WikiMANNia hat in 135 Tagen seinen 18. Geburtstag.
|
Topping from the Bottom
Die englischsprachige Wendung topping from the bottom (Zu deutsch: "führen von unten") bezeichnet in der BDSM-Szene zusammenfassend suggestive Handlungen eines Subs, welche darauf abzielen, den Dom zu einer von ihm gewünschten Reaktion zu verleiten, wie beispielsweise die Provozierung von bestimmten Bestrafungspraktiken durch denselben zur eigenen Luststeigerung. Wegen der Verkehrung des einer sadomasochistischen Session zu Grunde liegenden ursprünglichen Konzepts - Anleitung des Subs durch den Dom - sind derartige Aktionen inakzeptabel. Ein/e erfahrene/r Dom/me durchschaut ein auf eigennützige Beeinflussung der eigenen Person ausgerichtetes Verhalten des/der Sub und übernimmt durch das Unterlassen einer vom Sub erwünschten Reaktion demonstrativ die Führung in der Session.[1]
Wunschzettel-Sub
| Der Begriff "Topping from the bottom" heißt übersetzt nichts anderes als "Führung von unten". Die "Führung von unten" bedeutet im BDSM-Kontext, den dominanten Partner durch bestimmte Aktionen zu gewünschten Reaktionen zu bringen. Das basiert auf einer einfachen Grundregel des menschlichen Miteinanders, das Verhalten immer eine Reaktion bewirkt.
Im BDSM spricht man auch ganz allgemein von "Topping from the bottom", wenn die Erfüllung der Wünsche und Fantasien des/der Subs im Vordergrund stehen und Top nur noch als Erfüllungsgehilfe dient. In diesen Zusammenhang fällt dann auch schnell der Begriff "Wunschzettel-Sub". Der oder die Wunschzettel-Sub In den BDSM-Communitys ist die Wunschzettel-Sub relativ einfach zu erkennen. Sie weiß am besten, wie ein Dom oder Top sich zu benehmen hat und spricht gerne über ihre jahrelangen Erfahrungen. Sie sieht sich gerne als "Mentor" für die Anfängerinnen und sich selbst als das größte Glück überhaupt für jeden Mann. Überspitzt gesagt müssen wir ihr dankbar dafür sein, dass sie sich einem Dom devot hingibt. Und wehe, ein Dom oder Top schreibt etwas, das nicht ihren Vorstellungen entspricht, der wird dann schnell und einfach virtuell abgewatscht. Für diesen meist weiblichen Vertreter einer Wunschzettel-Sub, funktioniert D/s nach einer einfachen Regel - I have the pussy, so I make the rules! Erfüllungsgehilfe Nüchtern betrachtet bestimmt Sub ohnehin den Rahmen des Spiels - durch die Tabus den äußeren und durch die Grenzen den inneren Rahmen. Zu beider Zufriedenheit hält sich Dom an diesen Rahmen - lässt dieser ihm doch im Allgemeinen genug Gestaltungsspielraum. Die Wunschzettel-Sub geht jedoch darüber hinaus. Sie bestimmt nicht nur den Rahmen, sondern den auch den Ablauf einer Session. Sie macht Dom zum Erfüllungsgehilfen ihrer/seiner Fantasien und Vorlieben. In der Theorie hört sich das nach einen ziemlichen Fiasko für jeden Top an. Aber wie sieht es mit der Praxis aus? Wo fängt "Topping from the bottom" an und wo hört es auf? Beziehungsebene Wir pflegen beispielsweise einen sehr partnerschaftlichen Umgang in unserer BDSM-Beziehung. Wir haben einige wenige Regeln und Rituale. Wir kommunizieren auf der Beziehungsebene als gleichwertige Partner. Dadurch ergeben sich oft Gespräche über verschiedene SM-Praktiken, Techniken, Spielzeuge, SM-Clubs und so weiter. Wir thematisieren gerne unser BDSM, sprechen offen über unsere Sehnsüchte, Vorstellungen und Wünsche. In einer Session selbst dulde ich jedoch keine Mitsprache. Da ist die Rollenverteilung eindeutig und wir befinden uns im Dom-Sub-Verhältnis. An meine Regeln muss sie sich, ohne Wenn und Aber halten. Gerne baue ich ihre Vorstellungen mit ein, über das wann, wie und wo bestimme ich jedoch alleine. Diese indirekte Art, die Wünsche meiner Sub in eine Session einfließen zu lassen, ist für mich eine Form von Respekt bzw. Wertschätzung meiner Sub und hat für mich selbst wenig mit einem "Topping from the bottom" zu tun. D/s-Beziehung Für Personen, die in einer 24/7-Beziehung leben, wäre die Mitsprache der Sub auf der Beziehungsebene vielleicht schon ein No-Go. Sie sind es meiner Meinung nach gewohnt, dass Ihre Sub alles tut, was verlangt wird. Wunschzettel oder sogar Widerworte sind für Sie eher fremd. Eine Sub, die Ihre Neigung lebt, wird auch nie auf die Idee kommen, ihren Dom Vorschriften zu machen. Nach ihrer Vorstellung gehört sich dies einfach nicht. Seien wir doch mal ehrlich Die Frage, wo fängt "Topping from the bottom" an und wo hört es auf, muss letztendlich jedes Paar für sich entscheiden. Eine allgemein gültige Definition gibt es ebenso wenig, wie die Regeln aus dem großen schwarzen Buch des BDSM! |
| – SMoRuN[2] |
Wann hat es begonnen?
Ein Veteran aus der BDSM-Szene in San Francisco schreibt: Invalid tag extension name: novgwort
Einzelnachweise
- ↑ BDSM-Lexikon: topping from the bottom[archiviert am 26. November 2022], SMoRuN
- ↑ Topping from the bottom?[archiviert am 2. Dezember 2022], SMoRuN am 14. September 2019, letzte Aktualisierung am 5. Januar 2021