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Akerlof-Spirale

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Die Akerlof-Spirale führt dazu, dass es auf untransparenten Märkten zu einem Qualitäts­verfall des Angebotes kommt. Weil sich billigere Anbieter mit schlechter Qualität durch­setzen und teure Qualitäts­anbieter verdrängen werden. Für die Entdeckung, Herausarbeitung und Darstellung dieser Gesetzmäßigkeit hat George Akerlof[wp] den Wirtschafts­nobel­preis 2001 erhalten.

Betrachtet man den Politikbetrieb als Markt für Verwaltungs­ideen, die Parteien und Politiker als Anbieter und Wahlversprechen (die nicht eingehalten werden müssen) als Preise, bekommt man eine Ahnung, warum die Politik so schlecht ist.

Zitat:

«Kernaussagen von Gunter Dueck:

  • "Die bisher besprochenen Möglichkeiten, zu mehr Gewinn zu kommen, versuchen, die Spielregeln möglichst krass auszunutzen. Alles, was irgendwie erlaubt ist, wird gemacht, eventuell noch ein bisschen mehr. Man schaut nicht so genau hin, ob es immer noch Fett ist, was beim Optimieren abgeschnitten wird, oft ist schon Muskel­fleisch des Unternehmens dabei und es blutet beim Schneiden. Statt solcher rigorosen Optimierung innerhalb der Spielregeln des Marktes kann man aber auch versuchen, die Regeln zu ändern." - S. 245. (Siehe auch Wenn betriebs­wirt­schaft­liche Optimierungen system­gefährdend werden[ext])
  • "Diese Gesamtdummheit kann nur aufgehoben werden, wenn sich die Mehrheit mit dem berechnenden Opportunismus aufhört und wieder einen Sinn für Schwarmintelligenz entstehen lässt. Ich sehe kaum, wie das gehen soll, so weit hat sich die Todes­spirale schon gedreht. Das Ausbrechen wird täglich schwerer. Am leichtesten könnte das gelingen, wenn wir eine lange Prosperitäts­phase in der Wirtschaft bekommen, sodass wir wieder großzügiger werden und uns allseits gut leben lassen." - S. 114
  • Akerlof-Spirale: Georg Arthur Akerlof, Nobelpreisträger 2001 mit "The Market for Lemons" (Zitronen­problem). Wenn die Markt­teil­nehmer mit dem Informations­vorsprung opportunistisch bis hinzu aus­beuterisch umgehen, dann kommt es zu der Todes­spirale des ganzen Marktes, bis es nur noch niedrigste Qualität zum Schleuder­preis gibt. - S. 110
  • "Wie kann man von der Akerlof-Abwärts­spirale in eine Aufwärts­spirale kommen? Das ist die entscheidende Frage. Die Antwort liegt fast auf der Hand: radikale Umkehr. Das aber wollen die Politiker, Manager, Lobbyisten, Beratungs­firmen, Einzel­menschen absolut nicht. Sie suchen die einfache Erfolgs­formel für die schnelle Lösung - 'Quick Fix'. Die aber gibt es nicht." - S. 185
  • "Ich sage nicht, dass die eine oder die andere Seite besser oder schlechter ist. Es ist aber dumm, nur eine zu kennen und zum Maßstab zu machen. (...) Aber das Management erklärt die eigene Auffassung zum Standard und versucht, alle anderen Menschen zu seiner Seins­auffassung zu zwingen. Sie zwingen die Fachleute, unter leistungs­schwächendem Stress zu arbeiten und schlechte Ergebnisse zu erzielen. Dann gibt es noch mehr Stress, wenn die Ergebnisse schlecht sind! Es ist aber eine Art globaler Wahnsinn der Manager, alles müsste unter Stress stehen!" - S. 207
  • "Misstrauen Sie allen Aussagen der Form 'X bewirkt Y'." - S. 207 (Einfache Kausalitäten sind in komplexen Systemen meist falsch.)
  • "Diese Sucht, alles bis an die Oberkante des gerade Legalen und oft etwas darüber hinaus aus­zu­reizen, war ein wesentlicher Auslöser der globalen Finanzkrise. Jetzt muss der Steuer­zahler einstehen." - S. 221
  • "Wie kann sich nun Vernunft im Zahlenwahn behaupten? Die traurige Wahrheit: Vernunft wird im dummen Schwarm als extrem nörglerisches Omega wahrgenommen. Die Vernunft sieht ja die ganze Akerlof-Spirale, sie sieht, dass restlos alles gegen die Wand fährt, sie kritisiert das Ganze radikal - weit über die jeweilige Abteilung hinaus, in der sie Kritik übt. Und eben deshalb sagen alle zur Vernunft: "Bring einfach deine Zahlen, halte nicht alles durch sinnloses Predigen auf. Wir wissen, was eigentlich und theoretisch vernünftig wäre, aber wir leben in der Realität. Deshalb ist die Vernunft in einem schwarm­dummen System ein Netz­beschmutzer." - S. 237f.
  • "Wir denken zu oft, dass Zahlen in Stein gemeißelt sind, und vergessen, wie sehr und wie oft dabei getürkt wird." - S. 258»[1]
Zitat:

