10 Jahre feminismus­freie Information!
Number-10.png

Noch 42 Tage bis zum 10. Jubiläum.
Stell Dir eine Welt vor, in der jeder freie Mann feminismusfreies Wissen mit anderen teilen kann.
Dies ist unser Auftrag. — Leitbild WikiMANNia.
Spendenaktion 2018 Der Kampf für ein freies und nicht ideologisches Leben ist nicht kostenfrei.
!!! Sie können das unterstützen !!!
Damit WikiMANNia auch nach dem 10. Jubiläum feminismusfreie Information bereitstellen kann, benötigen wir Ihre finanzielle Hilfe. Donate Button.gif
Aktueller Spendeneingang: Durch Spenden ist der Betrieb bereits gesichert bis 16. Februar 2019 (also noch für 68 Tage)
7,3 %
734,87 € Spendenziel: 10.000 €

Michael Kimmel

Aus WikiMANNia
Wechseln zu: Navigation, Suche
Hauptseite » Personen-Portal » Michael Kimmel Bei Namensgleichheit siehe: Michael

Michael Kimmel
Michael Scott Kimmel.jpg
Geboren 26. Februar 1951
Beruf Soziologe

Michael Scott Kimmel (* 1951) ist ein US-amerikanischer Soziologe. Sein Schwerpunktthema ist Kritische Männerforschung. Er arbeitet als Dozent an der Stony Brook University in New York und ist Herausgeber des Journals International Encyclopedia of Men and Masculinities. Kimmel ist Sprecher der Vereinigung NOMAS (Nationale Organisation für Männer gegen Sexismus). In seiner Forschung verfolgt er einen profeministischen Ansatz. Nach seiner Überzeugung kann nur ein feministischer Mann ein wirklicher Mann sein.[1]

Werk (Auswahl)

  • Angry White Men. American Masculinity at the End of an Era, Nation Books 2013, 2014[2][3]
  • Michael Kimmel&Michael Kaufman: Guy's Guide to Feminism. Seal Press-Feminist (5. November 2011), ISBN 1-58005-362-9[4][5][6]

Kritik

Sein Hauptwerk "Guyland" bespricht Jack Donovan[ext] aus männerrechtlicher Perspektive.[1]

"Angry White Men - Männlichkeit am Ende einer Ära", Vortrag mit Diskussion mit Michael Kimmel und Martin Rosowski am 24. Juni 2014 war eine Veranstaltung des Bundesforum Männer bei der Friedrich-Ebert-Stiftung in Berlin[7]

Man könnte Michael Scott Kimmel auch als profeministischen Hassprediger sehen. Arne Hoffmann hat sein Buch gelesen und Hadmut Danisch eine Vortrags­veranstaltung von ihm besucht. Sie kommen zu folgender Einschätzung:

Zitat:

«Als ich vor ein paar Monaten Kimmels neustes Buch gelesen habe, stand ich nach ungefähr dreißig Seiten kurz davor mich zu übergeben. Einen derartig glühenden Hass auf Jungen und Männer - Kimmel kann dise Gruppen offenbar nur als gestört und gemeingefährlich wahrnehmen - findet man sonst nur in Randbereichen des radikalen Feminismus. Offen gesagt, halte ich weite Passagen in Kimmels Werken für dermaßen eklatant sexistisch, dass ich es niemandem vorwerfen kann, wenn er hier schon eine Nähe zum Menschenbild des Faschismus sieht.

