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Feminismus basiert auf der Verschwörungstheorie, Männer auf der gesamten Welt hätten sich kollektiv gegen die Weiber verschworen, um sie zu unterdrücken, zu schlagen, zu vergewaltigen und auszubeuten. Feministinnen bekämpfen Ehe und Familie, weil die bürgerliche Familie das Feindbild ist. Frauen werden kollektiv als Opfer inszeniert und Männer als Täter denunziert. So manifestiert sich ein Ressentiment gegen alles Männliche bis hin zum offenen Männerhass. Dies bewirkt eine tiefgreifende Spaltung der Gesellschaft, die es zu überwinden gilt.

Christoph Hörstel

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Christoph Hörstel
Christoph Hoerstel.jpg
Geboren 1956
Beruf Journalist
AbgeordnetenWatch Christoph Hörstel
URL christoph-hörstel.de
Twitter @HoerstelC

Christoph R. Hörstel (* 1956) ist ein deutscher Journalist und PR-Berater. Er berichtete von 1985 bis 1999 unter anderem für die ARD aus Afghanistan, Pakistan und Kaschmir.

Christoph R. Hörstel ist Enkel des Rechtsanwalts Walter Hörstel, der einstmals dazu gezwungen war, sich seinen "Arierpass" zu stehlen und zu fälschen, um in Deutschland überleben zu können. Christoph R. Hörstel hat nach dem Wehrdienst eine Ausbildung bei der Deutschen Bank und ein Studium in München absolviert: Sinologie und Romanistik (Französisch, Spanisch) sowie Marketing­strategie an der Universität Basel.

Ab 1985 war er beim ARD-Fernsehen als Sonder­korrespondent und Nach­richten­moderator mit 2.500 live-Sendungen, sowie als leitender Redakteur. Ab 1999 wechselte er zu Siemens (mobile division) als Leiter der Bereichs­kommunikation und gründete 2001 die Regierungs- und Unternehmens­beratung "Hörstel Networks" in München.

Hörstel gilt in Politik und Medien aufgrund seiner 23 Jahre Erfahrung aus erster Hand in Afghanistan and Pakistan als Experte für Afghanistan, Islamismus und Terror. In Afghanistan und Pakistan war er auch als Regierungs­berater tätig. Weitere Einsätze führten Hörstel in den Irak (Herbst 2003) und Iran (Sommer 2005). Im Frühjahr 2006 begann Hörstel seine Tätigkeit als Coach für ausgewählte Führungskräfte der deutschen ISAF-Truppe im Fach "Landeskunde Afghanistan".

Im Wintersemester 2006/7 lehrte Hörstel am "Institut für Friedens­forschung und Sicherheit" der Universität Hamburg zum Thema: "Terror-Mediation am Beispiel Afghanistan". Im Oktober 2007 veröffentlichte er sein Buch "Sprengsatz Afghanistan: Die Bundeswehr in tödlicher Mission", dem im September 2008 das Buch "Brandherd Pakistan: Wie der Terrorkrieg nach Deutschland kommt" folgt.

Christoph R. Hörstel ist verheiratet, hat zwei Töchter und lebt in München.[1]

Interviews

MM: Sehr geehrter Herr Hörstel, bis vor zwei Jahren saßen Sie im Beirat der Deutsch-Arabischen-Gesellschaft[wp] (DAG). Heute tun Sie das nicht mehr. Können Sie uns die Umstände etwas genauer erläutern?
Hörstel: Ich bin nicht mehr Mitglied der DAG, seit mich der Vorstand auf Betreiben der Bundesregierung beim Präsidenten Wiesheu (Lobbyist der Bahn AG) aus dem Beirat entfernt hat. Die Bundesregierung hat dies im Frühjahr 2006 unternommen, nachdem ich für ein Mitglied der Hamas[wp]-Regierung Bundestags­kontakte in Deutschland organisiert hatte. Die Reise des parteifreien Flüchtlings­ministers Atef Adwan in die Bundesrepublik ging damals durch die Presse. Während der Reise erklärte die Bundesregierung Herrn Adwan zur "persona non grata". Ich habe dann erklärt, dass ich die Palästina-Politik der Bundesregierung mit politischen Mitteln zertrümmern helfen werde, bis sie in kleinen Stücken am Boden liegt - restlos. Dies tue ich, weil die Politik der Bundesregierung besonders im Kontakt mit manchen muslimischen Ländern oder Problemzonen permanent das Völkerrecht missachtet. Ich schulde es mir selbst als Christ und Deutscher, dieses ekelhafte Treiben nicht länger zu dulden.

Nun, wenn sowohl die USA als auch Israel die Hamas als terroristische Vereinigung einstufen, konnten Sie sich dann ernsthaft vorstellen, dass eine Bundesregierung, noch dazu die aktuelle, eine als "Terroristen" eingestufte Person willkommen heißt?

