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Feminismus basiert auf der Verschwörungstheorie, Männer auf der gesamten Welt hätten sich kollektiv gegen die Weiber verschworen, um sie zu unterdrücken, zu schlagen, zu vergewaltigen und auszubeuten. Feministinnen bekämpfen Ehe und Familie, weil die bürgerliche Familie das Feindbild ist. Frauen werden kollektiv als Opfer inszeniert und Männer als Täter denunziert. So manifestiert sich ein Ressentiment gegen alles Männliche bis hin zum offenen Männerhass. Dies bewirkt eine tiefgreifende Spaltung der Gesellschaft, die es zu überwinden gilt.

Einrahmen

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Hauptseite » Sprache » Wörterbuch » Einrahmen


Eine Illustration des Overton-Fensters, welche das Verschieben des Deutungs­rahmens ver­an­schaulicht.

Einrahmen (Englisch: "Framing", umgangsspr. Schubladendenken) bezeichnet in der Kommunikationswissenschaft[wp] das Einordnen von Ereignissen in vorgegebene Deutungs­rahmen.


Als Freunde von mir aus reiner Geldnot einen englischen Text über Pferde auf Deutsch übersetzen mussten, beschlossen sie, alle Ausdrücke, die sie nicht richtig verstanden und bei denen eine Suche in Lexika zu aufwendig gewesen wäre, mit "flehmen" zu übersetzen. Das Wort gibt es, hat was mit Pferden zu tun, alles im grünen Bereich.

Eines der Worte, die aktuell öffentliche Debatten verpesten, ist Framing. Das ist sozusagen der grosse Bruder von Narrativ und Storytelling. Jemand, der kritische Äusserungen über Flüchtlinge macht, ist mindestens ein Rechts­nationaler, wohl auch Rassist, auf jeden Fall Hetzer. Das ist ein Narrativ, dem mit Storytelling in Reportagen begegnet werden muss. Denn es geht ja um Haltung im Journalismus, nicht etwa um den Versuch, die Wirklichkeit abzubilden und Erkennntnis­gewinn zu schaffen.

Seit dem Fall Relotius, dem "Spiegel"-Reporterstar, der das Meiste in seinen Reportagen erfand, ist Narrativ und Stortytelling nicht mehr wirklich konnotativ positiv besetzt. Oder weniger verschwurbelt: dumm gelaufen, das mit dem Haltungsjournalismus. Aber das Schöne am Schwurbeln ist, dass sofort der nächste Begriff um die Ecke kommt. Und das ist "Framing". Was als handels­übliches Schubladen­denken begann, ist heutzutage ein Zweig der Linguistik[wp], der sich wie die übrige Sprach­wissen­schaft bis heute verzweifelt bemüht, als Wissenschaft anerkannt zu werden.

Besonders hervorgetan hat sich da eine deutsche Wissenschaftlerin. Sie studierte an der renommierten Berkeley Universität in Kalifornien und forschte dort über Goebbels und die Nazipropaganda. Das hinterliess Spuren; als nächsten Schritt der intelligenten Karriere­planung veröffentlichte Elisabeth Wehling[wp] 2015 das Werk Politisches Framing - wie sich eine Nation ihr Denken einredet und damit Politik macht. Trotz dieses sperrigen Titels und obwohl das Buch nichts weiter als Plattitüden und Auf­geschäumtes enthielt, wurde es zum Bestseller und die Wissenschaftlerin zum gerne gesehenen Gast in Talkshows und zur Fachexpertin gegen den aufkommenden Rechtspopulismus. Denn mit dem Schlagwort "Framing" und pseudo­wissen­schaftlichem Gedöns liessen sich prima die Aussagen und Inhalte und Schlagwörter der im Zusammenhang mit der Flüchtlings­welle an Boden gewinnenden neuen Parteien denunzieren, abqualifizieren und stigmatisieren.

Dass man sich nicht folgenlos mit Goebbels beschäftigt, zeigte Wehling nicht nur in einem Interview mit dem Deutschlandfunk im November 2018. Dort behauptete sie, dass Trump-Wähler, allgemein Wähler im rechten Spektrum, "eine grössere Amygdala haben, also einen grösseren Bereich im Gehirn, der Angst und Stress und Aggression berechnet". Echt jetzt, und kann man das auch mit Kopf­vermessung feststellen, womit irre Nazi-Wissenschaftler die Zugehörigkeit zur arischen Rasse beweisen wollten?

All das wäre eine weitere Randnotiz zur Gemütslage der Leitmedien und der öffentlichen elektronischen Medien. Wenn nicht unlängst heraus­gekommen wäre, dass sich die ARD, also der "öffentlich-rechtliche Rundfunk" in Deutschland, von einem "Berkeley International Framing Institute" ein Manual, also eine Gebrauchs­anweisung hatte basteln lassen. Um all diesen fiesen Angriffen auf den "Staatsfunk" und seine "Zwangsgebühren", der "linkslastig" sei, was wir ja auch in der Schweiz kennen, energisch entgegen­zu­treten. Das liess sich die ARD 120'000 Euro kosten. Beziehungsweise der deutsche Zwangs­gebühren­zahler tat das.

