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Schmarotzer

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Schmarotzer ist ein von Schwulen verwendeter, abfälliger Ausdruck für "Kinder".[1]

Hintergrund

Der Begriff Schmarotzer für Kinder stammt aus dem HomoWiki. Das HomoWiki wurde seit September vom Internet-Portal gay-web.de betrieben, das über die Schwulen- und Lesbenszene - insbesondere über homosexuelle Vereine und Initiativen - in deutschen Städten informierte. Im Artikel gay-web[wp] von Wikipedia über die Ziele des Projekts gesagt, dass Homowiki gestartet wurde, auch "relevante Inhalte" aufzunehmen, "die in der Wikipedia aufgrund des überwiegend hetero­sexuellen Blickwinkels zu kurz kommen oder als irrelevant angesehen werden".[2] Das HomoWiki wurde von gay-web e.V.[3] als "anspruchvolles Projekt" angekündigt:

Zitat:

«Neuestes Projekt von gay-web ist homowiki.de. "Wir haben Homowiki ins Leben gerufen, um das großartige Projekt Wikipedia speziell um schwul­lesbische Inhalte zu erweitern. Ein anspruchvolles Projekt, das nach einem verheißungsvollen Start immer mehr User vereint und die Inhalte von Woche zu Woche wachsen lässt.»[4]

In diesem "anspruchsvollen" Projekt wird der Begriff Schmarotzer als Bezeichnung "moderner Homosexueller" für das "Resultat hetero­sexueller Bett­aktivitäten" eingeführt.[1] Die als PelzFötzchen bezeichneten Hauskatzen[wp] werden "sowohl gesellschaftlich als auch familiär gesehen" als "in der Rangordnung weit über etwaigen Nachkommen" (ergo Kindern) beschrieben.[5]

Der Träger "gay-web e.V." hat zwar am 27. April 2013 seine Selbstauflösung beschlossen, aber das HomoWiki wird von Christian Adler, einem Gründungs­mitglied von gay-web[wp], privat weiter betrieben. Das ehemalige Logo von "gay-web.de" wurde aus dem Wiki zwar entfernt, aber im Impressum steht immer noch: "HomoWiki ist ein Projekt von gay-web e.V." [6][7]

Direktzitate aus HomoWiki

Schmarotzer, (sg. der / pl. die)

Die, sich immer stärker verbreitende Bezeichnung moderner Homosexueller für das Resultat hetero­sexueller Bett­aktivitäten. (Im Heterowortschatz mal wieder sehr simpel definiert als das/die "Kind"/-er.)

Im Grunde berühren diese, von den freiwilligen oder auch unfreiwilligen Erzeugern oft als "liebreizend" oder "goldig" bezeichneten, Wesen das Leben des Homos eher selten bis gar nicht. Der moderne Homosexuelle hat die Schikanen einer solchen Anschaffung längst durchschaut und begnügt sich in den lichten Augenblicken des Bedürfnisses nach Mutter­gefühlen mit dem Kauf eines sonst wie gearteten tierischen Wesens. (vgl. hierzu PelzFötzchen)

Auch wenn das Wort Schmarotzer und dessen mitschwingende Eigenschaften zum größten Teil in der Heterogemeinschaft zu Buche schlagen, bleibt der Homo von Heute leider nicht gänzlich unbeeinflusst von den, in garstigen Kreisen auch als "Ergebnis zufälliger Bahnhofs­schubserei" bezeichneten, Schmarotzern. Abgesehen von beachtlichen Zuschlägen zur Krankenversicherung, die der unverheiratete Homo bereits vor Auslieferung des "süßen Scheißerchens" und ohne Aussicht auf Rückerstattung tragen muss, sind es vor allem die kleinen und großen Einschnitte des täglichen Lebens, die uns garstig werden lassen. Man nehme eine irgendwie geartete Situation in der Öffentlichkeit oder im Kreise der Familie und würze diese mit dem prickelnden Klang kindlicher Schreie. In jedem, zumindest teilweise erfolgreichen, Tanz­etablissement der heutigen Zeit warnt ein Dezibel­messgerät vor Gehörschäden, eben solches sucht der Homo im Bezug auf Schmarotzer leider vergeblich. (Garstige Tunten wünschen sich dies wohlmöglich in Form eines elektrisch geladenen Halsbandes, wie es sie für Hunde gibt.)

