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Feministische Objektivität

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Der Artikel über Feministische Objektivität wurde aus dem GenderWiki übernommen.

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Hauptseite » Ideologie » Feminismus » Feministische Objektivität


Was Feministinnen (und Poststrukturalisten) unter Objektivität verstehen:

Im Mittelpunkt feministischer Wissenschaftskritik steht unter anderen eine Auseinander­setzung mit der wissenschaftlichen Norm der Objektivität und ihren sozio­politischen Hintergründen. Ein zentrales Element stellt dabei die Aufdeckung des ideologischen Gehalts des Begriffs Objektivität dar. Ziel ist es, die Strukturen des androzentrischen Wissens erkennbar zu machen. Darüber hinaus gibt es verschiedene Versuche Alternativen aufzuzeigen, die feministisches Wissen integrieren, um etwa Geschlechter­hierarchien aufzubrechen. Daher rührt auch die Forderung nach einem feministischen Verständnis von Objektivität. Eine feministische Variante des Begriffs der Objektivität ist nicht nur denkbar, vielmehr erscheint es aus dieser Sicht eine Notwendigkeit. Die Begriffs­bedeutung von Objektivität hat sich immer wieder verändert, sie ist keinesfalls stetig. Dennoch hat sie einen hohen Stellenwert in den Wissenschaften; laut Duden (1997) bedeutet es ein Ideal wissenschaftlicher Arbeit.

Historische Annäherung an den Objektivitätsbegriff

Obwohl der Objektivitätsbegriff in der Wissenschafts­geschichte und verschiedenen Theorien größte Bedeutung hat, unterlag er, wie L. Daston[wp] untersucht, einem historischen Wandel der Bedeutung nach Epochen. Darüber hinaus scheint er auch auf individueller Ebene unterschiedlich beurteilt sowie benutzt zu werden. Trotz dieser starken Bedeutungs­variabilität hat er in den Wissenschaften ein hohes Gewicht. Über den Begriff soll die Sicherung der Verbindlichkeit des wissenschaftlichen Wissens befördert werden. Diese Verbindlichkeits-Vorstellung begann ihren Siegeszug in der Ästhetik und Moral­philosophie der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und bleibt in den Naturwissenschaften zunächst relativ bedeutungslos. Erst durch tief greifende Veränderungen im Feld der Wissenschaften wird die Durchsetzung der Objektivität erklärbar. Wurde Wissenschaft schon im 17. Jahrhundert kollektiv betrieben und verstärkte sich diese gemein­schaftliche Zusammen­arbeit in den folgenden Jahr­hunderten, so mussten die Ergebnisse austauschbar, kommunizierbar und allgemein verständlich sein. So gewann die Objektivität auch in den Naturwissenschaften an Bedeutung. Hatten diese sich also an der Natur­philosophie des 18. Jahrhunderts, bezüglich der Objektivität orientiert, so ist es bis heute so, dass die so genannten Geisteswissenschaften in den "exakten" Natur­wissen­schaften ein Vorbild sehen. Es vollzog sich also ein Paradigmen­wechsel, der bis in die Gegenwart starke Auswirkungen zeitigt. Dies mündet, um nur ein Beispiel zu nennen, in biologischen Erklärungs­mustern für Geschlechterrollen­zuweisungen in den Geistes­wissenschaften.

Alternative Konzepte

Der heutige Objektivitätsbegriff in den Wissenschaften beinhaltet mehrere Bedeutungs­dimensionen: Zum einen die Ontologische Objektivität, eine letztgültige Struktur der Realität. Zweitens die Mechanische Objektivität, also die verbale und bildliche Darstellung von wissenschaftlichen Ergebnissen, ohne jedwede Interpretation der Wissenschaftler_innen. Und drittens die Aperspektivische Objektivität, die einen sachlichen und unpersönlichen Umgang, sowie eine emotionale Distanz und Urteils­enthaltung fordern und eine empirische Zuverlässigkeit beanspruchen soll. Wobei die Dritte, die Aperspektivische Objektivität, das heutige Verständnis in den Wissenschaften dominiert. Feministische Objektivitäts­kritik führt demgegenüber zu alternativen Objektivitäts­konzepten und rückt dabei auch aktuelle Forschungsergebnisse in den Focus der Untersuchungen. Hier werden beispielsweise Forderungen nach der Einbeziehung der psycho­sozialen Haltung der Forschenden (bei Keller[wp] → "dynamische Objektivität") laut; oder etwa die Überlegung, dass Forschung ein sozialer Prozess sei, der Rückwirkung auf die Gesellschaft hat und somit auch an der Konstruktion der sozialen Wirklichkeit maßgeblich beteiligt ist, welches wiederum untersucht werden sollte (bei Haraway → "verkörperte Objektivität"). Ein gedankliches Ausgehen von der Lebens­situation von Frauen - den gegebenen Makro­strukturen der Gesellschaft - das heißt die Herrschafts­verhältnisse von Männern über Frauen zu Tragen kommen lassen und diese einzubeziehen, würde die Objektivität erhöhen (bei Harding[wp] → "starke Objektivität").

