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Vera Lengsfeld

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Vera Lengsfeld
Vera Lengsfeld.jpg
Geboren 4. Mai 1952
Parteibuch Christlich-Demokratische Union Deutschlands
Beruf Publizist
URL vera-lengsfeld.de
Twitter @vera_lengsfeld

Vera Lengsfeld (* 1952) ist eine deutsche Politikerin und Publizistin. Sie war Bürger­rechtlerin und von April bis Oktober 1990 Mitglied der ersten frei gewählten Volkskammer der DDR. Von 1990 bis 2005 war sie Mitglied des Deutschen Bundes­tages, zunächst bis 1996 für Bündnis 90/Die Grünen, ab 1996 für die CDU. Seitdem betätigt sie sich als frei­schaffende Autorin. Im Juli 2012 wurde sie zur Landes­vorsitzenden der Vereinigung der Opfer des Stalinismus[wp] (VOS) Berlin-Brandenburg gewählt.

Im März 2018 initiierte Lengsfeld die "Gemeinsame Erklärung 2018"[ext], in der es heißt: "Mit wachsendem Befremden beobachten wir, wie Deutschland durch die illegale Massen­einwanderung beschädigt wird. Wir solidarisieren uns mit denjenigen, die friedlich dafür demonstrieren, dass die rechtsstaatliche Ordnung an den Grenzen unseres Landes wieder­her­gestellt wird."[1] Illustriert ist der Text mit einem Foto eines aus dem Umfeld der AfD unterstützten "Frauenmarsches".[2] Die Erklärung wurde im NDR als "erstaunliche Allianz bürgerlicher und nationaler Konservativer und neurechter Verschwörungs­theoretiker" bezeichnet.[3] Unter den 34 Erst­unter­zeichnern finden sich unter anderem Uwe Tellkamp[wp], Henryk M. Broder, Eva Herman, Matthias Matussek, Thilo Sarrazin, Jörg Friedrich[wp], Uwe Steimle, Karlheinz Weißmann[wp] und Martin Semlitsch.

Leben

Herkunft

Vera Lengsfeld, evangelisch, wurde am 4. Mai 1952 in Sondershausen in Thüringen geboren. Ihr Vater machte bei der Nationalen Volksarmee[wp] der DDR[wp] Karriere und war Oberstleutnant beim Ministerium für Staatssicherheit[wp]. Die Mutter, ebenfalls überzeugte Sozialistin, arbeitete als Neulehrerin. Lengsfeld wuchs in Sondershausen im Haus ihres Großvaters, einem Bergwerks­direktor, auf. Ab 1958 lebte die Familie in Berlin.

Ausbildung

Dort besuchte sie eine Spezialschule mit intensiven Russisch-Kursen. Wie ihre linien­treuen Eltern hielt sie die DDR für die moralisch bessere deutsche Republik. Die Erweiterte Oberschule schloß sie 1970 ab. Mit 19 Jahren trat Vera Lengsfeld in die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands[wp] (SED) ein. An der Karl-Marx-Universität in Leipzig studierte sie Geschichte der Arbeiter­bewegung und ab 1972 an der Berliner Humboldt-Universität Marxistisch-Leninistische Philosophie (Abschluß: Diplomphilosophin).

Wirken

Ab 1975 arbeitete Vera Lengsfeld als wissenschaftliche Mitarbeiterin bei der Akademie der Wissenschaften in Berlin und danach als Lektorin beim Verlag Neues Leben. Als kritischer Mensch erkannte sie früh die Ungereimtheiten des real­sozialistischen Systems, doch war sie lange der Überzeugung, daß die DDR ein reformierbarer und reformier­würdiger Staat sei. Opposition bedeutete für sie das Einfordern der eigentlichen sozialistischen Ziele. 1981 beteiligte sich Lengsfeld an der Gründung des "Friedens­kreises Pankow", der bald Beobachtungs­objekt der Staats­sicherheit (Stasi) war. 1983 schloß man sie aus der SED aus, nachdem sie öffentlich gegen die Stationierung von sowjetischer Atomwaffen in der DDR protestiert hatte. Sie erhielt Berufs- und Reise­verbot und betätigte sich unter anderem als Bienen­züchterin.