Die Kritik, die Kimmel von soziologischer Seite ausgesetzt ist, ist dementsprechend deutlich. Sein Klassiker "Men's Lives", befindet etwa der Soziologie­professor Walter Hollstein, reduziert das Leben von Männern im Wesentlichen auf Machterwerb und Konkurrenz, Gewalt, Krieg, die Unterdrückung von Mädchen und Frauen, sexistische Witze, sexuellen Missbrauch, Vergewaltigung und Pornographie. Kimmels Buch "Manhood in America", berichtet der Soziologie­professor Anthony Synnott in einem Artikel für Psychology Today[ext], eröffnet mit einer langen Liste männlicher Schurken und Widerlinge - "kein Held, hart arbeitender Mann, guter Vater, Nobelpreisträger, Newton, Darwin, Freud, Einstein, Gandhi, Mandela oder Martin Luther King in Sicht". Stattdessen, erläutert Synnott in einem seiner Bücher, finden sich bei Kimmel immer wieder Sätze finden wie "Vielleicht sollten wir im ganzen Land einen Warnhinweis auf Penissen anbringen: WARNUNG. DIESES INSTRUMENT ZU BEDIENEN KANN IHRE GESUNDHEIT UND DIE ANDERER MENSCHEN GEFÄHRDEN" (Großschrift im Original). Bei radikalen Feministinnen und im feministisch geprägten Fachbereich der Genderstudien sind Männerforscher wie Kimmel über alle Maßen beliebt.» - Arne Hoffmann[8]

Zitat:

«Es war ein Vortrag über Nazis. Nur über Nazis. Nazis, Nazis, Nazis, nichts als Nazis. [...]

[Michael Kimmel] hat Nazis interviewt [... und] in einer Endlosschleife immer wieder darin gebohrt, was für ein Abschaum das sei. [...] Gut, kann man machen, wenn man meint, dass das sinnvoll wäre. [...] Aber nur, wenn es auch als das verkauft wird, was es ist - Nazis abklatschen.

Der Vortrag hieß aber nicht "Die dümmsten Nazis der Welt". Er hieß auch nicht "Auch heute gibt es Extrem-Nazis". Auch nicht "Nazis sind der letzte Müll". Der Vortrag hieß "Angry White Men - American Masculinity at the End of an Era".

Die Aussage war: Seht her, das sind die Leute, die mit Feminismus und Gleichstellung nicht einverstanden sind. Frustrierte Versager, Universal-Verlierer, unterlegene Väter. Solche, die sich über Privilegien definieren und deshalb mit dem Verlust der Privilegien nicht klarkommen. Extrem-Rechte, Neo-Nazis, Masculinity on the Extreme Right, die "the Loudest on the Internet" seien, und sich als "Victims of Reverse Discrimination" darstellten. [...]

Ich hatte heute den Eindruck, ich höre da einem Besessenen, einem Wahnsinnigen, einem Irren zu, der sich völlig in das Feindbild des weißen Mannes hineinsteigert, das mit Nazis identifiziert, und sich für umzingelt hält. Einen, für den es nur vier Sorten Menschen gibt: Frauen, Schwarze, Feminismus-Begeisterte und Extrem-Nazis. Was nicht zu den ersten dreien gehört, muss weiß, Mann und Extrem-Nazi sein. Es kam zu einer völligen Vermischung, zu einer Identifizierung von Extrem-Nazi und weißem Mann. Das Bild vom bösen, dummen, privilegien­definierten Nazi lieferte den Hass-Brennstoff, und der weiße Mann, der nicht feminismusbegeistert ist, liefert das Feindbild, auf das dieser Hass produziert wird. Wer weiß ist und nicht Feminist, ist Nazi, damit man ihn richtig gut hassen kann.

[...] Der weiße Mann wird als das ultimativ Böse beschimpft, dessen Bekämpfung alle Mittel heiligt. [...] Heute habe ich zum ersten Mal gesehen, wie dieses Feindbild entsteht. Live. [...]

[Michael Kimmel] ist eigentlich selbst ein Rassist, einer der eine Bevölkerungs­gruppe, die er an Äußerlichkeiten und der Hautfarbe festmacht, hasst und für alles verantwortlich macht, den weißen Mann. Mehrfach hatte ich das komische Gefühl, dass er zwar plakativ den Narrativ der Nazis anprangert, andere verächtlich zu machen, sein eigener Vortragsstil sich davon aber nicht allzusehr unterscheidet. Er präsentiert eine Parade von Zerrbildern, macht sie vor dem Publikum lächerlich. Ähnliches findet man in Nazi­schriften. Ich kann mich erinnern, in irgendeinem der Holocaust-Museen und -Ausstellungen (und ich war in so vielen, auch in USA, Australien, Neuseeland, ich habe den Überblick verloren) in einer Vitrine originale aufgeschlagene Nazi-Bücher gesehen zu haben, in denen in etwas gemäßigterem Tonfall, aber inhaltlich subtil dargestellt werden sollte, was für fiese und immanent hinterhältige Menschen Juden doch seien. Das unterschied sich nicht allzu sehr von dem, was dieser Professor da bot. Der hatte Nazis nicht nur befragt, studiert, betrachtet, der hat ihre Methoden mehr oder weniger assimiliert.