EU-Außenpolitiker Javier Solana hatte erklärt, er könne die Hamas nicht als Terror-Organisation einstufen, weil sie zu wenig Terror-Akte begehe. Flüchtlings­minister Atef Adwan, den ich für einen charakter­vollen feinen Mann halte, ist nicht einmal Mitglied der Hamas. Wegen der völker- und menschenrechts­widrigen Politik Israels gegenüber der demokratisch gewählten Palästinenser-Regierung kam Adwans Besuch bei uns in Deutschland damals einem humanitären Notruf gleich, da hätten wir Deutsche auf doppelter Grundlage zeigen können, dass wir aus der Nazizeit gelernt haben: Kein Krieg mehr von deutschem Boden aus, kein Rassismus, keine Unterdrückung, keine Benachteiligung bestimmter Religionen oder ihrer Gläubigen. Das erwarte ich von jeder Bundesregierung - andernfalls hat sie die Berechtigung zur Amtsausübung verloren: Nach dem deutschen Grundgesetz und völlig unabhängig vom Wahlergebnis.

Ihre zunehmend öffentlich geäußerte Kritik an der Nahost-Politik Deutschlands bzw. der Politik gegenüber Muslimen bezieht sich ja nicht nur auf Palästina, was passt Ihnen grundsätzlich nicht?

Meinen politischen Freunden und mir und vielen Menschen in der ganzen Welt passt nicht, dass wir grundsätzlich - und seit Schröder zunehmend - nicht mehr nach der ethischen Grundlage unserer Außenpolitik fragen, sondern nach den Wünschen von US-Regierungen. Wir fragen auch nicht, ob wir unseren Freunden im Ausland, USA, Nato etc., statt durch Militär­einsätze wie in Afghanistan, Kongo oder anderswo nicht besser dienen könnten, indem wir ihnen zeigen und sagen, wie sehr ihre Politik ihren eigenen besten Interessen langfristig schaden muss. Das muss man gar nicht offen tun. Und man könnte den Worten auch gute Gesten der Freundschaft und Solidarität folgen lassen. Ein Beispiel: Überall in der Welt vergiften die USA mit Uranwaffen tausende und zehntausende Menschen: auf dem Balkan, im Irak, in Afghanistan. Im Libanon taten es offenbar die Israelis. Schreckliche Missbildungen bei Kindern sind die Folge, Genschädigungen über Generationen hin. Wir könnten uns daran machen, diese schlimmen Folgen lindern zu helfen - übrigens durchaus auch in den Familien der amerikanischen und israelischen Soldaten, die von ihren allem Anschein nach verbrecherischen Vorgesetzten offenbar dazu missbraucht wurden, diese Waffen einzusetzen - und dann selbst kontaminiert werden.

Welche Versäumnisse werfen Sie der deutschen Politik vor?

Ich zähle auf: Unser Versäumnis in Tschetschenien, wo wir unserem guten Freund Putin helfen könnten, nicht sein eigenes russisches Haus mit seinen nicht wenigen muslimischen Bewohnern anzuzünden - und ohne Sicherheits­abstriche für sein Land einen klugen und menschen­würdigen Weg zu gehen. Unser Versäumnis in Kaschmir, wo durch eine verbrecherische britische Grenzziehung schon drei bis vier Kriege geführt wurden - und bis heute Mord und Folter an der Tagesordnung sind. In Afghanistan, wo wir uns an einem ekelhaften Verbrechen der US-Regierung auf der Grundlage eines weltweiten mörderischen Großbetrugs beteiligen: dem angeblichen Attentat vom 11. September, das doch m. E. die CIA unter ihrem ehemaligen Chef George Tenet[wp] maßgeblich mitorganisiert hat. Auf der Grundlage dieses geschichtlich ziemlich einmaligen Betruges erlaubt sich die USA weltweite Kriegführung, zwingt ihre NATO-Verbündeten mit hinein - und stößt so die ganze Welt an den Abgrund eines Flächenbrands. Dabei gibt es doch gerade in den USA viele couragierte Menschen, die da nicht mehr mittun wollen. Warum unterstützen wir ihre auf­opferungsvolle Arbeit nicht besser? Von den Schwierigkeiten der Muslime auf den Philippinen, in Thailand und anderswo will ich hier gar nicht sprechen, das führt zu weit. Aber warum müssen wir eigentlich dauernd Pakistan haftbar machen für unsere neokolonialistische Politik - und dieses grundsätzlich freundliche und friedliche Volk immer wieder in blutige Probleme stürzen?

... und Iran?

