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rechts

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Im Bräunungsstudio stehen zur Stigmatisierung des politischen Gegners zehn Etikettierungen bereit:

  1. rechtsoffen
  2. rechtspopulistisch
  3. anschlussfähig nach rechts
  4. Nähe zu rechts
  5. rechter Rand
  6. rechts
  7. rechtsaußen
  8. rechtsextrem
  9. rechtsradikal
  10. Nazi

Rechts zu sein ist in Deutschland keine salonfähige Kategorie des politischen Wettbewerbs. Rechts ist bestenfalls dumm, aber eigentlich gefährlich. Denn der Feind steht rechts. Und Feinde sind überall. Rechts sind Skinheads und Neonazis ("Die Polizei stoppte den Aufmarsch der Rechten"). Rechts sind aber auch alle, die konventionellen Gewissheiten widersprechen: konservative Abtreibungs­gegner, liberale Ökonomen, Wissenschaftler, die an der Klima­katastrophe zu zweifeln wagen. Wer die Befreiung des Irak richtig findet, steht rechts, ebenso einer, der Verständnis dafür hat, dass Israelis sich bedroht fühlen.

Die Rechten sind also alle gleich, ob Ausländer­hasser oder Atomkraft­befürworter, Markt­wirtschaftler oder Nazis. Das Allensbacher Institut für Demoskopie hat im Jahr 2004 ermittelt, wie erfolgreich der Begriff "rechts" inzwischen diskreditiert wurde. Wenn Bundesbürger das Wort "rechts" hören, dann denken sie vor allem an "radikal" (71 Prozent), "gewalt­tätig" (67 Prozent), "Bedrohung" (63 Prozent) und "Dummheit" (50 Prozent). Selbst Politiker der Unions­parteien geben das Etikett "rechts" unauffällig an der Garderobe ab.

Nun könnte man darauf hinweisen, dass links im historischen Zusammenhang den Wert der Gleichheit in den Vordergrund stellt, während man "rechts" individuelle, soziale und kulturelle Eigen­tümlich­keiten bewahrt sehen möchte. Es geht also nicht um gut und böse, sondern um konkurrierende Weltsichten. Dies führt zu einem Déjà-vu-Erlebnis der umgekehrten Art. Wer in den Sechziger- und Siebziger­jahren jung und links war, bekam stets zu hören: "Geh doch nach drüben!" Er konnterte zumeist mit einem kleinen Vortrag über den Unterschied zwischen realem und wahrem Sozialismus, führte geduldig aus, dass Stalin[wp] Tausende aufrechter Linker ermordet hat, Ulbricht[wp] jeden Ansatz von demokratischem Sozialismus unterdrückte. Links zu sein, so wurde der Gegner aufgeklärt, hieße keinesfalls, totalitäre Regime zu rechtfertigen. Doch Differenzierung half nichts. Links war im Osten hinter der Mauer.[1]

Umgang mit dem Begriff "rechts"

Zitat:

«Der Soziologe Walter Hollstein stellt Gesterkamps Ergebnisse infrage: "Gesterkamp belege weder, wie er zu seinen Daten und Ergebnissen gekommen sei, noch lege er Auswahl­prinzipien für seine Untersuchung vor. Methodische Überlegungen fehlten ebenso wie eine inhaltliche Aus­einander­setzung mit den Argumenten der von ihm attackierten Publizisten und Wissen­schaftler. Ferner werde an keiner Stelle definiert, was "rechts", "rechtsextrem" oder "rechter Geschlechter­kampf" eigentlich sei. Vorbehalte gegen den Feminismus zu äußern sei aber weder Sakrileg noch Angriff auf das Grundgesetz, vielmehr in jeder Hinsicht legitim.[2] Der Verfassungs- und Völker­rechtler Ingo von Münch[wp] schloss sich Hollsteins Kritik an.[3]»

Zitat:

«Als rechts gilt heute, wer einer geregelten Arbeit nachgeht, seine Kinder pünktlich zur Schule schickt und der Ansicht ist, dass sich der Unterschied von Mann und Frau mit bloßem Auge erkennen lässt.» - Konrad Adam[wp] auf dem Parteitag der AfD im Juli 2015[4]

Zitat:

«Wer also für seine bürgerlichen Rechte eintritt ist "rechts"? Recht wie "rechts", wer auf sein Recht besteht ist "rechts" - soll das so verstanden werden? Das ist doch Blödsinn.

Lucke[wp] wollte jede bürgerliche Strömung in der AfD unterdrücken und zusammen mit dem Neoliberalen Henkel die AfD zu einer "Alternative für die FDP" umstricken. Entgegen des früheren Parteitag­beschlusses verriet er später im EU-Parlament die Basis, in dem er gegen die Weisung jener Basis im EU-Parlament doch für Sanktionen gegen Russland stimmte und seine anfänglichen Ideen, den Euro wieder abschaffen zu wollen, kehrte er auch leise und heimlich schnell wieder unter den Teppich.