[...] Das Feindbild und Angriffsziel sind nicht Nazis, sondern deren Selbstverständnis. Das soziologische Ziel. Erst daraus ergibt sich dieses absurd überdrehte, dieses ausgestanzte, dieses in jeder Dimension auf eine einzelne Eigenschaft eingegrenzte, groteske Feindbild des großen, starken, kantigen, heterosexuellen, weißen, gesunden, unreligiösen, privilegierten, alle anderen unterdrückenden und ausgrenzenden Bösewichts.

[...] Es ging darum, einen Katalog von "Nazi-Träumen" zu bauen und diesem Katalog den Namen "weißer Mann" zu geben, um jeden einzelnen Aspekt zu bekämpfen. Das also ist des "Pudels" Kern, um sich des Wortes doppelter Bedeutung zu bedienen. Diese ganze Schwulen-, Feminismus-, Gender- und Gleichstellungs­nummer ist nichts anderes als ein Tarnprogramm für so eine Art Rache an den Nazis, ein Angriff auf deren Ideale. Die gesellschaftliche Entwertung all ihrer Werte. Den Umbau der Gesellschaft in eine, in der nichts von dem, womit sich Nazis identifizieren, noch etwas wert sein darf, um Nazis das Konstituierende, die Existenz­grundlage zu entziehen.» - Hadmut Danisch[9]

Vorwürfe

Inzwischen liegen nähere Informationen[ext] über den männer­hassenden Publizisten Michael Kimmel vor (den ich schon seit Jahren für schwer narzisstisch gestört halte). Demnach habe eine frühere Studentin Kimmels, die aus Angst vor Vergeltungs­maßnahmen nicht namentlich genannt werden möchte, sechs Wochen nach Aufnahme ihrer Studien von Kimmel das Angebot einer sexuellen Beziehung erhalten. Er habe ihr Komplimente wegen ihres Aussehens gemacht und ihr mitgeteilt, so attraktiv wie sie sei, würde sie später Schwierigkeiten haben zu beweisen, sie hätte ihre Position erlangt, ohne dafür mit Männern Sex zu haben. Die Studentin berichtet, dass ihr Selbstwert­gefühl darunter gelitten habe, und sie es als Hohn empfinde, dass ein Typ wie Kimmel mit Preisen geehrt werde. Eine andere Soziologin, die anonym bleiben möchte, erklärte, durch die Gerüchte­küche habe sie ähnliche Anschuldigungen gegen Kimmel gehört: "Aber niemand traut sich, sich öffentlich mit solchen Vorwürfen zu melden, und so lange gibt es wenig, das unsere Organisation in dieser Hinsicht tun kann."

Natürlich gilt auch für einen Widerling wie Kimmel die Unschuldsvermutung, aber bei so manchem Feministen, der Männer derart extrem runtermacht, frage ich mich mittlerweile schon, ob er die Abgründe des eigenen Charakters nicht Männern insgesamt zuschreibt, um in der Außenwelt bekämpfen zu können, was er innerlich nicht schafft.

Auf der männerpolitischen Website "A Voice for Men" kommentiert deren Begründer Paul Elam die Entwicklungen um Michael Kimmel:

Zitat:

«Michael Kimmel, langjähriger feministischer "Gelehrter", Lügner und Lieferant aller möglichen männer­feindlichen Ideologien, wurde mit dem Vorwurf konfrontiert, er habe eine seiner Studentinnen sexuell belästigt. (...) Kimmel bestreitet die Vorwürfe mit den Worten: "Ich habe meine ganze Karriere damit verbracht, mich für die Gleichstellung der Geschlechter einzusetzen, und glaube, dass ich in meinen Beziehungen zu Frauen professionell und respektvoll gewesen bin".

