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Johari-Fenster

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Hauptseite » Wissenschaft » Psychologie » Sozialpsychologie » Johari-Fenster


Das Johari-Fenster
(Darstellung und Bezeichnung der Felder weichen je nach Literatur ab)

Das Johari-Fenster beschreibt den Zusammenhang von Fremd-[wp] und Selbstbild[wp], und von bewussten und unbewussten Anteilen dieser Bilder. Entwickelt wurde das Johari-Fenster 1955 von den amerikanischen Sozial­psychologen Joseph Luft (1916-2014) und Harrington Ingham (1916-1995). Die Vornamen dieser beiden wurden für die Namens­gebung heran­gezogen. Mit Hilfe des Johari-Fensters wird vor allem der so genannte "blinde Fleck" im Selbstbild eines Menschen illustriert.

Anwendung

In der gruppendynamischen Arbeit spielt das Johari-Fenster seit den 1960er, 1970er Jahren eine bedeutsame Rolle zur Demonstration der Unterschiede zwischen Fremd- und Selbstwahrnehmung[wp] und gehört zum Standard­repertoire gruppen­dynamischer Modelle und Verfahren. Systematisch gehört es zur differentiellen und Persönlichkeits­psychologie, zu den Abwehrmechanismen[wp], zur Sozial­psychologie und zur Gruppen­dynamik.

Mit "Awareness-Übungen" wird Achtsamkeit trainiert, um vorher unbewusste Erwartungen Dritter zu erkennen, und mit Kommunikations­übungen wird trainiert, eigene und fremde Bilder und Erwartungen gegenseitig abzustimmen.

Die vier Felder des Johari-Fensters

Das Eisberg-Modell[wp]
  1. Öffentlich: Öffentlich ist alles, was ein Mensch von sich preisgibt, was also ihm selbst und anderen bekannt ist, mit anderen Worten: die Anteile der Persönlichkeit, die nach außen sichtbar gemacht und von anderen wahr­genommen werden. Dazu zählen
    • äußere Merkmale, wie zum Beispiel Erscheinungs­bild, Umgangs­formen oder körperliche Reaktionen,
    sowie - soweit diese nach außen erkennbar hervortreten -
    • persönliche Eigenschaften, wie beispielsweise Ehrgeiz oder Ängstlichkeit, und
    • innere Haltungen und Einstellungen, wie etwa Religiosität, Moral und ethische Werte.
    Dieser Teil des "Fensters" ist im Vergleich zu den anderen Teilen meist eher klein. Denn es sind vor allem die nicht-öffentlichen Bereiche, mit anderen Worten: die nicht-bewussten Faktoren, die für die Beziehungen zwischen Personen bestimmend sind.
  2. Geheim: Geheim ist alles, was der Betroffene weiß und kennt - also was ihm bewusst ist, aber anderen entweder unwissentlich nicht zugänglich macht oder bewusst vor ihnen verbirgt. Durch Austausch mit anderen Menschen können Informationen aus dem geheimen Bereich in den Quadranten "Öffentlich" transportiert werden.
  3. Blinder Fleck: Unter dem "blinden Fleck" versteht man alles, was vom Betroffenen ausgesendet und vom Empfänger wahr­genommen wird, ohne dass sich der Betroffene dessen bewusst ist. Andere erkennen Verhaltens­weisen und Merkmale, die der Betroffene bei sich selbst nicht wahrnimmt. Durch Feedback der Mitmenschen können Informationen vom blinden Fleck in den Quadranten "Öffentlich" transportiert werden.
  4. Unbekannt: Unbekannt ist alles, was weder dem Betroffenen noch anderen bekannt ist. Es handelt sich um unentdecktes Terrain, welches ergänzend zu den wahr­genommenen, reellen Tatsachen und als Kontinuum alles Möglichen, jedoch Unbekannten steht.

In Anbetracht der Tatsache, dass der größere Teil des "Eisbergs" (der Persönlichkeit) unbekannt, also unbewusst ist, erklärt sich, dass dieser Quadrant einen beträchtlichen Anteil am gesamten Fenster einnimmt. Viele Faktoren, die eine Beziehung zwischen zwei Menschen ausmachen, sind auch in diesem Bereich des Fensters angesiedelt.

Netzverweise

  • Siehe auch: Eisbergmodell[wp], Vier-Seiten-Modell[wp]