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Hetzjagd

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Dieser Artikel ist Kriegsberichterstattung.

Hauptseite » Sprache » Wörterbuch » Hetzjagd


Hetzjagd oder nicht Hetzjagd, das ist hier die Frage!

Zitat:

«Jagdszenen am Sonntag mitten in der Dortmunder Innenstadt: Türkische Moslems bedrängen ein AfD-Mitglied auf dem Motorrad gleich mit mehreren Autos, danach schlägt einer der Haupttäter den AfD-Mann Frank G. (* Name von der Redaktion geändert) kranken­haus­reif. Was die kriminellen Osmanen wohl ärgerte, waren die plakativen politischen Statements von Frank G., der ein Shirt mit der Aufschrift "AfD" und einen Helm mit der Aufschrift "No Islam" trug. Hier seine Schilderung:

Ich war mit dem Motorrad auf der Rheinischen Straße Richtung Königswall unterwegs. Auf der Höhe Westfalen­kolleg hat mich ein Fahrzeug von links bedrängt. Die Insassen waren zwei Türken in einem grüngrauen Ford Kuga - ein Mietwagen mit Wiesbadener Kennzeichen.

Aus dem Fenster schrien sie: "Ich ficke deine Mutter", "Ich bin stolzer Osmane, du ungläubiger Hurensohn". Parallel wurde ich vom Beifahrer bespuckt. An der Kreuzung Rheinische Straße/Möllerstraße wurde ich von einem weiteren Fahrzeug, einem Audi A8, daran gehindert, rechts abzubiegen. Im Auto saß ein junger Türke, Typ Türsteher, der mich ebenfalls beleidigte und bedrohte. Hinter mir fuhr ein Kleinwagen mit zwei Kopftuch­mädchen, die mich durch Hupen und dichtes Auffahren nötigten und bedrängten.

Bei einer Ampel-Rotphase Königswall/Rheinische Straße hat sich dann der Kuga vor mich gesetzt und der Fahrer stieg aus, während ich vom Motorrad stieg. Der Fahrer gab mir sofort einen rechten Schwinger gegen den Helm, während die Fahrzeuge hinter und neben mir Krawall machten und hupten und der A8-Fahrer die Szene mit seinem Handy filmte.

Ich bin auf ein Fahrzeug zugegangen, in dem mutmaßlich Deutsche saßen, und habe diese gefragt, ob sie die Situation beobachtet hätten. Aus Angst davor, selber Opfer einer Gewalttat zu werden, winkten sie allerdings ab und fuhren weiter, ohne überhaupt das Fenster zu öffnen. Der aggressive A8-Fahrer filmte während­dessen weiterhin alles, was sich zutrug.

Der Kuga fuhr dann mit quietschenden Reifen weiter nach rechts auf den Wall, während ich wieder auf das Motorrad stieg und auf den Königswall links Richtung Hauptbahnhof abbog.

Hier war die Geschichte aber noch nicht zu Ende: Hinter mir fuhr ein weiteres Fahrzeug, ein BMW X3. Während ich über den Fußgänger­überweg auf das Bahnhofs­gelände abbog, wurde ich vom Fahrer des vorbei­fahrenden Fahrzeuges ebenfalls bespuckt und beleidigt.

Mit meiner Kopfverletzung habe ich mich dann in die Notaufnahme des Klinikums begeben. Diagnose: Prellung des linken Jochbeins.

Natürlich habe ich Strafanzeige gegen die Täter erstattet.

Fazit: Ich wurde von jungen Männern attackiert, die geltende Gesetze nicht respektieren, die das Recht des Stärkeren[wp] leben und die nicht davor zurück­schrecken, einen Menschen auf offener Straße und am hell­lichten Tag schwer zu verletzen. Solche Menschen fordern lautstark Toleranz und Respekt und kennen selber nur ein Mittel: die rohe Gewalt! Eine derartige Gewalt­bereitschaft hat mich zutiefst schockiert!» - AfD-Pressemitteilung[1]

Zitat:

«Noch vor fünf Jahren war der Dresdner Politologe Werner J. Patzelt[wp] ein unspektakulärer Professor, der sich mit trockenen Themen wie parlamentarischer Praxis befasste. Seither aber hat sich seine Persona vor allem politisch rasant verschoben. Die erste Wegmarke war Pegida, die zweite ist nun "Chemnitz".