[...] Die, durch das Eindringen des Schmarotzers völlig überforderten, ehemaligen Party­hengste und Sauf­ziegen (vgl. "Susi") verkümmern zusehends, zu notorisch unspontanen freizeit- und witzlosen Abbildern ihrer selbst. Was sie auch dem Homo ihres Vertrauens unfreiwillig spüren lassen. Plötzlich muss dieser, seinen Geldbeutel, seine Nerven und seine kostbare Zeit, nicht nur für ungeliebte und eher verstörende Heterobräuche, wie eine "Hochzeit" (mein Beileid all den Schwestern die diesem nacheifern), beleihen, sondern soll zusätzlich die gleiche Selbstlosigkeit für sog. "feierliche Anlässe" wie die Geburt, die Taufe, den ersten Rülps (etc.) des Schmarotzers aufbringen. Selbstverständlich all dies nicht ohne die übertriebene (vorgetäuschte) Begeisterung etwas Gutes zu tun.

Was ist am Ende der Dank für solch nennenswerte Aufopferungs­bereitschaft? Die Einladung zu einem weiten Anlass Geld, Zeit und Nerven aus dem Fenster zu werfen. Natürlich ohne die Aussicht auf einen Ausgleich. ("Wo bleibt hier die Gleichberechtigung?", mag sich so manche Tunte fragen.)

Ein kleiner Trost, gespickt mit einem großzügigen Maß an Schadenfreude, bleibt dem modernen Homo von Heute allerdings, wenn er selbst zu Geld gekommen oder zwischen­zeitlich reich(lich) verpartnert, im schicken Sportwagen (frisch erholt vom letzten Südseeurlaub), den sichtlich gestressten und chronisch verarmten Hetero-Eltern zum Abschied zuwinkt, um sich wirklich Großem zu widmen.
PelzFötzchen, (sg. das / pl. die)

Im Allgemeinen beschreibt diese Wortneuschöpfung die meist sehr haarige Mitbewohnerin alleinstehender Homosexueller. [...] Im eher primitiven und unkreativen Heterowortschatz wird das PelzFötzchen schlicht als "Katze"[wp] (lat. Felidae) beschrieben.

[...]

Da aufgrund oben beschriebener Eigenschaften und den Parallelen zu menschlichen Jungtieren (siehe auch "Schmarotzer") immer noch vehement das Gerücht besteht, dass das chice Accessoire den Ersatz für ebendiese darstellt, folgt hier nun die Richtigstellung: Nein! Das PelzFötzchen steht, sowohl gesellschaftlich als auch familiär gesehen, in der Rangordnung weit über etwaigen Nachkommen. [...]

Kommentar

Zitat:

«Vielleicht sollte der Begriff "Schmarotzer" mal in die Adoptionsdebatte eingeführt werden.» - Mus Lim

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Siehe HomoWiki: Schmarotzer; Archiv: Schmarotzer
  2. Wikipedia: gay-web, abgelesen am 17. August 2014
  3. Der Verein gay-web e.V.[webarchiv], gay-web.de, abgelesen am 20. August 2013
  4. 10 Jahre gay-web (1996-2006)[webarchiv], gay-web.de, abgelesen am 22. August 2013
  5. Siehe HomoWiki: PelzFötzchen; Archiv: PelzFoetzchen
  6. HomoWiki: HomoWiki:Impressum (Im Impressum wird Christian Adler als Betreiber genannt. Version vom 4. September 2013‎, abgelesen am 17. August 2014); Archiv: HomoWiki-Impressum
  7. gay-web.de gibt Auflösung bekannt, queer.de am 11. Mai 2013 ("Das lachende Auge hingegen sieht, dass gay-web.de lange Zeit Vorreiter in Sachen schwul-lesbisches-trans*-Internet war und wir einen guten Job gemacht haben", so Christian Adler, ein Mitbegründer von gay-web.de.")

Querverweise

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Schmarotzer (28. Januar 2009) aus dem schwul-lesbischen Lexikon HomoWiki. Der HomoWiki-Artikel steht unter der Namensnennung 2.0 Generic (CC BY 2.0). In der HomoWiki ist eine Liste der Autoren verfügbar, die vor Übernahme in WikiMANNia am Text mitgearbeitet haben.