«Unternehmen liefern good-enough-Qualität und Kunden suchen nur noch nach Schnäppchen. Dabei wird es ihnen immer mehr egal, wie Produkte hergestellt werden. Gründe dafür sind zum einen mangelnde Transparenz, zum anderen Kunden, die sich ständig von Unternehmen über's Ohr gehauen fühlen. Lässt sich der Vertrauens­verlust noch stoppen? - Philosoph und Business Angel Gunter Dueck im Interview

Herr Professor Dueck, warum fühlen sich Kunden von Unternehmen hintergangen?
Gunter Dueck: Na, weil bei "Sale" nicht das drin ist, was drauf steht. Die Flugpreise sind Glücksache, die Marken­artikel bekommen nicht die besten Testnoten, und beim Kündigen von Handy­verträgen fällt manchen Providern plötzlich ein, alles zum halben Preis weiterliefern zu wollen. Ich habe mal ein Welt­spar­tagangebot bekommen, welches schlechter war als normal... man muss als Kunde jetzt überall aufpassen. Doch das will ich eigentlich nicht.
Verfolgen wir ein falsches Menschen- oder Kunden­bild?
Da wir von unserem Job her wissen, dass wir den Kunden übers Ohr hauen, erwarten wir das als Kunde auch, dass wir nicht ernst genommen werden. Und dann werden wir immer geiziger. Nicht weil wir etwa geizig sind, sondern weil wir uns hintergangen fühlen.
Die Unternehmen haben sich sozusagen die geizigen Kunden herangezüchtet?
Genau. Das ist die Akerlof-Spirale. Die Unternehmen bieten weniger und dann wollen natürlich die Kunden weniger bezahlen. Dann müssen die Unternehmen ihren Service nach unten anpassen, weil sie sonst keinen Gewinn mehr machen. Und am Ende kommt etwas heraus, was keiner will - weder die Unternehmen noch die Verbraucher. Auf diese Weise sind sie in ständigem Misstrauen und Kampf.
Aber es wird doch so viel wie nie über Ethik, Transparenz, Vertrauen und Nachhaltigkeit gesprochen und geschrieben ...
Ja, wir diskutieren darüber, aber da ist eine große Verlogenheit. Ich kenne das aus vielen Management­veranstaltungen: Mitarbeitern wird auch gerne suggeriert, dass man sich um Probleme kümmert. Wenn ein Mitarbeiter beispielsweise in einem Strategie-Meeting anspricht, dass im eigenen Unternehmen viel über den Kunden gesprochen wird, aber tatsächlich zu wenig für ihn getan wird, ist eine gute Antwort vom Boss dann, die ich wirklich schon genau so erlebt habe: "Das ist ein guter Punkt, den Sie da ansprechen. Das bewegt uns wirklich sehr! Wir haben gerade gestern Nacht noch von drei bis um fünf Uhr genau diesen Punkt diskutiert und wir werden demnächst wirklich echte Aktionen vorschlagen." Dann denkt der Mitarbeiter: "Wow, von drei bis fünf Uhr, die machen sich wirklich Gedanken", und ist beruhigt. Möglicherweise wird dann sogar ein "Chief Irgendwas Officer" berufen, aber de facto passiert nichts.
Gibt es Unternehmen, die das durchbrechen können?
Häufig sind das Unternehmen, wo es einen Menschen gibt, der dieses Gesamt­heitliche selbst verkörpert und ganzheitlich für das Unternehmen denkt. Wie Tom Watson[wp] von IBM, einst Steve Jobs[wp] bei Apple, Susanne Klatten[wp] bei BMW, Marc Zuckerberg bei Facebook oder Götz Werner[wp] bei dm. Wenn solche Menschen dann nicht mehr da sind, funktioniert es eher nicht mehr.
Welche Chance haben Unternehmen ohne so einen Firmenchef?
Das Problem ist bekannt: Fokus!! Man muss die ganze Energie des Unternehmens auf die Straße bringen (so formulieren das die da oben), am besten sogar in die richtige Richtung. Denken Sie an den Fußball, da sieht man es deutlich. Und jetzt - in Zeiten des Umbruchs - muss fast jedes Unternehmen die Richtung ändern, vielleicht sogar wechseln. Genau das fällt oft ohne einen echten Willen sehr schwer. Ein charismatischer Chef kann da ein Glücksfall sein - es geht wohl auch anders, aber eben nicht ohne Willen.»[2]
Die Schwarmdummheit siegt

