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Mediale Hexenjagd

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Die mediale Hexenjagd beschreibt ein Phänomen der veröffentlichten Meinung in demokratischen Gesellschaften.

Mit einer medialen Hexenjagd muss rechnen, wer den eng umzäunten Weg der Political Correctness auch nur für einen einzigen Schritt verlässt. Wer dabei als "naiv und wirr" gebrandmarkt und fertig gemacht wird, bestimmt der journalistische Klüngel. Zu der Art und Weise, wie zahllose Journalisten, ein Ereignis, eine Rede oder auch nur eine einzelne Äußerung als skandalös etikettieren - und interpretieren -, während ein Großteil der Bevölkerung diese Empörung in keiner Weise nachvollziehen kann, hat sich der Politik- und Medien­forscher Hans Mathias Kepplinger[wp] in seinem Buch Die Mechanismen der Skandalierung geäußert. Ihm zufolge weisen "alle Skandale totalitäre Züge auf".

Wirkweise

Der Skandal als Mittel der Gleichschaltung

Zitat:

«Die Gründe für die selbstgerechte Empörung und ihr selbstvergessenes Versickern liegen weder im Charakter der Menschen, noch in der Natur der Sache, noch in der Bedeutung der verletzten Werte, sondern in der Art und Weise, wie wir in Situationen großer Ungewissheit kommunizieren.» - Hans Mathias Kepplinger[wp][1]

Kepplinger beschreibt Laborversuche, die schon in den 1930er-Jahren belegten, wie der Gruppendruck aus einer Meinungs­vielfalt eine Gruppennorm macht: Unbemerkt orientiert sich der Einzelne am vorherrschenden Meinungs­schema - ein Prozess, der jeder Skandalierung zugrunde liegt.

Zitat:

«In beiden Situationen erleben die Einzelnen die Annäherung ihrer Urteile als Beleg dafür, dass ihre Ansichten richtig sind. Zur Gewissheit wird diese Einschätzung, wenn sich die Gruppennorm so verfestigt hat, dass alle zum gleichen Urteil kommen. Trotzdem glaubt auch bei Skandalen jeder, er urteile unabhängig von den anderen. Was sie für ein individuelles Urteil halten, ist (aber) Ausdruck einer sich selbst bestärkenden Glaubens­gemeinschaft.»[1]

Medien spielen bei Skandalierungen eine entscheidende Rolle, wobei sie immer zwei Funktionen haben: Sie decken auf der einen Seite Missstände und Straftaten auf. Medien sind also ein Korrektiv und übernehmen Aufgaben, die eigentlich Behörden wahrnehmen müssten. Auf der anderen Seite fördern sie aber auch eine fatale Eigendynamik: Wer sich dem Mainstream widersetzt, wird isoliert.

Zitat:

«Skandale zielen auf die Gleichschaltung aller, weil die öffentliche Abweichung einiger den Machtanspruch der Skandalierer und ihrer Anhänger infrage stellen würde. Die großen Skandale kann man deshalb auch als demokratische Variante von Schau­prozessen betrachten. In beiden Fällen enthält die Anklage fast immer einen wahren Kern. Das Ziel besteht jedoch in beiden Fällen nicht darin, die Angeklagten zu überführen, sondern darin, sie und mit ihnen alle, die zu ihnen stehen, zu diskreditieren und zu unterwerfen[1]

Besonderheit in Deutschland

Bei Kämpfen um die Deutungshoheit zeitgeschichtlicher Vorgänge werden besonders in Deutschland immer dann auf das Feld des Antisemitismusvorwurfs gezogen, wenn mit einer bestimmten Heftigkeit Menschen jüdischen Glaubens kritisiert werden (ob sie nun zur israelischen Regierung gehören, im deutschen Zentralrat der Juden sitzen, im revolutionären Rußland aktiv waren oder medien­präsente Buch­rezensenten sind). Das ursprüngliche Streitthema findet in der Mediendebatte dann gar keine Beachtung mehr; in den Vordergrund rückt statt dessen die Frage, ob der betreffende Kritiker nun ein Antisemit sei, wie stark und bedrohlich der Antisemitismus hierzulande geworden sei und was man dagegen unternehmen könne.

Der jüdische Autor Peter Sichrovsky[wp] ("Antifa-Komplex"[2]) äußerte sich zu diesem Mechanismus in der Zeitung Junge Freiheit schon Jahre vor den Skandalen um Möllemann, Hohmann und andere:

Zitat:

«Für mich sind solche Kampagnen gleichzusetzen mit einem Fundamentalismus[wp], der in einer Demokratie nichts zu suchen hat. In einer Demokratie nimmt man den Dialog auf und versucht, seinem Gegner zu erklären, warum er nicht recht hat, warum er seine Meinung ändern sollte. Der Fundamentalist geht davon aus, daß es anständige und unanständige Menschen in einem Land gibt. Wenn die Unanständigen beseitigt oder mundtot gemacht worden sind, dann erst könne der Staat funktionieren, so die Fundamentalisten. Durch die Kriminalisierung, durch die Bezeichnung als "Antisemit" und "Verharmlosung des Holocaust" werfe ich jemanden aus dem System des demokratischen Dialogs. Das ist das Prinzip des politischen und religiösen Fundamentalisten.»[3]

