Information icon.png Migrationspakt stoppen! in Berlin, Termin: 1. Dezember 2018, Ort: Brandenburger Tor, Uhrzeit: 14:00 Uhr - Info[ext]
10 Jahre feminismus­freie Information!
Number-10.png

Noch 65 Tage bis zum 10. Jubiläum.
Stell Dir eine Welt vor, in der jeder freie Mann feminismusfreies Wissen mit anderen teilen kann.
Dies ist unser Auftrag. — Leitbild WikiMANNia.
Spendenaktion 2018 Der Kampf für ein freies und nicht ideologisches Leben ist nicht kostenfrei.
!!! Sie können das unterstützen !!!
Damit WikiMANNia auch nach dem 10. Jubiläum feminismusfreie Information bereitstellen kann, benötigen wir Ihre finanzielle Hilfe. Donate Button.gif
Aktueller Spendeneingang: Durch Spenden ist der Betrieb bereits gesichert bis 22. Januar 2019 (also noch für 66 Tage)
3,7 % 372 € Spendenziel: 10.000 €

Ghafoor Zamani

Aus WikiMANNia
Wechseln zu: Navigation, Suche
Hauptseite » Personen-Portal » Ghafoor Zamani

Ghafoor Zamani
Beruf Autor, Künstler

Autor und Regisseur Ghafoor Zamani ist in Afghanistan aufgewachsen, hat in Kabul studiert und lebt seit rund 40 Jahren als Filmemacher in Deutschland.

Zitat:

«Meine Rolle als deutscher Journalist wird unter Muslimen nie akzeptiert. Es war aber kein Problem für die Salafisten, mich stets als Journalist aus einem islamischen Land zu akzeptieren.»[1]

Zitat:

«Der Filmemacher Ghafoor Zamani ist Paschtune. Seit fast 30 Jahren lebt er in Europa. Für ihn ist die Reise in das Paschtunengebiet auch eine Reise in die eigene Vergangenheit.»[2]

Afghanistan

Zitat:

«Im Januar 2002 macht sich das erste Bundeswehr-Kontingent von Oldenburg nach Afghanistan auf - abkommandiert von der rot-grünen Bundes­regierung. Gemeinsam mit anderen Nato-Bündnis­partnern wollen die Deutschen nach dem Anschlag auf das World-Trade-Center in New York die Terror-Camps der Al Quaida in Afghanistan vernichten und deren Gastgeber, die Taliban, vertreiben. Ex-Verteidigungs­minister Peter Struck[wp] von der SPD gibt heute zu: "Wir sind damals etwas zu naiv an die Sache rangegangen, weil wir dachten, es geht schnell."

Die Fehleinschätzung in nüchternen Zahlen dokumentiert: 2001 gab es ein Bundestags­mandat, 1.250 Soldaten für sechs Monate an den Hindukusch zu entsenden. Jetzt, nach über acht Jahren, sind mehr als 4500 deutsche Soldaten dort, die nächste Aufstockung ist beschlossene Sache, und Afghanistan versinkt in Chaos, Korruption und Bürgerkrieg.

Dabei lief es zu Anfang geradezu hervorragend. Der afghanische Fernseh­journalist Ghafoor Zamani schwärmt im Rückblick, die Deutschen seien willkommen und beliebt gewesen - Befreier von den verhassten Taliban, freundliche Aufbau­helfer aus einem fernen reichen Land. "Die Leute sind alle gekommen, haben die Deutschen begrüßt. Und die Deutschen hatten Kugel­schreiber und Hefte oder Süßigkeiten für die Kinder. Es war eine tolle Zeit damals." Heute unvorstellbar: "Es war für die Deutschen überhaupt kein Problem, mit offenen Fahrzeugen in die Dörfer zu fahren, mit den Menschen zu sprechen."

So wurden damals Bilder nach Deutschland geschickt, die den Eindruck erweckten, die deutschen Männer und Frauen müssten gar nicht kämpfen, seien so etwas wie Entwicklungshelfer in Uniform. Der Satz von Bundes­verteidigungs­minister Peter Struck, "Deutschlands Sicherheit wird auch am Hindukusch verteidigt" war unter so freundlichen Umständen leicht zu akzeptieren, brauchte nicht kritisch hinter­fragt zu werden.

Heute gibt Struck zu: "Diese falsche Vorstellung, wir machten da so eine Art Rote-Kreuz-Arbeit oder THW, und da laufen dann eben so ein paar Soldaten rum, - die hatte sich damals in der deutschen Bevölkerung schon ziemlich verfestigt."CDU-Verteidigungs­ministers Volker Rü­he: "Die ganze Strategie war eine Schön­wetter­strategie. Man hat sich etwas vorgemacht." In dieselbe Richtung zielte die EKD-Rats­vorsitzende, Bischöfin Margot Käßmann, als sie im Vorfeld der Londoner Afghanistan-Konferenz befand: "Wir haben uns zu lange damit beruhigt, dass deutsche Soldaten Brunnen bohren und Schulen bauen, eine Art Entwicklungshelfer sind. Und wir haben versucht zu verdrängen, dass es da tatsächlich auch um den Einsatz von Waffen geht. Was anderes ist es nicht."

