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Heidi Külzer

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Information icon.png Die Tochter des Opfers Horst Arnold muss die Kosten des Prozesses vorfinanzieren. Falschbeschuldigerin Heidi Külzer muss keinen Schadensersatz zahlen und kann ihre Anwälte aus dem Topf des Steuerzahlers finanzieren.[1]
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Heidi Külzer
Heidi Kuelzer (verpixelt).jpg
Geboren 7. Oktober 1964
Beruf Pädagoge
Heidi Külzer im Gerichtssaal

Heidi Külzer (* 1964 in Elspe[wp]/Lennestadt) hatte mit einer erfundenen Vergewaltigung ihren Lehrerkollegen Horst Arnold für fünf Jahre ins Gefängnis gebracht.

Für diese Falschbeschuldigung ist sie in Darmstadt zu fünf Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt worden. Damit dürfte sie in Deutschland die erste Frau sein, die wegen Falsch­beschuldigung ins Gefängnis muss.


Heidi Külzer hatte im Jahr 2002 ihren Kollegen vor Gericht beschuldigt, sie an einer Schule in Reichelsheim im Odenwald vergewaltigt zu haben. Der Mann musste erst ins Gefängnis, wurde später aber freigesprochen. Das Landgericht verurteilte das vermeintliche Ver­gewaltigungs­opfer deshalb am Freitag wegen schwerer Freiheitsberaubung.

Die Richterin sagte in ihrer Urteilsbegründung, die Angeklagte habe ihren angeblichen Peiniger zu Unrecht bezichtigt. Die Frau habe sich ihre Verletzungen selbst zugefügt. "Sie hält ihre Geschichte bis heute durch." Motiv der Frau soll gewesen sein, den Kollegen an der Schule als Rivalen um eine bessere Stelle auszuschalten. Der unschuldig verurteilte Mann wurde erst in einem Wieder­auf­nahme­verfahren im Jahr 2011 von dem Vorwurf freigesprochen. Er starb dann ein Jahr später an Herzversagen in Völklingen im Saarland.

Schon im ersten Verfahren hatte er die Anschuldigungen bis zuletzt bestritten. Da er bei dieser Haltung auch in der Haft blieb, musste er die Strafe von fünf Jahren bis zum Schluss absitzen. Nach dem Freispruch hatte er nicht mehr in sein altes Leben zurück­gefunden, am Ende lebte der ehemalige Pädagoge von Hartz IV.

Die Angeklagte war in dem aktuellen Verfahren jedoch immer bei ihrer Version geblieben, von ihrem damaligen Kollegen vergewaltigt worden zu sein. Die Verteidigung plädierte deswegen auf Freispruch. Die Staatsanwaltschaft hatte dagegen eine Haftstrafe von sieben­einhalb Jahre gefordert, weil die Angeklagte eine "höchst­kompetente Lügnerin" sei.

Heidi Külzer mit Perücke, Sonnenbrille und Regenmantel beim Prozess

Prozess gegen Heidi Külzer

Am 25. April 2013 wurde vor dem Landgericht Darmstadt das Verfahren gegen Heidi Külzer wegen mittelbarer Freiheits­beraubung eröffnet (Die Falschbeschuldigung ist mittlerweile verjährt). Der Prozess ist auf sieben Verhandlungs­tage angesetzt. Der Zuschauer und Presseandrang am ersten Prozesstag waren groß. Nicht alle Zuschauer und Pressevertreter bekamen Einlass.[2][3][4][5][6]

Am 13. September 2013, nach 18 Verhandlungs­tagen, verurteilte das Landgericht Darmstadt Heidi Külzer wegen schwerer Freiheits­beraubung zu fünf Jahren und sechs Monaten Haft. Gleichzeitig verliert sie ihren Beamten­status und die Pensions­ansprüche.[7] Nach Auffassung des Gerichts hat sie Horst Arnold fälschlicherweise der Vergewaltigung bezichtigt. Die Vorsitzende Richterin der 15. Strafkammer, Barbara Bunk, attestierte der Angeklagten "einen Hang zum Drama" sowie "kriminelle Energie".

Barbara Bunk sieht das Urteil gegen Külzer nicht als Wieder­gut­machung an Horst Arnold, da dies unmöglich sei. Auch nicht für seine Angehörigen, sprach aber seitens der Justiz eine Entschuldigung an seine Familie aus.

Heidi Külzer bleibt selbst noch im Gerichtssaal bei ihrer Version und kündigte Revision an.

Bundesgerichtshof bestätigt Urteil

Die Revision wurde am 22. Oktober 2014 vom BGH verworfen. Heidi Külzer muss für fünfeinhalb Jahre ins Gefängnis.[8]

Rolle der Justiz

Die Justiz jedoch, welche der Lügnerin geglaubt hat und Horst Arnold mit einem hane­büchenen Urteil ins Gefängnis brachte, hat sich mit diesem Urteil selbst rein­gewaschen.

Einzelnachweise

  1. Gisela Friedrichsen: Erfundene Vergewaltigung: Heidi K. muss keinen Schadensersatz zahlen, Spiegel am 5. Februar 2014
  2. Pdf-icon-intern.png 1. Verhandlungstag gegen Heidi Külzer - Prozessprotokoll - Rainer Luka, 25. April 2013
  3. Studienrätin bleibt dabei: "Ich wurde vergewaltigt", Westfalen-Blatt am 26. April 2013 (broken)
  4. Gerlinde Scharf: Prozess: Verhandlung gegen vermeintliches Vergewaltigungsopfer. Ein Gestrüpp aus Märchen und Lügen., MorgenWeb am 8. Mai 2013
  5. Gerlinde Scharf: Gericht: Im Fall Horst Arnold wurden gestern Zeugen befragt. Widersprüche in etlichen Aussagen., MorgenWeb am 15. Mai 2013
  6. Prozess: Waren die Vorwürfe der einstigen Kollegin erfunden? Horst Arnolds Richter sagt als Zeuge aus, MorgenWeb am 4. Juni 2013
  7. Notorische Lügnerin Heidi Külzer zu 5 1/2 Jahren Haft verurteilt, Pfalz-Express am 13. September 2013
  8. Bundesgerichtshof: Lehrerin muss wegen Vergewaltigungslügen in Haft, FAZ am 22. Oktober 2014 (Mit falschen Vorwürfen brachte eine Lehrerin aus dem Odenwald einen Kollegen für fünf Jahre ins Gefängnis. Für ihre Vergewaltigungs­lügen wird ihr nun selbst die Freiheit entzogen, bestätigte der Bundes­gerichts­hof.)

Querverweise

Netzverweise

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel 48-Jährige muss nach erfundener Vergewaltigung ins Gefängnis von Hessische/Niedersächsische Allgemeine, 13. September 2013.