Was hat uns eigentlich der Iran getan, ein Land, in das die USA aus nackter Gier seit 50 Jahren mit blutiger Hand hineinregieren, ein hoch kultiviertes Volk, das unsere Freundschaft und Hilfe verdient? Statt dessen gehen wir mit gezogener Waffe in Verhandlungen und sagen: Akzeptiert im Austausch für das Recht auf friedliche Nuklear-Entwicklung einen Apfel und ein Ei - oder sterbt. Das erinnert mich fatal an den Umgang mit restlos verteufelten Taliban durch die USA: Akzeptiert unsere Pipeline-Vorschläge - oder krepiert. Und dann stellen wir uns scheinheilig vor die Welt­gemein­schaft hin und verkünden mit den USA, Iran sei hoch aggressiv, WIR fühlen uns angeblich bedroht. Von einem Land, das in 200 Jahren niemanden angegriffen hat. Und weil der Iran nicht aggressiv genug ist für unsere verbrecherischen Pläne, müssen wir noch mit internationalen Absprachen in allen westlichen Medien Fehl­über­setzungen der Aussagen des iranischen Präsidenten Ahmadinedschad[wp] veröffentlichen. Und haben wir nicht durch unsere Atompolitik in Indien und Nordkorea längst jede Glaubwürdigkeit verloren? Müssten wir nicht auch laut Atom­waffen­sperr­vertrag, dem gleichen Abkommen, das wir als Waffe gegen Iran missbrauchen, längst alle nuklear abrüsten, allen voran die USA? Was tut Deutschland, um die USA dazu zu bringen? Werden wir im Falle des bevorstehenden Luftkrieges gegen Iran auch wieder gegen alles Völkerrecht und gegen das Grundgesetz den USA erlauben, alle militärischen Einrichtungen auf deutschem Boden für weitere Kriegs­verbrechen zu nutzen? Haben wir bedacht, dass wir damit Kombattanten der USA werden - und völker­rechtlich der Iran uns deshalb im Kriegsfall angreifen dürfte? So wie auch Saddam Hussein dieses Recht gehabt hätte? Diese letzteren beiden Punkte gründen sich übrigens auf ein Bundeswehr-internes Rechtsgutachten, das mir vorliegt. Was war mit Irak, was mit dem Kosovo? Ist die Liste deutscher Verfehlungen und Rechtsbrüche schon so lang, dass sie den Rahmen jedes Interviews sprengen muss, wenn man nur annähernd auf die Tatsachen eingehen will? Glauben wir denn, wir kämen mit derart vielen Vergehen ungestraft davon? Solche Fragen stellt übrigens auch der verdienstvolle CSU-Bundestags­abgeordnete Dr. Gauweiler[wp]. Wollen wir nur alle sechs Monate zur Kenntnis nehmen, dass das Netzwerk der "Terroristen" schon wieder dichter und stärker geworden ist? Wer glaubt denn noch, es ginge hier um Terroristen - angesichts dieser erdrückenden Aufzählung? Gibt es auch hier Menschen, die zumindest im stillen Kämmerlein zugeben müssen, dass wir derartigen Widerstand gegen unsere Politik mit eigener Schuld täglich stärker herausfordern? Ich habe Angst vor der militärischen Gewalt­bereit­schaft und Skrupel­losigkeit von Frau Merkel und der von ihr geführten Regierung.

Wie ist denn die rechtliche Situation für die deutsche Politik Ihrer Ansicht nach?

Jeder Minister, auch der Umweltminister oder die Entwicklungs­hilfe­ministerin, ist persönlich mit verantwortlich für das Ganze der deutschen Regierungs­politik, für jede Truppen­entsendung, für jeden Schuss, für jede Bombe. Und ich fürchte die Gier der US-Industriellen, die in Bush einen geradezu lächerlich inkompetenten Politiker zum Zugpferd einer verbrecherischen Regierung gemacht haben, die vor Massenmord, Folter, Kriegsverbrechen, Umstürzen in fremden Ländern nicht zurückschrecken. Die US-Wunsch­partner einstmals Blair, heute Merkel, Sarkozy sind es, die uns alle ins Verderben stürzen können. Mit ihren Iran-Kriegsplänen stehen sie kurz davor. Und kein namhaftes Medium in Deutschland nimmt sich der Tatsache an, dass wir bei Einsatz aller Israel zur Verfügung stehenden Uranbomben im Iran mit erhöhten Strahlen­werten in unseren Vorgärten rechnen müssen. Das hat die Klima­forschung an der hoch renommierten US-Universität Berkeley herausgefunden. Und das ist hier gar keine Nachricht.

Aber wir streiten uns um Holocaust-Gedenktafeln auf deutschen Bahnhöfen. Ich fände es gut, wenn wir diese Tafeln anbrächten - und darum herum Tafeln, die an unsere Verbrechen an anderen Religionen wie dem Islam ebenfalls erinnern, damit wir nicht mit rückwärts in die Geschichte gewandtem Blick heute in unser Verderben laufen.

Das sprengt wirklich den Rahmen eines jeden Interviews. Unsere Leser sind aber sehr wissbegierig, daher versuchen wir es zumindest in einigen Punkten zu vertiefen. Wie soll Deutschland z.B. gegenüber dem heutigen Iran verfahren, wenn das Land einen "Judenstaat" ablehnt und der Schutz Israels als "Judenstaat" - in welchen Grenzen auch immer - widerspruchslos zur Staatsräson aller Bundes­regierungen erklärt wird? Und wie ist es mit der Atomfrage?

