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Nichtregierungsorganisation

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Hauptseite » Politik » Nichtregierungsorganisation


Eine Nichtregierungsorganisation (NRO bzw. aus dem Englischen NGO) oder auch nicht­staatliche Organisation ist ein zivil­gesell­schaft­lich[wp] zustande gekommener Interessenverband[wp]. Der englische Begriff non-governmental organization wurde einst von den Vereinten Nationen[wp] (UNO) eingeführt, um Vertreter der Zivil­gesell­schaft, die sich an den politischen Prozessen der UNO beteiligen, von den staatlichen Vertretern abzugrenzen; non-governmental bedeutet dabei "nicht­staatlich" im Sinne von "staats­unabhängig", "regierungs­unabhängig". Heute wird der Begriff von und für Vereinigungen benutzt, die sich insbesondere sozial-[wp] und umwelt­politisch[wp] engagieren, und zwar unabhängig von einer Beziehung zur UNO.

Gemäß Artikel 71 der UN-Charta[wp] können Nicht­regierungs­organisationen Konsultativ­status[wp] beim Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen[wp] (ECOSOC) erlangen[1], wenn sie die in der ECOSOC-Resolution[wp] 1996/31[2] festgelegten Kriterien erfüllen.

Begriff

Die deutsche Bezeichnung Nichtregierungsorganisation ist angelehnt an den englischen Ausdruck non-governmental organization (NGO). Teilweise wird auch die Bezeichnung nicht­staatliche Organisation benutzt. Sie überträgt den anglo­amerikanischen Begriff governmental präziser; die Übersetzung für Regierung wäre im amerikanischen Englisch nicht government, sondern administration. Dennoch hat sich der Begriff Nicht­regierungs­organisation im Deutschen weitgehend durchgesetzt, dazu die englische Abkürzung NGO (anstelle von NRO).

Im Englischen werden auch folgende Begriffe verwendet: independent sector, volunteer sector, civic society, grassroots organizations respektive transnational social movement organizations, private voluntary organizations, self-help organizations, häufig auch non-state actors (NSAs). Letzterer Begriff ist allerdings weiter gefasst und umschließt neben NGOs auch trans­nationale Unternehmen (TNCs) sowie z. B. kriminelle Vereinigungen. In der britischen Forschung wird NGO auch in Verbindung gebracht mit der global civil society, einer globalen Zivil­gesell­schaft, z. B. bei Mary Kaldor[wp].

Im herkömmlichen deutschen Sprachgebrauch sind Nicht­regierungs­organisationen einfach Verbände[wp]. Im Deutschen wird teils auch vom Dritten Sektor gesprochen. Dieser Begriff geht auf den amerikanischen Soziologen Amitai Etzioni[wp] zurück.

Finanzierung

Größere Nichtregierungsorganisationen weisen mitunter Jahresbudgets von mehreren Millionen Euro auf. Anders als der Begriff nahelegt, hängen viele Nicht­regierungs­organisationen in erheblichem Maße von staatlichen Mitteln ab. So wird etwa das 162 Mio. US-Dollar umfassende Budget der Nothilfe- und Entwicklungs­organisation Oxfam[wp] zu einem Viertel aus Mitteln des Vereinigten König­reichs[wp] sowie der Europäischen Union[wp] finanziert.

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Weiterhin werden Nichtregierungsorganisationen auch betrieben, um inoffiziell Einfluss auf die Politik und öffentliche Meinung in anderen Ländern zu nehmen. So hat die russische Regierung den USA mehrfach vorgeworfen, etwa die Aufstände in der Ukraine[wp] (Orange Revolution[wp]) und Georgien[wp] (Rosenrevolution[wp]) massiv finanziell zu fördern und hat mit dieser Begründung im Jahre 2005 selbst strengere Gesetze für NGOs im eigenen Land erlassen.[3]

