Peter Scholl-Latour jung.jpg Sterben heißt, dies alles ungelöst verlassen. Peter Scholl-Latour.jpg
†   Peter Scholl-Latour   †
†   (9. März 1924 - 16. August 2014)   †

Trennungsvater

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Ein Trennungsvater ist ein Vater, der entweder durch Scheidung von seinem Kind getrennt wurde, weil die Mutter den Umgang mit dem gemeinsamen Kind verweigert oder boykottiert, oder aber das Kind ist außerehelich und dem Vater wird das Sorgerecht vorenthalten.

Inhaltsverzeichnis

Deutschland

Das in Deutschland geltende Familienrecht, vor 28 Jahren als Jahrhundert-Reform gefeiert, hat Familien zertrümmert und Väter entrechtet.[1] Erpressung durch die Mütter wurde per Gesetz und Rechtsprechung zum profitablen Geschäft und Vaterliebe zur Goldader. Aus Kindern wurden Spekulationsobjekte mit sicherer Rendite für ihre Mütter. Diese müssen kein Geld verdienen und dürfen darüber jammern, dass sie es wegen der Kinder nicht können. Das deutsche Familien(un)recht prangerte "Der Spiegel" zurecht schon 1997 an.[2] Das Fazit hat bis heute nichts von seiner Gültigkeit verloren: "Das Scheidungsrecht ermutigt das Prinzip Brandrodung, ermuntert zum Vernichtungskampf mit Blick auf den kurzfristigen Gewinn, ohne Rücksicht auf die katastrophalen Folgeschäden. Wie kann in einem solchen Rechtsmilieu den Kindern anderes vermittelt werden als Hass, Raffgier und Tücke?" Doch es regt sich Widerstand. Der jüngste Versuch von Bundesjustizministerin Brigitte Zypries, Männer wegen heimlicher Vaterschaftstests zu kriminalisieren, stößt auch in Politikerkreisen auf heftige Gegenwehr.

Berichte

Der Kampf um Besuchsrechte und der Kontaktabbruch zu den eigenen Kindern führt bei vielen Männern nach der Trennung zu psychischen Störungen.

Peter H., der aus Sorge um seine Kinder lieber anonym bleiben möchte, fürchtet mittlerweile um seinen Job. Der seit vier Jahren andauernde Streit mit seiner Ex-Frau, die gerichtlichen Auseinandersetzungen, die fehlende Untersützung der Justiz und des Jugendamtes hätten ihn "mürbe" gemacht, sagt der 43-Jährige. Immer häufiger muss er dem Job fernbleiben, weil er unter starken Kopfschmerzen, Übelkeit und Schlafmangel sowie Konzentrationsschwächen leidet. Seine beiden Söhne darf er auschließlich in Begleitung einer sogenannten Umgangspflegerin treffen. Das läuft seit fast zwei Jahren so. "Die Treffen finden ausschließlich mit anderen Vätern in einem großen Indoor-Spielepark statt. Die Umgangspflegerin liest dabei Zeitung und kümmert sich nicht um uns". Auf diese Weise sieht er seine Kinder alle zwei Wochen für vier Stunden, sofern die Mutter mitspielt. Hat sie keine Lust oder andere Gründe, die Kinder nicht zum Treffpunkt zu bringen, sieht Peter H. seine beiden Söhne gar nicht. "Dann muss ich mich wieder mit dem Gericht, dem Jugendamt und der Umgangspflegerin auseinandersetzen. Die Machtlosigkeit und das Gefühl, keine Rolle zu spielen, mache ihn krank.

