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Biedermann

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Erstausgabe der Bühnenfassung 1958

Hauptseite » Mann » Biedermann


Der Biedermann ist im Gegensatz zum Lila Pudel kein überzeugter Anhänger des Feminismus. Er gefällt sich allerdings in seiner Rolle als Menschenfreund[wp] und ist ein Meister der Verdrängung. In diesem Sinne lässt er Feministinnen und Familienzerstörer gewähren. Den Typus Biedermann hat der Schweizer Schriftsteller Max Frisch[wp] sehr plastisch in seinem Drama Biedermann und die Brandstifter[wp] beschrieben. Der Biedermann hat keine aktive Rolle bei der Familien­zerstörung. Sein Beitrag besteht in einer eher passiven Haltung des Gewähren­lassens, des Zur­verfügung­stellens bürgerlicher Ressourcen. Es verhält sich in unserer Gesellschaft mit den Feministinnen so wie mit den Brandstiftern in Frischs Drama, denen der Protagonist zunächst Unterschlupf auf seinem Dachboden gewährt und die schließlich die ganze Stadt in Schutt und Asche legen.

  • Auch wenn Feministen in der Gesellschaft über keine Mehrheit verfügen, können sie doch auf viele Unterstützer und Gewährer (Biedermänner) zählen.
  • Biedermänner kontrollieren wichtige gesellschaftliche Ressourcen, die sie Feministen zur Nutzung überlassen.
  • Biedermänner tragen damit die Verantwortung für die von Feministen angerichteten gesellschaftlichen Zerstörungen.
  • Biedermänner erfüllen mit dem Gewähren­lassen von Feministen auch ihre eigenen ideologischen Bedürfnisse (Philanthrop[wp]).

Beispiel 1

Radio DRS[wp] ermöglicht Nachrichten- und Magazin­sendungen mit links­feministischer Schlagseite. So spricht Radio DRS etwa von "Berg­arbeiterinnen und Bergarbeitern" im Gotthard-Tunnel, lässt aber Themen wie "Abzockerinnen im Unterhaltsrecht" aus. Radio DRS schafft ein Klima der Gering­schätzung von Männern und Vätern. Damit geben sie Behörden­vertretern das Gefühl, in ihrem Handeln vom gesellschaftlichen Konsens getragen zu sein. Damit wirkt das Medium als Verstärker feministischer Positionen und verschafft so den Feministen die Möglichkeit, sich als Meinungs­führer zu präsentieren. Die Politik wird zwar von bürgerlichen und konservativen Kräften dominiert, aber diese lassen die feministische Unter­wanderung staatlicher Strukturen zu. In den Aufsichts­gremien staatlicher Medien lassen die politischen Vertreter wie Biedermann die Brandstifter einfach gewähren.

Beispiel 2

Neue Zürcher Zeitung[wp] (NZZ) ist weder links noch offen feministisch. In ihrer Bericht­erstattung werden Kinder allerdings eher als lästig beschrieben, weil sie volks­wirt­schaftliche Kosten verursachen. Und wenn Kinder schon als notwendig erachtet werden, dann sind Frauen dafür zuständig. Die Väter­unter­drückung und die Verächtlich­machung von Männern als gesellschaftliches Phänomen beträchtlicher Tragweite wird systematisch totgeschwiegen.

Deutung des Dramas Biedermann und die Brandstifter

Biedermann und die Brandstifter ist ein repräsentatives Werk der Nachkriegs­literatur. Die zentralen Themen des literarischen Gesamtwerks von Max Frisch sind vor allem die Selbst­entfremdung und das Ringen um die persönliche Identität. Die Biedermanns werden während der ganzen Geschichte als feige Mitläufer dargestellt, die weder Phantasie noch Stand­haftigkeit besitzen. Erst ihr bourgeoiser Opportunismus macht es überhaupt möglich, dass die Brandstifter ohne große Mühe ihre Arbeit verrichten und ihr Ziel erreichen können.