Wenn die AfD eine Alternative sein will, muß sie auch für alternative politische Inhalte stehen. Der Bürger muß hier im Mittelpunkt stehen. Tut er das nicht, wäre die AfD nur eine weitere überflüssige Partei, wie die, die schon im Bundestag vertreten sind und die braucht man alle nicht.

Die wirtschaftliche Schieflage, erzwungen durch die Verträge von Maastricht (Euro) und Lissabon, die geplante Zerstörung der nationalen Kulturen Europas durch Migranten­ströme, das Besatzungsdikat der USA, Gender-Mainstream-Kult, das sind alles Themen, die angesprochen und debattiert werden müssen, anstatt sie mit "rechts" zu diffamieren.»[5]

Rechtes und linkes Denken

Zitat:

«Definition:

"Linkes Denken"
Linkes Denken ist Denken von der Zukunft her, d. h. das Entwickeln einer Utopie[wp], die angestrebt wird, weil sie eine Verbesserung gegenüber der Gegenwart sein soll.
"Rechtes Denken"
Rechtes Denken ist Denken von der Vergangenheit her, d.h. aus der Erfahrung heraus wird erklärt, warum die Gegenwart so ist wie sie ist und was die Grundlagen für das Funktionieren eines Gemeinwesens sind.

In einer idealen Demokratie nun würden Linke ihre Ideen vorstellen und Rechte würden sie auf Machbarkeit überprüfen bzw. auf Gefahren/Nachteile hinweisen. Das Volk, der Souverän, der die große politische Mitte darstellt, würde nach einer Chance-Risiko-Analyse entscheiden. Hier nun entsteht ein Problem für Linke, denn zu großen Veränderungen kommt es nur, wenn die Chancen groß und die Risiken klein sind, denn das Volk entscheidet vernünftigerweise nach diesem Vorsichts­prinzip.

Gelöst haben Linke dieses "Problem" im wesentlichen durch:

  • Die vermittelte Demokratie:
    Das Volk entscheidet nicht direkt über Gesetze, sondern kann nur Parteien wählen. Parteien stellen Abgeordnete; diese wählen Regierungen, diese diese stellen Verteter an internationalen Organisationen (UNO, EU), dort werden in kleinen Zirkeln neue (d. h. linke) Richtlinien beschlossen, z. B. Gender Mainstreaming, die die nationalen Parlamente nur noch umsetzen dürfen, aber nicht verweigern können.
  • Die Besetzung strategisch wichtiger Positionen:
    Gemeint ist hier der "Marsch durch die Institutionen" der 1968er, die gezielt zuerst Universitäten (v. a. die Geistes­wissen­schaften) eroberten. Von da aus besetzen sie Schulen, die Presse und in immer stärkeren Maße auch Justiz und Verwaltung. Von diesen Positionen aus können sie nun das Volk über­proportional stark beeinflussen ("erziehen").
  • Die Diskreditierung von Andersdenkenden:
    Im obigen Sinne rechtes Denken wurde von den Linken recht erfolgreich mit Amoralität verknüpft. Damit mußte man sich nicht mehr mit rechten Argumenten auseinander­setzen, sondern kann mit Verweis auf angebliche böse Hinter­gedanken jegliche Sach­diskussion abwürgen bzw. nur unter linken Prämissen stattfinden lassen. Der große Coup war, dass das 3. Reich und dessen Auswüchse und Monströsitäten als "rechts" etikettiert werden konnten. Analysieren wir aber den Nationalsozialismus anhand obiger Definition, so muss man ihn klar als links einordnen, denn die Nazis strebten schnell eine utopische, noch nie dagewesene Weltordnung an unter Einbeziehung des Sozialismus, der Lieblings­ideologie der Linken des 19. und 20. Jahrhunderts. Sie unterschieden sich von den Kommunisten nur dadurch, dass nicht nur eine bestimmte Klasse, sondern auch eine bestimmte Rasse dominieren sollte.»[6]

Woher kommt rechts

Zitat:

«Ich vertrete schon länger die These, dass die "rechten" (Parteien, Bürger, Meinungen, ...) nicht durch "Rechte", sondern durch "Linke" erzeugt wurden (was für die natürlich eine Horror­vorstellung wäre und als unmöglich abgelehnt wird). Nicht rechtes Gedankengut, sondern quasi eine Notwehr gegen linken Einheitsdruck ist für viele das motivierende, konstituierende, legitimierende Moment. Ich spitze das gerne auf die Aussage zu, dass "rechts­radikal" das ist, was übrigbleibt, wenn die Linken da waren. [...]

