischen Gruppen gab, die gegen Abtreibung waren.

Divide et impera

Damals und immer noch einstimmig gegen Zulassung der Abtreibung waren: die östlichen orthodoxen Kirchen, die "Churches of Christ", die "American Baptist Association", die Lutherische Kirche, die Methodistischen Kirchen, Islam, das orthodoxe Judentum, die Mormonen, die Assemblies of God (die größte Pfingst­gemeinde in den USA mit etwa 15 Mill. Mitgliedern). Die folgenden religiösen Gemeinschaften nahmen eine gemäßigte Haltung ein, billigten aber nicht die Freigabe der Abtreibung: die "Lutheran Baptist Convention", die Amerikanisch-Lutherische Kirche, die Presbyterianische Kirche und Amerikanisch-Baptistischen Kirchen in den USA.

Nun, ich gebe zu, daß das eine sehr eindrucksvolle Liste von nicht katholischen Gruppen ist, die unerbittliche Gegner der Abtreibung waren, aber wir hätten nie zugelassen, daß diese Liste veröffentlicht wurde und wir hätten nie den Gedanken aufkommen lassen, daß es vielleicht noch eine andere als die katholische Opposition geben könnte. Ich habe hier ein Blatt mit Nachrichten vom "Religions News Service" in den USA, das gerade vor zwei Wochen herauskam, mit dem Hinweis, daß in Japan (und man wird wohl lange suchen müssen, um eine weniger katholische Bevölkerung zu finden als die japanische), wo Abtreibung seit 35 Jahren (1949) erlaubt ist, nun eine starke Bewegung im Parlament dahingeht, die Zulassung der Abtreibung rückgängig zu machen und die alten einschränkenden Gesetze wieder einzuführen. Die Freigabe der Abtreibung hat unhaltbare Zustände bei den wirtschaftlich-sozialen Lebens­ver­hältnissen bei der Bevölkerung und bei der Arbeitskraft geschaffen, und es geht nun ein starker und wirksamer Trend dahin, Abtreibung in diesem Land zu verbieten.

In den Dokumenten, die ich Ihnen vorgelesen habe, erklärten wir, es sei falsch und verfassungswidrig für religiöse Gruppen, wie die katholische Hierarchie und die katholische Kirche, Widerstand gegen die Abtreibungsreform zu leisten und sich in Dinge einzumischen, die im Grunde zum politischen und nicht sektiererischen Bereich gehörten. Wir behaupteten, das sei eine Verletzung der Trennung von Kirche und Staat[wp], die in der amerikanischen Verfassung verankert ist. Was wir dabei (und mit "wir" meine ich wieder die NARAL) geflissentlich verschwiegen und ignorierten, war, daß es keineswegs neu in der Geschichte der USA war, daß religiöse Gruppen stark politisch Partei ergriffen. 1850 und 1860 zum Beispiel waren es protestantische Geistliche, die die Bewegung gegen die Sklaverei praktisch leiteten. Wir vergaßen geflissentlich, daß Martin Luther King[wp], der die Bürger­rechts­bewegung in den USA leitete, ein protestantischer Geistlicher war, und wir vergaßen, daß katholische Priester wie die Barrigans, Daniel[wp] und Philip Barrigan[wp] selbst sehr aktiv in der Bewegung gegen den Vietnamkrieg waren. Wie Sie wissen, wurden sie mehrere Jahre wegen Anti-Vietnam-Aktivitäten verhaftet. Aber natürlich waren sie, weil sie auf der liberalen Seite waren und von den Medien gefeiert wurden, feine Kerle und es gab hier keine Verletzung der Trennung von Kirche und Staat. Es kam eben ganz darauf an, vor wessen Karren der Ochse gespannt war.

