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Haarfesselung

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Haarfesselung - Photo: Robin Roberts
Haarspange mit O-Ring[anm 1]

Haarfesselung ist eine Technik, die im BDSM-Spiel verwendet wird und bei der der Kopf einer Person mit Hilfe ihrer langen Haare gefesselt wird.

Ein Seil oder Lederband wird an langen Haaren befestigt, die zu einem Zopf[wp] oder Pferdeschwanz[wp] geflochten wurden. Dieses Seil wird dann an einem anderen Fesselungs­gegenstand befestigt, beispielsweise an den Ellenbogen, an der Rückseite eines Gürtels oder Korsetts, an einem Knieband, an einem Knöchelband oder an einem großen Zehenband. Das Seil wird gezogen, wodurch der Kopf der gefesselten Person nach hinten gezwungen wird.

Information icon.svg Wie bei jeder Fesseltechnik ist es möglich, dass sich die gefesselte Person verletzt, wenn die erforderliche Sorgfalt nicht beachtet wird. Die Anwendung von Haar-Bondage über einen längeren Zeitraum verursacht oft Kopfschmerzen und eine Versteifung des Halses.


Techniken

Das Haar in die Fesselung mit einzubeziehen, ist für viele Menschen und aus vielen verschiedenen Gründen reizvoll. Es verstärkt das Gefühl, gefesselt zu sein, es ist unglaublich intim und persönlich, es kann schmerzhaft und demütigend sein und es ist oft ein sehr effektiver Weg, den Kopf still und in Position zu halten für andere Handlungen, wie beispielsweise "erzwungenem" Oralsex.

Das Binden der Haare ist nicht immer einfach. Die Haare rutschen leicht aus jedem Knoten, es sei denn, man hat Kenntnis von der korrekten Ausführung des Knotenbindens. Und nicht jede Technik lässt sich bei jedem Haartyp anwenden. Langes Haar ist natürlich viel einfacher zu handhaben, wohingegen kurzes oder sehr kurzes Haar kann ein Problem darstellen, weshalb es zur Identifikation der optimalsten Bindetechnik des Experimentierens mit verschiedenen Techniken bedarf.

Information icon.svg Wenn Sie feststellen, dass das Haar immer noch aus dem Seil rutscht, versuchen Sie es zunächst mit Haarspray. Dadurch werden die Haare weniger glitschig und bleiben am Seil und an sich selbst haften.

Seien Sie rücksichtsvoll mit Untergebenen. Wenn eine Haarsträhne längere Zeit verknotet war, kann es schwierig sein, sie für ein oder zwei Tage wieder in die normale Frisur zu bringen - vor allem, wenn sie normalerweise lose getragen wird. Tun Sie dies also nicht, wenn Ihr Sub am nächsten Morgen zur Arbeit oder zu einem wichtigen Vorstellungs­gespräch muss.

Es besteht, unabhängig von gegenteiligen Aussagen einschlägiger Anleitungen, immer ein bestimmtes Grundrisiko. Jede lebhafte oder unerwartete Bewegung kann dazu führen, dass sich der Sub unbeabsichtigt die eigenen Haare ausreißt, vor allem, wenn die verwendete Strähne nicht dick genug ist. In der Ausübung dieser Praktik unerfahrene BDSM-Praktizierende müssen darauf achten, dass eine dicke Strähne oder ein ganzer Pferdeschwanz verwendet wird und auf das direkte Aufhängen an den Haaren verzichten, insbesondere in Kombination mit dem Stehen auf Zehenspitzen, was bei einem Gleich­gewichts­verlust oder einem Ohnmachts­anfall des Subs schlimmstenfalls dessen Skalpierung zur Folge haben könnte.

Technik 1 - Japanisches Flechten

Japanische Bondage-Meister bevorzugen die Verwendung eines speziellen Reisseiles, aber ein solches aus Hanf ist genauso gut geeignet, vor allem, weil dasselbe etwas rauer ist. Hier kommt eine typische Langhaar­technik zur Anwendung, deren Hauptvorteil darin besteht, dass man sie theoretisch stunden- oder tage­lang praktizieren kann, wenn man möchte, und die Verwendbarkeit für eine Vielzahl verschiedener Spielformen. Bei der Verwendung dieser Technik in verschiedenen Formen (das gilt für alle Formen von Haarfesselung) gilt es die Zugrichtung zu berücksichtigen. Wenn die Fesselung beispielsweise nach unten gerichtet ist, sollte zu einem späteren Zeitpunkt niemals ohne einen Wechsel des Haarteils des Sub die Zugrichtung verändert werden, da dann die volle Kraft nur auf einen Teil der Strähne wirkt und ein Teil der Haare desselben ausgerissen werden könnten. Am sichersten ist es, die Haare zuerst in der Mitte des Hinterkopfes zu einem lockeren Pferdeschwanz zu binden.