Jahrelang hat man die Rede, die Meinung, die Kontroverse mit allen Mitteln unterdrückt (auch Merkels "alternativlos), jeden in eine ultra­rechte Ecke gestellt, der anderer Meinung ist. Wer alle als rechts­extrem beschimpft, darf sich dann eben auch nicht wundern, wenn gerade die als Redner übrig bleiben, die sich an dem Vorwurf nicht stören.» - Hadmut Danisch[7]

Konservativer Charaktertypus

Zitat:

«Rechte stützen sich naturgemäß zu einem erheblichen Teil auf den Charakter­typus des Konservativen und dies wird in dem Moment zum Problem, wo man als Konservativer oppositionell sein müßte, weil die herrschenden Eliten eine Politik des Verrats betreiben. All das, was den Konservativen in normalen Zeiten zu einer wertvollen Stütze von Staat und Gesellschaft macht - Loyalität, konstruktives Denken, Seriosität, Pragmatismus -, macht ihn unter der Herrschaft des Verrats, selbst wenn er ihn kritisiert, zu einer Stütze dieses Verrats und ihn selbst zum Verräter.

Zum konservativen Charakter gehört Status­bewußtsein: die verinnerlichte Selbst­verständlich­keit, daß der Status eines Menschen von dessen Nähe zu den gesellschaftlichen Eliten abhängt. Menschen, die er in der Status­hierarchie als unter ihm selbst stehend wahrnimmt, kann der Konservative nicht als gleich­berechtigt behandeln: Er würde seinen eigenen Status gefährden, wenn er es täte.

Politisch bedeutet dies, daß derjenige, der politisch weiter rechts steht als man selber, wegen seiner deswegen größeren Entfernung zu den Eliten in der Wahrnehmung des Konservativen zugleich einen geringeren sozialen Status hat. Sich von ihm zu distanzieren, ist daher ein Mittel, den eigenen Status zu wahren.

Solidarisch zu sein, hieße, diesen Status zu gefährden. Daher ist es durchaus folgerichtig, daß dieselben Leute, die doch selbst täglich Opfer politischer Diffamierungen sind, ihrerseits Andersdenkende mit derselben Skrupel­losig­keit und demselben Vokabular verleumden, mit dem sie selber diffamiert werden. Es handelt sich um eine Hierarchie des Spuckens und Bespuckt­werdens.

Unbewußt gesteht der Konservative denen, die ihn bespucken, auch wenn er es ungerecht findet, sogar ein gewisses Recht zu, ihn zu bespucken, weil und sofern sie sozial über ihm, d. h. den Eliten näher stehen.

Und so wird seine Reaktion nicht das Aufbegehren sein, sondern der Versuch, den Spucker davon zu überzeugen, daß er den Falschen bespuckt, da er es doch gar nicht verdient habe. Der andere aber – ja, der habe es sehr wohl verdient.» - Manfred Kleine-Hartlage[8]

Gesprächsbereitschaft

Zitat:

«FAZ:

"Die Rechte sucht nicht das Gespräch. Sie grenzt sich selbst aus, um ihre Anhänger bei der Stange zu halten. Ein konstruktiver Diskurs wäre gefährlich. Er würde die Inhalts­losig­keit der Rechten entlarven." - David Schalko [9]

Passt 100 %ig auch auf Feminismus und Gender Studies. Da findet man es aber normal.» - Hadmut Danisch[10]

Einzelnachweise

  1. Josef Joffe, Dirk Maxeiner, Michael Miersch, Henryk M. Broder: Schöner Denken. Wie man politisch unkorrekt ist., Piper Verlag 2008, ISBN 3-492-2536-4; mm, S. 129-130
  2. Walter Hollstein: Sind Männerrechtler "rechts"?, Die Welt am 11. Mai 2010
  3. Ingo von Münch: Rechtspolitik und Rechtskultur: Kommentare zum Zustand der Bundesrepublik Deutschland., Berliner Wissenschafts-Verlag 2011, ISBN 3-8305-1712-2, S. 213-214
  4. Kommentar dazu auf MANNdat-Forum: schade schade, Radfahrer am 6. Juli 2015 - 23:27 Uhr
  5. Diffamierender Artikel, Kommentar am 6. Juli 2015 um 07:09 Uhr auf Heise/Telepolis
  6. WM in A am 29. Juli 2015 um 17:51 Uhr
  7. Hadmut Danisch: Die verhinderte offene Austragung von Streitthemen, Ansichten eines Informatikers am 2. Mai 2016
  8. Manfred Kleine-Hartlage: Die Kultur des Verrats - oder: warum Abgrenzung nach rechts nicht funktioniert, Philosophia Perennis am 21. März 2017 (Linke können sich untereinander bis aufs Messer streiten: Doch im Verhältnis zur Außenwelt herrscht bei ihnen eine Kultur der Solidarität. Auf der Rechten - und daher rührt ein Gutteil ihres Mißerfolgs - herrscht eine Kultur des Verrats.)
  9. David Schalko: Radikalisiertes Österreich: Aufstand der beleidigten Massen, FAZ am 26. Juni 2016 (Die Rhetorik der Rechten überzieht Österreich derzeit mit einer beispiellosen Welle verbaler Barbarei. Woher kommt bloß dieser Hass auf die Emporkömmlinge?)
  10. Hadmut Danisch: Was ist der Unterschied zwischen Österreich und Großbritannien?, Ansichten eines Informatikers am 27. Juni 2016

Querverweise

Netzverweise

Wer ist rechts?