"Kirche von unten"

Auch in der evangelischen Kirche und auf Kirchentagen[wp] fand Lengsfeld ein neues Betätigungsfeld. Sie engagierte sich für die Friedens­bewegung "Schwerter zu Pflugscharen"[wp]. 1987 trat sie auf dem Evangelischen Kirchentag in Ost-Berlin als Mitglied der "Kirche von Unten"[wp] erstmals namentlich hervor. Daneben hielt sie u. a. Anarchismus[wp]-Seminare am Prediger­seminar in Naumburg. In ihrer furchtlosen Art wurde sie zu einer Symbolfigur der Ost-Berliner Friedens-, Umwelt- und Menschen­rechts­gruppen, die sich unter dem Dach der Kirche immer vernehmlicher mit Kritik an und Vorschlägen für einen Umbau der DDR-Gesellschaft zu Wort meldeten. Man forderte vom Staat mehr Mündigkeit für die Bürger, Freizügigkeit, Reise-, Meinungs- und Presse­freiheit. Hatte die Duldung offener Worte scheinbar zu Hoffnungen berechtigt, kam es bald zu Rückschlägen wie der Durchsuchung der Berliner Umwelt­bibliothek in der Zionskirche und Verhaftungen. Als die Mahnwächter an der Zionskirche vom Organ der Freien Deutschen Jugend[wp] (FDJ) "Junge Welt" mit "faschistischen Schlägern" gleichgesetzt wurden, verklagte Lengsfeld den Autor wegen Verleumdung - ein bis dahin einmaliger Vorgang.

Mit eigenem Plakat unterwegs zur offiziellen Demonstration zu Ehren von Karl Liebknecht[wp] und Rosa Luxemburg, wurde Lengsfeld am 17. Januar 1988 verhaftet und wegen "versuchter Zusammen­rottung" vom Stadt­bezirks­gericht Berlin-Lichtenberg zu sechs Monaten Freiheits­strafe ohne Bewährung verurteilt. Der Vorgang erregte weltweit Aufsehen. Auf Drängen ihres Anwalts Wolfgang Schnur[wp], der nach der Teilvereinigung[mp] als Informant der Stasi entlarvt wurde, ging Lengsfeld im Februar 1988 auf das Angebot ein, nach England abgeschoben zu werden, was ihr manche Mitstreiter übelnahmen. In Cambridge studierte sie am St. John's College Religions­philosophie.

Während in der DDR die wachsende Opposition mit Macht auf eine Liberalisierung des politischen Systems drängte, verlor das Regime angesichts der Reform­prozesse in der Sowjetunion und anderen sozialistischen Bruder­staaten auch außen­politisch an Rückhalt. Der Massenexodus junger DDR-Bürger im Herbst 1989 über Ungarn und Massen­demonstrationen in Leipzig und anderen Städten führten letztlich zum Ende des DDR-Regimes. Am 18. Oktober 1989 wurden General­sekretär Erich Honecker[wp] und andere Polit­büro­mitglieder vom Zentral­komitee der SED entmachtet und abgesetzt. Ab 13. November 1989 führte der einstige Dresdner SED-Chef Hans Modrow[wp] eine Interims­regierung an. Die Volks­kammer­wahlen am 18. März 1990 brachten einen deutlichen Sieg der bürgerlich-konservativen, vom Westen (BRD) unterstützten "Allianz für Deutschland"[wp]. Eine Koalitions­regierung aus Allianz und SPD unter Minister­präsident Lothar de Maizière[wp] (CDU) bereitete den Beitritt der DDR (nach Volks­kammer­beschluß vom 23. August 1990) gemäß Artikel 23 Grundgesetz zur Bundesrepublik Deutschland vor, der am 3. Oktober 1990 vollzogen wurde. Damit endete auch formell die Existenz der DDR.

