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Keuschheit

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Hauptseite » Sexualität » Keuschheit


Keuschheit (keusch aus lateinisch conscius, 'bewusst'), lateinisch castitas ist ein ethisches Konzept der Mäßigung im Umgang mit Sexualität, zumeist aus religiösen Gründen.

Oft wird unter Keuschheit lediglich sexuelle Abstinenz oder Enthaltsamkeit verstanden; das Ideal der gewollten und bewussten Keuschheit ist allerdings weitreichender: Keuschheit bezeichnet das Verhalten einer Person, sich auf Grund eines erworbenen Schamgefühls oder kraft eines bewussten Grundsatzes schamhaft zu verhalten und das Unschamhafte und Verstöße gegen die Sittlichkeit zu meiden. In vielen Kulturen spielt die Aufforderung zur Keuschheit als religiöses Gebot eine Rolle (siehe auch Tabu). Dieses Verständnis von Keuschheit als allgemeine Mäßigung, die nicht auf sexuelles Verhalten alleine beschränkt ist, lässt sich auch an der Entwicklung des Wortes keusch im Deutschen beobachten. Noch im Mittel­hoch­deutschen bedeutete kiusche "sittsam" oder "bewusst". Erst zum Neu­hoch­deutschen hin verengte sich die Bedeutung hin zur sexuellen Enthaltsamkeit.[1]

In der christlichen Ikonografie werden den sieben Todsünden[wp] oftmals die sieben himmlischen Tugenden[wp] gegen­über­gestellt; dabei ist die Keuschheit als Tugend Gegenpart der Wollust[wp] (lateinisch luxuria). Ein Symbol der jungfräulichen Reinheit ist die Lilie[wp].

Zitate

Zitat:

«Es war nie die traditionelle Sichtweise, daß die erotische Macht einer Frau über Männer etwas sei, über das sie bedingungslose persönliche Rechte hätte. Stattdessen wurde der Gebrauch, den sie von dieser natürlichen Macht machte, als mit umfangreichen Verantwortlichkeiten beladen verstanden - gegenüber Gott, ihrer Familie, dem Mann, dem sie sich hingab, den durch diese Verbindung gezeugten Kindern, und ihrem eigenen langfristigen Wohlergehen. Um ihre Verpflichtungen als Geschöpf, Tochter, Ehefrau und Mutter zu erfüllen, brauchte sie beträchtliche Selbst­kontroll­fähig­keiten. Diese kultivierte und gesellschaftlich bestärkte sexuelle Selbstkontrolle wurde Sittsamkeit genannt. Sie erforderte hauptsächlich die Pflicht zur Keuschheit vor der Ehe und zur Treue in der Ehe; in zweiter Linie beinhaltete sie die Wahrung eines bestimmten Benehmens gegenüber Männern - höflich, aber reserviert.» - F. Roger Devlin[2]

Zitat:

«Keuschheit ist im üblichen Sinne ein Geistes- und Lebens­zustand, der sich nicht nur von sexuellen Handlungen, sondern auch möglichst von jedem sexuellem Verlangen fernzuhalten versucht.

Im SM-Kontext bezeichnet Keuschheit einen Zustand der (mindestens) Sexlosigkeit oder sogar der Erregungs­losigkeit. Dieser Zustand kann freiwillig eingehalten werden, von einem anderen angeordnet sein (beispielsweise ein Wichsverbot), oder er kann aufgezwungen sein und wird dann beispielsweise durch Fesselung oder (für länger) einen Keuschheitsgürtel gewährleistet. Keuschhaltung kann ein Bestandteil von DS-Spielen sein, siehe Orgasmuskontrolle.

Manche SMler finden ihr Vergnügen schon im Zustand des keusch sein (müssens). Andere betrachten Keuschheit eher als Mittel, um die Erregung zu steigern, die sich dann nach dem Ende der Keuschheit umso stärker entladen kann (oder darf). Zu letzterem berichten einige Spieler, dass nach einigen Tagen die erregende Wirkung der Keuschheit nachlässt, was nahelegt, dass diese Spielart vielleicht nur für kürzere Zeitdauer geeignet ist.» - SMiki[3]

Einzelnachweise

  1. F. Bross: Grundkurs Germanistische Linguistik für das bayerische Staatsexamen, Gunter Narr, Tübingen 2014, S. 174
  2. F. Roger Devlin: Die sexuelle Utopie an der Macht, Teil 2 (Fallout der Revolution: "Date Rape") (übersetzt von Deep Roots), As der Schwerter am 30. Juni 2015, Original: Sexual Utopia in Power, Part 2, Counter-Currents Publishing am 13. Juli 2011
  3. SMiki: Keuschheit[webarchiv], Version am 5. April 2006

Querverweise

Netzverweise