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Umverteilung

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Hauptseite » Politik » Umverteilung


Als Umverteilung wird die politisch gewollte Korrektur der Verteilung der Einkommen und Vermögen[wp] in einer Volkswirtschaft[wp] bezeichnet. Hierbei wird versucht die am Markt oder durch starke Verbände zunächst bestimmte Verteilung der gesamt­wirt­schaft­lichen Leistung an eine als ideal angesehenen Verteilung anzupassen. Das Problem besteht darin, dass es keine wissen­schaftlich oder objektiv begründbare "gute" oder "gerechte" Verteilung gibt. Die Beurteilung hängt immer vom jeweiligen politischen Standort oder der Interessen­lage ab. Überdies wird die Menge der umzuverteilenden Einkommen und Vermögen immer von Art und Ausmaß der Umverteilung beeinflusst.

Begriffserweiterung

Fasst man den Begriff Umverteilung weiter, so kann man darunter auch Fragen der Bildungs- und Ausbildungs­chancen sowie der Startgerechtigkeit zusammenfassen. Ziel der Umverteilung ist es, eine "gerechte" Verteilung innerhalb eines Landes, eines Kontinents oder der Welt zu erreichen. Das Problem einer gerechten Verteilung ist eine der politisch meist umstrittensten Fragen. Es gibt keine objektiv gerechte Verteilung, sondern nur verschiedene Ansichten und Theorien über eine gerechte Verteilung. In den Partei­programmen der großen deutschen Volksparteien steht aus diesem Grund meist als Ziel nur eine größere Gleichheit der Einkommen und Vermögen. Das Maß der angestrebten Gleichverteilung wird nicht näher definiert.

Methoden der Umverteilung

Um Einkommen und Vermögen umzuverteilen, stehen dem Staat drei wesentliche Instrumente zur Verfügung:

  • Steuer-Transfer-Mechanismus
  • Progressive Einkommensteuer[wp] und öffentliche Leistungen
  • Besteuerung und Subvention ausgesuchter Güter

Probleme bei der Umverteilung

Neben dem Problem, dass es keinen allgemein gültigen Maßstab für eine gerechte Verteilung gibt, besteht ein weiteres Problem der Umverteilung darin, dass jeder Eingriff des Staates eine Beeinträchtigung der Leistungs­fähigkeit einer Volkswirtschaft nach sich ziehen kann. So wird eine zu hohe Besteuerung der oberen Einkommens­klassen ein Nachlassen der Leistungs­bereitschaft in dieser Gruppe nach sich ziehen. Ist die Steuerlast zu hoch, kann sich bei den Besteuerten die Ansicht verbreiten, dass es sich nicht mehr lohnt so viel zu arbeiten, da der Staat den Mehr­verdienst abschöpft. Es kommt dann zu Ausweich­reaktionen der Betroffenen. Eine Möglichkeit ist es, weniger zu arbeiten und dafür mehr Freizeit in Anspruch zu nehmen. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, in die so genannte Schatten­wirtschaft auszuweichen, also "schwarz" zu arbeiten. In beiden Fällen sinken die Steuereinnahmen des Staates und damit auch die Möglichkeit Gelder umzuverteilen. Der funktionale Zusammenhang zwischen dem marginalen Steuersatz und den Staats­einnahmen wird durch die bekannte Laffer-Kurve[wp] ausgedrückt.

Umgekehrt können zu hohe Transfers an Bezieher niedrigerer Einkommen auch bei diesen die Bemühungen, durch mehr Arbeit zu einem besseren Verdienst zu kommen, reduzieren. Erreichen die Transfers eine bestimmte Höhe, lohnt es unter Umständen nicht mehr zu arbeiten, da man auch ohne Arbeit ähnlich hohe finanzielle Mittel zur Verfügung hat.

Eine Umverteilung, die allen politischen und sozialen Wünschen gerecht wird und gleichzeitig den Erfordernissen einer leistungs­fähigen Marktwirtschaft[wp] optimal gerecht wird, ist daher nach Ansicht der meisten Ökonomen kaum zu erreichen. Die Problematik einer gerechten und vernünftigen Verteilung der Einkommen und die Auseinander­setzung darüber, wie diese erreicht werden kann, ist daher eine permanente politische Diskussion in vielen Ländern. Aber auch länder­über­greifend ist das Problem der Verteilung ein Dauerthema. So wird immer wieder darüber nachgedacht, wie eine gerechtere Verteilung des Wohlstandes zwischen erster und dritter Welt zu ermöglichen ist.

Zitate

Zitat:

«Je mehr man über die Sache nachdenkt, desto klarer wird einem, dass Umverteilung in Wahrheit weniger eine Umverteilung von freien Einkommen der Reicheren zu den Ärmeren bedeutet, sondern eine Umverteilung von Macht, weg von den Individuen und hin zum Staat - Bertrand de Jouvenel[wp][1]

Zitat:

«Weshalb befürworten Menschen Umverteilung? Ist es nur der Wunsch, auf der Seite der Umverteilungs­gewinner zu sein? Diese Studie von Sergio Beraldo, Massimiliano Piacenza und Gilberto Turati für das Institute for Research in Economic and Fiscal Issues zeigt, dass der Wunsch nach Umverteilung in dem Maße zunimmt, in dem die Menschen glauben, Erfolg sei keine Frage der Leistung, sondern von Zufall, Privileg oder Glück. In meritokratisch orientierten Gesellschaften tritt er daher seltener auf.»[2]

Zitat:

«Gesetze sind in Deutschland nicht dazu da, um für Recht und Ordnung zu sorgen. Vielmehr sind Gesetze auch und vornehmlich dazu da, um auf legitimierter Basis eine Umverteilung von Vermögen und Annehmlichkeiten innerhalb der Gesellschaft zu garantieren. Die Erscheinungs­formen sind vielfältig und solche Vermögens­abflüsse und "Übergänge von Annehmlichkeiten" erleben wir z. B. vom Mann zur Frau, vom Ratsuchenden zum Juristen, vom Arbeiter zum Unternehmer, von Bürger zu Behörde und vom Wähler zum Politiker. Gemeinsam haben alle "Empfänger" eines gemeinsam: Sie gestalten die Gesetze, auf deren Grundlage sie diese Ströme zu sich selbst garantieren, sie reden parallel dazu denk­sperren­erzeugend auf ihre Opfer ein, wie richtig/demokratisch das doch alles wäre und sie erbringen keinerlei Gegenleistung. Gesetze sind also asozial und ermöglichen das Überleben parasitärer "Eliten".»[3]

Zitat:

«Keiner soll haben, keiner soll befehlen, keiner soll meinen. Alle egalitären Sozialisten bekämpfen das Eigentum (mit Umverteilung), misstrauen der Freiheit (mit Umerziehung) und verachten das Individuum (mit Kollektivismus).» - Norbert Bolz[4]

Einzelnachweise

  1. Bertrand de Jouvenel[wp]: Die Ethik der Umverteilung, 1951; "The Ethics of Redistribution", Liberty Fund 1990, ISBN 0-86597-085-8
  2. Detmar Doering: Warum Umverteilung?, Liberales Institut am 8. Mai 2013
  3. WGvdL-Forum: Hintergrund von Gesetzen, Referatsleiter 408 am 10. November 2013 - 13:16 Uhr
  4. Norbert Bolz: Diskurs über die Ungleichheit, 2009, S. 85

Netzverweise

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Umverteilung aus dem Wirtschaftslexikon. Der Wirtschaftslexikon-Artikel steht unter unklaren Lizenz-Bedingungen.