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Lebenserwartung

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Die Lebenserwartung von Männern und Frauen unterscheidet sich erheblich. Laut Statistischem Bundesamt betrug die durchschnittliche Lebenserwartung bei der Geburt im Erhebungszeitraum 2009/2011: bei Männern 77,72 Jahre, bei Frauen 82,73 Jahre.[1]

Zahlen

Deutsches Reich / BRD

Lebenserwartung-neugeborener.jpg Lebenserwartung-60-jaehriger.jpg   195x450[2]

Die Lebenserwartung bei uns wird in erster Linie determiniert durch den Sozialstatus. Zwischen Oberschichtangehörigen und Angehörigen eines niedrigen Sozialstatus beträgt die unterschiedliche Lebenserwartung zehn Jahre, zwischen Männern und Frauen beträgt sie fünf Jahre. Die Oberschichtfrau lebt heute bei uns 15 Jahre länger als der Unterschichtmann. Und wir als Mediziner sind mit diesen Zusammenhängen sehr, sehr direkt konfrontiert, also die unterschiedlichen Gesundheits- und Erkrankungsrisiken der Männer: dreifach häufiger früher Herztod, dreifach häufiger Erkrankung an Lungenkrebs, die Suizidrate bei Männern ist ebenfalls dreifach erhöht, bei Jungen im übrigen, vor kurzem vom Bundesamt für Statistik veröffentlicht, ohne dass Notiz davon genommen wurde, eine achtfach erhöhte Suizidrate gegenüber Mädchen.[3]

Schweiz

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Neugeborene haben in der Schweiz - wie in vielen westlichen Ländern - eine bessere Prognose für ihre Lebenerwartung als noch vor 20 Jahren. Die Lebenserwartung steigt sowohl für Mädchen als auch für Jungen stetig. Jungen, die im Jahr 2010 geboren wurden, haben eine um 5,2 % (4,4 Jahre) kleinere Lebenserwartung. Der Trend zeigt jedoch, dass Jungen die Mädchen langsam aufholen, auch wenn es, wenn die Aufholjagd im gleichen Tempo weiter geht, noch mehrere Jahrzehnte brauchen wird, bis Mädchen und Jungen die gleichen Prognosen haben.[4]
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Auch im Vorseniorenalter sind in der Schweiz die Männer von einer kürzeren Lebenserwartung betroffen.

USA

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Männer sterben früher als Frauen

Klosterstudie: Geringfügige biologische Ursachen

Mark Luy, Demograf am Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung, meint, dass dieser Unterschied weniger biologische Ursachen hat, sondern eher in der Lebensweise begründet ist: "Der deutsche Durchschnittsmann könnte bis zu fünf Jahre länger leben, würde er nicht so viel rauchen, Alkohol trinken, im Straßenverkehr vorsichtiger fahren, einen nicht so stressigen Beruf ausüben." Der Experte untersuchte die Sterbedaten von Männern und Frauen, die unter weitgehend identischen Verhältnissen leben: Mönche und Nonnen. Die Klosterstudie besagt, dass während das Klosterleben einer Frau keine zusätzlichen Lebensjahre gibt, bei den Männern ein Plus von ca. 4,5 Jahren zu beobachten ist.[5][6]

Indikator für Stellung im gesellschaftlichen Machtgefüge

Grundsätzlich ist die Lebenserwartung einer Gruppe ein geeigneter Indikator für ihre Stellung im gesellschaftlichen Machtgefüge. Schwarze sterben in den USA sechs Jahre früher als Weiße, weil sie weniger Geld und weniger Einfluss auf ihre Situation haben. Ebenso ist hierzulande die Lebenserwartung eines Universitätsprofessors rund neun Jahre höher als die eines ungelernten Arbeiters.[7]

Rund drei Viertel der allein lebenden Seniorinnen sind verwitwet

Im Jahr 2009 waren 73 % der allein lebenden Frauen ab 60 Jahren verwitwet. Rund jede siebte allein lebende Seniorin war geschieden (15 %) und jede zehnte ledig (10 %). Verheiratet, aber vom Partner getrennt lebend waren 2 % der Seniorinnen. Diese Ergebnisse des Mikrozensus, der größten jährlichen Haushaltsbefragung in Europa, teilt das Statistische Bundesamt (Destatis) zum internationalen Tag der älteren Menschen am 1. Oktober mit.[8] Eine Broschüre von Destatis zeigt die Unterschiede zwischen Männern und Frauen in den verschiedenen Lebensphasen anhand ausgewählter Zahlen und Indikatoren.[9]

Männer führend bei fast allen Todesarten

Für fast alle Todesursachen liegt die Sterberate der Männer über der der Frauen, das heißt, dass im Verhältnis mehr Männer an ihnen versterben – bedingt durch das insgesamt und für fast alle Todesursachen niedrigere Sterbealter der Männer. An Lungenkrebs versterben sie 5,3 mal häufiger als Frauen, an Nierenkrebs 2,9 mal, an psychiatrischen Krankheiten 2,5 mal, am Herzinfarkt 2,4 mal, an Krankheiten der Atmungsorgane und Lebererkrankungen 2,5 bzw. 2,4 mal und an Kfz-Unfällen und Selbstmord 2,9 bzw. 3,1 mal häufiger als Frauen.