Der Skandal als Verletzung eines Tabus

Auf die Frage, warum sich diese von Sichrovsky als fundamentalistisch gekennzeichnete Haltung in Deutschland besonders gut gedeiht, findet man eine Antwort in den Ausführungen, die der Soziologe Arnold Gehlen[wp] in seinem Werk "Urmensch und Spätkultur" zur Frage der Notwendigkeit von Institutionen macht. Gehlen zufolge wohnt jedem Menschen ein tief verankertes, nahezu instinkthaftes Bedürfnis nach einer stabilen Umwelt inne. Da es zu mühsam ist, diese Stabilität immer wieder neu zu erkämpfen, kommt es zur Bildung von Institutionen, verlässliche Einrichtungen also, die nicht hinterfragt werden dürfen und deshalb stabilisierend wirken. Beispiele sind Ehe und Familie, die Verwaltung, aber auch die weitgehende Übereinstimmung in der Einschätzung dessen, was richtig und was falsch sei, wie man erziehen müsse, was sich gehöre und was verboten sei.

Aufgabe solcher Institutionen ist es, die Gesellschaft durch Selektion von Verhaltensweisen zu stabilisieren. Zwangsläufig kommt es dabei zu einer Grenzziehung zwischen der in-group und der out-group: Ausgegrenzt werden all diejenigen, die sich nicht an die vorgegebenen Spielregeln halten. Dieser Mechanismus erfährt eine quasi-religiöse Aufladung durch Konzepte von Totems[wp] und Tabus[wp].

Der Holocaust dürfte für die deutsche Gesellschaft zweifellos ein Totem darstellen. Der Umgang mit dem Holocaust und seinen Überlebenden ist im Sinne einer überdeterminierten Institution, wie Gehlen sie beschreibt, ausgestaltet: Wer sich diesem Tabubereich nicht mit der ritualisierten Sprechweise nähert, die institutionell verbindlich vorgegeben zu sein scheint, erfährt die Verteidigung eines tabubewehrten Bezirks mit voller Wucht.

Wie mächtig ein tabuisierter Bereich geschützt ist, zeigt sich dann, wenn jemand für Verstöße gegen bestimmte Regeln bestraft wird, obwohl er vielleicht ganz im Sinne des Tabus sprach und nur eine eigenwillige Form der Annäherung und Beschreibung wählte. Von Martin Hohmann abgesehen dürfte das bekannteste Beispiel hierfür der ehemalige Bundestagspräsident Philipp Jenninger (CDU) sein.

Der Antisemitismusvorwurf als politisches Kampfmittel

Der Antisemitismusvorwurf ist ein politisches Kampfmittel, das in den vergangenen zwei Jahrzehnten Dutzende politische Schlachten entschieden hat. Dabei sind meist Persönlichkeiten unterlegen, denen eine anti­semitische Äußerung oder auch nur Einstellung nicht nachgewiesen werden konnte. So entstand der Eindruck, dass der Antisemitismus­vorwurf auch ohne solide Grundlage anwendbar ist: Seine Wirkung ist vernichtend, und auf mehr kommt es im politischen Kampf nicht an.

Wie die Angriffe auf Koch[wp][4], Blüm[5] und Walser[wp][6] zeigen, beschränken sich Vorwürfe des Antisemitismus inzwischen längst nicht mehr auf die "üblichen Verdächtigen" der Neuen Rechten, sondern können praktisch jeden treffen, der zu bestimmten Streitfragen (Nahostkonflikt, deutsche Schuld, deutsch-jüdisches Verhältnis) jenseits fest vorgeprägte, fast neurotischer Strukturen Stellung bezieht.

Beispiele

Philipp Jenninger

Der damalige Bundestagspräsident Philipp Jenninger[wp] (CDU) hatte am 10. November 1988 die Feierstunde des Parlaments aus Anlass des fünfzigsten Jahrestages der Reichspogromnacht[wp] geleitet, und war in seiner Gedenkrede bewusst vom üblichen biederen Ritus dieser Textsorte abgewichen, um sich eindringlicher mit dem Denken und Handeln der damaligen Täter auseinanderzusetzen. Das bedeutet notwendigerweise einen Konflikt mit der Partei­rechten um Alfred Dregger[wp], die stattdessen eine Zäsur ("Schlussstrich") unter diese ihnen leidige, anhaltende Beschäftigung mit speziell dieser Epoche der deutschen Geschichte ziehen wollte.

Zum Skandal wurde Jennigers Rede indes von der politischen Linken gemacht: Jenninger hatte kaum mehr als zwei Minuten gesprochen, als die Grünen-Abgeordnete Jutta Oesterle-Schwerin[wp] den schon vor der Rede vorbereiteten und von ihrem Inhalt unabhängigen Zwischenruf "Es ist ja doch alles gelogen!" tätigte. In der entstehenden Unruhe verließen mehrere Abgeordnete der Grünen sowie Teile der SPD und der FDP den Saal, was die Unaufmerksamkeit der anderen Zuhörer ebenso wie Jenningers Unsicherheit bei diesem heiklen Thema weiter verstärkte. Obwohl Jenningers Integrität auch vom politischen Gegner freimütig anerkannt wurde und er in der Anfangs­passage seiner Rede die deutsche Schuld klar und eindeutig anerkannte, warf man ihm mangelndes Gespür für die Empfindsamkeit der Opfer vor und forderte seinen Rücktritt. Jenninger entschuldigte sich, falls er Gefühle verletzt haben sollte, und versuchte, seine Redeabsichten klarzustellen. Beides nützte ihm ebenso wenig, wie es knapp zwei Jahrzehnte später Eva Herman ebenso misslang.

