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Erich Vad
| Erich Vad | |
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| Geboren | 2. Januar 1957 |
| Beruf | Soldat |
Erich Emmerich Hugo Vad (* 1957) ist ein deutscher Brigadegeneral a. D. der Bundeswehr, Unternehmensberater, Publizist und Universitätsdozent. Bei seinem letzten dienstlichen Einsatz fungierte Vad von 2006 bis 2013 als Gruppenleiter im Bundeskanzleramt, Sekretär des Bundessicherheitsrates[wp] und militärpolitischer Berater der damaligen Bundeskanzlerin Angela Merkel.
Standpunkte
Seine Einschätzungen bezüglich des Ukraine-Krieges lösen Kontroversen aus.
| Zitat: | «Ich bin grundsätzlich für Wehrhaftigkeit und ich bin grundsätzlich dafür, dass Bürger eben auch Waffendienst leisten. Ich habe beruflich viel in der Schweiz zu tun und wir haben hier das Milizsystem[wp] und da ist es ein No-Go[wp], wenn du nicht bei den Streitkräften warst. Aber jeder Schweizer Soldat weiß, es geht dabei um das eigene Land und deswegen ist die Wehrmotivation auch entsprechend hoch.
Wenn Sie sich das in Deutschland anschauen: Wir hatten mal einen Verteidigungsminister Struck[wp] - den ich sonst für einen guten Verteidigungsminister gehalten habe -, der mal gesagt hat, Deutschland werde am Hindukusch verteidigt.[1] Dann später in Mali.[2] Jetzt soll Deutschland nach dieser Doktrin angeblich am Dnepr[wp] verteidigt werden. Manche sagen im Indopazifik[wp] müssen wir auch ... Wenn sie so daran gehen und diesen Verteidigungsauftrag Deutschlands[ext], den wir nach der Verfassung haben, so weit fassen, dass sie gar nicht mehr wissen, wo und wozu überhaupt deutsche Soldaten kämpfen - und das ist nur mittelbar oder vielleicht sogar kontraindiziert, was die Sicherheit von Deutschland anbelangt - dann wundert es mich nicht, dass wir keine Wehrbereitschaft haben, und dass junge Menschen das hinterfragen oder Eltern sagen, meinen Sohn soll das nicht machen. Ich kann das nachvollziehen, auch als Vater von drei Kindern. Ich habe damit selber ein Problem. Wenn Sie diese ganze Genese und Ursachen-Wirkungskette des Ukraine-Krieges sehen und unsere Politik und Umgang dabei, und die Mechanismen, die da in Gang sind. Ich täte mich auch sehr schwer damit. Ich kann deswegen die Bedenken auch verstehen. Auch das ist kontraproduktiv. Und dann natürlich die Doppelmoral auf der ganzen Linie. Also gerade diejenigen, ich denke vor allen Dingen politisch eher an das linksgrüne Lager, die mit Militär nie was zu tun hatten, das sind heute die größten Bellizisten[wp] und oft waren sie haben sie selber nie eine Kaserne von innen gesehen, haben keinen Wehrdienst geleistet, haben nie mit einer Waffe Umgang gehabt. Vielleicht hätte ihnen das gut getan, wenn sie das erlebt hätten, was man mit Militär und militärischem Instrument machen kann. Aber nein. Und dann gehen sie auch selber nicht an die Front. Neulich wieder hat mich so dieser ehemalige ukrainische Botschafter Melnyk[wp] massiv angegriffen. Ja, da lässt sich gut angreifen, wenn man in einer Villa im Grunewald sitzt und der eigene Sohn auch nicht an der Front ist, sondern studiert. Das ist Doppelmoral und zwar der feinsten Größe. Und da müssen wir auch raus. Also, wenn es um unser Land geht, dann sind alle gefordert und das kann man nicht delegieren. Aber ich bin grundsätzlich als Deutscher dafür, es ist auch gut, dass wir eine Bundeswehr haben und dass wir Männer und Frauen haben, die dort dienen und wir müssen diese Männer und Frauen aber auch beschützen in der Art, dass wir sie nicht durch eine unverantwortliche Politik letztlich in einen Krieg hineinbringen. Und ich kann mich noch gut erinnern, in meiner Zeit im Kanzleramt, Helmut Schmidt hat mal an einem Gelöbnis[wp], an dem ersten Gelöbnis von dem Reichstag[wp] teilgenommen. Ich war damals mit der Kanzlerin dabei, ich glaube das war 2007, also war schon sehr alt und betagt, aber er hat an einer Stelle seiner Rede gesagt und das hat mich tief beeindruckt, er hat gesagt: "Ich bin als Rekrut auch vereidigt worden und wir sind missbraucht worden. Ich verspreche Ihnen, wir werden euch nicht missbrauchen." Ich habe damals die Tragweite dieser Aussage gar nicht so verstanden. Heute verstehe ich, was er meinte. Und er hatte auch an anderer Stelle mal gesagt, wir sind und bleiben eine gefährdete Nation.