Unter Beschuss - Warum Deutschland in Afghanistan scheitert lautet der Titel des wichtigen Buches von Marc Lindemann. Als Nachrichten­offizier war Lindemann - heute Hauptmann der Reserve - zwei Mal in Afghanistan. Er konnte beobachten, wie sich dort alles zum Schlechten entwickelte, wie positive Ansätze verspielt wurden. In den ruhigen Anfangs­jahren, so ein Haupt­vorwurf Lindemanns, hätte man den Wiederaufbau Afghanistans viel intensiver voran­treiben müssen. Man hätte den Menschen eine Perspektive geben, sie gegen die Taliban immunisieren müssen. Und vor allem hätte der Westen für Training und Aufbau des afghanischen Sicherheits­apparates viel mehr Geld und Personal bereit­stellen müssen. Das alles sei nicht geschehen.

Das Ergebnis: Eine desolate afghanische Polizei, die von der Bevölkerung als Landplage empfunden wird, schlecht ausgebildet, korrupt, verstrickt in organisierte Kriminalität. Und als politischer Überbau eine schwache und ebenfalls korrupte Regierung Karsai. In dieses Macht­vakuum konnten skrupellose War­lords, teilweise von den Amerikanern sogar begünstigt, ebenso wieder eindringen wie die Taliban. Deshalb ist das Bild, das die massiv aufgestockten deutsche Truppe jetzt in Afghanistan bietet, traurig und deprimierend. Nur noch in gepanzerten Wagen brechen die Soldaten zu Patrouillen­fahrten aus den Lagern auf, haben keinen Kontakt mehr zur afghanischen Bevölkerung, erschöpfen sich in bloßer Selbst­verteidigung.

Das Fazit des Hauptmanns d. R. Lindemann ist vernichtend: "Das Mandat für die Bundeswehr in Afghanistan ist doch eigentlich eindeutig: Wir sollen die afghanischen Sicherheits­kräfte unterstützen, sollen mit ihnen Sicherheit im Zuständigkeits­gebiet herstellen. Was aber machen wir tatsächlich? Durch permanente Raketen­beschüsse und immer neu auf­flammende Gefechte mit den Taliban sind wir nur noch damit beschäftigt, für unsere eigene Sicherheit zu sorgen. Das heißt: Für die eigentliche Aufgabe bleibt keine Zeit mehr."

Und der afghanische Journalist Ghafoor Zamani gibt Volkes Stimme wieder: "Man fragt sich, warum ist die deutsche Armee hier? Was machen die eigentlich? Die patrouillieren manchmal durch die Dörfer, die steigen nicht mehr aus ihren Autos aus, die reden nicht mehr mit den Menschen, weil sie Angst ha­ben. Was also machen sie?"»[3]

Filme

  • Der Koran ist das Gesetz. Moschee-Gemeinden in Deutschland., SWR2, 15. März 2017 um 22.03 Uhr (Produktion: SWR/WDR)[4]
  • Youtube-logo.png Dunkle Geschäfte mit der Entwicklungshilfe - ARD (27. April 2010, 16:30-17:15 Uhr) (Länge: 43:13 Min.) (Warum Kabul nachts meist dunkel ist. Afghanistan, Elektriker und deutsche Firmen)[5][6]
  • Pdf-icon-extern.png Afghanistan hinter dem Schleier - Das Doppelleben der Golalai Habib[ext], 21. Juli 2015, 19.15-20.00 Uhr[7]
  • Das Totenkopf-Business, Deutschlandfunk, 14. Januar 2005, Produktion: WDR/DLF 2005
  • Vollmohn, Dokumentation von Harald Brand und Ghafoor Zamani, Deutschland 2004, 44 Min., Dienstag 22. Februar 2005, Arte TV, 20.40 Uhr
  • Im Land der Taliban, Dokumentation von Ghafoor Zamani, Deutschland 2004, 43 Min., Dienstag 22. Februar 2005, Arte TV, 22.00 Uhr

Drehbuch

  • Juden und Muslime. So nah. Und doch so fern!, Arte, 2010
    1. Gründen, beginnen: 610-721, 4. September 2010, 8:40-9:35 Uhr
    2. Miteinander leben: 721-1789, 5. September 2010, 8:35-9:30 Uhr
    3. Trennen, verbrennen: 1789-1945, 6. September 2010, 8:25-9:20 Uhr
    4. Erinnern, streiten, bekriegen: 1945 bis heute, 7. September 2010, 8:20-9:20 Uhr