Jenninger kam schließlich dadurch zu Fall, dass ihm seine eigene Fraktion angesichts des im Raume stehenden Antisemitismus-Vorwurfs Unterstützung und Verteidigung verweigerte, um stattdessen Betroffenheit und Entsetzen zu zeigen.

Ein anonymer Kommentator schrieb:

Zitat:

«Ich bin bei weitem kein Anhänger bäuerlich-rechtsnationaler Gesinnung, die uns leider immer noch in ländlichen Gegenden tagtäglich begegnet.
Philipp Jenninger sagt uns in seiner Rede, dass die Faschisten keine Außerirdischen waren, die in unseren Breiten plötzlich die Macht übernahmen, sondern dass weite Kreise der Deutschen überzeugte Faschisten waren.
Erinnert sich der eine oder andere von uns noch - wenn man als Jungspund einem Älteren im Bus den Platz weggenommen hatte - an die darauf folgenden und im nachhinein befremdlichen Sprüche, dass dieses bei "Adolf nicht passiert" wäre? Und beim Sonntagsbraten, dass Schlesien "unser" sei?
Ich denke, dass viele Philipp Jenningers Ehrlichkeit nicht ertrugen, und überraschenderweiser gerade diejenigen aus "dem anderen Lager".
Einer, der zwei Großväter nie kennerlernen durfte, weil sie von den Faschisten 1945 verheizt wurden.»

Der Kommentator Andreas Wendrich schrieb:

Zitat:

«Nachdem Hören der Rede ist eines klar: Das Problem waren das Publikum und die damalige politische Öffentlichkeit. Was mich noch mehr empört: Die Unfähigkeit um das Verstehen des Gesagten bzw. der Zitierweise scheint bis heute in den Medien anzudauern!
Allein schon aus dem Inhalt der Rede ergibt sich doch die Intention Jenningers. Selbst wenn man die Art der Zitate nicht gutheißen würde, bleibt kein Zweifel an der Grundaussage des Redners, nämlich die Abscheu vor der Juden­vernichtung und die Verurteilung der national­sozialistischen Verbrechen und deren Vertreter. Nicht ein einziges Mal ist in der Rede zu spüren, dass der Holocaust relativiert oder irgendetwas daran entschuldigt wird. Wer also vernünftig ist, kann daraus gar keinen Skandal machen!
Bei den Zitaten ist nicht zu erkennen, dass Jenninger sich übermäßig in die Geisteshaltung der Nazis hineinsteigert und somit eine Begeisterung oder gar Identifikation zum Zitatinhalt aufkommt. Es ist aber notwendig und zulässig die Tonlage beim Zitieren derart zu verändern, dass dem Zuhörer jene Geistes­haltung der Zitierten verdeutlicht wird. Eine Zitierweise die sich in die Nazi-Verbrecher hineinversetzt kann die Abscheu und die Distanz zum Gesagten und zur national­sozialistischen Ideologie beim Publikum noch erhöhen und damit die Wirkung der eigentlichen Rede positiv verstärken! Wer das nicht begreift, kann nicht in den Medien wirken oder gar Politiker sein!
Jenninger trifft meines Erachtens den richtigen Ton, lässt eine Pause nach einem Zitat und kommentiert dieses.
Ja, ich denke, man muss sich auch als Zuhörer Mühe geben, ein gewisses Maß an geistiger Reife mitbringen und zum Differenzieren fähig sein! Vielleicht konnten und können einige Zuhörer von damals bis heute nicht mit den Zitaten an sich umgehen, egal wie sie betont werden.
Es gibt meiner Meinung nach zwei Seiten im Publikum und der Öffentlichkeit:
Die eine kann mit der historischen Wahrheit und den Fakten nicht umgehen und scheut sich vor der Verantwortung von uns Deutschen bis in die heutige Zeit. Sie fühlen sich angegriffen, weil Jenninger auch bedeutende Persönlichkeiten wie Wagner mit seinen antijüdischen Tendenzen zur Sprache bringt. Seine Rede war zu unbequem, ja für manche Ewiggestrige ging sie mit ihrer Ursachen­analyse bis ins Mark.
Die andere Seite ist schlicht ignorant und unfähig, das Gesagte richtig einzuordnen. Allein schon das Zitieren von Göbels oder des Reichsführers SS, allein schon, dass deren Worte fallen, überfordert manche Menschen. Es empört mich, dass Jenningers Rede heute als Musterbeispiel für schlechte Rhetorik gilt.»

Ein anderer Kommentator schrieb:

Zitat:

«Zur Kommunikation gehören immer zwei. Sender ebenso wie Empfänger. Das Problem der Jenninger-Rede bestand mindestens ebenso (wenn nicht viel mehr) auf der Empfänger-Seite: Auf der Unfähigkeit der Zuhörer, sich auf einen ansonsten politisch untadeligen Redner einzulassen und seine These, dass Gedenken unehrlich wird, wenn man sich nicht darauf einlässt, wie verbreitet Täter­gedanken und Täter­handeln in der Bevölkerung waren.
Es ist peinlich, wie durch falsch verstandene Political Correctness genau das Gegenteil erreicht wird. Durch die oberflächliche Kommentierung der Rede wird die notwendige Aus­einander­setzung mit der Geschichte bagatellisiert.»