Mittlerweile hat medium.com (...) keine Zeit verschwendet, Kimmel den Wölfen zum Fraß vorzuwerfen. In einem Artikel mit dem Titel "What We Need From Accused Perpetrators Like Michael Kimmel #metoosociology" wurde die feministische Standard­forderung an Kimmel gestellt, "Erkenne die Darstellung der Überlebenden an und glaube ihr, auch wenn ihr Bericht nicht mit deinem Selbstbild übereinstimmt."

Das ist feministische Sprache für "Gib zu, dass du es warst, du schleimiger Bastard."

Natürlich ist jetzt nebensächlich, ob Kimmel es getan hat oder nicht. Er wurde beschuldigt. In der Welt, an der Michael Kimmel fieberhaft gearbeitet hat, ist das nichts anderes als ein Schuldspruch vor Gericht. Das ist der Moment, der ihn zerstört.

Ungeachtet dessen ist es richtig, hier darauf hinzuweisen, dass die Vorwürfe nicht bewiesen sind (und das sind sie auch nicht), dass Kimmel Anspruch auf ein ordnungs­gemäßes Verfahren und die Unschuldsvermutung hat (was er hat) und dass trotz seiner langjährigen professionellen Bemühungen, das Problem der falschen Anschuldigungen zu minimieren, solche Falsch­beschuldigungen eine sehr reale Sache sind (und das sind sie auch). Es ist auch richtig, die eigentliche Grundlage des Gewichts der Anschuldigung in Frage zu stellen; ob es Belästigung ist, einen anderen Erwachsenen zu bitten, mit einem zu schlafen, falls das überhaupt passiert ist.

Dennoch ist die redaktionelle Meinung von A Voice for Men, dass man die Schadenfreude genießen sollte. Wir kennen niemanden, der die unfaire Schande, das Stigma der Anklage und ihre ruinösen Auswirkungen auf sein Leben mehr verdient hat, als diesen nieder­trächtigen akademischen Betrüger.

Genieße die öffentliche Aufmerksamkeit, die du dir schon immer gewünscht hast, Michael. Sie ist endlich da und sie steht dir verdammt gut.»[10]


Zuletzt könnte Kimmel als ein weiterer Robespierre[wp] enden, dessen Herrschaft des Terrors[wp] zuletzt ihn selbst unter die Guillotine bringt.

Einer meiner Leser schreibt mir zu dieser Entwicklung:

Zitat:

«Man kann sich einer gewissen Schadenfreude nicht erwehren: Entweder bleiben Kimmel, Trudeau & Co. ihren Auf­fassungen treu, dann müssten sie zurücktreten, und man wäre sie los, oder sie bestreiten bzw. relativieren die Anschuldigungen, dann widerrufen sie zumindest implizit ihre früheren Aussagen. Auf die Beweisbarkeit der Vorwürfe kommt es dabei nicht an, im Gegenteil: Je vager und unglaubwürdiger, desto besser, um die Auffassung ad absurdum zu führen, dass solche Behauptungen unter allen Umständen zu glauben sind. Könnte man glatt als Strategie einsetzen, wenn es nicht ethisch verwerflich wäre, falsche Anschuldigungen zu erheben. Obwohl, Falschbeschuldigen gibt es ja eigentlich nicht ...»

In den USA tobt weiter die Debatte über die Vorwürfe sexueller Belästigung, die es von weiblicher Seite gegen den Jungen und Männer hassenden Feministen Michael Kimmel gibt. Inzwischen trauen sich auch die ersten anderen Menschen, über ihre weniger schönen Erfahrungen mit Kimmel zu berichten - so etwa der Professor für Genderstudien Michael Murphy[ext]:
Zitat:

«Nichts davon überrascht mich auch nur ein wenig. Kimmel hat ein Ego von der Größe Alaskas und sein persönliches Verhalten spiegelt nicht gerade die Art von Demut und Verantwortlichkeit wider, die er anderen männlichen Feministen empfiehlt.