Auf Grund der Entstehungs­geschichte des Dramas wurde Biedermann und die Brandstifter vielfach als eine Warnung vor dem Kommunismus verstanden. So befand Eduard Stäuble: "Der Umsturz vollzog sich in der Tschechoslowakei genau nach diesem Muster: Eine ahnungslose, biedere, vertrauens­selige bürgerliche Gesellschaft nahm die bolschewistischen Brandstifter in ihr Haus auf und musste es sich schließlich machtlos gefallen lassen, dass ihr die Eindringlinge das Staatsgebäude über dem Kopf anzündeten." Und auch Friedrich Torberg urteilte: "Ob er's wollte oder nicht: Max Frisch hat hier die klassische Satire gegen den Kommunismus, gegen seine Infiltrations­technik und seine bürgerlichen Handlanger geschrieben. Er hat sogar [...] Selbstkritik geübt: indem er zum Schluss, als es schon brennt, noch rasch einen Intellektuellen auftreten lässt, einen ernüchterten Weltverbesserer, dessen Protest­kund­gebung bereits im Tosen des Brandes untergeht." Allerdings legt das Nachspiel des Stückes einen parabolischen Bezug zur Macht­ergreifung der Nationalsozialisten in Deutschland unter Adolf Hitler nahe. So sah Hellmuth Karasek "eine Parabel, in der die Machtergreifung Hitlers treffend eingefangen ist. Die Erfahrung, dass Hitler aus seinen wahren Absichten in Mein Kampf nie einen Hehl gemacht hat, ist hier szenisch fassbar geworden. Der Terror kann sich unverblümt geben, sobald er den Bürger mitverstrickt hat, ihn zum Mitschuldigen machte. Er kann sich darauf verlassen, dass das Opfer nicht glauben wird, was es ahnt. Die Feigheit verschließt noch vor der Wahrheit Augen und Ohren." In diesem Sinn kann in Biedermann ein Beispiel für die Gutgläubigkeit, die Bequemlichkeit, die Feigheit sowie mangelnde Weitsicht vieler Deutscher gesehen werden, die aktiv oder passiv den Nationalsozialismus unterstützten. Ähnlich den Brandstiftern proklamierte auch Hitler früh seine politischen Ziele, unter anderem in seinem Werk Mein Kampf. Obwohl die Radikalität des National­sozialismus und die von ihm ausgehende Gefahr vielen Bürgern und Politikern der Weimarer Republik bewusst war, wehrte sich ein großer Teil von ihnen - wie Gottlieb Biedermann im Drama - nicht gegen die drohende Gewalt. Biedermann hilft Eisenring sogar, die Zündschnur zu vermessen, und trägt so aktiv zu seinem eigenen Unglück bei. Er bestätigt somit das Zitat: "Scherz ist die drittbeste Tarnung. Die zweitbeste: Sentimentalität. Aber die beste und sicherste Tarnung ist immer noch die blanke und nackte Wahrheit. Die glaubt niemand."

Es gibt allerdings auch Gründe gegen eine zu enge Interpretationen des Stückes als Spiegel von Kommunismus und National­sozialismus. Klaus Müller-Salget urteilte: "Beides ist vom Stück her unsinnig. [...] Weder den Nationalsozialisten noch den Kommunisten hätte Frisch als Handlungs­motiv 'pure Lust' unterstellt [...]. Die Abgrenzung der Brandstifter gegen den Ideologen [Dr. phil.] verbietet eine Zuordnung der beiden zu einer bestimmten politischen Partei oder Gruppe." Friedrich Luft sah die Parabel Biedermann und die Brandstifter vielfach anwendbar, gleichermaßen für die Atombombe wie für politischen Extremismus: "Man kann die Moral dieses Lehrstücks ohne Lehre auf die jüngste Vergangenheit anlegen. [...] Oder man kann (und soll wohl) an die Brandstifter denken, die mit dem neuen großen Feuer, mit der Teufelsbombe kokeln. Wir dulden es. Wir sehen es mit an und finden viele Gründe, es zu tun. Aber die Lunte ist gelegt. Wehe! Oder man kann an die demokratische Duldsamkeit denken, mit der extreme Brandstifter bieder­männisch von uns ausgehalten werden, ganz rechts und ganz links. [...] Aus Gründen der öffentlichen Gemütlichkeit schieben wir die Regungen einer besseren Einsicht einfach weg: Ist ja alles nicht so schlimm ..." Max Frisch selbst erklärte: "Wer denn eigentlich mit den beiden Brandstiftern gemeint sei, die Frage ist mir in zwanzig Jahren mindestens von tausend Schülern gestellt worden. Gottlieb Biedermann ist ein Bourgeois, das ist offenbar. Aber zu welcher Partei gehören die beiden Brandstifter? - kein Satz, den sie sagen, weist darauf hin, dass sie die Gesellschaft verändern wollen. Keine Revolution also, keine Weltverbesserer. Wenn sie Brand stiften, so aus purer Lust. Es gibt Pyromanen. Ihre Tätigkeit ist apolitisch. [...] Ich meine, die beiden gehören in die Familie der Dämonen. Sie sind geboren aus Gottlieb Biedermann selbst: aus seiner Angst, die sich ergibt aus seiner Unwahrhaftigkeit."

