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KenFM

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KenFM
Logo-KenFM.png
Beschreibung Online-Sender
Slogan Meine Zielgruppe ist der Mensch!
Sprachen deutsch
Online seit April 2012
Weitere Infos
Betreiber Ken Jebsen
Flattr KenFM.de
URL kenfm.de
Twitter @teamkenfm

KenFM ist ein freies Presseportal, eine internet-basierte Nachrichtenplattform, die seit 2012 von Ken Jebsen betrieben wird.

Zuvor gab es eine von Ken Jebsen und dem Berliner Medien­unter­nehmen sector_b produzierte deutsche Radiosendung gleichen Namens. Sie wurde von 2001 bis 2011 vom Rundfunk Berlin-Brandenburg[wp], zuletzt jeden Sonntag­nach­mittag von 14 bis 18 Uhr, auf dem Jugendsender ausgestrahlt. Am 23. November 2011 nahm der Sender Jebsens KenFM aus dem Programm, da nach Aussage der RBB-Programm­direktorin Claudia Nothelle[wp] "zahlreiche seiner Beiträge nicht den journa­listischen Standards des RBB entsprachen."[1] Seitdem wird das Format mit Spenden weiterproduziert und auf verschiedenen Internet-Portalen kostenlos angeboten. Nach Darstellung der Produzenten war KenFM eine "progressive Aktions­radioshow", Wahlspruch der Sendung ist Freie Medien für freie Menschen.

Geschichte

Moderator Ken Jebsen -
Foto: ARD/Fritz

KenFM wurde zum ersten Mal am Samstag, dem 28. April 2001, von 6 bis 10 Uhr aus einem Modegeschäft in der Marienstraße in Berlin-Mitte[wp] gesendet. Die Sendung hat mehrmals den Ort gewechselt. Stationen nach dem Modegeschäft waren die Peugeot[wp] Avenue (Unter den Linden[wp], Berlin-Mitte), Mini-Berlin (Friedrichstraße[wp], Berlin-Mitte) und das Sony Center[wp] (Potsdamer Platz[wp] und Berlin-Tiergarten[wp]).

Jede Woche wurde mindestens eine Musikgruppe[wp] vorgestellt, die einige Titel live vortrug. Gelegentlich wurden Schriftsteller, Poetry-Slammer oder andere Künstler aus dem Bereich Alternative[wp] eingeladen.

Zuletzt sendete KenFM regelmäßig aus den Fritz-Studios in Potsdam-Babelsberg[wp]. Zu gelegentlichen Live-Sendungen von anderen Orten kamen aufgezeichnete Sendungen von Ereignissen, die live nicht in die vier Stunden Sendezeit passten oder nicht an einem Sonntag stattfanden. Seit Ende Januar 2006 wurden Ausschnitte aus der Radioshow als Podcast angeboten. Ab Ende März 2006 wurde das Angebot des KenFM-Podcasts um die Playlist auf fritz.de erweitert. Eine Band wurde während ihres Auftrittes gefilmt, ein Video vom Auftritt plus ein Interview mit der Band/den Bandmitgliedern wurde in den Tagen nach dem Auftritt bei FritzTV auf fritz.de veröffentlicht. Außerdem existiert ein YouTube-Channel mit der Bezeichnung "KenFM2008", auf welchem aufgezeichnete Beträge zu finden sind.

Alle zwei bis drei Monate war KenFM das "Amt für Unterhaltung". Während der Sendung konnten Künstler in etwa 15 Minuten auf sich aufmerksam machen.

Trennung vom RBB

Am 6. November 2011 wurde KenFM nicht gesendet. Verweise auf die Sendung KenFM und auf Ken Jebsen wurden vorübergehend von der Homepage des Senders entfernt. Als Grund dafür führte Ken Jebsen an, Henryk M. Broder habe eine Mail an das Programm-Management des RBB geschickt und in dieser unter Bezug auf eine Mail Jebsens an einen Hörer[2] diesem Antisemitismus und Holocaustleugnung vorgeworfen. Ken Jebsen distanzierte sich von diesen Vorwürfen, bestritt jedoch nicht, die Mail geschrieben zu haben.[3][4] Am 7. November 2011 veröffentlichte der Programmchef von Fritz, Stefan Warbeck[wp], eine Stellungnahme, in der es heißt, dass diese Maßnahmen ergriffen worden seien, um "unseren Moderator Ken Jebsen, Fritz und den rbb vor Schaden zu bewahren".[5] Am 9. November entschied der RBB, Jebsen als Moderator weiter zu beschäftigen. Programm­direktorin Claudia Nothelle äußerte jedoch, "dass er in manchen Fällen die Grenze überschritten hat".[6] Er solle in Zukunft politische Themen redaktionell abstimmen und KenFM wieder mehr zu einer Musik­sendung machen sowie journalistische Standards einhalten.[7]

Da nach Angaben des RBB Jebsen wiederholt verbindliche Vereinbarungen missachtet habe, wurde am 23. November 2011 die Zusammenarbeit mit ihm beendet und KenFM abgesetzt.[8] Jebsen wies die Vorwürfe erneut zurück und kündigte die Fortsetzung seiner Sendung KenFM im Internet an.[9]

Neuanfang

In Anlehnung an die Radioshow wird seit dem 1. April 2012 regelmäßig Sonntags 14 Uhr eine als "CamFM" bezeichnete 90-minütige Sendung in Bild und Ton weiter­produziert und auf verschiedenen Video-Portalen kostenlos angeboten. In dieser Sendung werden die meisten der aus dem RBB bekannten Bestandteile übernommen und fortgeführt. Zusätzlich werden unregelmäßig zu aktuellen Themen Audiobeiträge im Internet veröffentlicht. Jebsen finanziert die Sendungen seit der Trennung vom RBB über Spendengelder.[10] Jebsen formuliert diese Art der Finanzierung von journalistischen Inhalten als "nicht embedded[wp]".

Am 5. April 2012 veröffentlichte Jebsen auf dem Youtube-Kanal von KenFM einen 57 Minuten langen Monolog mit dem Titel "Zionistischer Rassismus (jüngstes Opfer: Günter Grass[wp])".[11] Er behauptete, dass die USA und auch die Massenmedien unterwandert von radikalen Zionisten seien. "Es ist eine mediale Massenvernichtungswaffe, die hilft, dass wir seit über 40 Jahren die Fresse halten, wenn im Auftrage des Staates Israel Menschen in Massen vernichtet werden", sagte Jebsen mit Bezug auf die Diskussion um Günter Grass' Gedicht "Was gesagt werden muss[wp]". Israel rotte systematisch die Palästinenser aus, um "Platz für das auserwählte Volk zu schaffen". Broder "hätte im Dritten Reich[wp] einen hervor­ragenden Lager­kommandanten abgegeben." Der Tagesspiegel bezeichnete Jebsen zwei Tage später als Verschwörungs­theoretiker.[12]

Programmbestandteile

  • Presseschlau mit Hans-Günter Meier, einem ehemaligen ambulanten Zeitungsverkäufer
  • mehrere Aktionen zum Thema der Sendung
  • RubriKEN, von Ken Jebsen vorproduzierte Beiträge, in denen Gäste vergangener Sendungen zu Wort kommen (beispielsweise über Berlin, Kino, Fernsehen oder Radio)
  • RückblicKEN, ein Monolog oder Talk mit den Gästen und Redakteuren zu aktuellen (politischen) Themen oder zu historischen Anlässen
  • Kreuzburg, vorproduzierter Beitrag zum Thema der Sendung von Chris Guse[wp]

Blog-Beiträge

Reden

Youtube-Beiträge

Experiment Sportpalastrede

Zitat:

«Am 18. Februar 1943 hielt Joseph Goebbels[wp] seine berühmt-berüchtigte Sportpalast-Rede[wp], um das deutsche Reich auf den totalen Krieg[wp] einzuschwören. Die Redaktion KenFM hat sich diese Rede vorgeknöpft, um aufzuzeigen, wie kurz wir heute wieder an einem faschistischen Super-GAU stehen. Wir haben aus der Goebbels-Rede die damaligen Kampfbegriffe "Judentum", "Russen", "Bolschewismus", "Deutsches Reich" etc. entfernt und gegen die aktuellen Schlagworte ausgetauscht: "Krieg gegen den Terror", "radikaler Islamismus", "Islam", "Moslems", "Naher Osten", etc.

Einzelne Teile der Rede wurden hierbei außen vor gelassen. Zudem wurde die Rede um die Abhör­aktivitäten der NSA ergänzt. Sie, die NSA, dient ausschließlich der Sicherheit der Nation.

Unser Experiment soll zeigen, wie wenig sich die Sprache von damals geändert hat, wenn es darum geht, ein Volk gegen wen auch immer einzuschwören. Diese "aktualisierte" Rede, so behaupten wir, könnte so definitiv von G. W. Bush gehalten worden sein, und ist in den Auszügen, die sich um ein gemeinsames Engagement im Krieg gegen den Terror bemühen, nur einen Müh von Barack Obama 2013 entfernt. Wollt ihr den totalen Krieg gegen den Terror? Im richtigen Rahmen präsentiert, wäre die Antwort des Volkes auch heute ein jubelndes "JA!"

"Wenn der Faschismus wiederkehrt, wird er nicht sagen: 'Ich bin der Faschismus' Nein, er wird sagen: 'Ich bin der Antifaschismus'." - Ignazio Silone, italienischer Schriftsteller» - KenFM über: Wenn der Faschismus wiederkehrt, KenFM am 5. November 2013[16]

Kritik

Einzelnachweise

  1. Antisemitismusvorwürfe: RBB feuert Moderator Ken Jebsen, Spiegel Online am 24. November 2011 (Erst stärkten sie ihm den Rücken, jetzt setzen sie ihn doch vor die Tür: Der RBB trennt sich von seinem umstrittenen Mitarbeiter Ken Jebsen. Der Radiomoderator habe gegen journalistische Standards verstoßen, so die Begründung. Jebsen wies die Vorwürfe per YouTube-Video von sich.)
  2. Henryk M. Broder: "Ich weiss, wer den Holocaust als PR erfunden hat", Die Achse des Guten am 6. November 2011
  3. Youtube-logo.png KenFM über "Ich - ein Antisemit?" - Ken Jebsen
  4. Kurt Sagatz: Holocaust-PR? Antisemitismusvorwurf gegen Fritz-Moderator Ken Jebsen, Tagesspiegel am 19. Dezember 2011 (Der RBB setzt die Sendung KenFM aus, aber nicht ab. Auslöser ist eine wirre Mail von Moderator Ken Jebsen, die in Henryk M. Broders Blog "Die Achse des Guten" für viel Aufregung sorgt. - Via Youtube hat Ken Jebsen inzwischen Stellung bezogen. Broder habe ihn in einer Mail an die Programm­verantwortlichen als "Irren und Antisemiten" bezeichnet. "Ich bin vielleicht irre aber kein Antisemit", erwiderte Jebsen.)
  5. Stefan Warbeck[wp]: "Was ist los mit Ken FM?", Fritz[wp] im November 2011 (Seite nicht mehr erreichbar)
  6. Ken Jebsen bleibt Moderator bei Fritz, Presseservice RBB am 9. November 2011
  7. Ekkehard Kern: Antisemitismus-Vorwurf: Moderator Jebsen muss Themen nun absprechen, Berliner Morgenpost am 12. November 2011 (Interview mit Claudia Nothelle - Radio-Fritz-Moderator Ken Jebsen wird Antisemitismus vorgeworfen. Mit der RBB-Programmdirektorin Claudia Nothelle sprach Morgenpost Online über den schwerwiegenden Verdacht und die Konsequenzen für zukünftige Sendungen.)
  8. Stefan Warbeck gibt Programmverantwortung für rbb-Jugendprogramm "Fritz" ab - rbb trennt sich von Moderator Ken Jebsen, RBB Online am 23. November 2011
  9. Ken Jebsen nach seinem Rausschmiss, Märkische Allgemeine vom 25. November 2011 (broken)
  10. Stefan Strauss: Ex-RBB-Moderator fordert 100.000 Euro: Ken Jebsen gibt nicht auf, Berliner Zeitung am 10. Januar 2012
  11. KenFM über: Zionistischer Rassismus, kenfm.de am 5. April 2012
  12. Nik Afanasjew, Joachim Huber: Ex-RBB-Moderator Jebsen: "Israel will Endlösung für Palästina", Der Tagesspiegel am 7. April 2012
  13. Lieber Ken, das prima Interview mit Herrn Dirk C. Fleck macht sehr nachdenklich. Die gleich­geschaltete Schussfahrt ins Bodenlose nehme ich auch war. Die pessimistische Grundstimmung von Dirk C. Fleck verstehe ich gut, nur irgendwo suche auch ich nach dem Hebel, die Fahrt aufzuhalten. Vernunft ist da keine Bremse, da kollektive Korruption wirksamer ist.
  14. Zeitmarken für dieses Interview:
    0:00:00 Einführung zu Prof. Rothfuß & geographischer Konfliktforschung
    0:01:20 Feindbildgenese - reale und künstliche Feindbilder, Vorstufe der Gewalt
    0:03:10 Die Rolle der Medien beim Herstellen von Realität
    0:10:25 Ethik und Moral in den Medien, emotionaler Bezug zur Tragödien
    0:16:50 Massive Angriffe auf Prof. Rothfuß für seine Vortragsreihe zur Feindbildgenese
    0:20:30 Brauchen einige Menschen Feindbilder? Vernetzung von Wissenschaft und Machtstrukturen
    0:22:25 Werden durchs Bildungs­system Feindbilder aufgebaut? Hinterfragen als Lösungsansatz
    0:27:00 Prof. Rothfuß' Reaktionen auf persönliche Angriffe, Machtkämpfe innerhalb der Universität
    0:30:35 Beliebigkeit von Forschungs­ergebnissen, intersubjektive Fakten & Weltbildbestätigung
    0:35:10 Auseinandersetzung mit 9/11 als Abschluss von Prof. Rotfuß Universitätskarriere
    0:39:55 Endet wissenschaftliche Forschung, wenn sie mit aktueller Geopolitik kollidiert?
    0:43:00 Kann man nur am Ende einer Unikarriere kritischen Themen hinterfragen?
    0:45:10 Öffentliche Vortragsreihe der Uni Tübingen
    0:46:55 Persönliche Erkenntnisse von Prof. Rothfuß durch Konfliktforschung
    0:49:45 Wächst die Bereitschaft zu Feindbildern mit der eigenen Macht?
    0:52:25 Unterschiedliche persönliche Fragen, Kanalisierung von Wut gegen Ignoranz
    0:59:20 Rückblick: Bereitschaft von Studenten in den Krieg zu ziehen 1914 und heute
    1:02:00 Trimmung der Universitäten auf Effizienz, mangelnder Freiraum zum Denken
    1:05:00 Ende des Interviews
  15. "Wenn man weiß, wer der Böse ist, hat der Tag Struktur."

    Dieser Satz stammt von einem der bekanntesten politischen Kabarettisten des Landes, Volker Pispers und führt immer zu garantierten Lachern im Publikum. Dabei handelt es sich bei diesem Satz keineswegs um einen Gag, sondern um eine schlichte Bestandsaufnahme der menschlichen Psyche.

    Menschen, fast alle und fast überall, haben ein Feindbild. Bei einigen wird dieses täglich sichtbar zu schau getragen und prägt das tägliche Verhalten, andere hingegen gehen davon aus, ihre hohe Bildung wäre ein Garant, um nicht selber Opfer des eigenen Feindbildes zu werden.

    Dies ist ein Irrtum. Feindbilder sind oft derart tief in uns verankert und werden, kaum sind wir auf der Welt, von unserem Umfeld derart subtil vermittelt, dass sie auch für Menschen, die auf diesem Gebiet sehr sensibel sind, fast unsichtbar sind.

    Feindbilder haben eine Funktion. Vor allem, wenn man Macht ausüben will. Feindbilder sorgen dafür, Massen zu lenken. Daher ist das Kreieren von Feindbildern die Voraussetzung, wenn man plant, einen Krieg zu beginnen. Vor allem, wenn man es bei der eigenen Bevölkerung mit Menschen zu tun hat, die Krieg vollständig ablehnen. Und doch ist niemand sicher davor, in Mitleidenschaft gezogen zu werden, wenn in seinem Umfeld ein frisch gezimmertes Feindbild greift.

    Schon Joseph Goebbels[wp] empfahl, über den Hebel "Feindbild" auch die Pazifisten in einem Volk mental fit für den Krieg zu machen. Alles, was man tun müsse, sei einen äußeren Feind zu erfinden, und jeden, der diesen Feind nicht bestätigen würde, als Vaterlandsverräter zu brandmarken. Diesem sozialen Druck würde jeder Pazifist früher oder später nachgeben. Ein massiv vermitteltes Feindbild hat also enorme Kraft und ist in der Lage, selbst Weltkriege der Bevölkerung schmackhaft zu machen.

    Aus diesem Grund sind Feindbilder und deren Genese immer auch Forschungs­gegenstand an Universitäten. Feindbilder kann man aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln untersuchen. Aus der Sicht der Psychologie natürlich, aber eben auch im Hinblick, wie Feindbilder in der Geschichte der Menschheit immer wieder variieren. Wie sie in unterschiedlichen Kulturen unterschiedlich eingesetzt werden.

    Prof. Dr. Rainer Rothfuß arbeitet seit vielen Jahren an der Universität Tübingen im Forschungs­bereich Geowissenschaften. In dieser Funktion organisiert er immer wieder Vortragsreihen, die sich mit Feindbildern beschäftigten.

    Rothfuß untersuchte z.B. schlicht die Tatsache, dass die Intoleranz weltweit massiv zunimmt. Der "Clash of Civilizations" in etwa kann Teil eines geopolitisch bewusst gewählten Konfrontations­kurses sein, bei dem es im Kern um Bodenschätze geht. Aber auch religiös motivierte Kriege nehmen zu. Wo immer unterschiedliche Kulturräume aufeinander prallen, kommt es zu Spannungen.

    Nur wie will der Mensch mit diesen Konflikten in Zukunft umgehen? Ist die klassische Form, Krieg, noch eine Option auf einem Planeten, auf dem immer mehr Staaten über Kernwaffen verfügen?

    Der Forschungsgegenstand der "Feindbild­genese" ist hochaktuell und immens wichtig, um das Überleben der Menschheit auf diesem Planeten zu sichern.

    Gerade daher erstaunte die Tatsache, dass Prof. Dr. Rainer Rothfuß im Rahmen dieser Forschung immer wieder Probleme aus dem eigenen Haus bekam.

    Als er Ende 2014 im Rahmen seiner Forschung Wladimir Michailowitsch Grinin[wp], Botschafter der Russischen Föderation, einlud, um dessen Sicht auf die Krim-Krise zu hören - sein Vortrag trug die Überschrift "Wege in eine partnerschaftliche Beziehung zwischen Ost und West: Die Perspektive Russlands" - begann es im Lehrkörper der Uni Tübingen heftig zu brodeln.

    Dieses Brodeln entwickelte sich zu einem heftigen Überkochen, als Rothfuß darauf bestand, auch den Schweizer Historiker Dr. Daniele Ganser einzuladen. Sein Vortrag, den KenFM Anfang Februar veröffentlichte, trug den Titel "Die Terroranschläge vom 11. September 2001 und der 'Clash of Civilizations': Warum die Friedensforschung medial vermittelte Feindbilder hinterfragen muss".

    Die gesamte Vortragsreihe von Rotfuß war extrem erfolgreich.
    http://www.tuepps.de/events/view/date/1421622000/id/116180

    Dennoch wird sich der Mann endgültig von der Universität Tübingen verabschieden. Er kann es nicht länger hinnehmen, dass an deutschen Universitäten Forschung, wenn diese gesellschafts­politisch brisant ist, behindert wird.

    Wir trafen Prof. Dr. Rainer Rothfuß am 15.12. in Tübingen, um mit ihm nach dem Vortrag von Daniele Ganser ein Interview über die Motive seiner Arbeit zu führen.

    Obwohl das Gespräch nachts um zwei Uhr geführt wurde, erlebten wir einen extrem wachen Geist, der vor die Entscheidung gestellt, moralisch einzuknicken und Karriere machen oder Rückgrat bewahren und einen Knick der Karriereleiter hinzunehmen, nie auf die Idee kommen würde, die eigenen Ideale die der Geisteswissenschaften zu verraten.
  16. KenFM's Experiment: Die Sportpalast-Rede interaktiv

Querverweise

Netzverweise

Autoren auf KenFM


Dieser Artikel basiert auf dem Artikel KenFM (4. November 2012) aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. Der Wikipedia-Artikel steht unter der Namensnennung - Nicht-kommerziell - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported (CC BY-NC-SA 3.0). In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar, die vor Übernahme in WikiMANNia am Text mitgearbeitet haben.