95 % der tödliche Verunglückten sind Männer

Tödliche Unfälle waren sehr ungleichmäßig auf die Geschlechter verteilt: 95 % der Unfälle mit tödlichem Ausgang betrafen Männer. Dies ist vor allem darauf zurückzuführen, dass Männer häufiger in Branchen mit höheren Unfallgefahren arbeiten. Am häufigsten kamen tödliche Arbeitsunfälle in den Bereichen Land- und Forstwirtschaft, im Baugewerbe sowie im Bereich Verkehr und Nachrichtenübermittlung vor. Dieses schrieb Destaits in einer Pressemitteilung vom 28.09.2010. In diesem Zusammenhang mutet es schon kurios an, wenn ein Titel "Dimension 1: Arbeitssicherheit und Gleichstellung" heißt und gleichzeitig eine Überschrift lautet: "95 % der tödliche Verunglückten sind Männer".[10]

Lebenserwartung Männer international

Von 233 Ländern haben 8 Länder keine Angaben gemacht, in 6 Ländern leben Männer etwas länger als Frauen. Daraus ergibt sich, das in mindestens 219 Ländern die Frauen z. T. wesentlich länger als Männer leben.[11]

24 der 25 von der WHO so bezeichneten "Todesberufen" fast ausschließlich in Männerhand

24 der 25 von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) so bezeichneten "Todesberufe" werden fast ausschließlich von Männern ausgeübt. Den Berichten der WHO zufolge haben die Männer einen enormen Vorsprung bei Krankheiten, die als Folge zu starker beruflicher Belastung entstehen, etwa Atemwegserkrankungen, die verschiedensten Krebskrankheiten und Kreislaufleiden.

Statistisches Bundesamt in Wiesbaden (1996):

Berufskrankheiten nach Branchen Mann Frau
Kohlebergbau 4.449 10
Herstellung Metallerzeugnisse 3.572 96
Baugewerbe 3.718 54
... ... ...
Ernährungsgewerbe
(Höchstzahl weiblicher Berufskrankheiten)
... 340

Wo finde ich in der Liste der "50 gefährlichsten Berufe"

  • überrollte Gleisarbeiter,
  • ersoffene Hochseekrabbenfischer,
  • abgestürzte Industriekletterer,
  • zerquetschte Bohrinselarbeiter,
  • Autobahnpersonal, dem die Barken um die Ohren fliegen,
  • gezinksargte "Auslandseinsatzer",
  • erschlagene Waldarbeiter,
  • geherzinfarktete Börsenmarkler,
  • abgerauchte Feuerwehrmänner ...?[12]

Soldat ist ein männlicher Todesberuf

2003: Seit Beginn der Bundeswehr-Einsätze im Ausland sind 52 deutsche Soldaten ums Leben gekommen.[13]
2009: Insgesamt sind bei Auslandseinsätzen der Bundeswehr 81 deutsche Soldaten gefallen, davon 35 in Afghanistan.[14]
Bundeswehrquelle: "Von den seit 1992 in die Auslandseinsätze entsandten über 260.000 Bundeswehrangehörigen starben 81, insgesamt 109 wurden durch Fremdeinwirkung verwundet. [...] Über die in der Tabelle aufgeführten hinaus kamen 31 Soldaten durch natürlichen Tod, Suizid und den Umgang mit Fundmunition ums Leben. [...] Insgesamt wurden in Auslandseinsätzen 108 Soldaten durch Fremdeinwirkung verwundet. Unter Fremdeinwirkung werden beispielsweise Gefechte, Anschläge sowie die Wirkung von Minen und Sprengmitteln verstanden." (Die verschiedenen Angaben 81/108 wird nicht geklärt.)[15]

Warren Farrell erklärt in seinem Buch "Mythos Männermacht":

Die Frau in der Armee kann wählen zwischen:

  1. Kampfeinsatz
  2. Kein Kampfeinsatz

Der Mann hat die Wahl zwischen:

  1. Kampfeinsatz und
  2. Kampfeinsatz

Über "Frauen im Golfkrieg" schreibt er über die Gleichheit der Geschlechter im Krieg:

"Wenn Frauen die gleichen Risiken eingingen, wären in Panama nicht 23 Männer getötet worden, aber keine einzige Frau (es wurde auch keine Frau verwundet). Die militärischen Operationen und der Krieg am Persischen Golf hätten nicht zum Tod von 375 Männern gegenüber 15 getöteten Frauen geführt. In beiden Kriegen zusammengenommen kamen auf eine getötete Frau 27 getötete Männer. Weil aber in der Armee 9 Männer auf eine Frau kommen, war das Todesrisiko für jeden Mann dreimal so hoch wie das einer Frau." [16]