Es sollten drei oder vier dünne Seile kombiniert eingesetzt werden. Die Mitte des Seilbündels ist hinter den Pferdeschwanz zu legen und dann werden beide Enden zwei- oder dreimal um den Haarschwanz so fest wie möglich gewickelt bis etwa zum ersten Drittel der Länge des Pferdeschwanzes vom Kopf entfernt. Dann wird sowohl das Seilbündel als auch das Haar in drei Strähnen geteilt und erneut so straff wie möglich geflochten und der Vorgang so weit wie möglich in die untere Richtung fortgeführt. Abschließend ist das Seil vom Haar zu trennen und die Seilstränge mit einer Reihe von Riffknoten (auch quadratische Knoten genannt) wieder fest zusammenzu­binden. Der Rest des Seilbündels kann (wenn es lang genug ist) verwendet werden, um es an etwas anderes zu binden, oder ein anderes Seil an das Ende des geflochtenen Bündels binden, um es für den Rest der Fesselung zu verwenden.

Technik 2 - Die Knotenröhre

Diese Technik ist ebenfalls nur für langes Haar geeignet. Auch hierfür ist am besten ein Hanfseil geeignet, dessen Dicke derjenigen eines Bleistift entsprechen muss. Das Binden erfolgt von der Mitte des Seils aus, wobei entweder eine Haarsträhne abgetrennt werden muss oder der gesamte Pferdeschwanz verwenden werden kann. Das Seil wird dicht am Kopf einmal um die Strähne gewickelt und ein halber Riffknoten gebunden. Dann wird die Haarsträhne über den Knoten gelegt und ein weiterer halber Riffknoten gemacht. Das Seil wird wieder um die Strähne gewickelt und der Vorgang wiederholt und ist solange zu wiederholen bis zum Ende der Haarsträhne. Je nach dem, wie lang die Haarsträhne ist, kann dies eine längerer Frist in Anspruch nehmen, bis der Knoten vollendet ist. Ebenso lange, oder länger, dauert es, um ihn wieder zu lösen. Es ist darauf zu achten, dass die Wicklungen und Knoten sehr fest sitzen, in stetem Bewusstsein, dass eine kleine Strähne oder ein glattes Haar trotz der vielen Knoten leicht herausrutschen kann.

Tatsächlich entsteht durch die Reihe der Knoten eine Art Schlauch, durch den das Haar durchrutschen kann. Wegen der Weichheit des Haars kann trotz fester Knoten das Haar nachgeben und der Halt der Knoten mag geringer sein, als es den Anschein hat. Die Verwendung von Haarspray kann in solchen Fällen eine gute Idee sein, um die Reibung zu vergrößern.

Eine andere Technik vermeidet es, einem durchgängigen Knotenschlauch zu schaffen. Bei jedem Knoten wird ein Viertel bis ein Drittel der Haarsträhne abgesondert und nach dem Binden eines Knotens wieder zurückgelegt und vor dem nächsten Knoten ein anderes Viertel (oder Drittel) abgesondert. Zum einen kann so das Haar nicht mehr durchrutschen und auch die Knoten werden fester, weil die Haarmenge bei den Knoten um ein Viertel bis ein Drittel geringer ist und somit weniger Fülle da ist, wodurch die Knotenbindung nachgeben könnte. Wenn man darauf achtet, bei jedem Knoten einen anderen Teil des Haares auszusondern, wird trotzdem die Last auf die gesamte Haarsträhne verteilt.

Information icon.svg Wer besonders "grausam" vorgehen möchte, feuchtet zuvor die Haarsträhne an, bevor sie auf diese Weise gebunden wird. Vor allem, wenn die Haare ein paar Stunden lang auf diese Weise zusammen­gebunden bleiben und dann trocknen, entsteht eine "semi-permanente Welle", die ein oder zwei Tage lang anhalten kann und einen ähnlichen Effekt hat wie blaue Flecken nach einer Peitsche oder einem Rohrstock. Mit anderen Worten, es wird etwas Sichtbares zurückbleiben, das für längere Zeit an die Fesselung erinnert.

