Session (BDSM)

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BDSM
BDSM Collar and Chain.jpg
Frau trägt ein Halsband mit angebrachter Kette
Aspekte
B&D, B/D oder BD Fesselung und Disziplinierung
D&s, D/s oder Ds Dominanz und Unterwerfung
S&M, S/M oder SM Sadismus und Masochismus
Rollen
Top/​Dominant Partner, der die Aktivität durchführt oder steuert
Bottom/​Sub­missive Partner, der empfängt oder kontrolliert wird
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Eine Sitzung (auch Szene, englisch "Session") ist eine zeitlich begrenzte sadomasochistische Interaktion zwischen einer oder mehreren Personen.[1]

Das Euler-Diagramm der Akzeptanz

Im BDSM geht es in erster Linie um Akzeptanz und um Ihre Bereitschaft, Dinge zu akzeptieren, die Sie normalerweise nicht akzeptieren, in einem sexuellen Kontext.

In diesem Diagramm sehen wir drei Bereiche:

Grüne Zone der Dinge, die leicht akzeptiert werden, Rote Zone der Dinge, die nicht akzeptiert werden können, und Gelb-Orange Zone von Dingen, die akzeptiert werden können, aber Anstrengung bedürfen. Im BDSM geht es darum, die gelb-orange Zone zu erforschen.

Beim BDSM geht es um vollständige Akzeptanz

Manchmal gibt es Dinge, die wir akzeptieren, dies aber nur widerwillig. In BDSM zählt das nicht. Die Akzeptanz muss vollständig sein.

Euler-Diagramm der vollständigen Akzeptanz

So können wir das Euler-Diagramm genauer präzisieren:

Das Euler-Diagramm der vollständigen Akzeptanz
Euler-Diagramm der Akzeptanz in einer Spiel­situation

Hinzufügen einer "Spielsituation" zum Diagramm

Eine BDSM-Sitzung ist eine Aktivität, bei der zwei Personen mit einer gewissen sexuellen Bindung so handeln, dass mindestens einer von ihnen seine Bereitschaft erforscht, bestimmte Dinge vollständig zu akzeptieren, die sie normalerweise nicht akzeptieren.

Das wichtigste Merkmal einer BDSM-Sitzung ist ihre Grenze.

Rechts ist ein Beispiel einer Sitzung mit einer Grenze zum Diagramm der vollständigen Akzeptanz hinzugefügt.

In diesem Fall liegt die Grenze vollständig innerhalb der gelb-orange und grünen Zonen.

Innerhalb der grünen Zone ist die Sitzung relativ langweilig (obwohl Vorfreude spürbar sein kann); In der gelb-orange Zone wird es interessant.

Wenn beide Parteien in der Sitzung Einvernehmen darüber erzielt haben, dass die Sitzungs­grenze sich nicht in die rote Zone erstreckt, dann können eine oder beide Parteien leichter eine voll­ständige Akzeptanz erreichen, indem sie einfach entscheiden zu "nehmen, was immer auch kommt".

Euler-Diagramm mit Verwendung des Sicher­heits­wortes in einer Spiel­situation

Die rote Zone und das Sicherheitswort

Es kann jedoch schwierig sein, Sitzungs­grenzen so zu definieren, dass sie die rote Zone zwar vollständig vermeiden, jedoch die Möglichkeit zu behalten, alle interessanten Orte innerhalb der gelb-orange Zone zu erkunden. In der Praxis kann also eine vordefinierte Sitzungs­grenze die rote Zone nicht vollständig ausschließen.

Für eine solche Sitzung ist eine Art "Sicherheitswort" erforderlich.

Rechts ist eine Sitzung mit einer Grenze, die ein wenig in die rote Zone reicht.

(Anmerkung: Es gibt keine offizielle BDSM-Konvention über Sicherheits­wörter, aber manchmal werden Farbwörter wie "rot", "orange", "gelb" und "grün" mit Bedeutungen verwendet, die der Verwendung dieser Farben in den Diagrammen in diesem Artikel entsprechen.)

Dynamik der Toleranzgrenze

Die Toleranzgrenze ist hier ein Schlüsselbegriff. Einerseits ist die Toleranzgrenze im Hinblick auf die Einvernehmlichkeit einzuhalten, andererseits ist sie subjektiver und weniger eindeutig definiert, wie es die vorstehenden Diagramme nahelegen. Die Tagesform des Subs kann - aus vielen unterschiedlichen Gründen - sehr schwanken, was dazu führen kann, dass eine objektiv gleiche Handlung, die in der letzte Session konfortabel in der akzeptablen Zone lang, in der nächsten Session außerhalb der Toleranz­grenze liegen kann. Darüber hinaus kann sich die Toleranz­grenze auch innerhalb einer Session verschieben. Sie kann sich beispielsweise weiter nach außen verschieben, wenn der Sub in ersten Teil der Session "warm" geworden ist und mit den entsprechenden Hormonen im Blut bereit für "mehr" wird. Die gezeigen Euler-Diagramm dürfen also nicht statisch verstanden werden. Tatsächlich sind die dort schematisch gezeigten Grenzen hoch dynamisch. Entsprechend viel Einfühlungs­vermögen ist in jedem Augenblick einer Session erforderlich.

Alternativbegriff

Alternativ zu Session wird auch der Begriff Spiel verwendet:

Ein Spiel ist eine räumlich oder zeitlich begrenzte Interaktion von einem oder mehreren Sado­masochisten zur Ausübung der sado­maso­chistischen Form der Sexualität. Im Klartext: Sado­masochisten, die sich zum Kaffee­trinken oder Schach treffen, spielen noch nicht im sado­maso­chistischen Sinn miteinander. Sado­masochisten, die nur Vanillesex betreiben, auch nicht. Nach dem Papiertiger ist eine Beziehung, in der ein Partner auf Dauer eine gewisse Rolle angenommen hat, eigentlich auch nur ein sehr langes Spiel (bzw. eine Abfolge von Spielen, durch Alltags­phasen unterbrochen). Diese Darstellung steht im Widerspruch besonders zu der Vorstellung des Total Power Exchange, wie sie besonders von einigen amerikanischen Sado­masochisten propagiert wird, und kann von einigen Sado­masochisten, die in einer dauernden Rollen­verteilung leben, als diskriminierend missverstanden werden. Dem Wort Spiel wurde trotz dieser Möglichkeit eines Miss­verständnisses der Vorzug gegeben, weil es auch Außen­stehenden eher klarmacht, dass hier keine nicht-konsensuelle Gewalt angewendet wird. Abgelehnt wurde das in einigen Gegenden verbreitetere Wort Szene wegen der Mehr­deutigkeit (Subkultur und Spiel).
- Datenschlag[2]

Einzelnachweise

  1. Der Papiertiger: Spiel, Datenschlag
  2. Der Papiertiger: Anhang 1, Datenschlag
Dieser Artikel basiert - übersetzt von WikiMANNia - auf dem Artikel The Venn Diagram of Acceptance von SM theory.