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Patriarchat

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Das allgegenwärtige und Frauen unterdrückende Patriarchat in Aktion

Patriarchat (aus griech. archos, "Herrschaft, Recht, Ursprung", und pater, "Vater") bezeichnet eine Gesellschaftsordnung, in der Männer als Familienoberhaupt in der Familie einerseits über die Entscheidungs- und Befehls­gewalt verfügen, andererseits für den Schutz und den Unterhalt der Familienmitglieder verantwortlich sind. Ob die Väter­herrschaft immer existiert hat und wie sie sich entwickelte, ist umstritten. Väter­herrschaft bedeutet die Herrschaft des Mannes in der Familie, durch den daher die Erbfolge bestimmt wird. Der Gegensatz zum Patriarchat bildet das Matriarchat oder Mutter­recht.

Zitat:

«Die größte Stütze des Patricharchats ist die Frau als Mutter.» - Feridun Zaimoğlu[1]

Wortherkunft

Das Wort Patriarchat ist ein aus dem Kirchenlatein[wp] stammendes, sekundär gebildetes Abstraktum zu Patriarch[wp] πατριάρχης patriarchos und bedeutet "Erster unter den Vätern" bzw. "Stammesführer" oder "Führer des Vaterlandes" (aus πατήρ patér "der Vater" und ἄρχων archon "Erster, Führer"), später übertragen auf Führer (Erster) einer von Männern (Vätern) dominierten Gemeinschaft. Im Mittelalter wurde als Patriarch ein Bischof bzw. ein hoher Geistlicher bezeichnet. Die Neubildung Androkratie von griechisch ἀνήρ "Mann", zu Genitiv ἀνδρός andros mit "-kratie" (Herrschaft) bedeutet Herrschaft des Mannes.[2]

Der Begriff Patriarchat ist das Abstraktum zu Patriarch, abgeleitet von griechisch patriarchés "Stammesführer", womit im Mittelalter ein Bischof bzw. ein hoher Geistlicher bezeichnet wurde. In einer staats­theoretischen Abhandlung des 17. Jahrhunderts diente der Begriff "Patriarchat" dazu, eine von väterlichen Figuren abgeleitete Autorität zu bezeichnen; in der Herrschafts­typologie Max Webers[wp] wird damit eine persönliche, auf Gewalt und Gehorsam beruhende Form der Herrschaft klassifiziert. Erst die neue Frauenbewegung sprach vom Patriarchat im Sinne allgemeiner Männer­dominanz und entsprechend dient inzwischen Matriarchat im populären Sprachgebrauch der Gegenwart dazu, eine Gesell­schafts­ordnung zu bezeichnen, die irgendwie vorrangig von Frauen geprägt ist.[3]

Man kann sagen, dass die Sakralbegriffe Matriarchat und Patriarchat vom Feminismus gehijackt (entführt) wurden.

Merkmale

Das Patriarchat zerschlagen - Die Vorteile und Privilegien des Patriarchats

Das Patriarchat hat in der Regel folgende Merkmale:

  • Patrilinearität[wp] (Verwandtschaft entsteht durch die Stamm­baum­linie des Vaters, wie auch Erbfolge[wp] und Namensgebung)
  • Patrilokalität[wp] (Wohnsitz junger Ehepaare beim Vater des Mannes bzw. der Herkunfts­familie des Mannes)
  • Androzentrismus (gesellschaftliche Fixierung auf den Mann, dessen Geschlechts­zu­gehörigkeit eine geschlechts­gebundene Machtposition legitimieren soll und der entsprechende Rollen­erwartungen zu erfüllen hat)
  • Kontrolle über weibliche Sexualität zur Sicher­stellung der gesellschaftlich bedeutsamen Abstammung des Kindes von einem Mann.[2]

Warum der Staat das Patriarchat bekämpft

Zitat:

«Der Staat bekämpft das klassische Patriarchat nicht deshalb mit allen Mitteln, weil er Frauen und Kindern etwas Gutes tun will, sondern um sich des dadurch entstehenden Machtvakuums selbst zu bemächtigen.