Interview

Einzelnachweise

  1. Ghafoor Zamani, Film-Mittwoch im Ersten
  2. Wolf-Dieter Roth: Die vielen Gesichter von Afghanistan, Heise/Telepolis am 20. Februar 2005 (In welchem Zustand ist das kriegsgeplagte Wüstenland heute?)
  3. Christoph Lütgert: Scheitern am Hindukusch: Der Afghanistan-Einsatz des Westens steuert auf ein tragisches Ende zu, Zeitzeichen März 03/2010 (NDR-Chefreporter ­Christoph Lütgert war in Afghanistan und auch bei der Londoner Afghanistan-Konferenz. Er ist überzeugt: Militärisch kann der Westen am Hindukusch nichts mehr bewegen.)
  4. Hasan Öksüzoğlu und seine Kinder machen keinen Hehl aus Ihrer Abneigung gegen Deutschland und die deutsche Kultur. Dabei sind allesamt hier aufgewachsen. "Wir werden nie Deutsche. Aber eines Tages werden alle Deutschen Muslime", sagt Hasan. Er ist Mitglied einer Moschee-Gemeinde die zum größten islamischen Verein in Deutschland, DITIB gehört. Der Koran ist für ihn immer mehr zum einzig gültigen Gesetzbuch geworden. Die deutschen Gesetze, das Grundgesetz sind ihm gegenüber zweitrangig.
    Seit in der Türkei eine Re-Islamisierung voranschreitet, brechen allerdings in den Gemeinden zunehmend Loyalitäts­konflikte auf: Bakir Alboğa, Vorstandsmitglied von DITIB kann die Arbeit der Moscheen in Deutschland kaum mehr vom Einfluss des türkischen Staates lösen, während Deutschland auf der Einhaltung seiner Gesetze besteht. Und Hasan Öksüzoğlu hat zwar Erdoğan gewählt, bekommt aber Probleme, wenn er seine Heimat besuchen will.
    Über zwei Jahre besucht unser Autor zahllose Moscheen und muslimische Familien in Deutschland, um herauszufinden, wie sich die Moschee-Gemeinden verändern.
  5. Die teuerste Ampel der Welt: Dunkle Geschäfte mit der Entwicklungshilfe, ard.de am 27. April 2010 (Ein Beispiel für viele, ein Beispiel für unsinnige Entwicklungshilfe: Mehr als 50 Jahre lang wurde ein staatlicher afghanischer Energie­versorger zum größten Teil mit Millionen deutscher Gelder finanziert.)
  6. Afghanistan Elektriker: Dunkle Geschäfte mit der Entwicklungshilfe, aus der ARD-Reihe "die Story", Politikparadox am 20. März 2012 (Am Ende des Film heißt es: "Mit 5 Millionen Euro für Straßen­laternen fingt es an, 8 Jahre später sind es fast 100 Millionen Steuer­gelder und die deutschen Laternen in Afghanistan leuchten noch immer nicht.") (Aus den Kommentaren: "Korruption von der ersten Studie bis zur letzten Kabelklemme. Sagenhaft!" - "Deutsche Konzerne haben Ihre Umsätze gemacht und der deutsche Steuerzahler hat die Scheiße bezahlt! Nur das zählt! Ob es sinnvoll ist ist völlig irrelevant!")
  7. Diese Innenansichten aus Afghanistan und in die Lebenswelt afghanischer Flüchtlinge in Deutschland hinter­lassen einen ratlos. Zum einen kommt, wie fast nach jedem Bericht aus der afghanischen Lebens­wirklichkeit, die Frage auf, wofür eigentlich deutsche, europäische und amerikanische Soldaten dort gekämpft und ihr Leben riskiert haben oder gefallen sind. Jeden Flüchtling aus diesem Land kann man verstehen, aber deshalb übersehen wir vielleicht auch hier zu oft, welche Lebensart auch manche dieser Zuwanderer hier kultivieren. Insofern ist dieses hörens- und lesens­werte Feature von Deutschlandfunk und WDR aus dem Juli dieses Jahres durchaus auch jetzt noch sehr aktuell.
  8. Zitate: "Sebastian war schon ein bisschen naiv. Ein absolut netter, freundlicher Mensch, aber eben auch gutgläubig." - "Die Flüchtlingskrise war die große Erleuchtung, wie er selber sagt: Als er mitbekommen hat, dass immer mehr Flüchtlinge aus muslimischen Ländern ausgerechnet zu den 'Kuffar', den 'Ungläubigen' flüchteten, hat er gespürt, dass etwas nicht stimmt. Er hat nicht verstanden, warum das reiche Saudi-Arabien die sunnitischen Flüchtlinge nicht aufgenommen hat. Oder der Iran die Schiiten. Denn Hilfe für den Bruder ist Pflicht für jeden Moslem. Er hatte bis dahin das Gefühl, dass der Islam die gerechtere Religion sei. Dieser Glaube hat in der Flüchtlingskrise Risse bekommen." - "Da gab es schon Situationen, in denen ich mich nicht mehr sicher gefühlt habe. Ich war dort ganz allein, da ich keinen Kameramann gefunden habe, der mit mir dorthin gehen wollte. Wie sehr sich Deutschland doch verändert hat! Früher hatte ich Probleme, einen Kameramann zu finden, der mich nach Afghanistan begleitet. Bei dem Dreh hatte ich ein Problem, einen Kameramann zu finden, der mit mir in einen Wald bei Wuppertal geht."