Ich hatte meine eigene Begegnung mit dem, was ich jetzt "die zwei Kimmels" nenne, nachdem ich einen kurzen Artikel über meine (und die meiner Schüler) befremdete Erfahrung auf einer Konferenz, die Kimmel 2009 in Minnesota mitorganisiert hatte, veröffentlicht hatte. Wir fanden die Veranstaltung sehr abstoßend für LGBTQ+-Leute und beschlossen, über unsere Erfahrungen zu schreiben und einige Empfehlungen zu geben, wie die Dinge geändert werden könnten.

Daraufhin schickte Kimmel eine private E-Mail, in der er mich sogar beschuldigte, sein "Feind" zu sein. Ich war schockiert über seinen Ton und seine Sprache, aber mehr noch über seinen explosiven Zorn, der in keinem Verhältnis zu unserer sehr vorsichtigen und konstruktiven Kritik stand.

Diese Konferenz fand drei Monate nach Beginn meiner ersten Anstellung statt. Ich war beruflich sehr jung und sehr verletzlich. Er war (und ist) eine sehr hochrangige Persönlichkeit auf diesem Gebiet.

Ich habe jetzt den Punkt in meiner Karriere erreicht, an dem Kimmel mir nicht wirklich Schaden zufügen kann. Aber für eine Weile habe ich diese E-Mails gespeichert, als eine Art Versicherung gegen jemanden, der in der akademischen Frauen-/Gender­forschung sehr mächtig ist. Als Schutz, wenn der andere Kimmel - der nicht-feministische - mich jemals wieder schikaniert.

Wenn Kimmel so auf ein junges Fakultäts­mitglied an einer kleinen, fernen Universität reagiert, jemand, der wenig berufliche Bedrohung oder Konkurrenz darstellt, kann ich mir vorstellen, wie er sich gegenüber jedem anderen aufführt, der es wagt, ihn in Frage zu stellen.

Es war zum Teil wegen dieser Inter­aktion, dass ich mein Hauptforschungs- und Lehrgebiet weg von kritischen Männer-/Maskulinitäts­studien neu ausgerichtet habe, um mich mehr auf LGBTQ+/Sexualitäts­studien zu konzentrieren.

Endlich wurde mir klar: Das muskulöse, machthungrige, egoistische Klima der "Männlichkeits­studien" von Kimmel & Co. schien sich bis auf wenige Ausnahmen nicht allzu sehr von der Art der Männlichkeit zu unterscheiden, die sie zu beleuchten oder zu kritisieren vorgab.

Also ging ich weg.

Wenn Kimmel so etwas mit Studentinnen und Kollegen macht, bin ich überhaupt nicht überrascht, dass ihm unangemessenes Verhalten vorgeworfen wird. Und ich bin auch nicht überrascht, dass er nicht seinen eigenen Rat befolgt, wie solche Situationen angegangen oder behoben werden sollten.»[12]


Sorry, Professor Murphy, hat einer von euch Fraggles mal wirklich Kimmels Bücher gelesen? Wie könnt ihr eigentlich annehmen, dass jemand, der ein ganzes Geschlecht kontinuierlich zu Untermenschen erklärt, privat ganz bestimmt freundlich und ausgeglichen ist? Ihr wart begeistert von dem Hass, den Kimmel verbreitet hat, solange dieser Hass als total angesagt und politisch korrekt galt (und das gilt er ja, Stichwort "alte weiße Männer", noch immer). Wie sollte Kimmel denn jemals zu dem Eindruck gelangen, dass sein widerwärtiges Verhalten falsch sein könnte, solange er ständig dafür abgefeiert wurde?

Im übrigen sehe ich meine These bestätigt, dass Kimmel andere Männer deshalb pauschal und kontinuierlich niedermacht, weil er die Schattenseiten seiner eigenen Psyche auf diese Männer projiziert.