Bündnis 90/Die Grünen

Lengsfeld selbst war am Morgen des 9. November 1989 in die DDR zurückgekehrt und erlebte den Mauerfall[wp] in der Bornholmer Straße. Sie gehörte der Verfassungs­kommission des "Runden Tischs" an und saß für die Grüne Partei der DDR, die mit anderen Bürger­rechts­gruppen als Bündnis 90/Die Grünen eine Fraktions­gemeinschaft einging, in der Volkskammer (18. März - 2. Oktober 1990).[4] In der Hoffnung, gewachsene Solidar­gemeinschaften der DDR und die Betonung sozialer Werte in eine neue Zukunft retten zu können, kämpfte Lengsfelds Fraktion für eine gewisse Eigen­staatlichkeit. Das Oberste Gericht der DDR kassierte wegen Rechtsbeugung das seinerzeit gegen Lengsfeld ergangene Urteil und sprach sie am 29. Mai 1990 frei. Bei den ersten BRD/Mittel­deutschland-Bundestags­wahlen am 2. Dezember 1990 kam Lengsfeld über die thüringische Landesliste Bündnis 90/Die Grünen in den Bonner Bundestag.[5] Dort hielt sie sich nicht immer an die Fraktions­disziplin und fiel u. a. dadurch auf, daß sie während einer Golfkriegs­debatte 1991[wp] eine Minute ihrer Redezeit demonstrativ schwieg.[6][7] Die Öffnung der Stasi-Akten stellte Lengsfeld im Dezember 1991 auf eine harte Probe, als sie erfuhr, daß ihr Mann Knud Wollenberger bereits seit 1972 für die Stasi gearbeitet hatte und ab 1982, d. h. nach der Heirat, unter dem Decknamen "Donald" auch gegen seine eigene Frau als Informant tätig geworden war. Im März 1992 ließ sich Lengsfeld scheiden und nahm ihren Mädchen­namen wieder an.

Nach der Teilvereinigung äußerte sich Lengsfeld immer wieder zu den politischen, wirtschaftlichen und sozialen Problemen der deutschen Einheit. Kompromisslos zeigte sie sich insbesondere in ihrer Forderung nach einer ehrlichen Aufarbeitung der DDR-Vergangenheit, zu der sie auch die Distanzierung von Trägern des alten Regimes zählte. Vergeblich verlangte sie 1992 mit den Abgeordneten Werner Schulz[wp] und Gerd Poppe[wp] den Rücktritt des branden­burgischen Minister­präsidenten Manfred Stolpe[wp] wegen dessen früherer Stasi-Kontakte. Frühzeitig forderte Lengsfeld eine klare Abgrenzung von der bei Kommunal- und Landtags­wahlen erfolgreichen SED-Nachfolge­partei PDS (Partei des Demokratischen Sozialismus[wp]).

CDU

Bei den Bundestagswahlen am 16. Oktober 1994 verteidigte Lengsfeld als eine von nur fünf Kandidaten der thüringischen Landesliste von Bündnis 90/Die Grünen ihr Mandat.[8] 1996 gehörte sie zu den Mit­begründern eines auch vom damaligen Kanzler Helmut Kohl[wp] unter­stützten Bürgerbüros für ehemalige SED-Opfer. Dieses war Presse­kommentaren zufolge als Teil der CDU-Bemühungen zu werten, die Ex-DDR-Bürger­rechts­bewegung stärker in die eigene Partei einzubinden und sich so als verlässliche Kraft gegen sozialistische und anti­demokratische Tendenzen zu präsentieren. Mit dem Vorwurf, Teile der Grünen wie auch der SPD redeten einer Macht­beteiligung der PDS das Wort und unterschätzten dabei ihre anti­demokratischen Ziele, wechselten Lengsfeld und sechs weitere ehemalige DDR-Bürger­rechtler am 17. Dezember 1996 zur CDU.[9] Ihr Bundestags­mandat behielt Lengsfeld, galt jedoch bei der Union als Ausnahme­erscheinung, von der niemand Partei­disziplin erwartete. Im Bundestag fiel sie durch stark moralisch geprägte Beiträge auf, so etwa 2001 in der Debatte um die Straßen­kämpfer-Vergangenheit von Außenminister Joschka Fischer, was mitunter auch CDU-Mitstreitern als überzogen galt. In Gesprächs­sendungen argumentierte sie bisweilen "unorthodox und gelegentlich brüskierend".[10]