In jeder Gesellschaft müssen die drei Zivilebenen Individuum, Familie und Staat ihre Kompetenzen gegeneinander abgrenzen und zu einem Gleichgewicht finden. (...) Die moderne westliche Gesellschaft kennt nun beinahe nur noch die staatliche Struktur, der das einzelne Individuum gegenübersteht. Schrittweise Änderungen der Rechts­ordnung haben die faktische Bedeutung der Familienebene immer mehr geschwächt und ihrer Vitalität beraubt. (...) Hauptsächlich totalitäre Staaten haben den Familien­zusammenhalt zielgerichtet geschwächt, weil eine atomisierte Masse, die der natürlichen sozialen Strukturen entkleidet ist, leichter zu beherrschen ist. Auch Demokratien erliegen im Wettbewerb um die Loyalität des Einzelnen - der zwischen Staat und Familie immer ausgetragen wird - leicht der Versuchung, die Familie zu schwächen und ihre Verantwortung zu beschneiden, um die staatliche Einflusssphäre auszudehnen. (...) Wo der familiäre Verantwortungs­rahmen durch veränderte gesellschaftliche Verhältnisse schrumpft, wird in aller Regel der Staat das entstehende Machtvakuum ausfüllen. Der starke, gesunde Oikos (Haus- und Wirt­schafts­gemein­schaft) ist das Schreckensbild jedes Diktators. Nur Individuen sind leicht und ohne die Gefahr größeren Widerstandes zu beherrschen. (...)

Das Patriarchat ist eines der Lieblings­feind­bilder der Moderne, aber keine patriarchalische Struktur hat je soviel Schaden anrichten können wie die neuzeitlichen Symbiosen aus Individualismus und starkem Staat, schon allein deshalb, weil der Einflussbereich eines jeden Patriarchen enge natürliche Grenzen hat. Und selbst die demokratische Gewaltenteilung, welche die schlimmsten Wucherungen staatlicher Totalität beschränken soll, ist bei weitem nicht so effektiv wie die natürliche Gewalten­teilung durch die Stärkung der mittleren, der familiären Gesellschafts­ebene. Streng­genommen ist diese vielbeschworene Gewaltenteilung nur noch Augenwischerei: Denn die Teilung der Macht zwischen Legislative[wp], Exekutive[wp] und Judikative[wp] ist nur eine Aufteilung der Macht zwischen verschiedenen staatlichen Organen. Der Staat teilt sich also seine Macht mit sich selbst.» - Geiers Notizen[4]

Zitat:

«Vom treuen Versorger zum Tyrannen: Woher kommt eine solch dramatische Bedeutungs­ver­kehrung des Wortes δεσπότης? Hier sind zunächst all die verlorenen Söhne und Töchter zu nennen, die ein Interesse daran haben, das Patriarchat als die biblische Familien­ver­fassung abzuwerten, um sich damit selbst zu rechtfertigen. Die Abwertung des Begriffes "Patriarch" ist zwar jüngeren Datums, hat aber genau dieselbe Stoßrichtung wie die Diskreditierung des Wortes δεσπότης. Auch dieses Wort mutierte von einer Ehren­bezeichnung zu einem Schimpfwort. Man will es dem Manne grundsätzlich nicht zugestehen, die Angelegenheiten seines Hauses zu regeln, so wie dies seine Verantwortung erfordern würde. Zwar lässt man sich mit größter Selbst­verständ­lich­keit vom Staat vorschreiben, wie schnell man zu fahren hat, wo man ein Haus bauen darf, was die eigenen Kinder in der Schule zu lernen haben und tausende andere Kleinigkeiten, die tief in die persönlichsten Lebensbereiche hineinreichen. Wenn aber ein Mann die Angelegenheiten seiner Familie gestaltet und regelt, wird er als "Despot" gebrandmarkt.» - Geiers Notizen[5]

Bedeutung des Patriarchats für den Feminismus

Zitat:

«Definitionen von Patriarchat

Patriarchat ist für die feministische Theorie und die zweite Frauenbewegung von zentraler Bedeutung(1), um Ungleichheiten und Diskriminierungen(2), die Frauen in den unterschiedliche Lebens­sphären(3) betreffen, als Teile eines übergreifenden Phänomens zu erfassen. Die Auseinander­setzung mit dem Begriff spiegelt auch wesentliche Entwicklungen der feministischen Theorie wider, in deren Diskussionen und Kritik das Verständnis von Patriarchat erweitert und differenziert wurde. Patriarchat ist als ein Schlüsselbegriff(4) für feministische Wissenschaftlerinnen aller Disziplinen relevant, Philo­sophinnen, Historikerinnen, Sozio­loginnen, Politik­wissen­schaft­lerinnen, Literatur­wissen­schaft­lerinnen(5) haben zu unterschiedlichen Aspekten wesentliche Erkenntnisse beigetragen.(6)

