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Nationalismus

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Abgrenzung

Die übersteigerte Form des Nationalismus ist der Chauvinismus.

Zitate

Zitat:

«Soll ein Staat begründet oder erhalten werden, dann ist eine Klammer benötigt, welche diesen Staat zusammenhält. In vor­demokratischer Zeit war diese Klammer ein Herrscher­geschlecht mit dem dazu gehörenden Adel. Das Volk hatte so gut wie nichts zu melden. Der Begriff Bürger bezog sich hier auf den Bewohner einer Stadt. Diese verfügte in der Regel über ein gewisses Maß an Selbst­verwaltung. Der Bürger hatte Bürger­rechte, war nicht nur Untertan.
Die Vordenker der französischen Revolution[wp], wie die Vordenker der Vereinigten Staaten von Amerika, schufen einen neuen Begriff: die Volkssouveränität. Alle Macht sollte vom Volke ausgehen. Und das Volk war die Gemeinschaft der Bürger, jeder mit Bürger­rechten ausgestattet. Das Französische unterscheidet den Bourgeois - den Bürgerlichen, vom Citoyen[wp] - dem Staatsbürger. Auch der Arbeiter ist eine Citoyen, auch wenn er kein Bourgeois ist. Ein Fremder kann Bourgeois sein, nicht jedoch Citoyen.
Ein Volk, das Träger der Souveränität ist, muss ein Minimum an Zusammen­gehörig­keit besitzen. Es muss willens sein, Souverän dieses Staates zu sein. Es muss sich zur Nation[wp] konstituieren. Der Kitt dieser Nation ist der Nationalismus. Nationalismus ist das Fundament demokratischer Staaten. [...]
Eine Nation ist nichts Statisches. Sie ist stets im Wandel. Menschen wandern ein, Menschen wandern aus. Neue Ideen verbreiten sich, selbst die Sprache, starker Kitt einer Kulturnation, verändert sich. Nur darf die Veränderung nie so groß werden, dass sich die Bürger als Fremde im eigenen Land fühlen. Dann reißt der Zusammenhalt ein, und ein Staat bricht auseinander, die Zivil­gesell­schaft endet.» - DschinDschin[1]

Zitat:

«Das europäische Politikmodell beruht auf den vier miteinander zusammen­hängenden Ideen der Demokratie, des Nationalstaates, des Rechtsstaates und der persönlichen Freiheit. Es gibt keine Demokratie ohne Nationalstaat: Beides ist gemeinsam entstanden nicht aufgrund eines historischen Zufalls, sondern weil Demokratie kollektive Selbstbestimmung bedeutet und nur funktioniert, wenn es so etwas wie ein Kollektiv gibt.
Auf den ersten Blick ist Demokratie ja eine Zumutung: Warum sollte jemand, der sich politisch in der Minderheit befindet, sich verpflichtet fühlen, die Entscheidungen der Mehrheit zu akzeptieren, die er selber doch für falsch hält? Warum sollte er die Diktatur der Mehrheit akzeptabler finden als die irgendeines Tyrannen? Warum sind Menschen loyal gegenüber demokratisch zustande gekommenen Entscheidungen?
Sie sind dann und so weit loyal, wie sie vernünftiger­weise unterstellen können, dass die Mehrheit das Gemeinwohl, letztlich also auch das der politisch unterlegenen Minderheit im Auge hat. Diese Erwartung ist aber nur dann vernünftig, wenn es einen Konsens darüber gibt, wessen Wohl gemeint ist, wenn vom Gemeinwohl die Rede ist; es muss Konsens darüber bestehen, wer die Gemeinschaft ist, um deren Wohl es geht.» - Manfred Kleine-Hartlage[2]

Einzelnachweise

  1. Nationalismus - Eine Rechtfertigung, Dschinblog am 14. Dezember 2013
  2. Manfred Kleine-Hartlage: Vortrag in Dresden: "Links ist dort, wo der Regen von unten nach oben fällt", 23. Mai 2012

Querverweise

Netzverweise