Bei der Bundestagswahl 1998 war Lengsfeld, die in ihrem Wahlkreis (Region Weimar-Apolda-Sömmerda) kein Direktmandat erringen konnte, trotz Verlust der CDU-Regierungs­mehrheit und einem Minus von über zwölf Prozent­punkten in Thüringen über Platz 4 auf der Landesliste abgesichert. Im Bundestag war Lengsfeld, die sich selbst als "Schwarz-Grüne" sah, Mitglied im Ausschuß für Verbraucher­schutz, Ernährung und Landwirtschaft, im Ausschuß für Umwelt, Naturschutz und Reaktor­sicherheit sowie stellv. Mitglied im Ausschuß für Wirtschaft und Technologie. Auch in der CDU stritt sie mit den Kollegen über den künftigen Kurs gegenüber der PDS, der sie Un­korrekt­heiten im Rechen­schafts­bericht unterstellte. Eine Unter­lassungs­klage der PDS lehnte das Berliner Landgericht im Juni 2000 ab. Bei der Bundestagswahl 2002 wurde Lengsfeld trotz ihres "Fremdkörper-Images"[11] über die Thüringer Landesliste wiedergewählt. Im Dezember 2002 verließ sie wegen Unstimmigkeiten ihren CDU-Kreisverband Weimarer Land und wechselte nach Jena.

2002 erschien Lengsfelds Autobiographie "Von nun an ging's bergauf - Mein Weg zur Freiheit". Im November 2003 gehörte sie zu den prominentesten Unterzeichnern einer Erklärung zur "Kritischen Solidarität" mit dem CDU-Bundestags­abgeordneten Martin Hohmann, der wegen einer Rede aus der Fraktion ausgeschlossen wurde.[12] Als Lengsfeld 2005 in ihrem Thüringer Wahlkreis bei der Aufstellung für die Direkt­kandidatur zum Bundestag mit nur fünf von 49 Stimmen unterlag, erklärte sie, auch nicht mehr als Listen­kandidatin zur Verfügung zu stehen. Seitdem arbeitete sie als frei­schaffende Autorin. Sie schrieb Beiträge für über­regionale Zeitungen und Zeitschriften und wurde Kolumnistin der Weltnetz­seite "Die Achse des Guten", in dem u. a. der Publizist Henryk M. Broder regelmäßig publiziert. Für die Bundestagswahl 2009 kandidierte Lengsfeld jedoch erneut.[13] Sie trat als CDU-Direkt­kandidatin im Berliner Wahlkreis Friedrichshain-Kreuzberg u. a. gegen den grünen Platzhirsch Hans-Christian Ströbele an und sorgte für Aufsehen mit einem Wahlplakat, auf dem sie und Bundes­kanzlerin Angela Merkel - beide tief dekolletiert - zu sehen waren mit dem Slogan "Wir haben mehr zu bieten". Das Plakat war weltweit in den Nachrichten; das Deutsche Historische Museum wollte es in seine Sammlung aufnehmen. Das Direktmandat verfehlte Lengsfeld jedoch deutlich.

Lengsfeld hat mehrere Bücher und viele Beiträge in Zeitschriften wie Focus publiziert und ist Kolumnistin im AchGut-Blog.

Ab 2003 führte Lengsfeld regelmäßig Schulklassen durch das ehemalige Stasi-Gefängnis Hohen­schön­hausen, wo sie 1988 inhaftiert war. In dem Dokustück "Staats Sicherheiten" (2008) am Potsdamer Theater erzählte sie neben anderen Dissidenten die Geschichte ihrer Verhaftung.