Herkömmlich wurde der Begriff des Patriarchs "als System - historisch abgeleitet vom griechischen und römischen Recht - in dem das männliche Oberhaupt des Haushalts die rechtliche und ökonomische Macht über die von ihm abhängigen weiblichen und männlichen Familien­mitglieder ausübt", verstanden. In der neueren Debatte wird diese Definition als zu eng gefasst kritisiert, die weder der historisch belegten Tatsache früherer Formen der männlichen Dominanz über Frauen und deren Ursache und zu Grunde liegenden Entwicklung gerecht wird.

Die Anforderung an ein entsprechendes Konzept von Patriarchat im Rahmen der feministischen Theorie erfordert, dass dieser Begriff nicht ahistorisch oder ethno­zentristisch, gleichzeitig aber als Konzept universell gültig ist, das alle Arten der Unterdrückung in allen Gesellschaften erfassen kann. Unter Patriarchat werden daher die Beziehungen zwischen den Geschlechtern verstanden, in denen Männer dominant und Frauen untergeordnet sind. Patriarchat beschreibt ein gesellschaftliches System von sozialen Beziehungen der männlichen Herrschaft, es "meint die Manifestation und Institutionalisierung der Herrschaft der Männer über Frauen und Kinder innerhalb der Familie und die Ausdehnung der Männlichen Dominanz über Frauen in der Gesellschaft insgesamt, oder es wird definiert als "a system of social structures and social practices in which men dominate, oppress and exploit women". In diesen Definitionen geht es um die Monopolisierung von Machtpositionen in allen sozialen Bereichen und nicht nur um einen Ausschnitt daraus (etwa die Familien­verhältnisse), denn zentrale Bereiche der Ungleichheit und Diskriminierung lassen sich nicht aus der inner­familiären Konstellation herleiten. Nach allen Definitionen verweist Patriarchat auf soziale Ungleichheiten, auf asymmetrische Macht­beziehungen und soziale Unterdrückung und auf die Tatsache, dass es sich dabei nicht um ein natürliches oder selbst­verständliches Phänomen handelt.

Historische Entwicklungen

Diese Definitionen bilden auch die Voraussetzung, jene historische Entwicklung aufzuzeigen, die zur Verfestigung der Herrschaft von Männern geführt hat. Zunächst wurde die Entstehung patriarchaler Strukturen aus umfassenden historischen Übergängen zu erklären versucht. Engels ist im Anschluss an Morgan und an Bachofen davon ausgegangen, dass die ursprüngliche soziale Ordnung ("die Horde") von einer Gleichheit der Geschlechter bestimmt war und sich die patriarchalen Strukturen erst nach einer Zwischen­etappe matriarchal organisierter Gesellschafts­formen durchgesetzt haben. Das Mittel dazu war die monogame Einzelehe, wodurch Männer einen Machtvorsprung gewinnen. "Der erste Klassen­gegensatz, der in der Geschichte auftritt, fällt zusammen mit dem Antagonismus von Mann und Frau in der Einzelehe, und die erste Klassen­unter­drückung mit der es weiblichen Geschlechts durch das männliche" (Engels). Damit ist das Patriarchat als sein zentrales Element von sozialen Klassen­antagonismen definiert.

Die historische Entwicklung von prähistorischen Gesellschaften ist nach wie vor umstritten. [...] Was aber als gesichert anzunehmen ist, ist der Umstand, dass Frauen­unter­drückung und Benachteiligung historisch weit zurück­reichen. Gerda Lerner hat die historischen Befunde systematisch unter dem Gesichtspunkt analysiert, ob man tatsächlich von der Verbreitung einer matriarchalen Sozial­organisation im Kontext umfassender evolutionärer Veränderung sprechen kann. Sie kommt zwar zu einem negativen Ergebnis, betont jedoch, dass sich im Neolithikum und im Bronze­zeitalter alternative Modelle zur Männer­herrschaft nachweisen lassen. Das Patriarchat als ein alle Lebensbereiche durchdringendes Herrschafts­system reicht zurück bis in das dritte Jahrtausend vor Christus zurück. Erkennbar ist die Verfestigung dieser Struktur an Änderungen der religiösen Symbolik, vor allem an der Zurückdrängung weiblicher Göttinnen und an einer strukturellen Spaltung in "respektable" (an einen Mann gebundene) und in "nichtrespektable" Frauen, mit der eine Vielzahl sozialer Konsequenzen verbunden war. Dabei geht es Lerner nicht um den historischen Ursprung des männer­dominierten Herrschafts­systems als einem "überzeitlichen" Phänomen, sondern darum, unter verschiedenen historischen Bedingungen spezifische Ursachen der Benachteiligung und Unterdrückung der Frauen aufzuzeigen.