Es gibt aber nicht eine "richtige" und mehrere "falsche" Lesearten, sondern nur verschiedene "teilweise richtige" Lesearten; dies gilt besonders in bezug auf die Jenninger-Rede. Diesem Problem begegnet Holger Siever in seiner Untersuchung "Kommunikation und Verstehen". Die öffentliche Reaktion in der Bundesrepublik Deutschland wird zurückgeführt auf den Grundkonflikt zwischen erwarteten legitimen Verhaltens­weisen und gesellschaftlichen Norm­verletzungen, so daß der Skandal um die Jenninger-Rede als Folge eines kombinierten Tabu- und Erwartungs­bruchs anzusehen ist. An diesem Umgang mit der NS-Vergangenheit wird deutlich, daß sich die Deutschen - damals wie heute - in einer Identitäts­krise befinden.


Holger Siever stellt in den Mittelpunkt seines Vortrags statt einer Analyse der Gedenkrede vielmehr der durch die Gedenkrede ausgelöste Skandal, denn nicht nur die Rede selbst, auch ihre Rezeptions­geschichte wirft einige Fragen und Probleme auf. Das zentrale Wort in den meisten Redekritiken ist Mißverständnis. Jenninger habe sich mißverständlich ausgedrückt, hieß es. Zum Mißverständnis gehören jedoch immer zwei: Der, der sich mißverständlich ausdrückt, und der, der mißversteht. In den meisten Kritiken wurde zu stark auf die Rolle des Sprechers im Kommunikations­prozeß abgehoben. Durch einen Perspektiven­wechsel von der Sprecherseite zur Hörerseite kann der gesamte mit der Gedenkrede verbundene Kommunikations­prozeß analysiert werden. Die Thematisierung der Hörerrolle ist im übrigen eine Vorbedingung für eine kommunikations­theoretisch fundierte Erklärung von Skandalen, wie sie hier im Ansatz angedeutet ist. Eine weitere Bedingung für die Verständnis­sicherung ist die Bereitschaft zu kooperierendem Verstehen. Der Hörer kann dem Sprecher seine Kooperation gewähren oder versagen. Im Falle der Jenninger-Rede ist eine Verweigerung des kooperierenden Verstehens zu konstatieren. Polenz (1989, 304f) nennt dafür vier Gründe:

  • Viele Abgeordnete waren im Vorfeld der Feier verärgert, weil Jenninger darauf bestand, die Rede selbst zu halten.
  • Die meisten Abgeordneten erwarteten eine biedere Gedenkrede und fanden sich in ihrer Erwartungs­haltung enttäuscht.
  • Die Explizierung der pragmatischen Sinngebung zu Anfang und Ende der Rede entging der Aufmerksamkeit der Abgeordneten.
  • Die Unfähigkeit einiger Abgeordneter, die pragmatische Struktur längerer Texte wahrzunehmen und bewußt­zuhalten.

Anstoß erregte auch die relativ junge Stilfigur der erlebten Rede, die Flaubert erstmals in seinem Roman "Madame Bovary" verwandte. Auch damals (1857) kam es übrigens zu einem Skandal und Flaubert mußte sich vor Gericht verantworten. Die Überblendung von distanzierender und identifizierender Perspektive, wie sie für die erlebte Rede charakteristisch ist, wurde von den Abgeordneten nicht erkannt. Die Verwendung aber gerade dieses Stilmittels ist mit Jenningers Grundidee einer verstehenden Analyse der Täter zu erklären. Für diesen Zweck war die erlebte Rede das geeignete rhetorische Mittel. Im Zusammenhang mit der erlebten Rede wurden zwei Vorwürfe laut: zum einen habe Jenninger sich sprachlich nicht genügend von den Tätern distanziert, und zum anderen sogar deren Sprache verwendet. "Aber verwendet er diese Ausdrücke tatsächlich? Zitiert er sie nicht eher? ... Jenninger verwendet weder die direkte Rede noch übernimmt er die Nazi-Ausdrücke in seinem eigenen Sprechen" (Heringer 1990, 171).

Die beanstandeten nazistischen Vokabeln finden sich nur in den Textpassagen, in denen Jenninger zitiert oder die erlebte Rede verwendet. Nur für unaufmerksame Zuhörer konnte sich die zitathafte Verwendung von Nazi-Ausdrücken anhören, "als habe sich der Bundestags­präsident die Sprache der Nazi-Verbrecher zu eigen gemacht" (SZ 11.11.1988, 1). Sehr wohl hat Jenninger seine Hörer über Sinn und Zweck der Rede sowie einzelner Passagen in Kenntnis gesetzt: "Wogegen wir uns gemeinsam wehren müssen, das ist das Infrage­stellen der historischen Wahrheit, das Verrechnen der Opfer, das Ableugnen der Fakten, ... Selbstbefreiung in der Konfrontation mit dem Grauen ist weniger quälend als seine Verdrängung ... die Erinnerung wachzuhalten und die Vergangenheit als Teil unserer Identität als Deutsche anzunehmen - dies allein verheißt uns ... Befreiung von der Last der Geschichte."