Als die nationale Bischofskonferenz in den USA sich kürzlich für ein Einfrieren der Atomwaffen aussprach, sagten die Medien ihnen nicht, sie sollten sich um ihre eigenen Angelegenheiten kümmern - ganz im Gegenteil - sie wurden gefeiert und für ihre Fortschrittlichkeit gelobt. Als dieselbe Gruppe jedoch einen parlamentarischen Änderungs­antrag unterstützte, der die Zulassung der Abtreibung rückgängig machen sollte, wurden sie heftig kritisiert und regelrecht zu einer Zielscheibe für schwerste Angriffe gemacht. Wenn Sie einige der Meinungen von uns damals für inkonsequent halten, muß ich Ihnen recht geben. Unglücklicherweise ist es nun in den USA vielleicht zu spät, um die Strömung umzukehren; wir müssen nicht nur einen Verfassungs­zusatz durchbringen, was allein schon ein sehr schwieriger Prozeß ist, sondern auch den Spruch des obersten Gerichtshofs der USA beiseiteschieben, der uns die Abtreibung aufgebürdet hat. Eine so schwerwiegende Entscheidung beiseite­zu­schieben, die von einer so hoch angesehenen Instanz kommt, ist eine wahre Herkules­aufgabe.

Ich möchte den Pro-Life-Gruppen in dieser Republik dringend raten, von unseren Erfahrungen zu lernen und den Verfassungszusatz zu beschließen, ehe Sie von Ihrem Obersten Gerichtshof die Abtreibung aufgebürdet bekommen; denn wenn Sie das nicht tun, werden Sie sich vor dieselbe, praktisch unmögliche Aufgabe gestellt sehen, vor der wir stehen, nämlich nicht nur einen Verfassungszusatz zu beschließen, sondern auch die Entscheidung von Leuten der vielleicht am meisten respektierten Instanz in den USA für unrichtig zu erklären - eine Entscheidung des Obersten Gerichtshofes.

(Ich möchte Ihnen jetzt noch ein paar Dinge mit Hilfe von Lichtbildern zeigen.)

Die katholische Karte war eine der Methoden, wie wir der amerikanischen Öffentlichkeit die Abtreibung schmackhaft machten. Es gab noch zwei andere Schlüssel­methoden, die wir bei unserer Werbung für die Abtreibung verwendeten. Eine davon war das Abstreiten und Unterdrücken aller wissenschaftlichen Beweise dafür, daß das Leben bei der Empfängnis beginnt; daß das, was sich in der Gebärmutter befindet ein Mensch ist; eine Person, die all den Schutz und die Sicherheit verlangt, die wir genießen. Die dritte Taktik war, die Medien für uns einzunehmen. Dies war vermutlich die wichtigste Schlüssel­methode in der ganzen Kampagne.

Meinungsänderung

Ich werde oft gefragt: "Doktor, was brachte Sie dazu, Ihre Meinung zu ändern? Wie kam es, daß Sie von einem Organisator und politischen Aktivisten aus der ersten Liga für die Abtreibung, von einem Direktor der größten Abtreibungs­klinik der Welt, zu einem Vertreter der Pro-Life wurden?"

Die Antwort ist, daß ich, nachdem ich die Klinik verließ, von meinem Amt zurücktrat, Direktor der Geburtshilfeabteilung eines anderen Krankenhauses in New York City wurde, die die größte und beste Geburten­hilfe­abteilung der Stadt war und Teil der Columbia-University-Medical-School. Ich war als Direktor für eine pränatale- oder Fetologie-Abteilung zuständig. 1973, als ich diesen Posten übernahm, kamen wir gerade in den Besitz der neuen großartigen Technologie, die wir heute täglich benutzen, um den Fetus zu untersuchen, seine Gesundheit festzustellen, uns zu überzeugen, daß das, was in der Gebärmutter ist, ein vollwertiges menschliches Wesen ist. Die Technologien, auf die ich mich hier beziehe, sind Dinge wie Ultraschall, Frucht­wasser­unter­suchungen und elektronische Herzmessungen mit Licht.

Ungeborene zu "Untermenschen" degradieren

→:

«Die zweite Taktik (nach der katholischen Karte) besteht darin, daß wir den wissenschaftlichen Beweis, der unwiderlegbar zeigt, daß das Leben bei der Empfängnis beginnt, abstreiten müssen. Wir müssen darauf bestehen, daß die Frage, wann das Leben beginnt, eine theologische, rechtliche, ethische oder auch philosophische Frage ist - nur keine wissenschaftliche.»