Generelle Kritik

Eine kritische Untersuchung des Begriffs Objektivität zeigt also wie widersprüchlich die Nutzung im Gegensatz zu dem hohen Stellenwert in der Wissenschaft ist. Dies (allein) lässt eine generelle Kritik angebracht erscheinen. Eine feministische Kritik versteht sich als, wie oben beschrieben, aus der Notwendigkeit die männlich dominierte Wissenschaft in Frage zu stellen und dieser eine Alternative entgegen­zu­setzen. An dieser Stelle setzt die generelle Kritik von W. Ernst ein: Auch die feministischen Alternativen von Objektivitäts­auf­fassungen greifen letztlich grund­sätzliche Ansprüche von Objektivität auf und tradieren diese somit weiter. Ernst meint, dass alle diese Konzepte der Dynamik des Wissens und der damit einher­gehenden gesellschaftlichen Veränderungen nicht gerecht werden. Mithin stellt sich die Frage nach anderen Kriterien zur Beurteilung und Sicherung der Verbindlichkeit von Wissen. Wird der Focus auf die Leistungs­fähigkeit von Theorien und der Bewährtheit dieser in der Praxis gelegt, können Objektivitäts­vorstellungen und ihre Probleme obsolet werden.

Literatur

  • Daston, Lorraine J.[wp] (2001): Die Kultur der wissenschaftlichen Objektivität. In: Hagner, Michael (Hg.) (2001): Ansichten der Wissenschaftsgeschichte. Frankfurt a.M.: Fischer, S. 137-158.
  • Daston, Lorraine J. (2001): Objektivität und die Flucht aus der Perspektive. In: Dies., Wunder, Beweise, Tatsachen. Fischer, S. 127-155.
  • Ernst, Waltraud (1999): Diskurspiratinnen: Wie feministische Erkenntnisprozesse die Wirklichkeit verändern. Wien: Milena, Kapitel 3 Objektivität, S. 96-150.
  • Fox-Keller, Evelyn[wp] (1998): Dynamische Objektivität: Liebe, Macht und Erkenntnis, in: Dies.: Liebe, Macht und Erkenntnis. Männliche oder weibliche Wissenschaft?, Fischer Verlag, Frankfurt am Main, S. 130-144.
  • Donna Haraway (1988): Situated Knowledges: The Science Question in Feminism and the Privilege of Partial Perspective
    • Haraway, Donna: Situiertes Wissen. Die Wissenschaftsfrage im Feminismus und das Privileg einer partialen Perspektive. In: Sabine Hark (Hg.): Dis/Kontinuitäten: Feministische Theorie. 2007, S. 305-22.
  • Harding, Sandra[wp] (2003): Starke Objektivität, in: Vogel, M./Wingert, L. (Hgg.): Wissen zwischen Entdeckung und Konstruktion. Erkenntnistheoretische Kontroversen, Frankfurt am Main, S. 162-190.

Kommentare

Zitat:

«Nichts bringt Gender-Vertreter so auf die Palme wie der Vorwurf, ihre Arbeit entbehre der Wissen­schaft­lich­keit. Ich habe aufmerksam nach Gegen­argumenten gesucht, schließlich soll die Aufklärungs­broschüre der Böll-Stiftung ja all denjenigen helfen, "die sich im Rahmen der unterschiedlichen Gender-Diskurse abwertenden Angriffen ausgesetzt sehen".
Mich hätte zum Beispiel interessiert, was die Gendertheorie zu den neuen Erkenntnissen der Verhaltens­forschung sagt. Ich habe gelesen, dass schon neun Monate alte Babys bei der Auswahl von Spielzeug geschlechter­spezifische Vorlieben zeigen: Jungs krabbeln auf Autos zu, Mädchen auf Puppen, wie Labor­versuche ergeben haben. Der Psychologe Simon Baron-Cohen hat bei Neugeborenen festgestellt, dass Jungen eher auf mechanische Geräte reagieren, während Mädchen sich mehr zu Gesichtern hingezogen fühlen.
Aber wie ich bei der Lektüre gelernt habe, verrät schon die Frage nach der Wissenschaftlichkeit, wie sehr man dem alten, männlich zentrierten Denken verhaftet ist. Ein Merkmal der Geschlechter­forschung sei gerade, dass sie "spezifische Konzepte der epistemologischen Tradition" hinterfrage und dabei herausarbeite, wie "klassische Vorstellungen von Objektivität tatsächlich androzentrisch[wp]" seien, heißt es in der Böll-Schrift: "Dadurch stellt sie Wahrheits­ansprüche stark in Frage und verweist auf die Verbindung von Wissen und Macht." [...]
Tatsächlich erweist sich der Objektivitäts­anspruch der Wissenschaften nicht nur als männlicher Habitus, sondern schlimmer noch: als Bindeglied nach rechts. "Es wäre verzerrend, die Kritik eines SPIEGEL-Redakteurs[wp] mit der der FPÖ oder gar der NPD gleichzusetzen", steht zur Warnung in der Einleitung der Gender-Broschüre. "Es gibt jedoch durchaus argumentative Schnittstellen. Eine dieser Schnittstellen ist der Unwissen­schaft­lich­keits-Vorwurf."» - Jan Fleischhauer[2]

Zitat:

«Logik und Objektivität sind nichts weiter als patriarchalische Konstrukte, die zur Unterdrückung weiblichen Bauchgefühls geschaffen wurden. Hat Dir denn das noch keiner gesagt?» - Kurti[3]

Einzelnachweise

  1. GenderWiki: Objektivitätskritik, feministische, Version vom 20. Juli 2011
  2. Jan Fleischhauer: Geschlechterforschung: Vorsicht, Gender-Gegner!, Spiegel Online am 11. Juli 2013 (Die Heinrich-Böll-Stiftung hat eine Broschüre veröffentlicht, in der vor Leuten gewarnt wird, die im Streit um Geschlechtergerechtigkeit nur diffamieren wollen. Unter den Genannten ist auch der SPIEGEL-Redakteur René Pfister[wp].)
  3. WGvdL-Forum (Archiv 2): Schri-Schra-Schruppi, Schruppi-Schruppi-Schrupp, Kurti am 29. Mai 2012

Querverweise

Netzverweise