Weder seine Zielsetzung, "erinnern und Rechenschaft ablegen" zu wollen, noch sein Appell, die Konfrontation mit der historischen Wahrheit nicht zu scheuen, wurden von seinem Publikum genügend zur Kenntnis genommen. Aus der Unkenntnis resultierte eine Ungewißheit über Sinn und Zweck der Gedenkrede. Polenz spricht davon, daß das Publikum Jenningers erklärte Absichten ignorierte und statt dessen selbst pragmatische Sinngebungen unterstellt (Polenz 1989, 303). Diese Unterstellungen finden sich dann in Vorwürfe gewandelt in den Redekritiken wieder (Polenz 1989, 303f):

  • "Rede die dem Redner in tumber Ungeschicklichkeit zur veritablen Rechtfertigung geriet"
  • "als liebäugele er mit dem braunen Gedankengut"
  • "als wolle er Stück für Stück der Vergangenheit rehabilitieren"
  • "Werben um Verständnis für die Täter"
  • "hat den Holocaust verharmlost"

Diese Vorwürfe resultieren allem Anschein nach aus einem hörerseitigen Mißverständnis über den Sinn der Gedenkrede. Erstaunlich ist das merkwürdige Mißverhältnis zu der von Parlaments­kollegen betonten "persönlichen und politischen Integrität von Philipp Jenninger" (Theo Waigel[wp]), die bei politischen Freunden, aber auch bei partei­politischen Gegnern unbestritten sei. Eine Äußerung Friedrich Bohls (CDU) ein Jahr nach Jenningers Rücktritt wirft die Frage auf, wie man jemanden mißverstehen kann, wenn man weiß, was er gemeint hat: "Wenn man ... Herrn Jenninger und seine Persönlichkeit kennt, kann es gar keinen Zweifel daran geben, was er gemeint hat, was er sagen wollte" (Hill 1989, 65b).

Die Medienöffentlichkeit bestand in diesem Falle aus zwei Gruppen, den Journalisten und den Leser­brief­schreibern. Im Gegensatz zu den Abgeordneten gab es für die Journalisten die Möglichkeit zu genauen Analysen und Recherchen. In den wesentlichen Punkten entsprach ihr Rezeptions­verhalten jedoch dem der Volksvertreter. Pauschale Wertungen und Vorwürfe fanden sich besonders in den ersten schnellen Stellung­nahmen der Tagespresse. Sie vermochten einer genauen Analyse des Wortlautes der Rede nicht standzuhalten (Heringer 1990, 165). Rolf Hochhuth[wp] sprach sogar vom "geistig wie seelisch minder­bemittelten Präsident des Bundestages" (Hill 1989, 36).

Diese und ähnliche Pauschal­abwertungen, besonders aber die Reaktionen der ausländischen Presse ("Bundestags­präsident zeigt Verständnis für Nazismus", La Stampa, 11.11.88, 1), die teilweise aus zweiter Hand stammten, nannte Hans Jürgen Heringer später "erschreckende Beispiele dafür, wie die journalistische Sorgfalts­pflicht verletzt wurde" (Heringer 1990, 165). Sorgfältige Recherchier­arbeit schien nicht gefragt zu sein. Die Art, wie die Presse die Reaktionen zweier prominenter Juden, Ida Ehre[wp] und Michael Fürst, aufgegriffen hat, verdeutlichen dies.

So war beispielsweise auf der Titelseite der Frankfurter Rundschau ein Bild zu sehen, das Jenninger neben der Schauspielerin Ida Ehre zeigte. Das Bild, das übrigens auch in den Fernseh­nachrichten gesendet wurde, zeigt Frau Ehre, wie sie ihr Gesicht hinter ihren Händen vergräbt. Die Unterschrift in der FR vom 11.11.1988 lautete: "Entsetzen über die Rede von Bundestags­präsident Philipp Jenninger. Ida Ehre ... schlägt die Hände vor das Gesicht." Eine solche Bild­unterschrift suggeriert, daß die Körper­haltung von Frau Ehre ihre Ursache in der Beschämung über Jenningers Rede habe. Gerade dies war aber nicht der Fall. Frau Ehre war lediglich gesund­heitlich angegriffen. "Sie war erschöpft und mußte nach der Veranstaltung ... aus dem Saal geleitet werden. Von der Rede hat sie nach eigenem Bekunden nichts mitbekommen" (Hill 1989, 36).

Michael Fürst, der ehemalige stellvertretende Vorsitzende des Zentralrates der Juden in Deutschland, äußerte die Meinung, Jenningers Gedenkrede habe trotz einiger Mängel klargestellt, "daß alles, was Hitler gemacht hat, eindeutig von der Masse der ganzen Deutschen getragen wurde". Da Fürst mit dieser Einschätzung der Gedenkrede dem Vorsitzenden des Zentralrates, Heinz Galinski[wp], widersprach, mußte auch er von seinem Amt zurücktreten.

Ein Korrektiv gegenüber der veröffentlichten Meinung bildeten die vielen Leserbriefe, die das gesamte Spektrum möglicher Reaktionen abdeckten. Es gab kaum einen Kritikpunkt, der in den Leserbriefen nicht zum Ausdruck gekommen wäre. Bezeichnend ist die überwiegend positive Aufnahme der Jenninger-Rede bei den Lesern. Während die Journalisten das sprecher­seitige Redeverhalten aufgriffen, wurde in den Leserbriefen auch das hörerseitige Kommunikations­verhalten thematisiert.