Dies sei kein Einzelfall, bestätigt der Düsseldorfer Soziologe und Psychologe Dr. Walter Andritzky. "Frauen verstehen es perfekt sich als Opfer darzustellen." Väter stünden vor dem Richter dann häufig schlecht da. Viele Trennungsväter würden sich in psychotherapeutische Behandlung begeben. Er bezeichnet das Befinden dieser Väter als "Verbitterungssyndrom", das sogar zum Suizid führen könne. "Im Einzelfall ist es schwer, zwischen den Belastungen zu unterscheiden, die aus der Trennung selbst, einem Umgangsboykott oder dem Kindesentzug resultieren", ergänzt der Psychologe. Väter haben seinen Angaben zufolge in diesen Situationen mit vielen veränderten Bedingungen zu tun. Die Trennung von der Frau, von den Kindern, der permanente Streit, bei manchen kämen finanzielle Probleme hinzu, die vor allen Dingen Selbstständige in den Ruin treiben können. Allerdings sei es schwierig, diese Problematik zu behandeln. Man könne durch Reden helfen, die Situation ein wenig besser in den Griff zu bekommen. Das Problem aber hätten die betroffenen Personen nicht selbst in der Hand, es werde von außen an sie herangetragen, weshalb sich eine Therapie schwierig gestalte. "Solange man Kinder wie Umzugskartons einfach mitschleppen kann, wird sich an der Problematik nichts verändern".[3][4]

Studien

Gerhard Amendt

Laut einer wissenschaftlichen Untersuchung, für die der Bremer Soziologe Gerhard Amendt 3600 Betroffene befragte, bedeutete für 23,7 Prozent von ihnen die Trennung von der Partnerin gleichzeitig Kontaktabbruch zum Kind. Immerhin 40 Prozent haben regelmäßigen Umgang an jedem zweiten Wochenende. Amendt fand überdies heraus, dass gut zwei Drittel der Väter nach einer Trennung psychische oder körperliche Beschwerden haben.[5]

Eine andere Quelle spricht davon, dass laut der Väterstudie von Prof. Amendt bei verheirateten Paaren in 40 %, bei solchen ohne Trauschein sogar in 55 % aller Fälle durch die Mutter ein vollständiger oder teilweiser Umgangsboykott betrieben wird. Dazu wird erläutert, ein Jahr nach der Trennung hätten ca. 50 % der Väter keinen Kontakt mehr zu ihren Kindern bzw. würden diese überhaupt nicht mehr (30 %) oder nur noch selten (18 %) sehen.[6]

Anneke Napp-Peters

In die gleiche Richtung deutet eine Langzeituntersuchung der Soziologin Anneke Napp-Peters ("Familien nach der Scheidung"), nach welcher ca. 80 % der Väter von ihren Ex-Partnerinnen ausgegrenzt werden, wobei die Ausgrenzung von Umgangsbehinderungen bis hin zu PAS, der radikalsten Form, reichen könne. Ein Drittel der Väter, die kein Sorgerecht für ihre Kinder haben, würden diese nach der Trennung deutlich seltener sehen als vom Gericht festgelegt. Ein weiteres Drittel sähe seine Kinder überhaupt nicht. Jeder dritte dieser Väter, die ihre Kinder überhaupt nicht sehen, habe sein Kind schon seit mehr als zwei Jahren nicht gesehen, so Napp-Peters.[7]

Pädagogisch-psychologische Informations- und Beratungsstelle der Erzdiözese München

Ähnlich erschreckend sind die Angaben von Robert Bögle, einem Mitarbeiter der oben genannten Beratungsstelle. Nach seinen Erhebungen haben drei Jahre nach der Scheidung 70 % der Väter überhaupt keinen Kontakt mehr oder nur noch seltenen Umgang mit ihren Kindern.[8]

Die Rolle der Justiz

Die Familiengerichte tun ein Übriges, um Väter außen vor zu halten: In jedem zweiten strittigen Fall, der vor Gericht landet, bekommen dem Statistischen Bundesamt zufolge Frauen das alleinige Sorgerecht zugesprochen - die Väter hingegen nur in jedem siebten bis achten Fall. In jedem sechsten Fall wird das Sorgerecht auf beide Eltern verteilt. Und in jedem fünften strittigen Fall bekommen es weder Vater noch Mutter. Im Klartext bedeutet das: Dass ein Vater in einem Sorgerechtsstreit vom Gericht das alleinige Sorgerecht zugesprochen bekommt, ist noch unwahrscheinlicher, als dass das Kind im Heim oder sonst wo landet. "Im Grunde hat man als Mann nur eine Chance, das alleinige Sorgerecht zu bekommen, wenn die Frau sich prostituiert, geistig krank ist oder trinkt“, sagt der Direktor eines Amtsgerichts aus Nordrhein-Westfalen hinter vorgehaltener Hand.[9]