Iran lehnt den Judenstaat nicht ab sondern dessen Regierung. Diese Ansicht teilen viele Juden, auch in Deutschland und der Welt. In dieser Frage steckt bezüglich der damit verbundenen weit verbreiteten Vorstellung in Deutschland und allen Nato-Ländern, der Iran wolle Israel auslöschen, ein Fehler, und zwar ein Übersetzungs­fehler; noch genauer: Es steckt darin ein planmäßiger, internationaler Übersetzungs­fehler von den Reden des iranischen Präsidenten Ahmadinedschad[wp]. Wir sind aber inzwischen in Deutschland durch vielfältige Privat­initiativen der ganzen Sache etwas näher gekommen und deswegen hat z.B. der Auslands­sprachen­dienst des Auswärtigen Amtes vor einigen Tagen offiziell erklärt, dass die betroffene Passage in der Ansprache des iranischen Präsidenten wie folgt heißt: "Das Regime, das Jerusalem besetzt hält, muss aus den Annalen der Geschichte [safha-yi rozgar] getilgt werden." Das heißt also nicht "das Land sollte verschwinden" oder - was ja noch schlimmer wäre - "alle Menschen sollten verschwinden", schon gar nicht heißt es "Israel soll ausradiert werden", also all diese Behauptungen sind falsch. Was jetzt eigentlich noch aussteht in dieser Frage, und dann komme ich zu Ihrer Frage, ist eigentlich eine Entschuldigung der Bundeskanzlerin Merkel gegenüber dem iranischen Präsidenten, den sie in dieser Form missverstanden hat. Das darf einer Kanzlerin nicht passieren und muss natürlich gerade gerückt werden.
Aber jetzt zur Politik. Es ist natürlich völlig klar und auch ganz eindeutig, was hier passiert. Der Iran hat das Recht genau das zu tun, was er tut, nämlich für friedliche Zwecke Uran anzureichern. Dass er dies nicht für friedliche Zwecke tut, können wir nicht beweisen und ist auch nicht möglich zu beweisen: keine Kontrolle hat das ergeben. Mehr als ein Dutzend US-Geheimdienste kamen Ende vergangenen Jahres zu dem Schluss, der Iran habe sein Atom­waffen­programm seit 2003 eingestellt. Das Bush-Regime war stinksauer. Mit anderen Worten tut der Iran zur Zeit das, was legal ist. Selbstverständlich ist es ganz sicher, dass, wenn man über das für friedliche Zwecke notwendige Maß hinaus anreichert, dass man dann Bomben basteln könnte, das ist keine Frage. Nur, man kann ja nicht jemanden im Vorhinein bestrafen, womöglich noch mit Krieg, sondern nur hinterher. So ist nun einmal die rechtliche Situation. Und es wird auch nicht besser dadurch, dass eine Staaten­gemein­schaft wie die NATO unter Führung der USA hingeht und dem Iran jetzt sagt: "Weil du ja in Zukunft Bomben basteln könntest, werden wir dir heute schon verbieten, was du rechtlich korrekterweise tust." Das kann man höchstens verhandeln. Dabei sind wir. Hier stellt sich aber ganz klar heraus, alle Angebote die wir gemacht haben, hat der Iran abgelehnt. Das ist sein Recht. Wir können ja auch nicht zum Juwelier gehen und sagen: "Ok, diesen Goldring rück' mal bitte an mich heraus, ich biete dir dafür fünf Euro", da lehnt der Juwelier natürlich ab und dann sagen wir: "Ok, dann müssen wir das leider mit Waffengewalt erzwingen." Das ist die Situation in der wir jetzt sind. Wir benehmen uns letztlich wie Juwelier­laden­räuber und zwingen ein Land etwas aufzugeben, für - wie ich gesagt habe - Apfel und Ei, was es nicht aufgeben müsste, rechtlich gesehen. Das ist die Situation vor der wir stehen, d.h. wieder einmal setzt sich die NATO international ins Unrecht; nicht gut für unseren Ruf, nicht gut für die Politik und ich befürchte eben möglicherweise auch, gar nicht gut für den Frieden.

Gut, dann ein Szenenwechsel. Sie haben vor 2006 und 2007 ausführliche Interviews mit dem auch in Deutschland bekannten Afghanen Hekmatyar[wp] geführt, allerdings wurde nur eines davon in Auszügen veröffentlicht, und haben zahlreiche Insiderkenntnisse über das Land. Besteht nicht die Gefahr, dass bald auch deutsche Soldaten in Särgen zurückgeführt werden? Und soll Deutschland nicht am Hindukusch verteidigt werden?

Ja, vor allem besorgt mich maßlos, dass die großen deutschen Medien bis heute verschweigen, dass Hekmatyar der erste Afghane war, der einem über fünf Jahre abgestuft und planvoll laufenden Disengagement Plan zugestimmt hat, dem auch die mittlere Führungsebene der Kabuler Regierung begeistert zugestimmt hat, für den die Taliban ihre Zustimmung signalisiert haben - nur eben nicht die Nato. Die afghanische Situation ist unterdessen schwierig und sie wird für die NATO immer schwieriger, das ist ganz eindeutig.
Schon die Zahlen sind fürchterlich: 2.400 "Vorfälle" - das sind Gefechte, Straßen­bomben und Selbstmord­attentate 2005. 6.400 dann im Jahr 2006. Und seit 2007 werden die Zahlen mit Buchungstricks geschönt, hat mir ein Bundeswehr-Insider erklärt: da liegen wir real bei mindestens 12.000! Übrigens, die zahl der Selbstmord­attentate ist mit 1-2 pro Woche sehr gering. Aber die Medien bei uns berichten hauptsächlich darüber. Und gemeinsam mit dummen Politikern heißt es, solche Attentate seien feige. Das ist natürlich Blödsinn, das ist eine mutige Tat. Die Frage ist, ob man sie gutheißt. Die größten Zahlenanteile habe die Gefechte, das muss man sich vorstellen: dieser irrwitzige Unterschied, auf der einen Seite 30-50 Jahre alte Technik, auf der anderen vernetzte elektronische Kriegführung, Wärmesucher, Satelliten­einsatz, Luft­unter­stützung. Trotzdem: In 92 % Afghanistans sind die Taliban erheblich oder ständig präsent. Das ist auch der Grund, warum jetzt noch einmal tausend Soldaten von der Bundesregierung angefordert werden zur Genehmigung durch das Parlament im September und Oktober. Dazu kann ich nur sagen, das ist ein besonders schlechter Einfall, der führt nicht nur nicht weiter, sondern er führt auch immer weiter ins Desaster. Und wir haben jetzt das große Problem, dass wir zweierlei Dinge nicht schaffen. Zum einen schaffen wir es nicht, über Afghanistan korrekt zu berichten. Hier sind fast alle Medien betroffen, besonders aber die großen und wichtigen Medien. Ich habe aus eigener Erfahrung feststellen dürfen, dass in lokalen und regionalen Medien sehr viel mehr Wahrheit über Afghanistan steht, als in diesen großen Medien. Der andere Punkt ist auf diesem Hintergrund auch, dass wir tatsächlich mit der realen Situation in Afghanistan nicht klarkommen.