Lengsfeld unterstützte Leyla Bilge bei ihren Frauenmarsch zum Kanzleramt in Berlin (17. Februar 2018).

Lengsfeld ist Initiatorin des Aufrufs "Gemeinsame Erklärung 2018".

Veröffentlichungen (Auswahl)

Schriften

Vorträge

Interviews

Anderes

Artikel

Ehrungen

  • 1990: Aachener Friedenspreis
  • 2008: Bundesverdienstkreuz am Bande

Zitate

Zitat:

«In seinem brillanten Essay "Versuch, in der Wahrheit zu leben" empfahl der tschechische Dissident Václav Havel[wp], die staatliche Allmacht durch Alternativen "unabhängigen Lebens" zu untergraben. Das erwies sich als erfolgreiches Modell. [...] Voraussetzung dafür war, den "falschen und sinnlosen Sprach­gebrauch" der Herrschenden aufzugeben und "in der Wahrheit zu leben".
An dieser Stelle wird nebenbei die Frage beantwortet, was man heute tun kann, um die immer mehr um sich greifenden Sprach­barrieren zu schleifen, die verhindern sollen, dass die Realität wahrheitsgetreu abgebildet wird.
Der political correctness und ihren Auswüchsen kann man am besten begegnen, indem man sich ihrem Diktum nicht beugt, sondern auf einer Sprache, die "in der Wahrheit lebt" besteht. Nur so kann verhindert werden, dass das Konzept der Wahrheit durch die Macht ersetzt wird.
Indem Anne Applebaum[wp] darlegt, wie durch die Überwindung der Kluft zwischen Propaganda und Realität der Kommunismus besiegt wurde, hat sie eine hochaktuelle Anleitung zum Handeln verfasst.»[16]

Zitat:

«Ich kann mich noch gut an die Zeit erinnern, als die Grünen heftig bestritten haben, dass es eine Einwanderung in unsere Sozialsysteme gibt und alle, die auf diesen Umstand hinwiesen als "rechts" diffamiert haben. Ebenso bestritt Frau Göring-Eckardt, dass es Subkultur­bildung gibt. Heute wird diese Subkultur­bildung als Errungenschaft, genannt Bereicherung, betrachtet, auch wenn in diesen Subkulturen viele emanzipa­torische Fortschritte die von der Frauenbewegung hart erkämpft wurden, zurückgedreht werden.
Nun sollen "wir" auch Menschen brauchen, die in unseren Sozialsystemen "zu Hause sind". Ein wahrlich zynisches Menschenbild, das Flüchtlinge als Futter für die hauptsächlich grüne Betreuungs­industrie betrachtet. [...]
Es geht um die knallharte Verteidigung der Spielwiesen für grüne Staats­kneten­bezieher, innerhalb und außerhalb des Staatsapparates. Den Flüchtlingen soll nicht geholfen werden, sich ein selbstständiges Leben aufzubauen, sondern sie sollen zu hilflosen Transfer­geld­empfängern degradiert werden und als solche dafür sorgen, dass die parasitären Umverteilungs­strukturen nicht nur erhalten, sondern noch ausgebaut werden.»[17]