Pegida hatte Patzelt mit dem Ergebnis untersucht, die Bewegung sei im Kern "besorgt gutwillig" und gegen Rassismus­vorwürfe in Schutz zu nehmen. Daran konnte man unscharfe Begriffe und eine recht­fertigende Haltung kritisieren, es handelte sich aber noch um Wissenschaft. Doch nun macht sich Patzelt zum Stichwort­geber radikaler Trolle.

Das hauptsächlich mit der Diffamierung von Geschlechter­soziologie befasste Portal "ScienceFiles" ist Multiplikator einer von Patzelt initiierten Unterschriften­liste.[2] Von der Bundesregierung fordert diese "Beweise", dass es in Chemnitz tatsächlich zu jenen "Hetzjagden" kam, die Kanzlerin und Regierungs­sprecher verurteilt hatten. Denn hätten, so Patzelt, nicht "der Chef­redakteur der 'Freien Presse' in Chemnitz, dessen Journalisten vor Ort waren, die sächsische General­staatsanwalt­schaft sowie die sächsische Polizei" erklärt, dass "derlei Hetzjagden gar nicht" stattfanden?

Polizei und Staatsanwaltschaft sind hier ein Thema für sich. Doch zeigt schon ein Blick auf jene Einlassung des Chefs der "Freien Presse", wohin sich Patzelt hat tragen lassen. Torsten Kleditzsch bestreitet nämlich nicht, dass es "aus der Demonstration heraus Angriffe auf Migranten, Linke und Polizisten" gab. Es sei "Menschen über kurze Distanz nachgestellt" worden, sodass "der Begriff 'Jagdszene' noch gerechtfertigt" sei - nicht aber "'Hetzjagd' in dem Sinne, dass Menschen andere Menschen über längere Zeit und Distanz vor sich hertreiben".

Das ist schon bei einem Journalisten zynisch. Was aber will im Anschluss daran der Wissenschaftler? Eine sozio-morphologische Debatte über die Frage, was nun bloß "Nachstellung" sei, was "Jagdszene" und was "Hetzjagd"? Wie will man das messen? An der Verfolgerzahl und der zurück­gelegten Distanz im Verhältnis zur Flucht­fähigkeit des Gejagten?

Aus dem Aufruf, der im rechten Netz durch die Decke geht, spricht nacktes Ressentiment[wp]. Als beleidigte Frage verklausuliert er den Vorwurf, die Regierung lege an die Chemnitzer im Vergleich zu den "Hamburger Ereignissen anlässlich des G-20-Gipfels" nicht "die gleichen Beurteilungs­maßstäbe" an. Kann wirklich davon die Rede sein, dass "Hamburg" politisch nicht ausreichend skandalisiert wurde?

Patzelts Rhetorik ist auf dem Weg in eine Opfer­paranoia, die selbst in "eigenen" Untaten noch ihre Bestätigung findet. Dabei droht in ihm der normative Konsens zu verblassen, auf den sich seit 1945 die bundes­deutsche Politologie gründet: Dass nämlich die Definition von "Hetzjagd" oder "Jagdszene" nie ihr Problem sein kann, sondern jede solche "Nachstellung" nicht nur zu verstehen, sondern zurück­zu­drängen ist.» - Neues Deutschland[wp][3]

Einzelnachweise

  1. Türken jagen AfD-Mitglied mit Autos durch die Dortmunder Innenstadt, JournalistenWatch am 4. September 2018 (Dies ist eine Pressemitteilung der AfD-Dortmund)
  2. Michael Klein: "Frau Bundeskanzler, bitte belegen Sie ihre Behauptungen!": Aufruf von ScienceFiles und Werner J. Patzelt, ScienceFiles am 3. September 2018
  3. Velten Schäfer: Morphologie der Jagdszene: Professor will "Beweise" für Hetzjagden in Chemnitz, Neues Deutschland[wp] am 4. September 2018

