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Feminismus basiert auf der Verschwörungstheorie, Männer auf der gesamten Welt hätten sich kollektiv gegen die Weiber verschworen, um sie zu unterdrücken, zu schlagen, zu vergewaltigen und auszubeuten. Feministinnen bekämpfen Ehe und Familie, weil die bürgerliche Familie das Feindbild ist. Frauen werden kollektiv als Opfer inszeniert und Männer als Täter denunziert. So manifestiert sich ein Ressentiment gegen alles Männliche bis hin zum offenen Männerhass. Dies bewirkt eine tiefgreifende Spaltung der Gesellschaft, die es zu überwinden gilt.

Cigdem Toprak

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Hauptseite » Personen-Portal » Cigdem Toprak

Cigdem Toprak
Geboren 1987
Beruf Journalist
URL cigdemtoprak.de
Twitter @Cigdem_Toprak

Cigdem Toprak (* 1987) ist eine türkische Journalistin und Autorin in Deutschland. Sie bloggt über Kultur, Politik und Gesellschaft in der Türkei und Deutschland, insbesondere über Integration, Minderheiten­politik und Frauenrechte.[1]

Cigdem Toprak lebt in Frankfurt und Istanbul. Die Tochter türkischer Gastarbeiter hat in Darmstadt Politik­wissen­schaften studiert.[2]

Cigdem Toprak ist Politikwissenschaftlerin und freie Journalistin. Nach 26 Jahren flüchtete sie vor ihrer Identitäts­krise aus Deutschland in eine neue in der Türkei. Als Journalistin lebte sie in Istanbul gefährlich und außer­gewöhnlich. So rannte sie während der Gezi-Park-Proteste[wp] vor Tränengas und Polizisten weg, nach ihrem Interview mit dem türkischen Oppositions­führer Kılıçdaroğlu[wp] durfte sie einen Schokoriegel aus dem Süßigkeiten­gläschen nehmen und wurde zuletzt auf einer Modegala von einem It- und Society-Girl und der Freundin eines bekannten Schauspielers weg­geschubst. Heute schreibt sie aus Deutschland.[3]

Cigdem Toprak ist eine in Deutschland geborene Journalistin und Autorin mit anatolischen Wurzeln. Sie studierte Politik­wissenschaft in Deutschland sowie Konflikt­lösungs­studien an der Sabanci-Universität Istanbul, absolvierte ihr MA-Programm für Konflikt­lösung in geteilten Gesellschaften am King's College London und ist jetzt Doktorandin an der Ludwig-Maximilians-Universität München.[4]

Artikel

Zitat

Auf den Seiten der "Welt" bricht die Journalistin Cigdem Toprak eine Lanze für eine der am meisten verunglimpften Gruppen unserer Zeit:
Zitat:

«Die Stimmen in sozialen Medien über "alte weiße Männer" werden immer lauter. Es ist "in", Menschen aufgrund ihres Geschlechts, ihrer Herkunft und ihres Alters kategorisch als eine Gefahr für Diversität und Feminismus zu sehen. Verkannt wird die größte Gefahr für unsere Gesellschaft: die Verletzung der Menschenwürde durch derartige Kategorisierungen und Annahmen.»[8]

Zwar sei es sinnvoll, Personen zu kritisieren, die ihre Macht missbrauchen, und Strukturen, die Minderheiten schaden.

Zitat:

«Gleichwohl dürfen wir nicht zulassen, dass wir Menschenrechte abwerten, weil wir marginale Personenkreise aufwerten möchten: In jedem einzelnen alten weißen Mann eine Gefahr für die Gleichberechtigung der Frauen und der Gleichbehandlung von Menschen anderer Herkunft zu sehen gleicht dem Verhalten jener, die meinen, alle Muslime seien Terroristen.

Diese Identitätspolitik schafft eine neue Hierarchie: Die Meinung einer jungen Frau wird über die eines alten Mannes gestellt, dem Idealbild der neuen Mächtigen aber entspricht eine junge Frau mit nicht deutschen Wurzeln. Die Anhänger einer solchen Identitäts­politik verstoßen gegen aufklärerische Prinzipien, gegen den Universalismus[wp]. Stattdessen sollen partikulare Interessen unser Gemeinwesen dominieren. Damit wird das Ziel aufgegeben, dass unser Grundgesetz auch umgesetzt wird: Menschen unabhängig von ihrer Herkunft, ihrem Geschlecht und ihrer Religion müssen gleichbehandelt werden, ihre Würde ist zu schützen.

(...) Gender Studies und Rassismus­forschung können uns alle sensibilisieren und uns Werkzeuge mitgeben, mit denen wir Diskriminierung erkennen, aber sie dürfen nicht unser rationales Denken, unser universalistisches Fühlen, unser Empathie­vermögen ersetzen.