Neuere sozial- und kultur­anthropologische Forschungen haben die Konsolidierung des Patriarchats in vormoderne korporativen Haus­wirtschaften in Bauern­gesellschaften heraus­gearbeitet. Während die älteren Männer die jüngeren Männer in der Produktion kontrollierten, wird die Frau als Produzentin und Reproduzentin, als Gebärerin der Kinder und als Arbeitskraft in der Haus­wirtschaft ausgebeutet.

Eine differenzierte Analyse des Patriarchalismus im Übergang von der traditionellen zur kapitalistischen Gesellschaft wird in den historisch-empirischen Studien von Ursula Beer und Ute Gerhard geleistet, die zeigen, dass "mit dem Aufkommen des Kapitalismus und der Etablierung einer bürgerlichen Gesellschaft Frauen erneut ins Hinter­treffen geraten sind". Gerhard argumentiert, dass bürgerliche Rechts­verhältnisse durch den Widerspruch gekennzeichnet sind, einerseits allgemeine Gleichheit zu garantieren, aber gleichzeitig Frauen von der Rechts­gleichheit auszuschließen. [...] Durch die Monopolisierung von Machtpositionen durch Männer reproduziert sich über die berufliche Dominanz ("marktlicher Sekundär­patriarchalismus") hinaus auch ihre überragende Machtposition in der "privaten" Sphäre von Familienbeziehungen ("familialer Sekundär­patriarchalismus").

Patriarchat, Kapitalismus und Staat

» - Eva Cyba[6]

Feministische Mythen

Das vorherrschende Deutungsmuster des Feminismus von der Frau als Opfer und dem Mann als Täter überträgt sich auf polisarisierende Idealisierung von Matriarchat und Patriarchat.

  • "Das Matriarchat - eine lebensbejahende Epoche ohne Herrschaft und Krieg"
  • "Das Patriarchat konnte in 6000 Jahren seine destruktive Herrschaft immer mehr ausdehnen und perfektionieren"[7]

Die feministische Interpretation des Patriarchats spielt eine zentrale Rolle in der Inszenierung der Frau als Opfer:

"Das Patriarchat ist das weltweit vorherrschende System der Unterdrückung und Ausbeutung von Frauen und Mädchen."

Oder die profeministische Botschaft:

"Wir leben in einer patriarchalen Welt, in der Männer Gesetze geschaffen haben, die Männer Nutzen bringen auf Kosten der Frauen."

Die feministische Behauptung einer angeblich Jahrtausende bestehende Schreckens­herrschaft eines Männer­kollektivs über die Frauen als Kollektiv wird rhetorisch immer wieder vorgebracht, meist im Zusammenhang mit Entmündigung, Unterdrückung, Entrechtung und Versklavung der Frauen:

  • "Natürlich schafft man doch 4000 oder 5000 Jahre Männer­herrschaft nicht in zwanzig Jahren ab!" [8]
  • "Vor dem Hintergrund von 5000 Jahren Männerherrschaft sind natürlich dreißig Jahre nicht viel." [9]
  • "5000 Jahre Patriarchat lassen sich eben nicht so einfach abschaffen. Und wie bei jedem Machtverhältnis ist auch bei dem der Geschlechter die Gewalt der harte Kern der Herrschafts­sicherung. Das ist in Diktaturen so, zwischen Völkern oder Klassen - wie auch zwischen Männern und Frauen." [10]
  • "5000 Jahre Patriarchat, vor 50 Jahren noch die totale Entmündigung der Frau." [11]
  • "Die Historikerin Gerda Lerner beweist in ihrer Forschung über den "Beginn des Patriarchats" 5000 Jahre Entrechtung und Versklavung der Frauen. Das Patriarchat ist immer noch nicht zusammengebrochen, weil es sich nicht nur auf die Gewehrläufe stützt, sondern ebenso auf die Liebe. Die Frauen sind die Einzigen, die mit ihren Unterdrückern Tisch und Bett teilen." [12]
  • "Dreißig Jahre sind ja nur ein Wimpernschlag in der Geschichte nach 5000 Jahren Patriarchat!" [13]

Eine Rolle des Patriarchats beim Schutz der Frauen und als Garant für Frauenbevorzugung aller Art, wie Frauenförderung, Frauenquote, etc. wird vom Feminismus nicht berücksichtigt.