Der Spiegel berichtet zum Thema US-Soldaten folgendes: Im Irak-Krieg rettet der US-Obergefreite Joe Dwyer einen Jungen. Das Foto macht ihn zum Nationalhelden. Fünf Jahre später tötet er sich mit Chemikalien. [...] Im Jahr 2009 starben mehr US-Soldaten durch Suizid (334) als auf dem Schlachtfeld im Irak (149). Schon 2008 stellten Militärärzte fest, dass jeden Monat 1000 Veteranen versuchen, sich das Leben zu nehmen. Weit über 100 Ex-Kämpfer aus dem Irak und aus Afghanistan sind durchgedreht und haben Menschen getötet; ein Drittel der Opfer waren Freundinnen, Ehefrauen oder andere Familienmitglieder.[17]

Wenn US-Soldaten zu Veteranen werden, wächst für sie die Gefahr des Selbstmordes. 6000 bringen sich jährlich selbst um.[18]

Allein 2005 haben sich mehr als 6000 US-Veteranen aus den Feldzügen der vergangenen Jahrzehnte das Leben genommen. Das sind deutlich mehr Tote, als die US-Armee bisher im gesamten Irak-Krieg zu beklagen hat. Die Selbstmordrate unter ehemaligen US-Soldaten ist doppelt so hoch wie in der Normalbevölkerung des Landes. Allein 2005 haben sich 6256 ehemalige Soldaten umgebracht, das sind durchschnittlich 17 Suizide pro Tag.

"Als er zurückkam, waren seine Augen tot." - Aussage einer Mutter über ihren Sohn, der später Selbstmord beging.

Die Selbstmordrate in der Gesamtbevölkerung liege bei 8,9 von 100.000 Menschen, bei ehemaligen Armeeangehörigen 18,7 bis 20,8. Unter jungen Menschen zwischen 20 und 24 Jahren liege die Rate sogar bei 22,9 bis 31,9 - und damit viermal so hoch wie bei Altersgenossen, die nicht in der Armee dienten. Die jährliche Zahl der Selbstmorde Ex-Armeeangehöriger höher als die Zahl aller US-Soldaten, die seit 2003 im Irak-Einsatz ums Leben gekommen sind. Dort starben 3863 Armeeangehörige.[19]

Einzelnachweise

  1. Statistisches Bundesamt: Lebenserwartung in Deutschland
  2. Lebenserwartung in Deutschland - Geschlechterunterschiede
  3. Männer werden in einigen Bereichen "in wirklich starker Weise benachteiligt", Deutschlandradio am 15. September 2011 (Matthias Franz im Gespräch mit Jürgen Liminski)
  4. Lebenserwartung auf admin.ch basierend auf su-d-01.02.02.03.02.05.xls sowie su-d-01.02.02.03.02.06.xls, admin.ch, Bundesamt für Statistik (BFS), Website Statistik Schweiz am 19. Mai 2012)
  5. Klosterstudie
  6. Klosterstudie (PDF)
  7. Arne Hoffmann, "Sind Frauen bessere Menschen?", Berlin 2001, S. 49
  8. Rund drei Viertel der allein lebenden Seniorinnen sind verwitwet
  9. Pdf-icon-extern.png Frauen und Männer in verschiedenen Lebensphasen - Mai 2010, Destatis (2,1MB)
  10. Pdf-icon-extern.png Qualität der Arbeit - Geld verdienen und was sonst noch zählt - August 2012, Destatis (2,1MB)
  11. CIA-Daten über die internationale Lebenserwartung
  12. (Neugelbes WGvdL-)Forum: Ich mach mir ernsthaft Sorgen! Aber warte mal ..., DerStrippenman am 14. November 2011  (Archiv)
  13. Schon 52 tote deutsche Soldaten, Hamburger Abendblatt am 10. Juni 2003
  14. Drei tote deutsche Soldaten nach Gefecht nahe Kunduz, Bildzeitung am 23. Juni 2009
  15. Bei Auslandseinsätzen getötete und verwundete Soldaten
  16. Warren Farrell: "Mythos Männermacht", ISBN 3-861-501-082, S. 155ff.
  17. USA: Dämonen im Kopf, Spiegel Online am 25. März 2010
  18. "30.000 Menschen begehen Selbstmord in den USA, davon sind 6.000 oder 20 Prozent Veteranen.", in: USA: Jeden Tag töten sich 18 Veteranen, Heise-Blog am 27. April 2010
  19. Kriegsfolgen: US-Armee beklagt mehr Veteranen-Selbstmorde als Gefallene im Irak, Spiegel Online am 15. November 2007

Netzverweise

Querverweise