Netzverweise

  • Alexander Wendt[wp]: Unterstellen, verdrehen, Thema wechseln, Publico am 15. September 2018 (Nach ihrer hysterisierten Bericht­erstattung über Chemnitz vollführen Medien und Politiker eine Übersprungs­handlung: nämlich der echten Hetzjagd auf Verfassungs­schutz-Chef Maaßen. Es geht längst nicht mehr um Fakten, sondern um Macht.) (Ein bemerkenswertes Schauspiel findet statt: eine sehr breite Front von Medien- und Politik­betriebs­mitarbeitern sieht sich in der misslichen Lage, dass sich die noch breitere Lücke zwischen ihrer Beschreibung der Ereignisse von Chemnitz und den Ermittlungs­ergebnissen von Polizei und Staatsanwaltschaft inzwischen derart vergrößert hat, dass ihnen "semantische Diskussionen" (Steffen Seibert[wp]) nicht mehr weiterhelfen. [...] Um die Fallhöhe deutlich zu machen, muss man noch einmal auf die Szenerie zurück­blenden, die Meinungs­führer nach dem 26. August aufbauten, nach dem Tag, an dem als Reaktion auf die Tötung eines jungen Chemnitzers durch mehrere Asylforderer etwa 800 Menschen spontan auf die Straße gingen, darunter auch 50 aus der rechts­radikalen Szene. Es war also der Tag, an dem tobende Horden "ein Trümmerfeld aus Blut und Angst" hinter­ließen (ntv), an dem sich "ein Mob in Chemnitz in blinder Selbstjustiz[wp] übt" (Tagesspiegel), "Hetzjagden" stattfanden (Steffen Seibert, Angela Merkel), ja ein "Pogrom"[wp] (Jürgen Trittin). Die Polizei­bilanz des 26. August listete allerdings auf: zwei leicht­verletzte Beamte, ein Asylbewerber, der angab, ein Rechtsradikaler habe mit einer Bierflasche nach seinem Mobil­telefon geschlagen, ein Dutzend Ermittlungs­verfahren wegen Zeigen des Hitlergrußes, einige wegen volks­verhetzender Parolen und kleinerer Aus­schreitungen gegen die Polizei. Ohne Zweifel: Hitlergrüße, ausländer­feindliche Parolen, Attacken gegen Polizisten - das alles ist strafbar. Selbst­verständlich auch die noch nicht aufgeklärte leichte Sach­beschädigung an einem jüdischen Restaurant in Chemnitz am 27. August. Aber das Faktische passt nicht einmal annähernd zum so genannten Narrativ, das schon fix und fertig feststand, bevor die staats­anwalt­schaftliche Untersuchung überhaupt richtig begonnen hatte: Die Erzählung vom vorüber­gehenden Zusammenbruch der staatlichen Ordnung in Chemnitz.)
  • Thomas Fischer: Hetzjagd, Migration und Maaßen: Offenkundig außer Kontrolle, Spiegel Online am 14. September 2018 (Der Wortstreit um die Hetzjagd in Chemnitz ist ein sensationeller kommunikativer Erfolg der rechts­radikal-national­sozialistischen Minderheit und eine deprimierende kommunikative Insolvenz des von ihr bekämpften "Systems".) (Hans-Georg Maaßen)
  • Hadmut Danisch: Der ganz große Fake?, Ansichten eines Informatikers am 4. September 2018
  • Hadmut Danisch: "Nach allem uns vorliegenden Material hat es in Chemnitz keine Hetzjagd gegeben", Ansichten eines Informatikers am 2. September 2018
  • Hadmut Danisch: Hetzjagden, Videobeweise und Konjunktive, Ansichten eines Informatikers am 2. September 2018