Allein in der ZEIT vom 09.12.1988 finden sich fünf von insgesamt 32 Leserbriefen, die eine "Publikums­schelte" (Polenz) beinhalten. Die wesentlichen Passagen lauten:

  • "daß etliche Abgeordnete nicht in der Lage waren zuzuhören"
  • "gewolltes Mißverstehen"
  • "Abgeordnete und Journalisten, die eine so hervorragende Analyse der damaligen Zeit nicht verstehen"
  • "Diejenigen, die Philipp Jenninger ans Kreuz nageln wollen, haben zwar zugehört, aber nicht hingehört (sie waren eben "zu" beim Hören)"
  • "Nicht der Redner, wir, seine deutschen Zuhörer, wir uns Entrüstenden sind es, die sich bloßgestellt haben"

Diesen Leserbriefen ist eines gemeinsam, nämlich das Unverständnis über die Reaktionen der Abgeordneten und weiter Teile der Öffentlichkeit, die stilistische Fragen höher bewerten, als den guten Willen, die Wahrheit zu sagen, den sie dem ehemaligen Bundestags­präsidenten unterstellen.

Der Skandal als Teil der Vergangenheitsbewältigung

Auch wenn man der Auffassung ist, dass die Jenningers Rede, nach rhetorischen Gesichts­punkten beurteilt, nicht sonderlich gut war (Jens 1988), so ist dennoch festzuhalten, dass nicht jede schlechte Rede einen Skandal nach sich zieht. Warum dann die Jenninger-Rede? Die Rede war zwar der Auslöser für den Skandal, die Gründe für den Skandal hingegen sollten nicht allein in den rhetorischen Mängeln der Rede gesucht werden. Die Entstehung von Skandalen ist ohne die aktive Beteiligung der Öffentlichkeit nicht erklärbar, denn: "Der politische Skandal bedarf für seine Entstehung und Entwicklung der Trias von "Skandalierer" - "Skandaliertem" - "Öffentlichkeit" (Käsler 1989, 309).

Unter dem Begriff "Skandal" soll hier "NICHT die Verletzung einer sozial gültigen Norm" verstanden werden, "sondern die akzeptierte ETIKETTIERUNG eines Ereignisses ... als nicht normenkonform" (Hitzler 1989, 334). Da es in modernen Gesellschaften kaum mehr von allen Bürgern gleichermaßen akzeptierte Normenstandards gibt, dürfte klar sein, daß Skandale "immer NUR Skandale für mehr oder minder bestimmte Gruppierungen und Konstellationen, Skandale in mehr oder minder bestimmbaren sozialen Kontexten sind" (Hitzler 1989, 335).

Mit anderen Worten, Skandale sind immer mehr oder weniger inszeniert. Ein Indiz dafür ist bereits das auffällige Aus­einander­klaffen der Reaktionen von politischer und medialer Elite und der in Leser­kommentaren artikulierten Gegen­öffentlichkeit.

Reden über die NS-Vergangenheit

Die Jenninger-Rede löste einen Skandal aus, zum einen, weil Jenninger auf formaler Ebene den Geltungs­anspruch einer sozialen Norm bestritt; zum anderen, weil er auf inhaltlicher Ebene zu im Historikerstreit[wp] thematisierten Fragen Stellung bezog.

Die in Frage stehende Norm betrifft die Art und Weise, wie über die NS-Vergangenheit zu sprechen sei. Der Geltungs­anspruch dieser Erwartungs­norm wurde durch den Stil der Rede in Frage gestellt, der durch Jenningers Grundidee einer verstehenden Analyse der Täter geprägt ist. Mit der Tradition der von einigen als unehrlich empfundenen Gedenk­rhetorik zum Thema NS-Vergangenheit hat Jenninger gebrochen. "Warum steigt er aus dem Ritus aus?" (Heringer 1990, 170).

Für Jenninger ging es nicht einfach nur darum "der Opfer zu gedenken", seine Zielsetzung war eine andere, nämlich: "... hier im Parlament der Pogrome vom 9. und 10. November 1938 zu gedenken - weil nicht die Opfer, sondern wir, in deren Mitte die Verbrechen geschahen, erinnern und Rechenschaft ablegen müssen; weil wir Deutschen uns klar werden wollen über das Verständnis unserer Geschichte und über Lehren für die politische Gestaltung unserer Gegenwart und Zukunft." Jenningers ehrgeizige Zielsetzung für die Rede war in seinen eigenen Worten: zu verstehen, "wie es dazu kam, wie es dazu kommen konnte".

Der Skandal entzündete sich an der Frage, ob "Jenningers Konzept überhaupt erlaubt sein soll, nämlich die Opfer zu würdigen, indem man die Täter analysiert" (Heringer 1989, 173). Im Kern geht es um zwei verschiedene Auffassungen der mit dem Begriff GEDENKEN verbundenen Handlung. Zum einen GEDENKEN als verbale Form des Trauerns um die Opfer; zum anderen GEDENKEN als Nach-Denken darüber, wie aus Landsleuten Opfer wurden. Erstere Auffassung ist mit der Einnahme der Opfer­perspektive verbunden, letztere mit dem Versuch, sich in die Täter hineinzudenken.

Der Perspektivenwechsel hat natürlich für die Text­konstitution Folgen, die jedoch in der Kritik vor allem als Fehlgriff im Text­sorten­stil thematisiert wurden. Der Wechsel von der Opfer- zur Täter­perspektive scheint über den formalen Aspekt hinaus auch ein Reflex auf eine in der Kontroverse erhobene Forderung zu sein.