Wir wissen, dass die ganzen Toten, die es auf westlicher Seite gegeben hat - ich will gar nicht von den zigtausend Toten in Afghanistan reden durch unsere Bombardements, über die Toten in Folterkellern überall in der Welt - dass diese ganzen Toten eigentlich in einer Art Scheinkrieg entstanden sind, den die USA offenbar führen und führen lassen, um in dieser Region ihre Machtposition zu stärken. Es geht um die Bildung eines Brückenkopfs. Es geht um die Einkreisung Chinas und Irans, um die Eindämmung Russlands, um Energie­rohstoffe und Kontrolle. Es ist noch nie um ein paar bärtige Herren oder dieses seltsame Attentat vom 11. September gegangen, dessen Umstände bis heute nicht restlos geklärt sind und über das die amerikanische Regierung ja mehr Lügen verbreitet als Wahrheiten. Denn die Nato-Invasion 2001 haben die USA geheimdienstlich ab April 2001 in Pakistan vorbereiten lassen, sagte mir einer der beteiligten pakistanischen Mitarbeiter.

Während Ihre Vorstellungen hinsichtlich Außenpolitik sicherlich einem beachtlichen Teil der deutschen Bevölkerung aus dem Herzen spricht, scheinen Sie zumindest in der Politik aber auch unter Journalisten nicht mehrheitsfähig. Wie erklären Sie sich diese Diskrepanz insbesondere angesichts Ihrer letzten Informationen?

Das ist relativ einfach zu erklären. Wir haben in Deutschland eine Medienszene, die sozusagen arm ist. Da ist kein Geld mehr vorhanden für vernünftige Recherche, das ist schon einmal eine ganz wichtige Grundlage. Darin ist natürlich auch eine politische Absicht zu entdecken, das ist ganz klar. Man möchte keine kritischen Medien. Dann gibt es offenbar so etwas wie einen Mechanismus, vielleicht eine heimliche Absprache, mit dem Ergebnis, dass große Medien in Zeiten, in denen wir Truppen im Ausland stehen haben, in schwierigen Aus­einander­setzungen und Aufträgen, keine vernünftige Kritik mehr üben oder viel zu wenig. Jedenfalls beschönigen wir sozusagen per Prinzip und im System. Da passt ein Hörstel natürlich schlecht hinein. Das heißt jedoch auf gut deutsch, dass die Menschen merken, etwas stimmt nicht, aber sie wissen nicht genau warum. Deshalb haben sie sich intuitiv eigentlich sozusagen gegen die Aussagen der großen Medien entschlossen, den Krieg in Afghanistan abzulehnen. Nun ist es aber so, dass natürlich die angestellten Journalisten der großen Medien versuchen müssen, ihre schwache Position zu verteidigen, und das tun sie zum Beispiel indem sie hanebüchen lächerliche Kommentare verfassen oder eben auch Hörstel angreifen, der den unehren­haften Kodex verletzt, mit der Meute zu lügen. Die Bevölkerung steht da praktisch allein. Ich halte ja viele Vorträge, lebe auch zum Teil davon, da stelle ich fest, dass die Bürger begierig sind, Dinge zu erfahren, von denen sie den Eindruck haben, dass sie wahr sind. Und da ich die Dinge, die ich sage, alle belegen kann, ist es ganz gut, dass hier das Gefühl entsteht: "Aha, da ist also der Boden an der Sache". Im Gegensatz dazu passen sich festangestellte Journalismus den politischen Wünschen der Regierung und der Fraktions­führungen genau so an wie auch die Mehrheit im Bundestag. Ich habe heute gerade mit einem wichtigen Mann aus der deutschen Friedenszene telefoniert und habe ihm bei der Gelegenheit gesagt, wir hätten in Fragen von Militär­einsätzen ein so genanntes Rubber-Stamp-Parlament. Das ist ein Parlament, das jede Vorlage der Regierung genehmigt. So zum Beispiel war bereits zu hören, eine große Mehrheit des Bundestages werde die angeforderten weiteren tausend Soldaten auf jeden Fall absegnen. So ist das, egal was das Volk will. Drei Viertel des Bundestages stimmen zu und dreiviertel des Volkes lehnen ab - und dieser Widerspruch ist, mehr als sechzig Jahre nach Hitler, wieder hochgefährlich für die Demokratie. Nur mit wenigen Mitgliedern dieses Bundestages kann ich vertrauensvoll sprechen, die meisten meiden mich. Immerhin lesen viele meine e-mails...