Während meiner Arbeit an einem wissenschaftlichen Institut, das sich mit Gender- und Rassismus­fragen beschäftigt, wurde ich von jenen, die ständig von anti­muslimischem Rassismus schrien, die alles und jeden gendern wollten, die white supremacy kritisierten, genauso schlecht behandelt wie früher von unseren rassistischen Nachbarn, die meine Eltern dafür hassten, dass sie zu ihren Nachbarn geworden waren. Die Menschen an diesem Institut begannen, mich schlecht zu behandeln, als sie merkten, dass ich selbstständig denke, mich nicht an Ideologien hänge. Dass ich selbst bestimmen möchte, wann ich von Diskriminierung betroffen bin und wann nicht. Als ich nicht mehr Opfer sein wollte, wurde ich zum Opfer gemacht - woraufhin ich kündigte.»[8]

Auch wenn sie sich dagegen wehre, wenn sie und und ihre Familie aufgrund ihrer migrantischen Herkunft benachteiligt würden, so Topcu, wolle sie dadurch nicht blind für die Diskriminierungen werden, die andere Menschen treffen: "seien es Schwarze, seien es Deutsche deutscher Herkunft."

Zitat:

«Nicht Herkunft, Alter oder gesellschaftliche Stellung bestimmen die Weltsicht, sondern Weltzugang, Offenheit, Neugier, Selbst­reflexion. Kriterien, die nicht nur weißen alten Männern, sondern auch jungen Frauen mit Migrationshintergrund fehlen können.»[8]

An der unter manchen linken Ideologen derzeit so beliebten "critical whiteness" stört Topcu, dass sie, statt zu sozialer Gerechtigkeit zu führen, die Annahme verstärke, dass es manche Menschen aufgrund ihrer Herkunft weiter bringen würden als andere:

Zitat:

«Als ein Journalistenkollege, der sich politisch links positioniert, mir sagte, er wisse, dass er privilegiert sei, weil er männlich, weiß und heterosexuell sei, habe ich mich durch diese Aussage degradiert gefühlt. Sie schwächen mein Selbst­bewusstsein und Selbst­verständnis. Denn das Leben ist etwas komplizierter als die einfachen Kriterien Alter, Herkunft und Geschlecht. (...) Natürlich musste ich viel kämpfen, das wäre aber auch im Heimatland meiner Familie nicht anders gewesen. Es ist nicht mein Zorn, der mich so weit gebracht hat, sondern mein Verstand, meine Geduld und die Solidarität all jener, unabhängig von ihrer Herkunft, die an mich geglaubt haben. Darunter waren auch viele Lehrer, Professoren, Kollegen, Ressortleiter und Chefs. Alte weiße Männer.»[8]

Ich bin gespannt, ob es irgendwelche Reaktionen es auf diesen Artikel geben wird. Cigdem Toprak ist erst die zweite Stimme in den Leitmedien, die sich dezidiert gegen den aktuell wütenden rassistischen Sexismus ausspricht. Die erste war im vergangenen Sommer Filipp Piatov[ext] gewesen, worauf etwa Boris Rosenkranz[ext] sich im Blog Übermedien mit einer über­geschnappten Polemik ("irrwitzig", "unglaublich") ereifert hatte. Es würde mich nicht wundern, wenn es diesmal ruhig bleibt, nachdem die Kritik diesmal von einer anatolisch­stämmigen jungen Frau vorgebracht wird. Verfechtern der Identitäts­politik ist es nun einmal immens wichtig, von wem ein bestimmter Einwand vorgebracht wird.
- Genderama[5]

Einzelnachweise

  1. Die Achse des Guten: Cigdem Toprak, abgerufen am 25. April 2019
  2. EMMA: Cigdem Toprak, abgerufen am 25. April 2019
  3. Amy&Pink: Cigdem Toprak, abgerufen am 25. April 2019
  4. Die Welt: Cigdem Toprak, abgerufen am 25. April 2019
  5. 5,0 5,1 Genderama: Cigdem Toprak: "Danke, alter weißer Mann!" - News vom 24. April 2019
  6. Eine Antwort aus der AfD von Prof. Dr. Jörg Meuthen auf Facebook am 7. März 2018
  7. Kopie im AfD-Forum: Offener Brief von Prof. Dr. Jörg Meuthen an Cigdem Toprak;
    Eine weitere Kopie: Meuthen schreibt offenen Brief... "die Welt" traut sich nicht, diesen zu veröffentlichen, JournalistenWatch am 7. März 2018 (Professor Dr. Jörg Meuthen von der AfD wendet sich in einem offenen Brief an die Autorin Cigdem Toprak.)
  8. 8,0 8,1 8,2 8,3 Cigdem Toprak: Danke, alter weißer Mann!, Welt Online am 23. April 2019

Netzverweise