Allerdings wird in der feministischen Argumentation deutlich, dass die angeblich jahrtausendelang bestehende kollektive Unterdrückung der Frauen als Legitimations­basis für eine Diskriminierung der Männer dienen soll. Diskriminierung von Frauen soll nach feministischen Forderungen nach als Unrecht bekämpft und Diskriminierung von Männern als so genannte Gleichstellungspolitik durchgesetzt werden.

Zitat:

«In westlichen Regierungen wie auch in internationalen Organisationen hat sich zusehends ein Staatsfeminismus institutionalisiert, dessen Basis die abstrakte Vorstellung eines "Patriarchats" bildet. Doch sowohl in theoretischer wie auch empirischer Hinsicht ist die These des "Patriarchats" nicht haltbar.

Die konkreten frauen­politischen Konzepte der Gegenwart enthalten eine Weltsicht, in der die Frauen als Opfer innerhalb des umfassenden, aber nicht näher theoretisch gefassten oder erklärten Systems des "Patriarchats" von den Männern beherrscht und diskriminiert werden. Wegen der vermeintlichen Allgemein­gültigkeit dieser Hinter­grund­aussage scheint es dann auch kaum noch notwendig zu sein, die realen Verhältnisse konkret, empirisch, differenziert und ergebnisoffen zu untersuchen.

Auf eine solche wissen­schaft­liche Zielsetzung kommt es dem Feminismus aber gar nicht an. Er benötigt für seine Interessen einen Kampfbegriff, dessen Gehalt höchst vage bleiben mag, wenn er nur als Instrument im Geschlechterkampf verwendet werden kann. Aus wissenschaftlicher Perspektive kann allerdings sowohl in theoretischer wie in empirischer Hinsicht von einem angeblichen "Patriarchat" keine Rede sein (Diefenbach 2012). "Patriarchat" ist ein Kampfbegriff, der politisch nichts zu legitimieren vermag.» - Günter Buchholz[14]

Der Mythos vom Patriarchat

Joan Bitterman:

"Es geht längst nicht mehr um Gleichberechtigung, sondern um Kontrolle. Denn wer überzeugt davon ist, der bessere Mensch zu sein, will nicht mehr nur die Teilhaberschaft an der Macht, er will sie ganz." [15]

Esther Vilar:

"Es waren Männer, die das 'Komplott des Patriarchats' entlarvten. Männer wie Karl Marx[wp], Friedrich Engels[wp], August Bebel[wp], Sigmund Freud[wp], John Stuart Mill[wp], Henrik Ibsen[wp]. Wir Frauen kamen später und haben unter ihre Schlußfolgerungen unsere Unterschrift gesetzt. Als Simone de Beauvoirs Wälzer 'Das andere Geschlecht' erschien, bestand die Neuigkeit darin, daß die männliche Einschätzung der weiblichen Lage zum ersten Mal ausdrücklich - und vor allem ausführlich - von einer Frau gebilligt wurde." [16]

Der Mythos vom türkischen Patriarchat

Der Mann hat das Sagen, die Frau unterwirft sich - so hat man sich nach feministischer Weltsicht das typische Geschlechter­verhältnis in der türkischen und arabischen Familie vorzustellen. Die Jungen sind die Machos, die Maiden die passiven Opfer. Es herrscht das Patriarchat.

Die türkische Psycho­therapeutin Deniz Baspinar stellt diese Sicht in einem ZEIT-Artikel in Frage:

"Die türkische Familie ist alles Mögliche. Sie kann für alle Mitglieder ein Ort von Einheit, Zusammenhalt, Wärme, Herzlichkeit und Liebe sein; aber auch von einzwängendem Liebesdruck, unrealistischen Erwartungen und Vorschriften. Eines ist sie ganz sicher nicht: Sie ist nicht der Ort, an dem die Männer das Sagen haben."

Baspinar hält die Dominanz des Mannes in der türkischen Familie für einen Mythos.