Auf der Website Feminist Current[ext] hat der radikal­feministische Professor Robert Jensen[wp] folgendes zu dieser Debatte zu sagen:

Zitat:

«Schweigen ist inakzeptabel. Die Unterstützung von Frauen ist unsere Hauptaufgabe. Aus diesen Erkenntnissen lassen sich zwei wichtige Punkte ableiten, wenn pro-feministische Männer in der akademischen und aktivistischen Welt - und ich schließe mich in beide Kategorien ein - ihre Worte zu Taten machen.

Die erste betrifft die bisher unzureichende Reaktion von Kimmel. Im Chronicle of Higher Education (...), wo die Vorwürfe unethischen Verhaltens öffentlich gemacht wurden, sagte Kimmel, er glaube, er sei "professionell und respektvoll in meinen Beziehungen zu Frauen" gewesen, aber er nehme solche Bedenken ernst und wolle "die Stimmen derer, die solche Behauptungen aufstellen, bestätigen. Ich will diese Anschuldigungen hören, diese Stimmen hören und diejenigen entschädigen, die glauben, ich hätte sie verletzt."

Die Frauen, "die glauben, ich hätte sie verletzt"? Dies spiegelt das implizite Leugnen von Leuten wider, die sich "bei jedem, der sich durch schlechtes Verhalten gekränkt fühlte", entschuldigen, anstatt sich mit diesem Verhalten aus­einander­zu­setzen. Diese Formulierung deutet darauf hin, dass der mutmaßliche Täter nichts wirklich Falsches getan hat und dass das Problem bei denjenigen liegt, die sich beleidigt fühlen oder glauben, verletzt worden zu sein. Eine solche Reaktion signalisiert keine Unterstützung für Frauen, die bereits jetzt unter Druck stehen, sich nicht zu äußern, und die Vergeltung riskieren, wenn sie es tun.

(...) Der zweite Punkt betrifft das öffentliche Schweigen von Akademikern und Aktivisten, die sich als pro-feministisch oder feministisch identifizieren - mich eingeschlossen. Ich habe ausführlich gegen Pornographie aus einer radikalen feministischen Perspektive geschrieben und zähle mich selbst zur Bewegung gegen die Gewalt von Männern und die sexuelle Ausbeutung von Frauen (wie auch andere Bewegungen, die sich auf Rassismus, wirtschaftliche Ungleichheit und ökologische Krisen konzentrieren). Doch meine erste Reaktion auf den Artikel im Chronicle war, die Kontroverse zu vermeiden und nichts öffentlich zu sagen. Ich habe die Links zu der Geschichte und Gucken­heimers Beitrag in den sozialen Medien gepostet, war aber ansonsten still. Erst als eine feministische Freundin zu mir sagte: "Wo sind die pro-feministischen Männer hier? Wollt ihr Männer es den Frauen überlassen, damit umzugehen", wurde mir klar, dass ich nicht nur vorsichtig war - ich war feige.

(...) Mein Zögern war in zwei Reaktionen begründet, die ich nicht verteidigen kann. Erstens hat die pro-feministische Männerbewegung genug Probleme, die Männer zu erreichen und bei Frauen Vertrauen zu gewinnen, ohne dass ihr sichtbarster Autor des sexuellen Fehlverhaltens beschuldigt wird (...). Zweitens hat mich meine Erfahrung mit Kimmel dazu gebracht, zu glauben, dass er sich gegen Kritiker wehren könnte, und ich war nicht begierig, mich in einen solchen Kampf einzumischen.

Wenn ich auf die letzten Tage zurückblicke, sehe ich mein Zögern als Nachlässigkeit. Das Schweigen anderer pro-feministischer Männer ist, glaube ich, auch fahrlässig (ich weiß, dass jüngere Gelehrte, vor allem Doktoranden, verletzlicher sind; hier denke ich vor allem an ältere und etabliertere Männer wie mich selbst). Ich habe im Laufe der Jahre viel von meinen feministischen Freundinnen und Kollegen gelernt. Eines der Dinge, auf die ich früher hätte reagieren sollen, ist die Lektion, die sie uns über die Verantwortung und Rechenschafts­pflicht der Männer zu lehren versucht haben.