Eine Umfrage des Bundesjustizministeriums

Meistens sind es Mütter, die den Vater vom Kind wegdrängen. Und meistens tun sie das aus purem Egoismus: Eine Umfrage des Justizministeriums bei mehr als 500 Rechtsanwälten und Jugendämtern hat ergeben, dass 80 bis 90 Prozent der unverheirateten Mütter, welche die gemeinsame Sorge ablehnen, dafür Gründe anführen, die sich nicht am Kindeswohl, sondern an ihrem eigenen Wohl orientieren. Die Verweigerung der gemeinsamen Sorge durch die Mütter sei nur selten plausibel.[10]

Die besagte Erhebung[11] wurde auch im Beschluss 1 BvR 420/09 der 1. Kammer des Bundesverfassungsgerichts[12] erwähnt. Befragt, warum sie in nichtehelichen Lebensgemeinschaften die Zustimmung zur gemeinsamen Sorge verweigern, wurden von Müttern am häufigsten kindeswohlferne Gründe genannt wie "Die Mutter möchte die Alleinsorge behalten, um allein entscheiden zu können" und "Die Mutter möchte nichts mehr mit dem Vater zu tun haben und lehnt daher jeden Kontakt auch in Angelegenheiten des Kindes ab". Hierzu stellte das BVerfG fest, beide Motive würden sich vorrangig an den emotionalen Befindlichkeiten der Mutter orientieren und gab zu bedenken, dass "in nicht unbeträchtlicher Zahl Mütter allein deshalb die gemeinsame Sorge ablehnen, weil sie ihr angestammtes Sorgerecht nicht mit dem Vater ihres Kindes teilen wollen". Es kann vermutet werden, dass bei Frauen, die mit dem Vater verheiratet waren, weitgehend die gleiche Motivlage vorherrscht.

Einzelnachweise

  1. http://www.orbation.de/Sammelklage.htm
  2. Matthias Matussek: "Der entsorgte Vater - Über feministische Muttermacht und Kinder als Trümpfe im Geschlechterkampf", Der Spiegel, archiviert auf PaPPa.com
  3. Scheidungsväter oft seelisch zermürbt, Genderama am 16. Januar 2013
  4. Susanne Wächter: Trennung: Verbitterte Scheidungsväter, Onmeda am 10. Januar 2013 (Etwa 230.000 Trennungen finden schätzungsweise jedes Jahr in Deutschland statt. Zehn Prozent von ihnen gelten als hochstrittig. Sie landen vor dem Familienrichter. Oft folgt ein erbitterter Kampf um die gemeinsamen Kinder. In vielen Fällen hoffnungslos. Neben den Kindern leiden häufig besonders die Väter unter einer Trennung, wenn sie die gemeinsamen Kinder nicht mehr sehen dürfen. Gesundheitliche Beeinträchtigungen könne die Folge sein.)
  5. Gerhard Amendt: Scheidungsväter - Wie Männer die Trennung von ihren Kindern erleben (Google Buch)
  6. Wer sozial schwach ist, sieht sein Kind nicht
  7. Anneke Napp-Peters: Familien nach der Scheidung
  8. Pdf-icon-extern.png Scheidungsfolgen von Kindern und Jugendlichen Verfasser: Robert Bögle, Mitarbeiter der "Pädagogisch-psychologischen Informations- und Beratungsstelle für Schüler/innen, Eltern und Lehrer/innen" der Erzdiözese München
  9. Trennungsväter - Weil die Mutter es nicht will, FAZ-Artikel vom 2. März 2009
  10. Trennungsväter - Weil die Mutter es nicht will, FAZ-Artikel vom 2. März 2009
  11. WGvdL-Forum (Archiv 2): Umfrage des Bundesministeriums der Justiz bei Jugendämtern und Rechtsanwälten zur gemeinsamen Sorge nicht miteinander verheirateter Eltern
  12. Beschluss 1 BvR 420/09 vom 21.7.2010

Film

Querverweise

Netzverweise

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