Bei Gebühreneinnahmen von 6,3 Milliarden Euro im Jahr ein Klacks, dachte die ARD. Dieses Manual war "zur Weitergabe völlig ungeeignet", wie die ARD verlauten liess, als es von investigativen Journalisten ans Licht der Öffentlichkeit gezerrt wurde. Im Prinzip richtig, auf 89 Seiten werden hier zur Realsatire verzerrt Binsen­weisheiten und inhaltsleere Worthülsen ausgebreitet.

Denn "Framing" bedeutet nichts anderes, als dass Wörter in Beziehungs- oder Assoziations­rahmen stehen. Aus dieser eher uralten Erkenntnis - wenn ich das Wort Zitrone höre, denke ich unwillkürlich an sauer und gelb - hat Wehling eine kleine Goldgrube gemacht. Denn hinter dem internationalen Institut mit hoch­trabendem Namen, immerhin ein gelungener Versuch von Framing, steht niemand anderes als sie. Und eine hübsch aufgetakelte Webseite. Die Universität Berkeley legt hingegen Wert auf die Feststellung, dass sie damit nichts zu tun habe.

Für ziemlich viel Geld bekam die ARD Ratschläge auf den Weg wie "sag es einfach", also nicht "Solidarität", sondern "Hand in Hand." Keine Faktenhuberei, die ARD muss sich gegen "die orchestrierten Angriffe ihrer Gegner" mit einer Kommunikation "in Form von moralischen Argumenten" wehren. Zum Beispiel: "Gemeinsamer Rundfunk statt Informations­anarchie." Oder: "Kontrollierte Demokratie statt jeder wie er will." Das erinnert den historisch bewanderten Deutschen an die wohligen Zeiten des Volks­empfängers.

In der Schweiz hingegen kann man sich Lachtränen aus den Augen wischen. Die ARD hat zum finanziellen Verlust nun auch noch den Spott und die harsche Kritik von allen zu ertragen, die mit diesem "Konter-Framing" nieder­gemacht werden sollten. Und bevor einer fragt: Nein, auf Anfrage stellt SRF klar, dass es bei ihnen keinerlei Framing, Manuals oder Sprech­vorgaben gibt, ausser den publizistischen Leitlinien.
- René Zeyer[wp][1]
Frau Wehling, in Ihrem Buch über "Politisches Framing" kritisieren Sie den Gebrauch des Wortes "Islamophobie". Warum?
Islamophobie ist, wie Homophobie, ein ganz schlechter Frame. Eine Phobie[wp] ist eine Angststörung, die zu panischen Reaktionen führt. Der Begriff blendet aus, dass Ausgrenzung und Herabwürdigung selten aus einem Affekt heraus geschehen, sondern meist Ausdruck von bewussten Haltungen sind. Das ideologische Konzept, das dahinter steht, ist die Idee eines gesellschaftlichen Antagonismus: Die passen nicht zu uns, die gehören nicht hierher. Diese Haltung führt zu bestimmten Handlungen.
Manche Wissenschaftler sprechen lieber von "antimuslimischem Rassismus". Ist das ein besserer Begriff?
Es gibt ja eine ganze Reihe von Gruppen, die angefeindet, systematisch ausgegrenzt oder unterdrückt werden. Dazu gehören Schwarze in den USA, da nennt man es Rassismus. Bei Frauen ist es Sexismus. Ich weiß nicht, ob man den Begriff des Rassismus übertragen sollte auf Gruppen, die wegen ihrer Religion angefeindet werden. Ich denke, dafür sollte es einen eigenen Begriff geben, weil es ein eigenes Phänomen ist.
Was schlagen Sie vor?
Alles, was die jeweilige Aktivität in den Vordergrund stellt: also Ausgrenzung, Abwertung, Hassrede oder Hetze. Ich würde für einen weiter gefassten Begriff plädieren und von Hetze sprechen, von Hetze gegen eine religiöse Minderheit. Denn wenn wir von Islam­feindlichkeit und Islamhass sprechen, lenken wir davon ab, dass meist ganz konkrete Menschen davon betroffen sind und nicht eine Religion.
- Interview mit Elisabeth Wehling[wp][2]

Einzelnachweise

  1. René Zeyer[wp]: Flehmen und framen, persoenlich.com am 27. Februar 2019
  2. Sprache und Wirkung: Es gibt keine Islamkritik, Mediendienst Integration am 25. Juli 2018 (Die Sprachforscherin Elisabeth Wehling[wp] kritisiert, das Wort "Islamophobie" wecke falsche Assoziationen. Die Bezeichnung "antimuslimischer Rassismus" überzeugt sie auch nicht. Im Interview plädiert sie für einen anderen Begriff.)

Querverweise

Netzverweise