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TENS

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Hauptseite » Technik » TENS
Ein Gerät zur erotischen Elektro­stimulation[wp] mit zwei­poliger Sonde.[1]
Anwendungsbeispiel einer Einzelelektrode und eines Fingerkontaktes.

Das englischsprachige Akronym TENS dechiffriert sich als "Transcutaneous Electrical Nerve Stimulation" (deutsch: Transkutane elektrische Nervenstimulation) und bezeichnet eine elektro­medizinische Reizstrom­therapie[wp] mit mono- oder (meist) biphasischen Rechteck­impulsen (Wechselstrom) niedriger Frequenz, 2-4 Hz (Low), oder hoher Frequenz, 80-100 Hz (High), die vor allem zur Behandlung von Schmerzen (Analgesie) und zur Muskel­stimulation (dann auch Funktionelle Elektrostimulation = FES genannt) eingesetzt wird. Die TENS-Methode wurde in den 1970er Jahren entwickelt. Experimente mit Neuro­stimulation wurden zwar schon länger durchgeführt, eine rationale Anwendung setzte aber erst mit der Kontroll­schranken­theorie[wp] der Schmerzen ein (Patrick David Wall/Bill Sweet, C. Norman Shealy[wp] u. a.).

Wirkungsweise

Über Elektroden[wp] werden die elektrischen Impulse auf die Hautoberfläche übertragen. Gewöhnlich werden Frequenzen zwischen 1 und 100 Hz verwendet. Die Elektroden werden dabei in der Nähe der schmerzenden Stellen platziert. Der Reiz selbst ist nicht schmerzhaft. Allenfalls ist ein Kribbeln auf der Haut zu spüren. Bei Reizung mit "high" wird direkt über dem schmerzhaften Gebiet oder dem Nerv, der dieses Hautgebiet versorgt, (Dermatom[wp]) gereizt. Die Reizung mit "low" ist zu wählen, wenn die Nachwirkung von "high" nicht lange genug ist.

Ziel dieser Therapie ist es, sogenannte afferente Nervenbahnen (Reizbahnen des Zentralen Nervensystems von der Peripherie zum Gehirn, also der Schmerzleitung dienende, sensible Nervenbahnen) so zu beeinflussen, dass die Schmerz­weiter­leitung zum Gehirn verringert oder verhindert wird. Die Schmerzschwelle[wp] soll durch die TENS heraufgesetzt werden. Dabei geht man entsprechend der Gate-Control-Hypothese[wp] davon aus, dass zum einen körpereigene Hemm­mechanismen für die Schmerzfasern im Rückenmark aktiviert werden, indem afferente, rasch leitende A-delta-Fasern gereizt werden. Zum anderen sollen absteigende hemmende Nervenbahnen angeregt und die Endorphin­freisetzung gesteigert werden. Eine Sonderform ist die frequenz­modulierte elektro­magnetische Nerven­stimulation (FREMS).

In Deutschland ist die TENS-Therapie bei einigen Schmerzformen eine anerkannte Kassenleistung. Die Kosten für die Miete eines Therapiegeräts und in Einzelfällen auch für die Anschaffung werden von der Krankenkasse erstattet.

Wirksamkeit

Die Wirksamkeit von TENS wird kontrovers diskutiert. Es gibt sowohl Studien, die eine Wirksamkeit gegenüber einer Placebo[wp]-Behandlung belegen, als auch Studien, die keinen Vorteil für TENS zeigen konnten. Zu einer abschließenden Beurteilung der Wirksamkeit liegen keine ausreichenden Daten aus Studien vor.[2][3][4]

Kontraindikationen und Sicherheit

Bei Schrittmacherträgern, psychogenen Syndromen, zentralen Syndromen (Thalamussyndrome) oder anästhesierenden Gebieten ist die Anwendung nicht geeignet.