Versuchen wir dennoch zur Abrundung einen optimistischen Ausblick. Könnte Deutschland nicht angesichts seiner Geschichte und seinen traditionell guten Beziehungen zu Muslimen, sowie einem nicht mehr zu übersehenden eigenen muslimischen Bevölkerungsanteil eine Art Leuchtturmfunktion in Europa übernehmen, um sich für einen gerechten Frieden in allen von Ihnen angesprochenen Regionen einzusetzen und könnte solch ein Schwenk in der Politik nicht auch positive Auswirkungen auf die eigene Wirtschaft mit enormen Wachstumspotentialen in der muslimischen Welt haben und zum inneren Frieden mit den eigenen Muslimen beitragen?

Eine wunderbare Frage, sehr gut formuliert. Ich kann natürlich zu allem nur "Ja" sagen, genau so könnte es gehen, da bedarf es überhaupt keiner Diskussion. Ich will kurz auf das Thema Iran zurückkommen. Ein sehr wichtiger Schritt wäre ja gewesen - leider ist es im Moment zu spät dazu - dass wir unseren amerikanischen Freunden und Verbündeten schlicht verbieten, von unserem Boden aus einen Krieg gegen den Iran zu starten. Ein leichter Schritt, die Türken haben uns das im Irakkrieg vorgemacht. Und wir schaffen das nicht, das ist mir mehr als peinlich, ich schäme mich. Sehenden Auges bringt die Bundesregierung in diesen Tagen, während das Kriegs­risiko besonders groß ist, dass Israel einen Pilotangriff führt und die NATO, geführt von den USA, rückt dann nach, dass dieses Risiko bewusst eingegangen wird. Und das halte ich für mich persönlich nur sehr schwer verzeihlich gegenüber der Bundesregierung, weil ich nicht möchte, dass Deutschland sich wieder an einem aggressiven Krieg beteiligt gegen ein Land, das völlig unschuldig ist und gegen das wir mit allen Mitteln einen unangenehm verlogenen Propaganda- und Geheimdienst­krieg führen. Und hier wäre auch gleichzeitig der Ausweg aus der jetzigen Lage, in die wir uns hineinbegeben haben, wo man sagen könnte, eine solche Geste, von deutschem Boden aus keine ungerechten Kriege gegen fremde Völker mehr zu führen oder zu gestatten, das wäre doch ein mal ein gutes Wort um in eine bessere Zukunft zu starten.
Das Positive, das sie angesprochen haben, das sehe ich genauso, steckt vor allem aber darin, dass die Mehrheit des deutschen Volkes solche verbrecherische Kriege ablehnt. Und jetzt geht es eigentlich darum, dass wir in Zukunft unsere Volksvertreter, die so genannten, die ich manchmal eher als "Volkstreter" bezeichnen möchte, dass wir die dazu bringen, was das deutsche Volk sich wünscht, insbesondere in solchen wichtigen Fragen von Krieg und Frieden; nämlich vor allem Frieden und friedlichen Ausgleich der Interessen. Das geht auf jeden Fall, das geht immer und überall, wenn man sich ehrlich zusammensetzt, kommt man allermeistens auch zu guten Ergebnissen, und damit auch in bessere internationale Verhältnisse.
Und ich stelle ja auch eines psychologisch fest, wenn ich mich mit Muslimen in Deutschland unterhalte, spüre ich die Enttäuschung. Dann spüre ich auch die Wut über Dinge, die hier passieren und die natürlich nicht gutgeheißen werden können, Entscheidungen, die die Bundesregierungen treffen, ob nun gegen Afghanistan für einen Flotteneinsatz vor der Küste des Libanon im israelischen Interesse usw. usf., Dinge, die nicht sein müssen, die wir einfach tun im blinden Gehorsam gegenüber Washington. Das kann nicht gut sein, das müssen wir überwinden. Und wenn wir es dann überwinden könnten, wären natürlich die Folgen ungeheuer, insbesondere auch für das Zusammenleben der geborenen Deutschen mit den hier lebenden mehreren Millionen Muslimen, die im Schnitt große Bereitschaft zeigen, sich hier mit der umliegenden deutschen Bevölkerung gut zu verstehen. Ich jedenfalls kenne persönlich viele solche Beispiele. Und das könnte sich verbessern, wenn wir in unsere Außenpolitik einfach nur etwas mehr nach Recht und Gesetz gehen würden.

Gut, dann kommen wir zur vorletzten Frage, die mit Ihrer Personen zusammenhängen. Wofür steht der Friedenskreis Deutschland e.V., dessen Vorsitzender Sie sind?