Das Drama lässt aber auch eine Deutung der Brandstifter als Feministen zu. Die drei Brandstifter in dem Stück können mit den Frauen für's "Grobe", Alice Schwarzer und Valerie Solanas (Josef Schmitz, der Ringer), feministischen Politikerinnen und Juristinnen (Wilhelm Eisenring, der Kellner) und Frauen­rechtlerinnen, feministische Ideologen und Frauen­wissen­schaft­lerinnen (Dr. phil., der Akademiker) identifiziert werden. Babette (Biedermanns Frau) repräsentiert die Durch­schnitts­frau, die gegenüber dem Feminismus nicht "unhöflich" wirken und die Feministinnen nicht "kränken" will. Gottlieb Biedermann (der Haus­eigentümer) ist ein ehrgeiziger Geschäftsmann, dem Ansehen und Beliebtheit wichtig sind und der für beruflichen Erfolg buchstäblich über Leichen geht. Er ist ein Meister der Verdrängung. Er macht sich und anderen ständig etwas vor. Er lässt sich zum Komplizen der Brandstifter machen, als er dem Polizisten gegenüber wahrheits­widrig leugnet, dass die Fässer auf seinem Dachboden Benzin enthielten.

Motivlage

Die Biedermänner sind beruflich erfolgreich und gehören zu den tragenden Säulen der Gesellschaft, haben aber Angst davor, Kapitalist oder Frauenfeind genannt zu werden. Weil sie als Menschen­freund gesehen werden wollen, wählen sie Die Grünen und treteten als Frauen­förderer auf. So schaffen sie sich das gute Gefühl, "Schwachen" zu helfen und ohne besonderen eigenen Aufwand ein besserer Mensch zu sein. Sie füllen damit die vom Religions­verlust bloßgestellten Leerstellen in der Gesellschaft. Der Feminismus ist dabei ein säkularreligiöses Phänomen, sinnstiftend ohne "lästigen" Strukturen. In der Politik biedern die Biedermänner sich plump bei Frauen an. Mit dem "Schutz" von (allein­stehenden) Müttern schieben sie eigene Verantwortung und Versagen für das Familien­leben ab. Finanzielle Interessen, beipielsweise der Rechts- und Sozial­industrie, werden so bedient.

Weiterführende Informationen

René Kuhn gibt in einem Interview mit Arne Hoffmann tiefe Einblicke in die Rolle von Lila Pudeln, Biedermännern und Quotenfrauen in der Politik. (Interview: "Linksradikale und SVP wollen dasselbe Tabu erhalten. Feminismuskritiker René Kuhn über seinen Rauswurf bei der Schweizer Volkspartei.", ef-magazin am 22. Dezember 2010)


Zitat:

«Der Begriff des Patriarchats hat heutzutage eine inflationäre Beliebheit erfahren. Jede und jeder Halbgebildete die/der meint, im Geschlechter­diskurs mitreden zu können, fuchtelt mit dem Patriarchatsbegriff als Waffe gegen die "böse Männerwelt" herum. Neben den Halbgebildeten kommen die politischen Dummköpfe vor allem in den so genannten Parteien "links von der Mitte" vor; die in den Parteien "rechts von der Mitte" leiden unter anderen Krankheiten, die gebets­mühlen­haft an der Patriarchats­trommel drehen, teils um Satisfaktion und Ablass von "den" Frauen zu bekommen, teils aber nur, um ihre eigenen Aggressionen gegen andere Männer ins politische korrekte Gewand zu verstecken. Der Patriarchats­vorwurf ist zwar wunderbar geeignet, Männer einzuschüchtern und Schuldgefühle bei ihnen zu erzeugen und damit eine Wiederholung dessen zu erzeugen, was der durch­schnittliche Mann als Sohn [von] seiner durch­schnittlichen Mutter zur Genüge über sich ergehen lassen musste. Er taugt aber zu Analyse und Veränderung so wenig, wie ein Fass ohne Boden zum Wasserholen.» - Männerrat: Patriarchat

Zitat:

«Alles in allem fragt man sich schon, wie weit die Literatur­kenntnisse deutscher Politik reichen. Denn bisweilen verhält sich die politische Klasse wie Jakob Biedermann in Max Frischs Einakter "Biedermann und die Brandstifter" von 1958.» - Josef Kraus[1]



Vor 60 Jahren, am 28. September 1958, erlebte die letzte Fassung des Dramas Biedermann und die Brandstifter des Schweizer Schriftstellers Max Frisch[wp] an den Städtischen Bühnen Frankfurt am Main ihre Uraufführung - ein Stück von unglaublicher Aktualität. Bereits zehn Jahre vorher hatte Frisch eine Prosa­skizze des Stoffs erstellt, einige Jahre später ein Hörspiel. Die Uraufführung als Theaterstück am Schauspielhaus Zürich befriedigte den Autor nur wenig, so daß er ein Nachspiel hinzufügte.

