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Islamische Theologie

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Die Islamische Theologie umfasst die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Glauben des Islam, seinen Grundlagen und seiner Auslegung. Sie untersucht die Lehren über Gott, die Offenbarung[wp], den Menschen, die Schöpfung[wp], die Prophetie[wp] und das Jenseits[wp] sowie die Methoden, mit denen diese Lehren verstanden und begründet werden. Dabei verbindet sie die Auslegung der religiösen Quellen mit rationaler Reflexion und steht im Austausch mit anderen Disziplinen wie Philosophie, Ethik, Geschichts- und Religions­wissenschaft.

Ihre wichtigsten Grundlagen sind der Koran[wp] und die Sunna[wp] des Propheten Muhammad[wp]. Bereits in den ersten Jahrhunderten des Islam entstanden unterschiedliche Antworten auf grundlegende Fragen des Glaubens, etwa nach dem Verhältnis von göttlicher Allmacht und menschlicher Freiheit oder nach den Eigenschaften Gottes. Daraus entwickelten sich verschiedene theologische Schulen und Denktraditionen, darunter die aschʿaritische und die maturidische Schule im sunnitischen Islam sowie eigenständige schiitische Traditionen. Auch Philosophie und islamische Mystik[wp] haben das theologische Denken nachhaltig geprägt.

Im Zentrum der Islamischen Theologie steht das Verhältnis von Offenbarung und Vernunft. Sie fragt, wie die religiösen Quellen verstanden werden können, welche Bedeutung sie für Glauben und Leben besitzen und wie ihre Aussagen im Wandel der Zeit auszulegen sind. Neben der Bewahrung der klassischen Tradition beschäftigt sie sich deshalb auch mit gegenwärtigen Themen wie Menschenrechten, Bioethik, Umweltverantwortung, religiösem Pluralismus oder dem Zusammenleben in modernen Gesellschaften.

Die Islamische Theologie wird an zahlreichen Universitäten als eigenständige wissenschaftliche Disziplin etabliert. Im Unterschied zur Islamwissenschaft, die den Islam vor allem als historische und kulturelle Erscheinung untersucht, entwickelt die Islamische Theologie ihre Fragestellungen aus der religiösen Tradition selbst und verbindet diese mit den Methoden moderner wissenschaftlicher Forschung.

Hintergrund

Ich habe von der Theologie[wp] noch nie etwas gehalten, aber historisch war sie eben eine der vier Gründungs­fakultäten der europäischen Universität. Goethes Faust[wp]:
Zitat: «Habe nun, ach! Philosophie,

Juristerei and Medizin,
Und leider auch Theologie
Durchaus studiert, mit heißem Bemühn.
Da steh’ ich nun, ich armer Tor,
Und bin so klug als wie zuvor!
Heiße Magister, heiße Doktor gar,
Und ziehe schon an die zehen Jahr’
Herauf, herab und quer und krumm
Meine Schüler an der Nase herum –
Und sehe, dass wir nichts wissen können!
Das will mir schier das Herz verbrennen.
Zwar bin ich gescheiter als alle die Laffen,
Doktoren, Magister, Schreiber und Pfaffen;
Mich plagen keine Skrupel noch Zweifel,
Fürchte mich weder vor Hölle noch Teufel –
Dafür ist mir auch alle Freud’ entrissen,
Bilde mir nicht ein, was Rechts zu wissen,
Bilde mir nicht ein, ich könnte was lehren,
Die Menschen zu bessern und zu bekehren.
Auch hab’ ich weder Gut noch Geld,
Noch Ehr’ und Herrlichkeit der Welt;
Es möchte kein Hund so länger leben!
Drum hab’ ich mich der Magie ergeben,
Ob mir durch Geistes Kraft und Mund
Nicht manch Geheimnis würde kund;
Dass ich nicht mehr mit sauerm Schweiß
Zu sagen brauche, was ich nicht weiß;
Dass ich erkenne, was die Welt
Im Innersten zusammenhält,
Schau’ alle Wirkenskraft und Samen,
Und tu’ nicht mehr in Worten kramen.»

Philosophie, Juristerei, Medizin und leider auch Theologie.

Nun muss man allerdings erwähnen, dass die Theologie, zumindest der Neuzeit, nicht identisch war mit der Religion. Katholische Religion und katholische Theologie sind zwar ähnlich und verwandt, aber nicht deckungsgleich. Theologie ist eher so die Meta-Ebene, die Lehre von den Religionszweigen und deren Entstehung. Ich würde sagen, der untaugliche, aber doch immerhin unternommene Versuch, Religiosität eine wissenschaftliche Komponente zu verleihen. Theologie versucht zumindest, als Thema „über Religion“ und nicht die Religion selbst zu haben. Joseph Ratzinger, Papst Benedikt[wp], war ja so einer, der das zweigleisig fahren wollte und immer versuchte, auch theologisch-wissenschaftlich daherzukommen, also nicht nur zu glauben, sondern auch die Frage zu durchschafeln, was Religion eigentlich ist.

Diesen Versuch hat man auch in der „islamischen Theologie“ zunächst unternommen.

Ich habe mich damit zwar nie näher befasst, aber ich kann mich erinnern, mal einen Text gelesen, und ich bin mir ziemlich sicher, auch im Blog schon mal bearbeitet zu haben, in ein Muslim darüber schimpfte, was ihm an der Uni widerfahren war. Er hatte sich als Migrant hier in islamischer Theologie immatrikuliert und hatte da so etwas wie Moschee für Fortgeschrittene erwartet, so eine Art Elite-Koranschule.

Was er aber fand, hat ihn auf die Palme gebracht und hoch erzürnt: Die haben nicht den Islam gepredigt, sondern die Entstehung des Islam, dessen Herkunft und Entwicklung untersucht. Wie könne man nur, die käme doch von Allah und niemandem sonst. Gotteslästerung! Und dann redeten sie von Mohammed[wp], als wäre er ein normaler Mensch, und hätten kein einziges Mal „Friede sei mit ihm“[wp] gesagt. Der war höllenstinksauer, weil die da etwas anderes gelehrt haben, als er erwartet hatte. Er hatte eine Koranschule erwartet, die religiöse Befassung mit dem Koran, Glaubenskram, und keine kritische Betrachtung, was der Islam ist.

Das ist aber Jahre her. Inzwischen dürften viele solcher Leute wie der angekommen sein, und wenn ich mir das so durch die Hirnritze ziehe, was ich da so auffange, drängt sich mir der Eindruck auf, dass man da die islamische Theologie als eine Meta-Wissenschaft, als eine Art Geschichte des Islam (statt Islam und Koran[wp]) in die Islam-Lehre selbst ummodelt, dass man aus den Universitäten also Koranschulen[wp] macht.

Dass also der Islam quasi das wird, was an den DDR-Universitäten der Marxismus-Leninismus[wp] war.

Der nächste Schritt wird sein, dass man den Islam als Nebenfach in Geisteswissenschaften und dann in MINT-Fächern wählen kann. Und man dann einen Bachelor, einen Master und einen Doktor in Islam machen kann. Quasi so „Ich bin Diplom-Muslim“. Den Boden geebnet für Abschlüsse in Ideologie haben Linke und Frauen mit Feminismus und Gleichstellung.

– Hadmut Danisch[1]

Einzelnachweise

  1. ↑ Hadmut Danisch: "Jetzt beginnt die Islamisierung der Universitäten", Ansichten eines Informatikers am 24. September 2026