Einzelnachweise

  1. Tellkamp unterzeichnet Erklärung, In: SZ-Online am 17. März 2017 (vgl. zum Wortlaut der "Gemeinsamen Erklärung 2018"[ext])
  2. Andreas Montag, Neue Nationale Front: "Gemeinsame Erklärung" von Künstlern und Intellektuellen, Mitteldeutsche Zeitung am 19. März 2018
  3. brisant ist die "Erklärung 2018"?, NDR am 27. März 2018
  4. Lengsfeld trat die Bürgerrechtlerin in die Grüne Partei der DDR ein und wurde für diese am 18. März 1990 in die Volkskammer der DDR gewählt, der sie bis zu deren Auflösung am 2. Oktober 1990 als Sprecherin der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen angehörte.
  5. Mit den Wahlen zum 12. Deutschen Bundestag am 2. Dezember 1990 wurde Vera Lengsfeld für das Wahlbündnis aus Bündnis 90 und den Grünen in Mittel­deutschland Mitglied des Deutschen Bundestages.
  6. In einer Bundestagsdebatte zum Zweiten Golfkrieg 1991 drückte sie auf außergewöhnliche Weise ihre Kritik daran aus, indem sie eine Minute ihrer Redezeit mit Schweigen füllte, bis ihr Bundes­tags­präsidentin Rita Süssmuth[wp] das Wort entzog.
  7. Youtube-logo.png Ausschnitt aus der Bundestagsrede zum Zweiten Golfkrieg 1991 (nicht verfügbar)
  8. Nach dem Zusammenschluß von Bündnis 90 und den Grünen zu einer neuen Partei 1993 wurde Vera Lengsfeld bei den Bundes­tags­wahlen 1994 erneut in den Bundestag gewählt.
  9. Weil sich ihre Partei ihrer Meinung nach nicht deutlich genug von der PDS abgrenzte, trat sie 1996 aus der Partei aus und schloß sich am 17. Dezember 1996 der CDU/CSU-Bundestags­fraktion an.
  10. Vgl. Chrismon 10/2006
  11. Vgl. Stuttgarter Zeitung, 11. Dezember 2002
  12. Obwohl sie als Bürger­rechtlerin eher linke Ansichten vertrat, öffnete sie sich in den vergangenen Jahren auch für liberal-konservative Positionen. Sie soll zwar Druck auf den ehemaligen CDU-Abgeordneten Martin Hohmann ausgeübt haben, um ihn zum Rücktritt zu veranlassen, kritisierte aber auch z. B. in einem Interview in der Wochenzeitung Junge Freiheit den Umgang der Politik mit ihm.
  13. Ulrich Zawatka-Gerlach: Vera Lengsfeld tritt für die CDU in Kreuzberg an, Der Tagesspiegel am 23. Oktober 2008
  14. Vera Lengsfeld: Hat Deutschland noch eine Chance?, Wissensmanufaktur am 30. September 2018
  15. Anreißer: Der so genannte Asylkompromiss der Union ist geplatzt wie eine Seifenblase. Es wird aber auf allen Propaganda­kanälen von uns verlangt, dass wir weiter diese Chimäre, die von FOCUS ONLINE in einer peinlichen Huldingungs­hymne als "diplomatisches Meisterstück" Merkels gefeiert wurde, bewundern sollen, wie die neuen Kleider des nackten Kaisers im Märchen.
  16. Vera Lengsfeld: Der Eiserne Vorhang, Die Achse des Guten am 7. Dezember 2013
  17. Vera Lengsfeld: Wohlfahrtsstaat: Flüchtlinge für die Sozialsysteme (Das Gesicht des grünen Totalitarismus), AchGut-Blog am 9. Oktober 2013

