Roy Larner im Krankenhaus.jpg
Roy Larner wurde achtmal von Macheten getroffen.
Ich bin Millwall!   –   I am Millwall!  –   Je suis Millwall!  –   Yo soy Millwall!
Roy Larner.jpg
Roy Larner ist Fan des Londoner FC Millwall.
London Bridge Terror Attack
Terroristen weltweit, hört gut zu:
 !!! Seit dem 3. Juni 2017 wird zurückgeschlagen !!!

Vagina-Monologe

Aus WikiMANNia
Wechseln zu: Navigation, Suche

Hauptseite » Frau » Feminismus » Vagina-Monologe


Hauptseite » Kunst » Vagina-Monologe


Vagina-Monologe ist ein feministisches Theaterstück, das auf dem gleichnamigen Buch der New Yorker Theaterautorin Eve Ensler basiert. Nach eigener Aussage schrieb sie das Stück, um "die Vagina zu feiern". Die "V-Monologe" erhielten viel berechtigte Kritik von verschiedenen Seiten; am schwersten kritisiert wurde eine Szene, in der eine erwachsene Lesbe ein dreizehnjähriges Mädchen mit Alkohol gefügig macht und zum Sex mit ihr zwingt; anschließend behauptet das Mädchen sogar noch "Wenn das eine Vergewaltigung war, dann war es eine gute Vergewaltigung".

Die Feministin Gloria Steinem schrieb das Vorwort für die Vagina-Monologe.

Aufführungen

Ende 1996 wurde das Stück erstmals in einen Off-Broadway-Theater gezeigt. Das Stück erfreut sich wachsender Beliebtheit, und mittlerweile haben bereits viele prominente Frauen in verschiedenen Aufführungen mitgewirkt. Meist bei Benefiz-Vorstellungen lasen unter anderen Whoopi Goldberg, Alanis Morissette, Glenn Close, Melanie Griffith, Winona Ryder oder Calista Flockhart aus dem Buch vor. Jane Fonda, Whoopi Goldberg, Idina Menzel, Glenn Close, Susan Sarandon, Marin Mazzie, und Oprah Winfrey haben als Schauspielerinnen an dem Stück mitgewirkt. Sogar die Ehefrau des früheren New Yorker Bürgermeisters Rudolph Giuliani wollte in einem Stück auftreten, sagte dann aber kurzfristig aufgrund von familiären Problemen ab.

Auch in Deutschland fand das Stück Zuschauer. Es waren auch einige prominente Frauen Teil einer Inszenierung der Vagina-Monologe in Berlin: Hannelore Elsner, Katja Riemann, Ulrike Folkerts, Esther Schweins, Iris Berben und Sonja Kirchberger. Regie führte die Schauspielerin Adriana Altaras.

Bei Aufführungen des Stückes werden Zuschauerinnen dazu aufgefordert, das Wort "vagina" oder "cunt" (Fotze) zu skandieren.

Im Jahr 2012 wollen neun weibliche EU-Abgeordnete, allen voran die deutsche Grüne Franziska Brantner (32), am 6. März das umstrittene Theaterstück aufführen. Der deutsche EU-Abgeordnete Werner Langen (CDU) protestierte. [1]

Inhalt

Die Autorin hat aus nach eigenen Angaben rund 200 Interviews mit verschiedenen Frauen die Monologe zusammengestellt. So reichen die Beschreibungen von einer Vergewaltigung in Bosnien über die ersten sexuellen Erfahrungen einer 13-Jährigen (siehe unten) bis hin zu Erzählungen einer über 70 Jahre alten Frau. Fans des Stücks behaupten: "Die einzelnen Interviews regen manchmal zum Nachdenken an, sind zuweilen erschreckend kalt, kommen in leisen Tönen daher oder zeigen viel Humor, sodass das Publikum zu lautem Lachen angeregt wird." Trotz der Behauptung, das Stück würde sich gegen Gewalt gegen Frauen richten, beschäftigt sich aber nur ein kleiner Teil (15 von über 100 Seiten) direkt damit.

In dem Monolog "The Little Coochie Snorcher that Could" erinnert sich eine Frau an ihre erste sexuelle Erfahrung. Sie erzählt, wie sie in das Auto einer erwachsenen Lesbe einsteigt (mit Einwilligung ihrer Mutter, die noch glaubt, es würde dem Mädchen helfen, mit der anderen Frau Zeit zu verbringen!), mit ihr zu ihrer Wohnung fährt, dort Wodka zu trinken bekommt, und anschließend von der älteren Frau, unfähig sich zu wehren, zum Sex gezwungen wird. Dies wird im Stück nicht nur nicht kritisiert, sondern die Autorin lässt das Mädchen den Satz sprechen "Wenn das eine Vergewaltigung war, dann war es eine gute Vergewaltigung" und zum Abschluss noch festzustellen "dass sie sich nie auf einen Mann verlassen werden muss". Eve Ensler schrieb diesen Monolog vermutlich im Glauben, wegen der (zumindest an linken amerikanischen Universitäten) weit verbreiteten "sexual correctness" würde niemand Widerspruch gegen eine solche Szene wagen einzulegen, womit sie jedoch falsch lag.

Ensler selbst nennt ihr Stück "eine anthropologische Untersuchung", die erotische Fantasien von Frauen, deren Leidenschaft und Begehren, aber auch Enttäuschung oder Missbrauch / Gewalt einschließt. Für Eve Ensler ist Gewalt gegen Frauen ein zentrales Thema. Mit den Aufführungen wird weltweit Geld für Frauenprojekte und gegen Gewalt (d.h. gegen Frauen) gesammelt. 1998 initiierte Eve Ensler den V(agina)-DAY als Aktionstag gegen Gewalt gegen Frauen ("victory over violence"), meist am 14. Februar, dem Datum des Valentinstages; ein Versuch, ihre Idee mit einem positiv besetzten Tag in Verbindung zu bringen - oder einen Tag, an dem die Liebe zwischen Männern und Frauen gefeiert wird, mit einem negativen Thema zu überdecken.

Kritik

Das Stück wurde von verschiedenen Seiten heftig kritisiert. Als Folge davon wurde der umstrittenste Teil geändert: Das vergewaltigte Mädchen ist nun 16 statt 13 Jahre alt, und der Satz "Wenn das eine Vergewaltigung war, dann war es eine gute Vergewaltigung" wurde weggelassen. Auch eine andere Stelle, an der ein sechs(!)jähriges Mädchen gefragt wird, wie seine Vagina riechen würde, wurde kritisiert, aber bislang nicht entfernt.

Die sex-positive Feministin Betty Dodson nannte das Stück "eine Explosion des Hasses gegen Männer und Heterosexualität". Die individualistische Feministin Wendy McElroy stellte fest, dass das Stück "Männer mit 'dem Feind' und heterosexuelle Liebe mit Gewalt gleichsetzt". Harriet Lerner kritisierte, dass Ensler nicht einmal den Unterschied zwischen "Vagina" und "Vulva" kennen würde.

An der amerikanischen katholischen(!) Universität von Georgetown wurde Robert Swope von der Universitätszeitung gefeuert, nachdem er das Stück (wegen der lesbischen Vergewaltigungsszene) kritisiert hatte.[2]

Henryk M. Broder[wp] nannte das Stück "politisch korrekte Tampon-Prosa".[3]

Einzelnachweise

  1. Vagina-Monologe im EU-Parlament, Bild vom 15. Februar 2012
  2. "Applauding Rape at Georgetown" von Robert Swope
  3. Die Banalität der Mösen, Henryk M. Broder, 18. August 2001

Weblinks