[anm 1] Ich habe immer gesagt, mein Gott noch mal, ist das nicht übertrieben? Wir haben aus unserer Geschichte doch gelernt und wir sind doch weit entfernt davon, gefährdet zu sein. Nein, wir sind eine massiv gefährdete Nation. Das ist mir klar geworden, weil ich ... und das sind auch Dinge, die mir nicht gefallen. Auch dieser ... früher hatte man einen blinden Gehorsam, diesen Militarismus im Kaiserreich und dann dieses Mitläufertum im Dritten Reich, diese Mentalität. Wir finden das zwar nicht in Ordnung, aber wir machen einfach mit. Und wir haben heute auch so einen ... also ist jedenfalls aus meiner Sicht habe ich so das Gefühl, wir machen einfach was mit, was wir eigentlich gar nicht wollen und machen auch nichts dagegen. Dieser Fatalismus und auch diese Bereitschaft, sich unterzuordnen gegenüber einer Mainstream-Meinung, dieses Fehlen von Widerstand einfach, dass man sagt, hier wollen wir nicht mehr mit und das auch zu artikulieren. Das fehlt in Deutschland. Das erinnert mich so an Heinrich Manns[wp] Roman "Der Untertan"[wp][anm 2] in der Neuauflage. Ich höre das auch aus dem Bekannten und Freundeskreis: Ich wähle die und die Partei, aber das sage ich nicht meinem Nachbarn. Ich bin gegen diesen Ukrainekrieg und was man da macht, aber wenn ich das sage, verliere ich meinen Job. Das ist eine Mentalität, wie wir es in der Spätzeit der DDR hatten. Und das finde ich hochproblematisch, dass wir das nicht frei ausdiskutieren, und dass wir das nicht debattieren. Es findet ja gar keine Debatte mehr statt.»[3] |
Gespräche
"Putin wartet nicht mehr" - Ex-General warnt eindringlich - mym by Simo (31. August 2026) (Länge: 17:43 Min.)
Ex-Merkel-Berater warnt: Deutschland steht vor einer Katastrophe! - HKCM (23. August 2026) (Länge: 41:10 Min.)
- Brigadegeneral a. D. Dr. Erich Vad warnt eindringlich vor einer weiteren Eskalation des Ukraine-Krieges und der Gefahr, dass Deutschland und Europa selbst in einen Krieg mit Russland hineingezogen werden. Im Gespräch mit Philip Hopf erklärt der ehemalige militärpolitische Berater Angela Merkels, warum er die militärische Lage der Ukraine äußerst kritisch einschätzt und einen Krieg gegen Russland für eine „suizidale“ Option hält. Außerdem sprechen die beiden über mögliche Nuklearwaffeneinsätze, den Drohnenvorfall in Leipzig, die Rolle der USA sowie den Konflikt mit dem Iran. Vad fordert eine Rückkehr zu Diplomatie und politischem Dialog – bevor eine Eskalation entsteht, die sich nicht mehr kontrollieren lässt.
Putin wird reagieren: Was Deutschland jetzt droht! Ex-General Erich Vad warnt - Balthasar Becker (6. August 2026) (Länge: 51:52 Min.)
- Eskalationsgefahr, NATO-Bündnisfall, Putins nächster Schritt - Brigadegeneral a.D. Erich Vad, sieben Jahre militärpolitischer Berater von Angela Merkel im Bundeskanzleramt, spricht im Klartext über die Mechanismen, die Europa gerade in einen Krieg treiben könnten.
- Erich Vad war 2008 in Bukarest dabei, als der Westen über die NATO-Mitgliedschaft der Ukraine entschied - und er erklärt, warum Merkel damals Nein sagte und was diese Entscheidung heute bedeutet. Als "Putin-Versteher" beschimpft, aber mit tiefem Insider-Wissen aus dem Sicherheitsapparat, ordnet er ein, was in den Talkshows nicht gefragt wird: Wie realistisch ist eine militärische Eskalation mit Russland? Was ist Putins nächste Eskalationsstufe? Und warum, glaubt Vad, hätte es diesen Krieg unter Merkel nicht gegeben?
- Wir sprechen über den NATO-Bündnisfall nach Artikel 4/5, die historische Vorgeschichte der NATO-Osterweiterung, die Parallele zur Kuba-Krise[wp] und der Monroe-Doktrin[wp], die Frage, ob europäische Politiker diesen Krieg brauchen, um von eigenen Problemen abzulenken – und was das für die junge Generation in Deutschland bedeutet, wenn es um Wehrpflicht und Landesverteidigung geht.
- KAPITEL:
- 01:06 – Wer ist Erich Vad? Sieben Jahre an Merkels Seite
- 01:59 – Begrüßung
- 02:04 – Ist eine militärische Eskalation mit Russland noch zu vermeiden?
- 08:41 – Putins nächste Eskalationsstufe - was steht auf dem Tisch?
- 16:38 – 500 Jahre Geschichte: War dieser Krieg provoziert?