Technik 3 - Der Ring

Bei der letzten Technik wird ein Ring als Hilfsmittel eingesetzt. Diese Technik ist die wahrscheinlich am besten geeignetste, weil sie keine übermäßige Länge der Haare des submissiven Partners voraussetzt und wegen ihrer Einfachheit auch von in der Fesselungskunst weniger erfahrenen dominanten Partner angewandt werden kann.

Jede Art von Ring kann verwendet werden, sofern sich die Haare nicht in ihm aufgrund seiner spezifischen Beschaffenheit verfangen können.

Eine zuvor sorgfältig auszuwählende Haarsträhne ist durch den Ring zu führen und danach um den Ring herumzufalten. Der Teil der Haare zwischen dem Kopf und dem Ring sollte ein Drittel der verwendeten Haarmenge ausmachen und der rücklings gefaltete Teil zwei Drittel derselben. Nun wird entweder ein dünnes Packseil oder eine Angelschnur vom Ring ausgehend in Richtung Kopf um die gefaltete Strähne gewickelt. Am Kopf angekommen wird das verbleibende Drittel nach oben geklappt und die Umwicklung in Richtung Ring wiederholt. Nach hergestellter Nähe zum Ring wird das Seil schließlich festgebunden. Es ist darauf zu achten, dass die Umwicklung so straff wie möglich ausgeführt wird. Bei korrekter Ausführung ist es fast unmöglich, dass das Haar aus dem Seil rutscht. Der Ring, nun derart fest am Kopf fixiert, kann als Verbindungspunkt für die eigentliche Fesselung verwendet werden. Diese Praktik stellt ein Pendant zum D-Ring an einer Lederhaube oder einem Kopfharness dar.

Die Möglichkeiten der Fesselung sind vielfältig: vom Fesseln der Hände hinter dem Kopf bis zur Befestigung des Rings an einem Wandhaken oder einem anderen Gegenstand. Der Ring erlaubt natürlich auch die Verwendung von Karabinerhaken, so dass sich diese Technik sehr gut für die Kombination mit anderen Utensilien eignet, wie beispielsweise Handschellen aus Leder oder Stahl, Fesseln und ähnlichen Geräten. Auch diese Technik kann fast endlos ausgeübt werden, vorausgesetzt, die verwendete Litze ist nicht zu dünn (sonst wird die Spannung irgendwann zu groß).

Information icon.svg Selbstverständlich lassen sich auch mehrere Ringe am Haar befestigen, beispielsweise einen auf jeder Seite des Kopfes. Die Möglichkeiten sind endlos, vor allem für demütigende Positionen wie das Anlegen von Handschellen an den Seiten des Kopfes (und geben Sie jemandem alle möglichen Aufgaben, wie beispielsweise das Servieren des Essens oder das Einschenken eines Getränks - was nicht nur schwierig und damit demütigend ist, sondern sie auch automatisch dazu zwingt, an ihren eigenen Haaren zu ziehen, was auch eine großartige Form der "Selbstbestrafung" ist) oder um den Kopf von jemandem in einer Position für erzwungenen Oralsex zu halten.
– fetishexchange.org[1]

Anmerkungen

  1. ↑ Aus der Bildbeschreibung: Eine wunderschöne Haarspange aus pflanzlich gegerbtem und handgefärbtem Leder. Der O-Ring eignet sich perfekt zur Befestigung von Seilen oder Befestigungs­punkten. Mit zwei stabilen Holzdübeln, die das Haar an Ort und Stelle halten und bei Bedarf leicht herausgezogen werden können, um sie schnell zu lösen.

Einzelnachweise

  1. ↑ Hair Bondage Tips[archiviert am 13. Mai 2021], Fetish Information Exchange 2004 (übersetzt von WikiMANNia) - Bildergalerie zur Haarfesselung[archiviert am 13. August 2007]

Querverweise


Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Hair bondage (13. Oktober 2021) aus der freien Enzyklopädie SM-201. Der SM-201-Artikel steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der SM-201 ist eine Liste der Autoren verfügbar, die vor Übernahme in WikiMANNia am Text mitgearbeitet haben.