Gottlieb Biedermann ist Haarwasser­fabrikant. Mit seinen Mitarbeitern ist er nicht zimperlich, soeben hat er seinen Angestellten Knechtling entlassen. Er wundert sich über die zahlreichen Fälle von Brandstiftung, bei denen die Täter stets nach dergleichen Methode vorgehen: Getarnt als harmlose Hausierer nisten sie sich auf dem Dachboden des Hauses ein, das sie später niederbrennen. Da kündet das Dienst­mädchen Besuch an, einen Hausierer, der sich als Josef Schmitz vorstellt, ehemaliger Ringer und Obdachloser. Er klagt, dass er stets für einen Brandstifter gehalten werde, und appelliert an Biedermanns Menschlichkeit. Biedermann gefällt sich in der Rolle des Menschenfreundes und läßt gegen die Bedenken seiner Gattin Babette Schmitz auf dem Dachboden seines Hauses nächtigen. Auch dessen Freund Eisenring nimmt er wenig später auf. Biedermann stellt fest, daß seine beiden Gäste auf dem Dachboden Benzin­fässer einlagern und mit Zündschnur und Zündkapseln hantieren. Als sich die Polizei, die ihn vom Selbstmord Knechtlings in Kenntnis setzt, mißtrauisch nach den Fässern erkundigt erklärt Biedermann, diese enthielten kein Benzin, sondern Haarwasser; man dürfe doch nicht von jedem Menschen nur das Schlechteste denken. Als er sie zum Abendessen in seinem Haus einlädt (zu dem auch noch ein "Dr. Phil." erscheint, den Eisenring den "Weltverbesserer" nennt) erklären die beiden Herren offen, Brandstifter zu sein. Biedermann hält das für einen Scherz, verbrüdert sich mit ihnen und gibt ihnen selbst die verlangten Streichhölzer. Selbst als sein Haus bereits brennt will er nicht wahrhaben, daß es sich bei Schmitz und Eisenring tatsächlich um Brandstifter handelt.

Ganz offensichtlich ist das Stück ein Gleichnis, das vor dem Hintergrund seiner Entstehungszeit die unter­schiedlichsten hoch­dramatischen Inter­pretationen erfuhr: Friedrich Torberg[wp] sah darin eine Satire gegen den Kommunismus und seine Infiltrations­technik, Hellmuth Karasek[wp] eine Parabel auf die Macht­ergreifung Hitlers, der in "Mein Kampf" auch seine wahren Absichten verriet, ohne daß man ihm glaubte. Friedrich Luft[wp] bezog das Drama auf die Atombombe bzw. jede Art von politischem Extremismus. Der Autor selbst dämpfte den Furor der Literatur­kritik: seine Brandstifter seien schlicht "Pyromanen", ihre Tätigkeit daher apolitisch, sie gehörten vielmehr in die Kategorie "Dämonen".

Dämonen: eine eigenwillige, vollkommen aus der Mode gekommene Vorstellung, immerhin versehen mit der Autorität ihres Schöpfers. Was Max Frisch wohl gesagt hätte, wenn man seine Titelfigur zur "Biederfrau" modifiziert hätte, dargestellt als Kanzlerin mit der Raute, die entgegen besserer Einsicht die Brandstifter ins Land lässt und ihnen auch noch alles Nötige zukommen lässt, um ihre Dämonen auszuleben? Soweit ersichtlich hat kein Theater eine Inszenierung mit dieser nahe­liegenden Interpretation im Programm - sie würde dem Intendanten und/oder dem Regisseur wahrscheinlich auch Kopf und Kragen kosten! Der 1991 verstorbene Frisch dürfte Angela Merkel niemals begegnet sein. Was er in zahlreichen Gesprächen über seinen Titel­helden ausführte könnte aber auch ein (zumindest teilweises) Erklärungs­modell für die Rautenfrau sein: "Wenn Sie mich fragen, ich finde diesen Gottlieb keinen Bösewicht, wenn auch als Zeit­genossen gefährlich. Um ein gutes Gewissen zu haben - und das braucht er, um Ruhe zu haben - belügt er sich halt... Gottlieb möchte als guter Mensch erscheinen. Er glaubt sogar, daß er das sei: indem er sich selbst nicht auf die Schliche kommt."
- Notan Dickerle[2][3]
Die Meisten sahen damals den Stoff des Dramas als Menetekel für den aufkommenden Totalitarismus, zurücklegend den Nationalsozialismus, dann den Kommunismus; auch für den Umgang mit der Atombombe wurde das Schauspiel herangezogen. Der bedeutende deutsche Theater­kritiker Friedrich Luft[wp] sah die Parabel seinerzeit vielfach anwendbar: "Man kann die Moral dieses Lehrstücks ohne Lehre auf die jüngste Vergangenheit anlegen. [...] Oder man kann (und soll wohl) an die Brandstifter denken, die mit dem neuen großen Feuer, mit der Teufels­bombe kokeln. Wir dulden es. Wir sehen es mit an und finden viele Gründe, es zu tun. Aber die Lunte ist gelegt. Wehe! Oder man kann an die demokratische Duldsamkeit denken, mit der extreme Brandstifter biedermännisch von uns ausgehalten werden [...] Aus Gründen der öffentlichen Gemütlichkeit schieben wir die Regungen einer besseren Einsicht einfach weg: Ist ja alles nicht so schlimm..."