- 19:10 – Brauchen Europas Politiker diesen Krieg, um an der Macht zu bleiben?
- 23:24 – Wandel durch Annäherung: Lehren von Brandt, Bahr und Adenauer[wp]
- 27:46 – Was müsste Friedrich Merz jetzt konkret tun?
- 30:16 – Rückblende: Bukarest 2008 – Merkels Nein zur NATO-Osterweiterung
- 34:02 – Die Kernthese: Kasus Belli und die Monroe-Doktrin[wp]-Analogie
- 41:58 – Wehrpflicht-Debatte: Rat an die junge Generation
- 46:19 – Doppelmoral, Fatalismus und der fehlende Mut zur Wahrheit
- 51:41 – Verabschiedung und Buchempfehlung
Trump, Blitzkrieger oder Blindflieger? Erich Vad über den Iran und Neutralität für Deutschland - Die Weltwoche (16. März 2026) (Länge: 46:32 Min.)
«Wir füttern eine Blutmühle»: Klaus von Dohnanyi und Erich Vad über den Ukraine-Krieg und Europa - Die Weltwoche (9. Juni 2026) (Länge: 1:37:45)
„Deutschlands Kriegskurs krachend gescheitert“ - Punkt.PRERADOVIC mit Dr. Erich Vad (22. August 2025) (Länge: 46:08 Min.)
- "Deutschlands Kriegskurs ist krachend gescheitert", sagt der ehemalige Brigadegeneral und Merkel-Berater Dr. Erich Vad. Er begrüßt die diplomatische Offensive von Donald Trump in Sachen Ukraine und rät Deutschland und Europa, diesem Kurs zu folgen. "Es bleibt uns eh nichts anderes übrig, nie waren wir so abhängig von den USA wie jetzt", so der Mitautor des Buches "Krieg oder Frieden - Deutschland vor der Entscheidung". Ein Gespräch über die Unmöglichkeit deutscher Friedenssoldaten in der Ukraine, die unsinnige Behauptung, Putin wolle die ganze Ukraine einnehmen, die Aussichtslosigkeit des Krieges und darüber, dass der NATO-Beitritt der Ukraine jetzt endgültig vom Tisch ist.
Anmerkungen
- ↑ Den Satz "Wir bleiben eine gefährdete Nation" hat der ehemalige Bundeskanzler Helmut Schmidt in seinem Buch Außer Dienst sowie in mehreren Interviews geprägt.
- ↑ Der Roman Der Untertan beschreibt Diederich Heßling als ein Beispiel für einen obrigkeitshörigen Feigling in der Gesellschaft des deutschen Kaiserreichs. Heßling ist ein Mitläufer und Konformist ohne Zivilcourage. Heinrich Mann erzählt mit ironischer Distanz Heßlings Lebensgeschichte von dessen Kindheit bis hin zur Sicherung seiner Stellung in der wilhelminischen Gesellschaft. Er wird dargestellt als unsicherer junger Mann, Student, Mitglied einer schlagenden Studentenverbindung, Stammtischagitator, Fabrikbesitzer, Kontrahent des Proletariats, Beherrscher der Familie, lokalpolitischer Intrigant und Verehrer des deutschen Kaisers Wilhelm II. An einer Kette solcher Episoden, denen Zitate aus Kaiserreden als Leitfaden dienen, wird Heßlings Aufstieg zu Einfluss und Macht dargestellt, wobei sich seine Persönlichkeit einerseits als Tyrann gegen Schwächere auslebt, andererseits als Untertan, der sich freudig höheren politischen Gewalten unterordnet.
Einzelnachweise
- ↑ Rede des Bundesministers der Verteidigung, Dr. Peter Struck, zur Fortsetzung der Beteiligung bewaffneter deutscher Streitkräfte an dem Einsatz einer Internationalen Sicherheitsunterstützungstruppe in Afghanistan vor dem Deutschen Bundestag am 20. Dezember 2002 in Berlin, bundesregierung.de
- ↑ Linken-Politiker Neu: "Die Bundeswehr muss nicht unbedingt in Mali sein", Deutschlandfunk am 27. Juli 2017 (Alexander Neu im Gespräch mit Christine Heuer)
- Anreißer: Die Sicherheit Deutschlands würde nicht durch den Bundeswehreinsatz in Mali[wp] verteidigt, sagte Linken-Politiker Alexander Neu im Dlf. Das sei "eine Interessenspolitik und Partnerschaftspolitik gegenüber Frankreich". Der Kampf gegen Islamisten in Mali habe sich als relativ erfolglos erwiesen. Es sei eher mehr Terrorismus produziert worden.
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Putin wird reagieren: Was Deutschland jetzt droht! Ex-General Erich Vad warnt - Balthasar Becker (6. August 2026) (Länge: 44:42-49:46 Min.)
Netzverweise
- Webpräsenz: erichvad-consulting.de
- Wikipedia führt einen Artikel über Erich Vad