Wir vertreten hauptsächlich zwei grundsätzliche Standpunkte. Der eine ist, dass wir in der internationalen Politik das Recht und die Fairness sprechen lassen und uns friedlich verhalten wollen; genau das, was die NATO eben in den letzten Jahren nicht getan hat, und dass wir innenpolitisch den Fortschritt sozial und nachhaltig gestalten wollen, also nicht nur technologischen Fortschritt oder wirtschaftlichen Fortschritt, sondern, dass dieser Fortschritt sich für alle Teile der Bevölkerung positiv auswirkt.
Wir haben heute in ganz Europa, aber auch in Deutschland eine sich öffnende Schere zwischen arm und reich. Die Reichen werden reicher, die Armen werden ärmer und das ganze Volk rückt immer weiter auseinander. Wir wissen aus den neusten Bericht­erstattungen, dass 13 % der Deutschen arm sind. Und diese Armut ist beißend, sie ist hart, sie hat ein außerordentlich unschönes, unangenehmes Leben zur Folge und viele dieser Armen bitten ihre Freunde mit Erfolg um Geld und dann leben sie davon auch, letztlich greift der Staat also den Freunden dieser Betroffenen auf diese Art und Weise sehr elegant in die Tasche. Und diese Verhältnisse können so nicht andauern, wenn wir auf der anderen Seite sehen, dass die Zahl der Millionäre wächst - und zwar in großem Maße. Wir erleben ja oft Steigerungen in Konzern­spitzen­gehältern, die unglaublich sind. In einem Jahr 30 % wollte ein, Gott sei Dank, verabschiedeter, Konzernchef seinem Vorstand und sich selbst genehmigen, während seien Firma vom größten Korruptions­skandal der deutschen Geschichte gebeutelt wurde. 70 % waren es bei der Bahn, gerade zur Zeit der Tarifkämpfe! Und als das hochkam gab es jedes Mal eine Explosion der Wut und dann ist man jedes Mal schnell wieder davon abgerückt, aber das kann es doch nicht gewesen sein. Es muss doch so sein, dass man sich ein bisschen umschaut, wie es denn aussieht, man genehmigt sich nicht Gehalts­sprünge, die einfach jenseits von Gut und Böse sind und den Rest der Bevölkerung nur verärgern können. Also das ist ein wichtiges Thema, dass wir eben nicht vergessen, dass wir nur als ganzes Volk erfolgreich sein können und zusammenleben können in Frieden und Ruhe und nicht, wie soll man sagen, in Segmente aufgeteilt, den einen heult der Magen und bei den anderen heult die Autohupe und die Jachthupe und der Privatflieger. So kann es nicht sein!

Abschließende Frage: Mit welchem Buch ist nach Ihren beiden Büchern über Afghanistan und Pakistan in Zukunft zu rechnen?

Das ist noch nicht sicher. Ich denke über zwei Projekte nach. Das eine betrifft tatsächlich den Iran, wobei ich ständig das Gefühl habe, ich müsste eigentlich morgen abreisen, weil ich nicht weiß, wie lange alles noch heil ist. Und das andere Buch betrifft eindeutig Nahost und die verfahrene Situation in Palästina.

Herr Hörstel, wir danken Ihnen für das Interview.

Besten Dank für dieses Gespräch.

Ansichten

Zitat:

«Wir haben in Deutschland seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges eine negative Elitenauslese. Und nach 70 Jahren merkt man das.»[2]

Internationaler Terrorismus

Hörstel behauptet, die westlichen Regierungen seien die eigentlichen Drahtzieher des internationalen Terrorismus.[3]

Afghanistan

Hörstel behauptete, dass die USA den Krieg in Afghanistan bereits vor den Anschlägen des 11. September 2001 geplant hätten. Dabei stützte er sich u. a. auf Recherchen des Enthüllungs­journalisten Bob Woodward[wp] sowie des ehemaligen Nationalen Sicherheits­beraters der Regierung Reagan[wp], Robert McFarlane[wp].[4]

In einem Interview mit dem Südwestrundfunk behauptete Hörstel eine Verwicklung der CIA in die Anschläge am 11. September.[5] In seinem Buch Brandherd Pakistan entwickelte Hörstel die Theorie des Terrormanagements.[6] Seiner Meinung nach führen die USA zwar offiziell den Krieg gegen den Terror, jedoch unterstütze die CIA über ihre Kontakte zum pakistanischen Geheimdienst Inter-Services Intelligence[wp] die Taliban. Auch die Bundesregierung Deutschlands wisse davon:

"Im Juni 2008 sprach ich nach längerem Vorlauf am Telefon und über E-mails schließlich persönlich mit einem regelmäßigen Teilnehmer der wöchentlichen 'Geheimdienst-Lage' im Bundes­kanzler­amt. Dort berichten alle Dienste über ihre Erkenntnisse. Als ich fragte, ob denn der BND über diese Doppelpolitik der USA informiert sei, den Krieg am Hindukusch heimlich zu befördern, um ihn offen ausweiten zu können, senkte mein Gegenüber den Kopf, sah plötzlich sehr müde aus und gab völlig schnörkellos zu: 'Ja, wir wissen das.' Klar und deutlich. Und es klang nach einem lang­fristigen Wissen und nach grundsätzlichen Tatbeständen."[7]

Die USA betreibe dieses Terrormanagement, um eine Legitimation zu haben, ihre Truppen weiterhin in Afghanistan zu belassen. Hörstel führte diesen Begriff erstmals 2006 als ISAF-Coach der Bundeswehr ein.

