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Konflikteskalation nach Glasl

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Eskalationsstufen nach Glasl (2009)

Die Konflikteskalation nach Friedrich Glasl stellt ein Modell zur Verfügung, um Konflikte besser analysieren und während ihres Verlaufes besser reagieren zu können. Das Modell hat, im Gegensatz zu einem bekannten Vorgänger­modell nach Kurt R. Spillmann[wp], der fünf identifizierbare Eskalations­stufen beschreibt[1], neun Stufen, welche sich in drei Ebenen mit jeweils drei Abstufungen teilen. Eine geradezu lehrbuch­mäßige Darstellung aller Eskalations­stufen nach Glasl liefert der Film Der Rosenkrieg[wp] von Danny de Vito[wp].

Ebenenmodell

Friedrich Glasl[wp] stellt "die Eskalation in seinem neunstufigen Modell nicht als einen Anstieg zu immer höheren Eskalations­stufen dar, sondern als einen Abstieg zu immer tieferen, primitiveren und unmenschlicheren Formen der Aus­einander­setzung ... (die) mit einer zwingenden Kraft in Regionen führt, die große, 'unmenschliche Energien' aufrufen, die sich jedoch auf die Dauer der menschlichen Steuerung und Beherrschung entziehen."[2] In der ersten Ebene können beide Konflikt­parteien noch gewinnen (Win-Win). In der zweiten Ebene verliert eine Partei, während die andere gewinnt (Win-Lose, ab Stufe 4) und in der dritten Ebene verlieren beide Parteien (Lose-Lose, ab Stufe 7).

Die neun Stufen der Konflikteskalation nach Glasl:

  1. Verhärtung:
    Die Standpunkte verhärten sich und prallen aufeinander. Das Bewusstsein bevorstehender Spannungen führt zu Verkrampfungen. Trotzdem besteht noch die Überzeugung, dass die Spannungen durch Gespräche lösbar sind. Noch keine starren Parteien oder Lager.
  2. Debatte:
    Es findet eine Polarisation im Denken, Fühlen und Wollen statt. Es entsteht ein Schwarz-Weiß-Denken und eine Sichtweise von Über­legenheit und Unter­legenheit.
  3. Aktionen:
    Die Überzeugung, dass "Reden nichts mehr hilft", gewinnt an Bedeutung und man verfolgt eine Strategie der vollendeten Tatsachen. Die Empathie mit dem "anderen" geht verloren, die Gefahr von Fehl­inter­pretationen wächst.
  4. Koalitionen:
    Die "Gerüchte-Küche" kocht, Stereotypen und Klischees werden aufgebaut. Die Parteien manövrieren sich gegenseitig in negative Rollen und bekämpfen sich. Es findet eine Werbung um Anhänger statt.
  5. Gesichtsverlust:
    Es kommt zu öffentlichen und direkten (verbotenen) Angriffen, die auf den Gesichts­verlust des Gegners abzielen.
  6. Drohstrategien:
    Drohungen und Gegen­drohungen nehmen zu. Durch das Aufstellen von Ultimaten wird die Konflikt­eskalation beschleunigt.
  7. Begrenzte Vernichtungsschläge:
    Der Gegner wird nicht mehr als Mensch gesehen. Begrenzte Vernichtungs­schläge werden als "passende" Antwort durchgeführt. Umkehrung der Werte: ein relativ kleiner eigener Schaden wird bereits als Gewinn bewertet.
  8. Zersplitterung:
    Die Zerstörung und Auflösung des feindlichen Unter­stützer­systems wird als Ziel intensiv verfolgt.
  9. Gemeinsam in den Abgrund:
    Es kommt zur totalen Konfrontation ohne einen Weg zurück. Die Vernichtung des Gegners zum Preis der Selbst­vernichtung wird in Kauf genommen.[3]

Deeskalations- und Konfliktlösungsstrategien

Das Modell beschreibt, wie sich zwei Konfliktparteien verhalten. Lösungen zur Deeskalation werden in diesem Modell auf den ersten Blick nicht angeboten.[3] Insbesondere dann, wenn bei Konflikten für beide Konflikt­parteien ein Verlassen der Situation nicht möglich erscheint (z. B. aggressiver Akt auf das Hoheits­gebietes eines Staates, väterlicher Umgang mit einem gemeinsamen Kind nach einer Trennung, Entzug von Bürgerrechten durch einen Staat, Massen­entlassungen zur Verbesserung des Shareholder Value), oder eine Partei die bewusste Konflikt­eskalation als strategisches Moment auswählt.

Glasl weist den verschiedenen Eskalationsstufen jedoch folgende Strategie­modelle zur Deeskalation zu:

  • Stufe 1-3: Moderation
  • Stufe 3-5: Prozessbegleitung
  • Stufe 4-6: sozio-therapeutische Prozessbegleitung
  • Stufe 5-7: Vermittlung / Mediation
  • Stufe 6-8: Schiedsverfahren / Gerichtliches Verfahren
  • Stufe 7-9: Machteingriff

Die Fähigkeit zum weltbild- und wertfreiem Erkennen und Eliminieren von konflikt­nährenden Kräften zum Zwecke einer Konflikt­de­eskalation bietet insbesondere Führungs­kräften, Familien­beratern und Sozial­arbeitern große Vorteile.

Literatur

  • Friedrich Glasl[wp]: Konfliktmanagement. Ein Handbuch für Führungskräfte und Berater. Bern / Stuttgart 1990 (2 Aufl.), ISBN 3-258-07556-5
  • Alexander Redlich: Konfliktmoderation in Gruppen (mit Lehrfilm auf DVD). Windmühle, Hamburg 7. A. 2009, ISBN 3-937444-18-1

Einzelnachweise

  1. Kurt R. Spillmann und Kati Spillmann: Feindbilder. Entstehung, Funktion und Möglichkeiten ihres Abbaus. In: Beiträge zur Konfliktforschung 4, 1989, S. 19 ff
  2. Winfried Berner: Konflikteskalation: Wie die Unversöhnlichkeit stufenweise wächst
  3. 3,0 3,1 Friedenspädagogik: Die neun Stufen der Konflikteskalation nach Glasl

Querverweise

Netzverweise

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Konflikteskalation nach Glasl (14. November 2011) aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. Der Wikipedia-Artikel steht unter der Namensnennung - Nicht-kommerziell - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported (CC BY-NC-SA 3.0). In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar, die vor Übernahme in WikiMANNia am Text mitgearbeitet haben.