Wen darf man heute als die Person des Biedermann identifizieren: Frau Merkel und ihre gesamte mitregierende Entourage, die deutschen Gutmenschen mit Ihrer Willkommenskultur, die ihre "Gäste", wenn nicht zum Gansbraten, so aber zu den Segnungen an den gedeckten Tafeln des deutschen Wohlfahrtsstaates zum Verbleiben einladen. Welch treffende Analogien, wenn Biedermann die "ungehobelten Manieren" seines Gastes der misstrauischen Gattin gegenüber damit entschuldigt, dass sie die Folge einer schweren Kindheit in Armut und Waisenhaus seien. Da trifft sich die Entschuldigungs­kunst unserer Soziologen, Sozial­psychologen, Migrations­forscher usw., welche uns ihre von den Medien gepuschten, abstrusen und weltfremden Erklärungs­modelle für die Gründe von Terrorismus, Kriminalität und Delinquenz immer wieder verkaufen wollen.

In dem redegewandten angeblichen Vertreter der Feuer­versicherung, dem Komplizen des Pyromanen, der sich ebenfalls Zugang zum Haus verschafft hat, mag ich unschwer die Vertreter der (noch) beschwichtigenden Islam­verbände und unserer Religions­vertreter erkennen.

Symptomatisch für die Beschwichtigungs­marotten der Medien und der Politiker angesichts der drohenden Gefahr ist doch dieser Satz von Biedermann: «Ein bisschen Vertrauen, Herrgott­nochmal, muss man schon haben. Nicht immer nur das Böse sehen».

Max Frisch hat sicher nichts von den heutigen aktuellen Geschehnissen geahnt: der obsessiven und aggressiven Ausbreitung der Ideologie des Islams in Verbindung mit einer Völker­wanderung nie gekannten Ausmaßes. Der Schweizer Schriftsteller dürfte einer Einbeziehung der heutigen Geschehnisse in die Interpretation seiner Parabel sicher nicht widersprechen.

Frisch seinerzeit über seinen Protagonisten:

"Wenn Sie mich fragen, ich finde diesen Gottlieb keinen Bösewicht, wenn auch als Zeitgenossen gefährlich. Um ein gutes Gewissen zu haben - und das braucht er, um Ruhe zu haben -, belügt er sich halt. [...] Gottlieb möchte als guter Mensch erscheinen. Er glaubt sogar, daß er das sei: indem er sich selber nicht auf die Schliche kommt. (...) Schlimm ist allerdings, daß auch die Nachbarn von Gottlieb Biedermann voraussichtlich zugrunde gehen: da hört die Komödie auf."

Eine Feststellung zum Schluss: "Biedermann und die Brandstifter" - (k)ein T hema für die

Berliner Schaubühne oder das deutsche "Regietheater"?
- [4]

Einzelnachweise

  1. Josef Kraus: "Muttersprachlicher" Unterricht und "Konsulatslehrer": Biedermänner, Tichys Einblick am 3. April 2017
  2. Notan Dickerle: Biederfrau und die Brandstifter, Bayern ist frei am 4. Oktober 2018
  3. Notan Dickerle: Biederfrau und die Brandstifter, Conservo am 6. Oktober 2018
  4. Biedermann und die Brandstifter - Eine aktuelle Parabel, altmod am 22. November 2015

Querverweise

Netzverweise

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Dieser Artikel wurde am 2. Dezember 2010 in dieser Version in die Liste der lesenswerten Artikel aufgenommen.