Bemerkenswert ist, daß Jenninger in seiner Rede Positionen bezogen hat, die selbst in seiner eigenen Partei nicht unumstritten sind. Und in der Tat kommentierte Jenninger seinen Rücktritt u.a. mit den Worten, "man könne noch nicht alles sagen in Deutschland". Unklar blieb, welche Passagen seiner Rede er damit meinte. Vermutlich bezog er sich jedoch damit auf die beiden zentralen Thesen seiner Rede, (a) daß die NS-Verbrechen die Taten vieler einzelner gewesen seien und (b) daß man keinen Schlußstrich unter die Vergangenheit ziehen könne. Mit der ersten These steht Jenninger im Widerspruch zu Richard von Weizsäcker[wp], während er mit der zweiten These dem verstorbenen, ehemaligen CSU-Vorsitzenden Franz-Josef Strauß[wp] widerspricht.[7]

Jürgen Möllemann

Jürgen Möllemann[wp] war über Jahrzehnte ein gefeierter Arabien­politiker mit israel­kritischer Haltung. In seiner Israelkritik, die ihm als Antisemitismus ausgelegt wurde, blieb er weit hinter dem zurück, was die grüne Politik durchgängig in den letzten Jahrzehnten bis heute gefordert hat und fordert. Er blieb weit hinter dem zurück, was in SPD und CDU und selbstredend in der Linkspartei an Israelkritik seit Jahren üblich ist oder was Zeitgeist-Journalisten heutzutage äußern, siehe den Kasus Jakob Augstein[wp], der sich erst jüngst fürwahr in anti­semitische Tiraden bei Spiegel Online hinein­steigerte. Dass FDP-Urgestein Möllemann, Ziehsohn von Hans-Dietrich Genscher[wp], großer Bruder von Guido Westerwelle[wp] und Quotenspezi der FDP, keinen besonders schönen Umgang mit dem Journalisten Michel Friedman[wp] vorgelegt hatte, ändert an dem Gesagten nichts.

Dass der unlängst verstorbene Mainstream-Künstler und politisch-korrekte Provokateur Christoph Schlingensief[wp] es für Kunst hielt, auf staatlich subventionierten Bühnen "Tötet Möllemann, tötet Helmut Kohl" raus­zubrüllen, war für sich schon ein Fall, den eine liberale Partei nicht unkommentiert hätte stehen lassen dürfen. Aber die an unmenschliche Zeiten erinnernde Hetze der Massenmedien gegen Möllenmann, die nach der Veröffentlichung eines israel­kritischen Flugblattes im Wahlkampf 2002 gegen Möllemann erfolgte und bis zu seinem Selbstmord anhielt, wurde auch zu einem Sündenfall der FDP, die sich auf eine unliberale Weise ihres einstigen Vormannes Möllemann entledigte.

In nur wenigen Jahren hat sich die öffentliche Wertentscheidung in ihr Gegenteil verkehrt. Heute gilt die Politik Israels dem Mainstream als "rechts" (eine Auffassung der 68er-Bewegung seit deren Gründungs­tagen) und wer im Nahostkonflikt[wp] die israelische Politik verteidigt, wird entsprechend abgestempelt. Das zeigt wie relativ und willkürlich die Dinge sind.[8]

Martin Hohmann

Der Antisemitismusvorwurf ist ein politisches Kampfmittel, das in den vergangenen zwei Jahrzehnten Dutzende politische Schlachten entschieden hat. Dabei sind meist Persönlichkeiten unterlegen, denen eine antisemitische Äußerung oder auch nur Einstellung nicht nachgewiesen werden konnte. So entstand der Eindruck, daß der Antisemitismus-Vorwurf auch ohne solide Grundlage anwendbar ist: Seine Wirkung ist vernichtend, und auf mehr kommt es im politischen Kampf nicht an.

Zitat:

«Der "Hohmann-Skandal" war in erster Linie ein Medienskandal. Dreierlei hat sich gezeigt. Erstens: konservativen, christlichen, patriotischen, also irgendwie "rechts" eingeordneten Politikern (und Journalisten) wird nichts verziehen. Ihnen wird ein geringeres Maß an Meinungsfreiheit zugestanden als progressiven, linksgerichteten. Zweitens: Bevorzugt macht man Konservative mit dem - gerne auch konstruierten - Vorwurf fertig, sie hätten etwas Antisemitisches oder "Profaschistisches" gesagt. Der Verdacht reicht aus. Dann kommt die Nazikeule zum Einsatz. Drittens: Erfolgreiche Gegenwehr aus dem bürgerlichen oder konservativen Lager: Fehlanzeige.
Die Wurzel für solche un­gerecht­fertigten Attacken gegen Konservative liegt meines Erachtens im ideologischen Erbe, das unmittelbar auf Karl Marx[wp] zurückgeht. Für ihn war Meinungskampf nicht in erster Linie ein Kampf gegen andere Meinungen, sondern vor allem ein Kampf gegen Personen, die andere Meinungen vertraten. Anders ausgedrückt: warum sich mit dem argumentum ad rem aufhalten, wenn das argumentum ad personam viel wirksamer ist. Es sichert die Lufthoheit im Meinungskampf effektiver, weil entschiedene Gegner ausgeschaltet und die übrigen eingeschüchtert werden. Diese Methode wird immer noch gern angewandt. Beispiele sind: Martin Walser[wp], Philipp Jenninger, Steffen Heitmann[wp] und Eva Herman - Martin Hohmann[9]

Eva Herman

Eva Herman hat sich weder zu den Juden in Deutschland noch zur israelischen Regierung geäußert, aber sie hat mit mit ihren Büchern "Das Eva-Prinzip" und das "Das Prinzip Arche Noah" die Institution Feminismus gefährdet, der sich in Deutschland als Staatsfeminismus etabliert hat.

Eva Herman hat mit ihrer Feminismuskritik und der Verteidigung der Institution Familie an Tabus gerührt und weil sie als ehemalige und populäre "Tagesschau"-Sprecherin eine Führungs­persönlichkeit für Familie und gegen Feminismus hätte werden können, musste sie zum Schweigen gebracht oder zumindest gesellschaftlich geächtet werden. Deshalb schlug man mit der Nazikeule auf sie ein.


Die vom NDR entlassene frühere "Tagesschau"-Sprecherin Eva Herman hat den Rechtstreit endgültig verloren. Ein kritischer Beitrag im "Hamburger Abendblatt" zu Hermans Äußerung während einer Buch­präsentation im September 2007 verletze ihr Persönlichkeits­recht nicht, wie das Bundes­verfassungs­gericht in einem am Dienstag veröffentlichten Beschluss entschied (Az: 1 BvR 2720/11).

Die Grundgesetzhüter bestätigten damit ein Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH), wonach die Zeitung zwar Halb- und Stummel­sätze von Hermans Äußerung während der Buch­präsentation gedanklich zusammengefasst, doch ihrer "Gedanken­führung" korrekt widergegeben habe.

Die Zeitung hatte damals über die Präsentation von Hermans Buch "Das Prinzip Arche Noah - warum wir die Familie retten müssen" geschrieben: "In diesem Zusammenhang machte die Autorin einen Schlenker zum Dritten Reich. Da sei vieles sehr schlecht gewesen, zum Beispiel Adolf Hitler, aber einiges eben auch sehr gut. Zum Beispiel die Wertschätzung der Mutter. Die hätten die 68er abgeschafft, und deshalb habe man nun den gesellschaftlichen Salat. Kurz danach war diese Buchvorstellung Gott sei Dank zu Ende."

Den Verfassungshütern zufolge erkennt der Leser, dass es sich dabei um eine "verkürzende und verschärfende Zusammenfassung der Buchvorstellung handelt. Weil es Herman nicht gelungen sei, sich un­miss­verständlich auszudrücken, müsse sie diese Kritik "als zum Meinungskampf gehörig" hinnehmen.[10]

Monika Ebeling

Monika Ebeling hat sich weder zu den Juden in Deutschland noch zur israelischen Regierung geäußert, aber sie hat mit ihrer Arbeit als Gleichstellungsbeauftragte in Goslar die Institution Feminismus gefährdet, der sich in Deutschland als Staatsfeminismus etabliert hat.

Hauptartikel: Hexenjagd in Goslar

Literatur

  • Hans Mathias Kepplinger[wp]: Die Mechanismen der Skandalierung. Die Macht der Medien und die Möglichkeiten der Betroffenen. Olzog 2005; 2. Auflage, ISBN 3-7892-8148-4
  • Arne Hoffmann: Warum Hohmann geht und Friedman bleibt. Antisemitismusdebatten in Deutschland von Möllemann bis Walser., Edition antaios 2005, ISBN 3-935063-26-1
  • Arne Hoffmann: Der Fall Eva Herman. Hexenjagd in den Medien., Lichtschlag 2007, ISBN 3-939562-05-X

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 Mirko Smiljanic: Immer die gleichen Regeln - KURSIV Klassiker - Hans Mathias Kepplinger: "Die Mechanismen der Skandalisierung", Deutschlandradio am 20. Februar 2012
  2. Peter Sichrovsky[wp]: Der Antifa-Komplex. Das korrekte Weltbild., Universitas Verlag 1998, ISBN 3-8004-1372-8
  3. Debatte um die Walser-Rede: Peter Sichrovsky über den Menschen Ignatz Bubis, Vergangenheitsbewältigung in Deutschland und die jüdische Zukunft (Dieter Stein im Interview mit Peter Sichrovsky), Junge Freiheit am 4. Dezember 1998
  4. Angriff auf Roland Koch[wp] im Dezember 2002, siehe Arne Hoffmann: Warum Hohmann geht und Friedmann bleibt, S. 133
  5. Angriff auf Norbert Blüm im Sommer 2003, siehe Arne Hoffmann: Warum Hohmann geht und Friedmann bleibt, S. 134
  6. Angriff auf Martin Walser[wp] im Sommer 2002, siehe Arne Hoffmann: Warum Hohmann geht und Friedmann bleibt, S. 145
  7. "Kommunikation und Verstehen": Der Fall Jenninger (Detaillierte Analyse)
  8. Bettina Röhl: Kolumne Bettina Röhl direkt: Was ist Liberalismus?, Wirtschaftswoche am 15. Oktober 2013 (Teil 4: Der liberale Sündenfall Möllemann)
  9. Der Fall Marin Hohmann, aus Eva Herman: Das Medienkartell, KOPP-Verlag 2012, S. 207-224
  10. Rechtsstreit um Mutterbild: Eva Herman scheitert vor Verfassungsgericht, Stern am 27. November 2012

Netzverweise

Philipp Jenninger
Jürgen Möllemann
Martin Hohmann
Eva Herman
Weitere