(...) Die Einzelheiten der konkreten Vorwürfe gegen Kimmel wurden bisher nicht im Detail bekannt gegeben, und ich habe keine Insiderkenntnisse über diese Fälle. Aber wie es typisch ist, fangen die Frauen an zu reden, sobald ein Vorwurf erhoben wurde, und ich höre einige dieser Diskussionen. Hier ist zum Beispiel ein Kommentar von einer Frau, die mit Kimmel gearbeitet hat und gebeten hat, anonym zu bleiben:

"Die Art, wie er mich behandelte, wirkte sich sehr lange negativ auf mich aus. Seine Behauptung zu lesen, er sei 'professionell und respektvoll in... Beziehungen zu Frauen' gewesen, ist schmerzhaft und offenbart das Ausmaß seiner Leugnung und seines Missverständnisses, gelinde gesagt, des Schadens, den er verursacht hat. Ich habe keine professionelle, respektvolle Behandlung erfahren, obwohl ich andere Frauen kenne, mit denen er gearbeitet hat, die das erfahren haben. Aber ich bin nicht allein, wenn ich seiner schlimmsten Behandlung unterworfen werde, und das geht leider über ein bloßes sexuelles Angebot und Objektivierung hinaus."

Ich kann zum jetzigen Zeitpunkt kein endgültiges Urteil über den Vorwurf der sexuellen Belästigung abgeben, aber auf der Grundlage meines Welt­verständnisses, meiner Erfahrungen mit Kimmel und dieser Diskussionen kann ich zwei Dinge ohne Zögern sagen: 1) Kimmels Antwort ist unzureichend, nach den Maßstäben, die er selbst für Männer gesetzt hat; und 2) die Antwort der pro-feministischen Männer­bewegung war unzureichend nach den Maßstäben, die wir uns selbst gesetzt haben.

Wir alle, die wir Lehrer waren, kennen das Konzept des "lehrbaren Moments", wenn Ereignisse das Material liefern, um das Abstrakte und Theoretische sichtbar zu machen. Zu Fragen der sexuellen Ausbeutung von Frauen durch Männer - wie das Patriarchat in der Welt funktioniert, um Frauen sexuell unterzuordnen - ist dies hier ein weiterer von vielen solcher Momente, für uns alle.»[13]

- Genderama[14]

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Only Feminists Can Be REAL MEN, The Spearhead am 29. November 2010
  2. Even Madder Men, Review von Hanna Rosin in: The New York Times, 22. November 2013
  3. Interview mit Michael Kimmel über Angry White Men, Public Broadcasting Service (PBS), 13. Januar 2013
  4. guysguidetofeminism.com
  5. "Kaufman is the co-founder of the White Ribbon Campaign", Excerpt: The Guy’s Guide to Feminism, Chloe am 2. November 2011
  6. The Guy’s Guide To Feminism, Michael Kaufman am 13. Oktober 2011
  7. Datei:Einladung-Angry-White-Men.pdf
  8. Arne Hoffmann: Hadmut Danisch: Wie das "Bundesforum Männer" Hass gegen Männer schürt, Genderama am 26. Juni 2014
  9. Hadmut Danisch: Ein bösartiger Vortrag eines bösartigen Professors, Ansichten eines Informatikers am 25. Juni 2014
  10. Paul Elam: Michael Kimmel. Just another Harvey Weinstein #MeToo, A Voice for Men am 6. August 2018
  11. Genderama: FDP kritisiert Kriegsdienst als Freiheitseingriff - News vom 6. August 2018
  12. M. J. Murphy: The Two Kimmels, Medium am 6. August 2018
  13. Robert Jensen: What are the responsibilities of pro-feminist men in the Michael Kimmel case?, Feminist Current am 6. August 2018 (Prominent sociologist and pro-feminist, Michael Kimmel, has been accused of unethical conduct. What should the response of academics and activists who identify as pro-feminist or feminist be?)
  14. Genderama: Neue Studie: Wie Frauen Männer vergewaltigen - News vom 7. August 2018

Netzverweise