Die Klebeelektroden dürfen nicht auf Hautentzündungen sowie auf offenen Wunden und frischen Narben aufgeklebt werden. Außerdem auch nicht auf Augen und Mund, auf den vorderen Hals, die Herzgegend, Genitalien, Schläfen und Finger.[5]

Außerdem sollte darauf geachtet werden, dass Patienten mit Epilepsie auf die Behandlung verzichten. Ebenfalls sollte von einer Benutzung abgesehen werden, wenn ein Herzschrittmacher getragen wird oder eine Schwangerschaft besteht. Auch bei entzündeten Gelenken und Organen sollte auf diese Art der Therapie verzichtet werden. Bei Krebserkrankungen ist eine sichere Anwendung nicht erwiesen.

Sonstige Anwendungsfelder

TENS-Geräte werden unter anderem im BDSM-Bereich im Rahmen der erotischen Elektro­stimulation[wp] eingesetzt.[6] Im Schmerzspiel geht es um Schmerzerotik und Lustschmerz.

Literatur

  • B. Kolster, G. Ebelt-Paprotny: Leitfaden Physiotherapie. ISBN 3-437-45160-X.
  • Knauth, Reiners, Huhn, Physiotherapeutisches Rezeptierbuch. ISBN 3-7985-0699-X.


E-STim - TENS-Einheit mit analen und vaginalen Elektroden[7]

TENS (Transkutaner Elektrischer Nervenstimulator) gilt als eine Methode zur Schmerzlinderung und hat eine große Anhängerschaft bei der Geburtshilfe, insbesondere bei der Wehenhilfe. Es gibt einen zweiten Markt für TENS-Geräte in der BDSM-Szene, wo die Geräte für erotische Spiele mit elektrischer Stimulation verwendet werden.

Die Elektroden können an einem Analstöpsel oder Dildo befestigt werden, um eine interne Stimulation zu ermöglichen.

Es sollte darauf geachtet werden, dass der Strom nicht über den Brustkorb fließt, da er das Herz beeinträchtigen kann; Menschen mit Herzproblemen oder Herzschritt­machern[wp] sowie schwangere Frauen sollten die Geräte nicht benutzen.[8]

Einzelnachweise

  1. WikipediaBild - E-stim.jpg (GFDL)
  2. K.E. Nnoaham, J. Kumbang: Transcutaneous electrical nerve stimulation (TENS) for chronic pain. In: Cochrane Database Syst Rev. 2008 Jul 16;(3):CD003222. Review. PMID 18646088
  3. A. Khadilkar, D.O. Odebiyi, L. Brosseau, G.A. Wells: Transcutaneous electrical nerve stimulation (TENS) versus placebo for chronic low-back pain. Cochrane Database Syst Rev. 2008 Oct 8;(4):CD003008. Review. PMID 18843638
  4. L. Brosseau: Efficacy of the Transcutaneous Electrical Nerve Stimulation for the Treatment of Chronic Low Back Pain: A Meta-Analysis. Spine. 27(6):596–603, März 2002
  5. Bedienungsanleitung zum Gerät Tem-250 der Dittmann GmbH (2015), S. 9 (PDF)
  6. vgl. Arne Hoffmann: Das Lexikon des Sadomasochismus. Der Inside-Führer zur dunklen Erotik: Praktiken und Instrumente, Personen und Institutionen, Literatur und Film, Politik und Philosophie. Schwarzkopf & Schwarzkopf, 2000, ISBN 3-89602-290-3, S. 100.
  7. WipipediaBild - E-stim.jpg ("E-Stim TENS unit with anal and vaginal electrodes." - Photographed by Balzac and released under the GNU Free Documentation License)
  8. WipipediaTENS

Querverweise

Gesundheitshinweis Dieser Artikel behandelt ein Gesundheitsthema. Er dient nicht der Selbstdiagnose und ersetzt keine Arztdiagnose. Bitte hierzu den Hinweis zu Gesundheitsthemen beachten!
Dieser Artikel basiert auszugsweise auf dem Artikel Transkutane elektrische Nervenstimulation (13. November 2021‎) aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. Der Wikipedia-Artikel steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported (CC BY-SA 3.0). In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar, die vor Übernahme in WikiMANNia am Text mitgearbeitet haben.
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel TENS aus der freien Enzyklopädie Wipipedia. Der Wipipedia-Artikel steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation.