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Rainer Mausfeld

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Hauptseite » Personen-Portal » Rainer Mausfeld Bei Namensgleichheit siehe: Rainer

Rainer Mausfeld
Rainer Mausfeld.jpg
Geboren 22. Dezember 1949
Beruf Psychologe

Rainer Mausfeld (* 1949) ist ein deutscher Psychologe und Hochschullehrer. Er studierte Philosophie und Mathematik.

Veröffentlichungen (Auswahl)

Artikel

Vorträge

Interviews

Antiromanismus, Antiamerikanismus und Antigermanismus

Zitat:

«Wie identifizieren wir in einer Kausalanalyse die Hauptfaktoren? Das ist relativ einfach. Wenn ein Land eine Supermacht ist, hat sie einen entsprechenden Einfluss, dann gibt es gute Gründe den Blick auf sie zu fokussieren.

Gehen wir mal tausend Jahre zurück. [...] Wenn wir uns fragen, wann wurde eigentlich Folter im Rechtssystem verankert, dann sagen Historiker, lasst uns das Römische Reich ansehen, das war das einflussreichste Imperium der damaligen Zeit. Es wäre absurd zu sagen, das sei ja Antiromanismus, wir müssten uns doch fragen, was haben eigentlich die Dänen gemacht, und die Goten, und die Langobarden, und die Alemannen... Das kann man zwar auch alles untersuchen, aber es ist normales Vorgehen in der Geschichts­wissen­schaft zu sagen, was war die dominierende Macht zu der damaligen Zeit, und die schauen wir uns an, um besser zu verstehen, wie die Machtlinien laufen.

Konzepte wie "Antiromanismus" oder "Antiamerikanismus" hat es immer gegeben, waren aber immer nur Propaganda-Konzepte von Imperien. Damit wollte man eine Kritik verhindern. Das Konzept "Antiamerikanismus" ist also ein Propaganda-Konzept, war es immer. [...] In der Regel soll es jemanden marginalisieren. [...]»[4]

Zitat:

«Konzepte wie "Antiromanismus" oder "Antiamerikanismus" hat es immer gegeben, waren aber immer nur Propaganda-Konzepte von Imperien[wp]. Damit wollte man eine Kritik verhindern. Das Konzept "Antiamerikanismus" ist also ein Propaganda-Konzept, war es immer. [...] In der Regel soll es jemanden marginalisieren. [...] Wenn jemand als Antiamerikanist gebrandmarkt ist, hat er keine verantwortliche Position. Wenn ein Geschichts­wissen­schaftler sich intensiv mit dem Römischen Reich beschäftigt, würde man nicht sagen, der sei Antiromanist. [...] Das Konzept ist in sich selbst unsinnig, weil es nicht darauf zielt, (einzelne) Mitglieder einer (kulturellen, nationalen, religiösen) Gruppe kollektiv haftbar zu machen. [...] Sondern die Kategorie, um die es geht, ist eine Täter-Kategorie "Unterdrücker". Diese Kategorie ist eine moralische Kategorie, wenn jemand Täter ist, Unterdrücker oder Folterer. [...] Hier geht es darum, eine Täter-Kategorie von Unterdrückern und Unterdrückten zu identifizieren und nicht, DIE Amerikanier für irgendetwas haftbar zu machen.»[5]

Zitat:

«Antiamerikanismus ist ein Propagandabegriff. [...] Sie finden solche Begriffe wie Antiamerikanismus immer nur von Imperien. In der Sowjetunion gab es "antisowjetische" Umtriebe. Da kam man ins Irrenhaus, weil man sich nicht vorstellen konnte, dass man dagegen sein kann. Das war "antisowjetisch". In den USA gab es zur McCarthy-Zeit[wp] intern "antiamerikanische" Umtriebe. Das sind Begriffe, die finden Sie nur in Imperien. Es gab im spanischen Kolonialreich, gegen einen der ersten Whistleblower[wp], de Las Casas[wp], der berichtet hatte, wie gemetzelt wurde in Amerika, gab es ein Verfahren wegen "antispanischer" Propaganda. Es sind immer nur Imperien, die sich dieses Begriffs bedienen. Niemand käme auf die Idee, wenn Sie Luxemburg-Leaks[wp] betrachten, zu sagen, das sind ja "anti-luxemburgische" Umtriebe. Das wäre lächerlich. [...]

Im Spiegel gab es eine sehr bezeichnende Überschrift "Europäische Politiker fürchten den Zorn der USA".[6] [...] Stellen Sie sich eine ähnliche Überschrift in den USA vor: "Amerikanische Politiker fürchten den Zorn der Deutschen". Die ist undenkbar. Da ist also eine Asymmetrie. Und diese Asymmetrie ist so gigantisch, wenn wir da einen Vergleich machen, der immer sehr erhellend ist, zum Feudalismus. Da gab es Leute, die waren zur unbedingten Loyalität dem Lehnsherren gegenüber mit Rat und Tat verpflichtet. Im Feudalismus[wp] nannte man sie Vasallen[wp]. [...]»[7]

Zitate

  • "Angsterzeugung ist ein ganz wichtiger Teil des politisches Geschäfts." [8]
  • "Kognitive Techniken des Meinungsmanagements: wichtiger als die affektive Steuerung sind natürlich Meinungen. Meinungen sind stabiler als Affekte, also hat man Techniken entwickelt, wie man Meinungen in geeigneter Weise steuern kann:
    • Deklariere Fakten als Meinungen
    • Fragmentiere die Darstellung eigentlich zusammen­hängender Fakten dergestalt, dass der Sinn­zu­sammenhang (z. B. geschichtliche Kontinuität) verlorengeht
    • Dekontextualisiere Fakten
      dadurch werden Fakten aus dem Zusammen­hang gerissen, der allein ihr Verständnis erlaubt und werden zu isolierten "Einzelfällen" ohne moralische und politische Implikationen
    • Rekontextualisiere Fakten
      dadurch werden Fakten in einen fremden Sinn­zusammen­hang eingebettet, der sie als etwas anderes erscheinen lässt, als das, was sie tatsächlich sind, so dass z. B. Folter und schwere Menschenrechts­verletzungen ihre natürliche Empörungsfunktion verlieren"[9]
  • "Die Entwicklung der "Weißen Folter"[wp] und Demokratie gehen Hand in Hand. Folter wird unsichtbar gemacht."[10]
  • "Demokratie geht nur mit Propaganda. Propaganda ist ein zentraler Bestandteil von Demokratie."[11]

Einzelnachweise

  1. Mitschrift: "Warum schweigen die Lämmer?", Teil 1, Teil 2, NRhZ-Online
  2. Jungs und Mädchen: (leicht gekürztes) Transskript
  3. "Der Kieler Psychologie-Professor Rainer Mausfeld hat Mitte 2015 einen bemerkenswerten Vortrag gehalten, den sich jeder anschauen sollte, der sich fragt,
    warum die Dinge gerade so laufen, wie sie laufen.

    Warum haben wir das Gefühl, dass die "Demokratie" seit Jahren bröckelt?
    Warum ist ausgerechnet die "Demokratie" für die Eliten ein hervorragendes Instrument zum Macht-Erhalt? Warum ist die Masse wie gelähmt?
    Warum erkennen wir die Sinn­zu­sammen­hänge von politischen Ereignissen und Vorgängen nicht mehr?
    Warum wird die Masse systematisch verblödet, und warum kann das so ungehindert geschehen?
    Warum werden gravierende Ereignisse für uns plötzlich unsichtbar?
    Und wie lassen sich die Medien in diesem Spiel instrumentalisieren?

    Das Bemerkenswerte ist, dass Mausfeld seinen Vortrag in bester akademischer Tradition hält: nüchtern, sachlich, philosophisch abstrakt, ja fast staubtrocken. Seine Stärke: die bescheidene Haltung des weisen Mannes, dessen Waffe der klare Gedanke und das präzise Wort sind.
    Jeder Satz enthält eine verdichtete Erkenntnis!" - WGvdL-Forum: Micha am 13. Dezember 2015 - 17:39 Uhr
  4. Youtube-logo.png Warum schweigen die Lämmer? - Der Neoliberalismus ist das geplante endgültige Ende der Demokratie - Rainer Mausfeld (Vortrag im Dietrich-Bonhoeffer-Haus zu Aachen am 22. April 2016) (Länge: ab 35:50 Min.)
  5. Youtube-logo.png Warum schweigen die Lämmer? - Der Neoliberalismus ist das geplante endgültige Ende der Demokratie - Rainer Mausfeld (Vortrag im Dietrich-Bonhoeffer-Haus zu Aachen am 22. April 2016) (Länge: ab 38:00 Min.)
  6. Markus Becker: TTIP-Leak: Europas Politiker fürchten den Zorn der USA, Spiegel Online am 2. Mai 2016
  7. Youtube-logo.png KenFM im Gespräch mit: Prof. Rainer Mausfeld - KenFM (5. August 2016) (Länge: ab 47:00 Min., ab 49:00 Min., ab 53:47 Min.)
  8. Youtube-logo.png "Warum schweigen die Lämmer? Psychologie, Demokratie und Empörungsmanagement" - Techniken des Meinungs- und Empörungs­managements (Vortrag an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel am 22. Juni 2015) (Länge: 21:10-22:00 Min.)
  9. Youtube-logo.png "Warum schweigen die Lämmer? Psychologie, Demokratie und Empörungsmanagement" - Techniken des Meinungs- und Empörungs­managements (Vortrag an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel am 22. Juni 2015) (Länge: 22:30-23:45 Min.)
  10. Youtube-logo.png Warum schweigen die Lämmer? - Der Neoliberalismus ist das geplante endgültige Ende der Demokratie - 17. Aachener Friedenstage (Vortrag im Dietrich-Bonhoeffer-Haus zu Aachen am 22. April 2016) (Länge: 24:00-24:50 Min.)
  11. Youtube-logo.png Warum schweigen die Lämmer? - Der Neoliberalismus ist das geplante endgültige Ende der Demokratie - 17. Aachener Friedenstage (Vortrag im Dietrich-Bonhoeffer-Haus zu Aachen am 22. April 2016) (Länge: 29:00-29:17 Min.)

Querverweise

Netzverweise