Dies ist wieder eine Lieblingstaktik der Gruppen für die Abtreibung: Sie bestehen darauf, daß eine Definition, wann das Leben beginnt, unmöglich ist; daß wir das nicht wissen können; daß das zum Rechtsbereich, zur Theologie oder zu was auch immer gehört. Wie lächerlich diese Behauptung in Wirklichkeit ist, kann man zeigen, indem man an Stelle von "Leben" das Wort "Tod" einsetzt. Wenn - wie es die Gruppen für die Abtreibung gerne hätten - das Eintreten des Todes etwas Kontinuierliches ist, wenn das eine theologische, moralische oder rechtliche Frage ist, aber keine wissen­schaftliche, dann wäre es unmöglich, jemand für tot zu erklären und wir würden dann die Toten von den Friedhöfen an den Wahlen teilnehmen lassen. Das Fehlen einer Definition für den Tod als Gegensatz zum Leben würde ein völliges Chaos entstehen lassen. Tatsächlich setzte Präsident Carter 1976 eine Kommission ein, die die Frage untersuchen und dem amerikanischen Kongreß eine Definition für den Tod vorlegen sollte, damit Ärzte, Rechtsanwälte, Richter und andere, die damit zu tun haben, feste Richtlinien bekommen, nach denen ein Mensch für tot erklärt werden kann. Es ist ausgesprochen lächerlich, daß wir einerseits so viel Zeit darauf verwenden, den Tod zu definieren und andererseits die Abtreibungs­befürworter erklären, das Leben könne nicht definiert werden.

Wir müssen das Leben sogar definieren. Es ist eine Notwendigkeit sowohl für wissenschaftliche Zwecke, als auch für rechtliche und moralische! Tatsächlich läßt sich das Leben klar definieren. Es beginnt bei der Empfängnis, der Befruchtung und von da ab ist die empfangene Person ein menschliches Wesen. Es gibt keinen Punkt in der Gebärmutter, an dem ein Wechsel stattfinden würde; von einem Nichts zu einem Etwas; von einer Unperson zu einer Person. Es gibt keinen plötzlichen Umschlag bei der Entwicklung im Uterus und deshalb ist das Leben ein kontinuierliches Spektrum von seinem Anfang bis zu seinem Ende.

Schlußwort

Ich glaube, daß die Zulassung der Abtreibung die planmäßige Zerstörung dessen bedeutet, was unbestreitbar und eindeutig menschliches Leben ist. Ich glaube, daß es ein unentschuldbarer Akt tödlicher Gewalt ist. Man muß zugeben, daß eine ungewollte Schwangerschaft ein sehr schwieriges Dilemma ist. Aber die Lösung in der vorsätzlichen, aktiven Zerstörung zu suchen heißt, den großen Erfindungsreichtum menschlichen Geistes wegzuwerfen; und schlimmer noch: Es bedeutet die Kapitulation des öffentlichen Handelns vor der klassischen Antwort des Zweckdenkens auf ärgerliche soziale Probleme. Ein schändliches Hinnehmen der Gewalt. Als Wissenschaftler weiß ich - ich glaube nicht, ich weiß -, daß das menschliche Leben bei der Empfängnis beginnt. Obwohl ich formal nicht religiös bin, glaube ich von ganzem Herzen, daß es eine göttliche Existenz gibt, die von uns verlangt, diesem unendlich traurigen und unsagbar schändlichen Verbrechen gegen die Menschlichkeit ein endgültiges und unwiderrufliches "Halt" zu gebieten.

Wenn wir in unserer Sache mutlos werden oder versagen sollten, wenn wir zögern oder unsicher werden sollten, wenn wir nur einen Augenblick unseren Auftrag zu diesem äußerst selbstlosen, äußerst wichtigen Kampf verlieren sollten, wird uns die Geschichte nicht vergeben. Ich danke Ihnen!

Einzelnachweise

  1. Zitiert aus der Dokumentation "Der tödliche Betrug", Europäische Ärzteaktion. Ins Deutsche übertragen von Dorothea Oettinger.
  2. Anläßlich der Verfassungsänderung in der Irischen Republik[wp] durch Volksentscheid warb der amerikanische ehemalige Abtrei­bungs­mediziner Dr. med. gyn. Bernard Nathanson in Dublin für die Verankerung der Unantastbarkeit des menschlichen Lebens in der Verfassung. Die Iren stimmten mit 2/3-Mehrheit für diese Sicherung.

Querverweise