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Bildungssystem

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Kostenlose Bildung und Moral

Ein Gymnasiallehrer beschreibt in seinem im Selbstverlag herausgegebenen Buch die Alltagsmisere in den deutschen Bildungseinrichtungen, allen voran die Agonie des Gymnasiums. Seine Beobachtungen sind korrekt, seine Analysen scharfsinnig - allerdings quillt aus allen "Poren" des dicken Wälzers der unverdaute und wunderliche Ärger über die Zustände. Der Autor beschreibt sie so: Erstens "Ungezogenheit" und "Dummheit" auf seiten der Schüler. Zweitens "Unverschämtheit" und "Drohgebärden" auf seiten der Eltern. Drittens "Feigheit", "Arglist" und "Intrigenspiel" bei Kollegenschaft und Schulleitung. Dieser Lehrer hat sich den persönlichen Berufsärger in einem Schwulst erbitterter Anklagen von der gequälten Seele geschrieben, was als therapeutische Maßnahme an sich recht sinnvoll ist.

Der empfindsame Leser verspürt bei der Lektüre förmlich das verwunderte Dauer­kopf­schütteln des Autors, welcher nicht fassen kann, wie Menschen derart "nieder­trächtig" handeln können, wie sie es unter gewissen Umständen nun einmal tun! [...] Dieser Lehrer versteht nicht, daß Eltern das "kostenlose" Schulsystem und seine Vertreter nicht ernst­nehmen können und es daher für eigen­nützige Zwecke manipulieren. Dieser Lehrer erwartet allen Ernstes, dass Schüler für leistungs­entkoppelte, inflationierte Zensuren auch noch lernen!

Dem Gymnasiallehrer scheint der Gedankengang fremd zu sein, daß sich ein staats­mono­polistisches, plan­wirtschaftlich nach sozialistischen Denkmustern geprägtes Schulsystem gar nicht anders entwickeln kann als in die so heftig beklagte Richtung. Eltern und Schüler, die in diesem Chancen­um­verteilungs­system bestehen wollen, müssen sich genau der Werkzeuge bedienen, die sich in einem solchen System als erfolgreich erweisen: Tricks, Lügen, Einschüchterung, Überredung, Drohung, Bestechung, Sophistik, Verleumdung, Denunzierung und was die Waffenkiste sonst noch an Streitwerk­zeugen hergibt. Wie sonst soll man sich verhalten, wenn persönliche Leistung und Könner­schaft als Kriterium für die Zulassung zu gesellschaftlichem Aufstieg außer Kraft gesetzt sind?

[... Man muss] zugreifen [...] soll der geplante gesellschaftliche Aufstieg [...] gelingen. So bedrückend und ärgerlich die Realität auch sein mag: die Ursache dafür ist nicht in einem vermuteten Anschwellen menschlicher Bosheit zu suchen, sondern in der Tatsache, dass das Gesetz der Auslese durch Leistung ersetzt wurde durch die wertende Willkür[wp] eines anonymen Verwaltungs­apparats. In diesem Umfeld gewinnt eben nicht der Fleißige und in der Sache Tüchtige, sondern der seine persönlichen Anliegen dreist und rücksichtslos Erzwingende. Längst sind die haltgebenden, organisch gewachsenen, vertikalen Leistungs­hierarchien einer horizontalen Verwaltung gewichen, längst sind Sachkompetenz und persönliches Engagement nur noch hinderlich für die berufliche Karriere.[1]

Staatliche Indoktrinierungsanstalten des Zeitgeistes

Die Schule soll die Kinder zur Achtung der Menschenwürde und fremden Lebens erziehen. Aber wie ist es in der Praxis um diesen frommen Wunsch bestellt? Sowohl in den Lehranstalten, die vielfach diesen Namen überhaupt nicht mehr verdienen, sondern eher zu Indoktrinierungs­anstalten für abgetakelte Alt-68er, geifernde Multikulti-Fetischisten und frustrierte Feministinnen verkommen sind, als auch in der (Katholischen) Amtskirche weht der schneidende Wind des Zeitgeistes.[2]

Überakademisierung

Zitat:

«[Harald Lesch[wp] spricht] zum Ende hin[3] [...] über die Über-Akademisierung, und dass es für viele besser wäre, sie würden einen handwerklichen Beruf ergreifen. Weil wir dringend gute Handwerker bräuchten. Wir hätten stattdessen viel zu viele "Sozialforscher", Geistes- und Sozialwissenschaftler, aber zu wenig Leute, die Hand anlegen.

Und jetzt denkt mal an dieses aktuell hochkochende Diskussion über Digitalisierung und bedingungsloses Grundeinkommen.

Wir haben hier massenweise Idioten produziert, die nichts können und nichts machen, und die ihre tätigkeits­lose Vollversorgung (natürlich durch andere) zum Grundprinzip machen wollen. In vielen Gegenden von Deutschland sieht's aus wie Sau, vieles marode, wir müssten in diesem Land soviel reparieren, sauber­machen, aufräumen, Berlin ist eine einzige Müllhalde, und die Idioten fordern allen Ernstes ein "bedingungs­loses Grundeinkommen", um sich der Muße zu widmen.

Das ist nichts anderes als die Ernährung ganzer Bataillone von zur völligen Unfähigkeit kaputt akademisierten Idioten, während wir gleichzeitig Arbeiter­mangel und jede Menge unerledigte Arbeit haben.» - Hadmut Danisch[4]

Niveauverlust und Verfall der Schulausbildung

Zitat:

«Jegliche Anforderungen und Leistungs­maßstäbe werden abgeschafft, Schul­abschlüsse gratis an alle vergeben. Leute vom Handwerk abgezogen und mit Gewalt in die Universitäten geschoben.

Auch zur Tarnung einer generellen Verblödung, eines intellektuellen Absinkens der Bevölkerung.

Dann geht's weiter mit anforderungs­losem Studium und anforderungs­losen Jobs im öffentlichen Bereich. Und weil das noch nicht reicht demnächst noch bedingungsloses Grundeinkommen.

Und die Leute bilden sich dann ein, sie hätten Abitur, Master, Doktor und halten sich für Akademiker.

Und so produziert man Quotenfrauen, Geisteswissenschaftler, Sozioidioten, alle mit Abschluss, aber alle unfähig und fehl am Platz, die dann Politiker, Journalisten und sowas werden und dort entsprechenden Unfug verzapfen.» - Hadmut Danisch[5]

Einzelnachweise

  1. Karin Pfeiffer-Stolz[nw]: Des Zornes und der Empörung Wellen, Freie Welt am 26. Oktober 2011
  2. Martin Pfeiffer: Jagd auf Lebensschützer: Für linke Politiker und Feministinnen ist die Tötung Ungeborener ein Menschenrecht, ZurZeit Nr. 14-15, 6.-19. April 2007
  3. Youtube-logo.png Harald Lesch über unser absurdes Bildungssystem - Harald Lesch[wp] (5. Februar 2016) (Länge: 5:36 Min.)
  4. Hadmut Danisch: Über unser absurdes Bildungssystem und die Vergeisteswissenschaftlichung, Ansichten eines Informatikers am 5. Juni 2016
  5. Hadmut Danisch: Schwierigkeitsgrad streng monoton fallend, Ansichten eines Informatikers am 6. Juni 2016

Querverweise