Die 1983 gegründete Organisation National Endowment for Democracy (NED) ist eine hundert­prozentige Tochter der US-Regierung. Ihr wurde von höchster Stelle das Wohl der Demokratie in die Hände gelegt. Werbung für den Wettbewerb der Gauner ist ihre Mission. Die NED ist derzeit der wichtigste Geldhahn für die Internationale Liga für Menschenrechte (FIDH). Diese Liga bildet einen gigantischen Steuergeld-Komplex. Mit dem Gewicht der an diesem Verband klammernden 164 NGOs verschaffte Bouchuiguir mit seiner LLHR-Petition den notwendigen Druck, um schließlich auch den Grundstein für die "Flugverbotszone" über Libyen zu legen. Die FIDH stellt wie viele andere ähnliche Dachverbände ein schwarzes Loch der Umverteilungs­maschinerie dar. Auf den ersten Blick wirken all diese Organisationen wie eine Interessens­vertretung der Unterdrückten und Stimmenlosen. "Nicht­regierungs­organisationen" lautet eben ihr blumiger Titel. Doch auf den zweiten Blick erweisen sie sich stets als wirkungsvolle Waffe der Regierungen und ihrer Strippen­zieher zur Mobilisierung öffentlicher Unterstützung. Sie sind der Running Marketing-Gag des Establishments. Der militärische Griff nach Ressourcen und Geldmonopol ist schließlich sehr viel schlechter zu vermarkten als der Schutz von Demokratie und Menschenrechten. Unter der Flagge der Humanität bombt es sich einfach leichter.[4]

Kritik

In der westlichen Welt hat sich ein Geflecht von Organisationen etabliert, deren Geschäft das Abkassieren von Gutgläubigen, das Einwerben von Abstands­zahlungen von der Industrie und die Selbst­bedienung aus öffentlichen Pfründen ist. Die schiere Größe dieser Strukturen, die unter­einander sowie mit dem Staatsapparat und den Medien dicht verfilzt sind, sowie die Effizienz ihrer Geld­beschaffungs­methoden würden jeden Sekten­führer klassischen Zuschnitts vor Neid erblassen lassen. So genannte Non Governmental Organisations (NGO) geben vor, hehre Ziele zu vertreten und den Planeten nebst Menschheit retten zu wollen. Doch tatsächlich verfolgen viele ihrer führenden Vertreter einfach nur knallharte Eigen­interessen. Dabei geht es um Einkommen und Karriere ebenso wie um die Förderung der Interessen bestimmter, ihnen nahestehender Industrie­zweige.[5]

Zitat:

«"NGO" ist ein Euphemismus[wp]. In der Regel bekommen diese Organisationen, direkt oder indirekt, Geld vom Staat in den Arsch geblasen, sie sind der verlängerte Arm staatlicher Politik. Und ihre Untätigkeit ist auch nicht überraschend. Dort werden allzu häufig die Nepoten[wp] der Herrschafts­klasse entsorgt, die für ernsthafte Arbeit zu dumm oder zu faul sind - oder beides. Dass die dann dort auch versagen, ist klar.»[6]

Zitat:

«Die #NGO sind strukturell und von ihrem Hauptziel her - Gewinn an Macht, Geld, moralischer Deutungshoheit bis zur Un­ab­schaff­bar­keit - nichts anderes als #Politbürokraten.»[7]

Einzelnachweise

  1. Albrecht Horn: Vereinte Nationen - Akteure und Entscheidungs­prozesse. Frank & Timme[wp], Berlin 2007, ISBN 3-86596-101-0, S. 39
  2. un.org: Economic and Social Council, Resolution 1996/31
  3. In The National Interest[wp]: Russian Legislation Restricting NGOs
  4. Henning Lindhoff: Nichtregierungsorganisationen: Der Running Marketing-Gag der Kriegstreiber, ef-magazin am 7. Oktober 2013 (Libyens Schicksal in der Hand von Menschenrechtlern)
  5. Fred F. Mueller: NGO's: Die Meister des sanften Würgegriffs, Science-Skeptical-Blog am 17. Juli 2013
  6. WGvdL-Forum: shockley am 24. April 2015 - 14:53 Uhr
  7. Twitter: @publizist - 28. Juni 2018 - 09:40

Netzverweise