Hörstel legte 2007 einen mit den Taliban, Hekmatyār und afghanischen Ministerien sowie dem Präsidialamt informell abgestimmten Friedensplan für Afghanistan vor. In der jüngsten Fassung (2009) sollen demnach alle fremden Truppen aus Afghanistan in drei Stufen und binnen drei Jahren abziehen.[8]

Veröffentlichungen

Bücher

  • Sprengsatz Afghanistan: Die Bundeswehr in tödlicher Mission.; Knaur 2007, ISBN 3-426-78116-6
  • Brandherd Pakistan: Wie der Terrorkrieg nach Deutschland kommt.; Kai Homilius Verlag 2008, ISBN 3-89706-841-9
  • Afghanistan-Pakistan: Nato am Wendepunkt.; Kai Homilius Verlag 2010, ISBN 3-89706-417-0

Vorträge

Artikel

Interviews

Politik

Christoph Hörstel erreichte bei der Bundestagswahl 2017[wp] mit seiner Partei "Deutsche Mitte"[wp] 63.133 Stimmen (0,1 %).

Über Hörstel

Zitat:

«Christoph Hörstel ist ein investigativer Journalist mit ausgesprochen exzellentem Wissen über Geopolitik, insbesondere über Afghanistan, Pakistan und den Nahen Osten. In diesen Regionen verfügt er über zahlreiche persönliche Kontakte vor Ort bis in die höchsten politischen Kreise und ist dadurch in der Lage, die politischen Verhältnisse vollkommen anders zu beurteilen, als die Mehrheit der schreibenden Zunft, die in den Glastürmen deutscher Metropolen vor ihren Bildschirmen sitzt. Er ist einer der wenigen Journalisten, die einen erheblichen Beitrag dazu geleistet haben, dass der politische Mainstream-Journalismus - vollkommen zurecht - aktuell in einer tiefen Glaub­würdig­keits­krise steckt und das Stigma einer tendenziösen, gesteuerten Bericht­erstattung wohl in absehbarer Zeit nicht mehr los wird. Er ist zudem einer der engagiertesten Friedens­aktivisten, was wir ebenso hoch schätzen wie seine journalistische Arbeit. Geht es um die Schaffung eines Problem­bewusstseins bei den Menschen, so hat er durch seine journalistische Tätigkeit sehr viel erreicht.

Umso erstaunlicher und bedauerlicher ist es eigentlich, dass er aus seinen umfassenden Kenntnissen über und seinen persönlichen Kontakten in die Politik, nicht die richtigen Konsequenzen gezogen hat und durch seinen politischen Aktivismus, auch und vor allem als Gründer und Bundes­vorsitzender der Partei "Deutsche Mitte"[wp], exakt die gleichen Denkfehler macht wie schon sehr viele andere verdienstvolle Persönlichkeiten vor ihm. [...]»[11]

Einzelnachweise

  1. Muslim-Markt interviewt Christoph R. Hörstel - Vorsitzender Friedenskreis Deutschland e.V., Muslim-Markt am 27. Juni 2008
  2. Youtube-link-icon.svg Christoph Hörstel - Merkels Tage sind gezählt (10. Dezember 2014) (Länge: ab 0:20 Min.) (Christoph Hörstel im Gespräch mit Frank Höfer)
  3. Putins Propaganda-Krieg, Arte am 15. September 2015; Minute 19
  4. Christoph R. Hörstel: Sprengsatz Afghanistan, S. 55f.
  5. Bitteres Ende der Illusionen: Christoph Hörstel, Journalist und Afghanistan-Experte, SWR1 am 7. November 2008
  6. Christoph R. Hörstel: Pakistan - unser nächstes Opfer?, Ossietzky 19/2008
  7. Christoph R. Hörstel: Wie der Terrorkrieg nach Deutschland kam: Brandherd Pakistan, Neue Rheinische Zeitung am 27. August 2008 (Das Politikerwort von der "uneingeschränkten Solidarität" mit den USA schließt definitionsgemäß Komplizentum mit ein.)
  8. Thomas Wolf: Money Week: Auch Taliban sind lernfähig, Focus Online am 27. Januar 2010 (Afghanistan-Experte Christoph Hörstel über den Krieg am Hindukusch, eine Abzugsstrategie für die ISAF-Truppen und die Pläne der Aufständischen)
  9. Widerstand in Deutschland: Ziele & Wege, christoph-hörstel.de am 24. Oktober 2015
  10. Kulturstudio - Klartext am 5. September 2013
  11. Die Denkfehler des Christoph Hörstel, FreiwilligFrei am 19. Juli 2015
    Youtube-link-icon.svg Die Denkfehler des Christoph Hörstel - FreiwilligFrei (18. Juli 2015) (Länge: 17:18 Min.)
    Youtube-link-icon.svg Politischer Aktivismus ist schlimmer als nutzlos - Larken Rose (16. August 2013) (Länge: 20:25 Min.)

Netzverweise