"Viele türkische Frauen nutzen das traditionelle Männerbild für ihre Zwecke: Ihr Mann soll ihre Vorstellungen durchsetzen, die Familie versorgen, stark und unantastbar - 'männlich' - sein. Gleichzeitig aber wird der Mann in einer Kind-Position gehalten - von der eigenen Mutter und von der Partnerin. Es gibt Männer, die nicht entscheiden dürfen, was sie anziehen. Es gibt Männer, die niemals ihrer Mutter widersprechen würden. Es gibt Männer, die mit ihren Eltern zusammenleben und ihren ganzen Arbeitslohn aushändigen."

Eher dominiere die Frau in der türkischen Familie als der Mann. Denn die häusliche Arbeit der Frau sei für die Familie zentral, die Frau genieße das Vertrauen der Kinder und die Hoheit über sie, ihre Söhne würden zu einem verwöhnten, aber ohnmächtig gehorsamen "Ersatzmann" herangezogen.

Für den Sohn macht die Mutter alles. Das hält ihn abhängig und in mancherlei Hinsicht lebensuntüchtig. Er soll stark sein, und in den Augen der Mutter ist er es auch - aber draußen im Leben braucht es Tüchtigkeit, um stark zu sein, und auf solche Tüchtigkeit zielt die mütterliche Erziehung nicht - die würde ja Kritik und Druck auf die Söhne erfordern.

"Machoposen, betont dominantes Auftreten und frauen­feindliche Sprüche von heranwachsenden türkisch- oder arabisch­stämmigen Männern sind ein Versuch, die Kluft zwischen erlebter Ohnmacht und Macht­zu­schreibung zu überspielen. Warum sollte eine solche Demonstration von Macht notwendig sein, wenn sie natürlicherweise gegeben wäre in der Familienstruktur?" [17]

Gutmenschen-Propaganda

Der "Kampf gegen das Patriarchat" gehört zum festen Bestandteil des Gutmenschentums wie der "Kampf gegen Rechts".

Männerrat:

"Der Begriff des Patriarchats hat heutzutage eine inflationäre Beliebheit erfahren. Jede und jeder Halbgebildete die/der meint, im Geschlechterdiskurs mitreden zu können, fuchtelt mit dem Patriarchatsbegriff als Waffe gegen die 'böse Männerwelt' herum. Neben den Halbgebildeten kommen die politischen Dummköpfe vor allem in den so genannten Parteien 'links von der Mitte' vor; die in den Parteien 'rechts von der Mitte' leiden unter anderen Krankheiten, die gebets­mühlenhaft an der Patriarchats­trommel drehen, teils um Satisfaktion und Ablass von 'den' Frauen zu bekommen, teils aber nur, um ihre eigenen Aggressionen gegen andere Männer ins politische korrekte Gewand zu verstecken. Der Patriarchats­vorwurf ist zwar wunderbar geeignet, Männer einzuschüchtern und Schuldgefühle bei ihnen zu erzeugen und damit eine Wiederholung dessen zu erzeugen, was der durch­schnittliche Mann als Sohn seiner durch­schnittlichen Mutter zur Genüge über sich ergehen lassen musste. Er taugt aber zu Analyse und Veränderung so wenig, wie ein Fass ohne Boden zum Wasserholen.
Inwieweit es historisch jemals ein Patriarchat gegeben hat, wollen wir hier nicht entscheiden; halbgebildete Menschen, die fest daran glauben, wollen wir hier nicht zu Umkehr bewegen. Doch wer aktuell davon spricht, in Deutschland würde das Patriarchat herrschen, die/der ist entweder ein dogmatisch-esoterischer Antifa-AnhängerIn oder war noch nie auf einem Elternabend in einer Waldorfschule, bei dem das Matriarchat fröhliche Urständ feiert und wo selbst gestandene Männer plötzlich anfangen, Adventskränze zu basteln und in wallenden Kleidern, den Busen züchtig verhüllend, gekleideten antro­posophischen Heils­ver­künderinnen andächtig und demutsvoll zu lauschen." [18]

Wirkweisen des Patriarchats

Zitat:

«Es sollte der schönste Tag ihres Lebens werden, doch was kam war ein Albtraum. Christina K. sitzt mit ihrem Verlobten vor dem Standesbeamten, man bespricht welchen Nachnamen das Paar in Zukunft führen möchte. Christina und Tim sind sich einig: sie wollen ihren Nachnahmen führen. Der Standesbeamte scheint zunächst einverstanden, was die beiden jedoch nicht wissen ist, dass er einen geheimen Alarmknopf unter seinem Schreibtisch betätigt. Als er unter einem Vorwand den Raum verlässt, stürmen mehrere Männer das Büro und zwingen das Paar mitzukommen und in einen Lieferwagen zu steigen, wo sie mehrere Stunden verhört und gefoltert werden. Die Tortur ist erst vorbei als sie einwilligt, seinen Nachnamen anzunehmen. Ihren Freunden und Bekannten gegenüber erfinden sie Ausreden, sagen, dass sie seinen Namen schöner finden - über das Erlebte sprechen sie mit uns zum ersten Mal, anonym.

Ähnliches erlebte auch Petra M. als sie sich entschloss, auf das Tragen von Make Up zu verzichten. Die Maskierten hätten sie in ihrer Wohnung überfallen, ihr stundenlang Schmink­tutorials auf Youtube vorgespielt und sie gezwungen sich "sexy" zu stylen. Während des Interviews trägt Petra M. einen kurzen Minirock und klimpert unseren Reporter mit ihren falschen Wimpern an.

Die Gruppe, die im Geheimen agiert, nennt sich "Patriarchat" und schreitet besonders dann ein, wenn mündige Bürger festlegen, wie ihr Leben gestaltet sein solle. Durch die permanente Bedrohung setze häufig ein stockholmartiger Effekt[wp] ein, bei dem sich die Beteiligten mit ihrer Unterdrückung identifizierten und glaubten, dies sei ihr eigener Wunsch. Häufig erinnern sich die Betroffenen hinterher nicht einmal an die tagelange Folter und die Drohungen. "Frauen sind leider besonders leicht zu beeinflussen", erklärt der Patriarchats­forscher Heinz P.: "Da genügt schon ein eindringlicher Bick des Patriarchats und Frauen sind sofort bereit auf ihre eigentlichen Wünsche und Ziele zu verzichten und sich unterzuordnen."

Sollten Sie sich fragen, ob auch Sie vom Patriarchat bedroht wurden, erkennen Sie dies daran, dass Sie sich in einem oder mehreren Punkten der patriarchalen Geschlechternorm entsprechend verhalten. Eine bewusste Entscheidung in diese Richtung ist unseren Recherchen zufolge nicht möglich, sondern in jedem Fall zwingend auf patriarchale Interventionen zurück­zuführen.»[19]

Zitate

Zitat:

«Ich gehöre zu dem Teil des Patriarchats, das die [so] genannte Helferindustrie mit seinen Steuergeldern finanziert. Die muss man erstmal mit täglicher Arbeit verdienen.» - Der Stadtfuchs[20]

Zitat:

«Englisches Original:

The "patriarchy" is a conspiracy theory on the magnitude of the Protocols of the Elders of Zion[wp].

Deutsche Übersetzung:

Das "Patriarchat" ist eine Verschwörungstheorie von der Größe der Protokolle der Weisen von Zion[wp][21]
Zitat:

«Patriarchate sind immanent schwulenfeindlich - HomoWiki[22]

Zitat:

«Der Glaube an DAS PATRIARCHAT setzt DIE Männer in einen Klassen­gegen­satz gegen DIE Frauen, macht Empathie von Frauen, der unterdrückten Klasse, mit einem Mann = Angehöriger der sie unter­drückenden Klasse, zum Klassenverrat, zu einem moralischen Übel, zu einem Laster.» - Alexander Roslin[23][24]

Zitat:

«Hier haben wir klassische Elemente, die in der Tat auch sonst häufig genutzt werden:

  • Es erfolgt ein Outgrouping[wp], hier in dem die Männer und die Frauen als Gruppen mit unter­schied­lichen Interessen dargestellt werden
  • Die gegnerische Gruppe handelt böse (siehe "Mythos des puren Bösen")
  • Die eigene Gruppe ist gut, ist damit unschuldig und rechtschaffen
  • Die Bösartigkeit der gegnerischen Gruppe rechtfertigt es, diese mit allen Mitteln zu bekämpfen, ohne das man sich den Vorwurf machen lassen muss, selbst böse zu sein. Die Rechtfertigung kann dadurch ausgebaut werden, dass dieses Handeln einem von der anderen Seite aufgezwungen wird.

