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Linke Lebenslügen

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Hauptseite » Bücher (Liste) » Linke Lebenslügen


Linke Lebenslügen (1994)
Titel
Linke Lebenslügen
Eine überfällige Abrechnung
Autor
Klaus Rainer Röhl[wp]
Verlag
Ullstein 1994, ISBN 3-548-36634-1
Verlag
Universitas Verlag 2001, ISBN 3-8004-1430-9

Inhaltsverzeichnis

Erstes Kapitel
Zur Person
Zweites Kapitel
Lebenslüge Antifaschismus
Drittes Kapitel
1968 oder Der lange Marsch in die Toskana
Viertes Kapitel
High sein, frei sein ...
Fünftes Kapitel
... etwas Terror muss dabei sein
Sechstes Kapitel
Brüder zur Sonne - Schwestern zum Mond
  • Retortenbabys an die Front
  • Kastriert alle Männer!
  • Sex ohne Männer: Der Mythos vom klitoralen Orgasmus
Siebtes Kapitel
Die Generation der Hypochonder[wp]
Nachwort
Die große Desinformation

Inhaltsangabe

Der Publizist Klaus Rainer Röhl, Gründer und langjähriger Herausgeber der Zeitschrift konkret und Ex-Ehemann von Ulrike Meinhof[wp], rechnet in seinem Buch Linke Lebenslügen schonungslos mit der 68er-Bewegung[wp] ab.

Es ist auch eine Abrechnung mit seiner eigenen Vergangenheit. Röhl, der in den 1960er-Jahren der APO und der antiautoritären Bewegung in Deutschland journalistisch den Weg bereitet hatte, wandte sich unter dem Eindruck des RAF-Terrors von der Bewegung ab. Den endgültigen Bruch mit "jeder Form der sozialistischen/kommunistischen Heilslehre" vollzog er 1986. Heute richtet sich sein Zorn gegen den Mythos 68 und alles, was die Bewegung hervorgebracht hat: "Verirrungen und Verwirrungen, Schaden, Defizite und Defekte, individuell für jeden einzelnen und für die Gesellschaft als Ganzes."

Röhls Botschaft ist klar: Gegen die Meinungs­führer­schaft der Achtundsechziger und ihrer links­liberalen Helfershelfer. Es war daher nur konsequent, dass die Originalausgabe von Linke Lebenslügen 1994 in der Reihe Ullstein Report erschien, die auch prominenten Vertretern der so genannten Neuen Rechten wie Rainer Zitelmann, Heimo Schwilk und Ulrich Schacht ein publizistisches Forum bot. Autoren, die wie Röhl angetreten waren, die kulturelle Hegemonie[wp] der Linken in der Bundesrepublik zu brechen.

Dass Linke Lebenslügen nun sieben Jahre später in leicht veränderter Fassung wieder erscheint, hat einen konkreten Anlass: die Debatte um die Jugendsünden unseres Außenministers und um das Gewaltverständnis der Acht­und­sechziger. Es war Röhls Tochter Bettina, die diese Debatte ausgelöst hatte, und die daraufhin in vielen Medien als eine traumatisierte, von Rache­gelüsten gegen ihre Mutter, Ulrike Meinhof, geleitete Frau dargestellt wurde.

Linke Lebenslügen ist also mehr als nur eine polemische Abrechnung mit den Alt-Acht­und­sechzigern. Es ist der Versuch einer Ehrenrettung für Bettina Röhl, die ihr Vater als ein Opfer eben jener links­liberalen Meinungs­macher begreift, gegen die er bereits 1994 angeschrieben hat.

Rezension

Der Autor
Klaus Rainer Röhl, geb. 1. Dezember 1928 in Trockenhütte bei Danzig. 1955 Gründer der linken Zeitung "Studenten­kurier", die wenig später in "konkret" umbenannt wurde und eine Auflage von 200.000 Exemplaren erreichte. 1960 Übernahme der Chefredaktion durch Ulrike Meinhof, die er heiratet. Zwillings­töchter. 1968 Scheidung. 1970, nach der gewaltsamen Befreiung Andreas Baaders, erbitterter Kampf Röhls gegen den Terrorismus. 1973 schied er nach heftigen Aus­einander­setzungen aus "konkret" aus, nachdem er ein Jahr zuvor in die SPD eingetreten war. Röhl lebt als Verleger und Autor in Hamburg.
Der Inhalt
Abrechnung mit dem "utopischen Sozialismus" der 68er-Generation und den drei Nachgeburten "Drogenszene", "Terrorismus" und "radikaler Feminismus". Sieht Ulrike Meinhof nicht als Täterin, sondern als Opfer der Rote-Armee-Fraktion[wp] (RAF), insbesondere ihrer Anführer Andreas Baader und Gudrun Ensslin. Vertritt die These, daß Ulrike Meinhof 1976 in Stammheim nicht Selbstmord begangen hat, sondern von Mitgefangenen ermordet worden ist.
Beurteilung
Die Geschichte der Wandlung vom politischen Linksaußen zum konservativen Sozialdemokraten liest sich spannender als jeder Kriminalroman. Die Abrechnung mit den Praktiken der RAF ist von engagierter Gnaden­losigkeit. Sein Bericht über die Versuche, seine geschiedene Frau aus dem Teufelskreis Baaders und Ensslins zu befreien, rührt an, ebenso die Schilderung der Entführung seiner Kinder. - Ein ehrliches Buch, das jene betroffen machen sollte, die noch heute den Utopien von damals anhängen.[1]

Einzelnachweise

  1. Deutschland: Lebenslügen, Focus am 22. August 1994

Querverweise