Netzverweise

  • Wikipedia führt einen Artikel über Vera Lengsfeld
  • Biographie beim Deutschen Bundestag
  • Webpräsenz: vera-lengsfeld.de
    • Biographie
    • Herrliche Zeiten - Wenn Schutzsuchende zum Albtraum werden, 4. Mai 2018 (Siehe auch: Biedermann)
      Am gestrigen Donnerstag kam der Film "Herrliche Zeiten" von Oskar Roehler[wp] in die Kinos. Entstanden ist er nach Motiven des Romans "Subs" von Thor Kunkel[wp]. [...]
      Das Jahr 2011 gehörte zu der seligen Zeit, als man noch nichts von der "Flüchtlingskrise" wusste, obwohl man die Zeichen bereits hätte erkennen können. In Kunkels Buch ging es vordergründig um die moralische Verwahrlosung der heutigen Wohlstands­gesellschaft, besonders deren "Eliten", die sich keine Grenzen mehr setzt. Die Gesellschaft und die eigenen Körper werden zum offenen Experimentier­feld.
      Claus, ein Schönheitschirurg, lebt mir seiner Frau in einer teuren Grunewald-Villa. Er verdient viel Geld damit, die Körper ähnlich wohlhabender Menschen in seiner Luxusklinik umzuformen, um die Spuren des Alterns oder der Völlerei zu beseitigen. Natürlich ist er ein Linker, tolerant, weltoffen, faktenresistent. Im falschen Bewusstsein, sich alles erlauben zu können, sucht er eines Tages per Annonce eine Sklavin für sein Domizil. Er bekommt viele Angebote, entscheidet sich am Ende für einen promovierten Altphilologen und seine Frau.
      Was nun auf vierhundert Seiten folgt, ist die verstörende Entwicklung hin zur Machtübernahme durch die "Subs". Anlässlich eines Bau­vorhabens öffnet Claus sein Grundstück für ein Zeltlager von Migranten, die für ihn ein Luxus­schwimmbad bauen sollen. Allmählich breitet sich dieses Zeltlager aus. Es rückt dem Haus immer näher. Einen Überblick, wer sich im Camp aufhält, gibt es nicht mehr. Erst wird die Bewegungs­freiheit von Claus und seiner Frau beschränkt, am Schluss werden Haus und Grundstück von den "Subs" vollständig übernommen. Claus und seine Frau müssen fliehen, um wenigstens ihr Leben zu retten.
      Auf der Rückseite des Covers der Ausgabe von 2013 ist ein Rezensent des Deutschlandfunks zitiert: "Jenes perverse Spiel, welches 'Subs' als Fiktion ausmalt, treibt lediglich auf die Spitze, was in der Realität bereits in Ansätzen vorhanden ist." - Wie wahr. Inzwischen wird die Fiktion von der Realität eingeholt.
    • Wir werden nicht mehr kriechen! Grußwort für die Frauendemo in Kandel, 28. Januar 2018
      Als Kanzlerin Merkel im September 2015 die Grenzen für eine chaotische, unkontrollierte Einwanderung öffnete, jauchzte die Bundestags­fraktions­vorsitzende der Grünen Göring-Eckardt: "Unser Land wird sich ändern, und zwar drastisch. Und ich freue mich darauf!"
      Nun, unser Land hat sich drastisch geändert. Es ist nicht mehr wieder­zu­erkennen. Innerhalb von nur zwei Jahren wurde uns die Leichtigkeit des Seins genommen, unsere selbstverständliche Sorglosigkeit, unser Vertrauen in die Zukunft.
      Die Polizei rät Frauen, nicht allein, sondern in Gruppen auszugehen, nicht mehr allein zu joggen. Eine Politikerin riet sexuell belästigten Frauen, doch eine Armlänge Abstand zu halten.
      Die drastischen Änderungen, auf die sich Frau Göring-Eckardt freute, brachten vielen Menschen den Tod. Von den Wenigsten kennen wir die Namen, etwa von der erstochenen schwangeren Polin aus Reutlingen, der erstochenen Flüchtlingshelferin, der erstochenen Frauen von Halle und Bad Oeynhausen, den zwölf Toten vom Berliner Breitscheidplatz.
      Aber nicht nur Frauen wurden Opfer der drastischen Änderungen: ein ermordeter Psychologe, ein tot getretener junger Mann in Bonn, einer in Berlin.
      Nur wenige Morde wurden bundesweit bekannt: der an Maria in Freiburg, an Mia hier in Kandel und letzte Woche an Leon in Lünen.
      [...] Wir sollen nicht einmal trauern dürfen, denn auch das ist neuerdings "rechts".
  • Broders Lektion in Sachen Demokratie, AchGut-Blog am 9. Oktober 2018 (Vera Lengsfeld und Henryk Broder ist es gestern gelungen, den beängstigenden Zustand und das noch beängstigendere Selbst­verständnis einer Auswahl deutscher Parlamentarier einem großen Publikum vorzuführen. Dieser kurze Zusammen­schnitt aus der Anhörung zur Erklärung 2018 im Petitions­ausschuss des Bundestages hat das Zeug zu einem demokratischen Klassiker zu werden.)