Die "Wir waren einfach zu gut dafür, dass die so böse sind"-Verteidigung ist ein guter Weg, sich selbst mehr zu erlauben. Deswegen ist es auch so wichtig in einer solchen Ideologie das Feindbild stark zu überhöhen und auszubauen - es muss eben ein Patriarchat her oder irgendeine andere Verschwörung. [... Dieser] Mechanismus [...] hat [...] im Gender-Feminismus einen umfassenden theoretischen Unterbau erhalten, der kaum genannt wird und wenn er genannt wird, schnell lächerlich gemacht wird.» - Christian Schmidt[24]

Literatur

  • Pdf-icon-extern.png Das Patriarchat. Bedeutung, empirischer Gehalt, politische Verwendung.[ext] - Dr. habil. Heike Diefenbach, 2012 (30 Seiten)

Einzelnachweise

  1. Interview - Zaimoğlu: "Muff unter den Talaren bei den Türken: Wir müssen aufräumen!", Deutsch-Türkische Nachrichten am 3. März 2012
  2. 2,0 2,1 Wikipedia: Patriarchat (Soziologie)
  3. Elke Hartmann[wp]: Pdf-icon-extern.png Zur Geschichte der Matriarchatsidee[ext] - Antrittsvorlesung Humboldt-Universität zu Berlin 2. Februar 2004 (S. 3)
  4. Flaschenpost aus dem "Volksheim", Geiers Notizen am 14. Januar 2011; Nachlegt: Causa Hüls, Geiers Notizen am 25. Juni 2011
  5. Despoten wie Du und ich, Geiers Notizen am 5. August 2012
  6. Eva Cyba: Patriarchat: Wandel und Aktualität, in: Pdf-icon-extern.png Gender-Report 2013 - Geschlechter(un)gerechtigkeit an nordrhein-westfälischen Hochschulen[ext] - Hrsg. Beate Kortendiek, Netzwerk Frauen- und Geschlechterforschung NRW, 2010 (496 Seiten), S. 15-16
  7. Die Geschichte von Matriarchat und Patriarchat
  8. Alice Schwarzer im Gespräch mit Christiane Grefe, in: Tacheles - Das Streitgespräch am Freitagabend, Die Zeit 5/2002
  9. Im Interview zu 30 Jahre Frauenmagazin EMMA, in: Des Widerspenstigen Zähmung. Das Frauenmagazin "Emma" wird 30 - die Erziehung der Männer dauert an., 26. Januar 2007
  10. Zukunft ist menschlich, Alice Schwarzer in EMMA 1/2000, veröffentlicht in "Alice im Männerland - eine Zwischenbilanz" (Kiepenheuer&Witsch, 2002)
  11. Die kluge Frau lässt Machos aussterben, St. Galler Tagblatt, 29. März 2007
  12. Ich bin es leid, eine Frau zu sein, 4. Dezember 2003
  13. Heute schlauer - und subversiver. Emma-Gründerin Alice Schwarzer und der Wandel im öffentlichen Bewusstsein., Hamburger Abendblatt, 26. Januar 2007
  14. Günter Buchholz: Gleichstellungspolitik an Hochschulen, Cuncti - Streitbar am 24. Juni 2012
  15. Joan Bitterman: "Rettet die Männer. Frauen machen kaputt.", Nymphenburger 1991, ISBN 3-485-00642-4, S. 104
  16. Esther Vilar: Heiraten ist unmoralisch. Bastei Lübbe 1994, ISBN 3-785-70745-2, S. 175f.
  17. Der Mythos vom türkischen Patriarchat, 5. Dezember 2010; Deniz Baspinar: Einwandererfamilien: Der Mythos vom türkischen Macho, Die Zeit am 1. Dezember 2010
  18. Männerrat: Patriarchat
  19. Aufgedeckt: Patriarchat bedroht Bürger_innen!, ErzählMirNix am 20. August 2013
  20. Kommentar von Stadtfuchs am 1. Oktober 2014 um 14:52 Uhr
  21. TrishRan on February 10, 2015 at 02:26
  22. HomoWiki: Verrat am Patriarchat, Version vom 14. Mai 2007
  23. Alexander Roslin am 19. November 2014 vom 7:43 Uhr
  24. 24,0 24,1 Christian Schmidt: Outgrouping und Feindbildaufbau sowie die Rechtfertigung des eigenen Handelns damit, Alles Evolution am 20. November 2014

Netzverweise