Es ist der Tag der Arbeit, an dem ich diesen Text schreibe. Zeit, sich darüber Gedanken zu machen, was in unserem modernen Management alles so schief läuft. Auch der hippe Professor Gunter Dueck, in der Presse fast nie ohne das unvermeidliche Epitheton "Querdenker" erwähnt und einer der profiliertesten Philosophen des Landes, hat sich diese Gedanken gemacht. Nachzulesen sind seine Einlassungen zum Thema in seinem neuen Buch "Schwarmdumm" aus dem Campus-Verlag. Der Titel nennt das Problem ja schon beim Namen: Wie kommt es, dass selbst intelligente Menschen im Rudel der Unter­nehmen komplett kopflos agieren?

Das Problem ist systemimmanent, sagt Dueck. Ein großer Fehler ist beispielsweise der Fokus unserer Arbeits­gesellschaft auf den "Macher", den Manager. Der muss qua Job­beschreibung auf die Tube drücken, von seinen Mitarbeitern die "Extrameile" einfordern, auf Schnelligkeit pochen. Dem gegenüber stehen aber die Ingenieure, Tüftler, Denkfabrik-Insassen, denen eine halbe Stunde Aus-dem-Fenster-Schauen nicht als Müßiggang, sondern als imminent wichtige Konzentrations­phase gilt. Sieht das der Manager, flippt er aber aus - raus­geschmissenes Geld, faule Bande! Auch so ein Gegensatz: Intro­vertierte vs. Extro­vertierte. Beide haben komplett unter­schiedliche Bedürfnisse, unsere Arbeitswelt ist aber auf Extro­vertierte ausgelegt und optimiert.

Das Schlimmste aber: das System befördert, dass die Intelligenten selbst zu Schwarmdummen werden, weil anders gar nichts mehr geht. Bestes Beispiel und in allen möglichen Kontexte einsetzbar ist die Akerlof-Spirale, benannt nach ihrem Entdecker George A. Akerlof[wp], der 2001 den Wirtschafts­nobel­preis erhielt. Er beschreibt in seinem Buch vom "Zitronen­handel", wie durch die Verringerung der Qualität bei einem Markt­teil­nehmer eine Abwärts­spirale einsetzt, die am Ende alle mit sich reißt, weil der Kunde niemandem mehr vertraut. Beispiel bei Akerlof ist der amerikanische Gebraucht­wagen­markt: Der Kunde zahlt weniger, weil er nicht sicher sein kann, dass das Produkt einen höheren Preis wert ist (er befürchtet stetig, an eine "lemon", an ein Montagsprodukt zu geraten, weil er zu wenige Informationen hat), wodurch Anbieter mit höherer Qualität, die nicht zu einem niedrigen Preis verkaufen wollen, den Markt verlassen. Dadurch wird die relative Anzahl der "Zitronen" im Markt immer höher, der Kunde immer unzufriedener, misstrauischer, die Produkte tatsächlich immer schlechter etc. pp. Diese Abwärts­spirale findet man im freien Markt leider überall, auch und gerade im Innern von Unternehmen.

Humor und keine leichten Lösungen

Es hilft Duecks Text natürlich ungemein, dass sein Autor Humor besitzt und einen gesunden Hang zum Sarkasmus. Immer wieder stößt man auf Passagen, bei denen man laut loslachen könnte, wenn's nicht so tragisch wär: "Der Chef eines Unternehmens stellt fest, dass der Erfolg eines Verkäufers mit seiner Telefon­rechnung korreliert." Das kommt laut Dueck hin, denn: "Die Erfolgreiche pflegen ihr Netzwerk, sind kommunikativer, initiativer, finden immer wieder interessante Gesprächs­stoffe für Kunden­besuche et cetera. Der Chef erwähnt diese Erkenntnis im Meeting." Worauf was passiert? "Seine Aussage verbreitet sich wie der Blitz im Unter­nehmen mit der Folge, dass alle Gering-Performer stundenlang bei der kongolesischen Zeit­ansage anrufen oder so." Die Schwarm­dummheit siegt.

Leichte Lösungen hat Dueck nicht parat, wie auch: die Lösung aus der Abwärtsspirale wäre ein Systemwechsel. Und wer den im Unternehmen vorschlägt, dem ist der geballte Hass der schwarm­dummen Masse sicher.

Wem nichts in diesem Buch Erwähntes bekannt vorkommt, der kann sich wirklich glücklich schätzen und lächelnd den Kopf schütteln über so viel gemeinsame Blödheit. Alle anderen - und ich schwöre, sie sind in der über­wältigenden Mehrheit - bekommen immerhin das Gefühl, nicht allein zu sein mit dem Irrsinn, mit dem sie täglich konfrontiert werden.
- Tina Manske[3]

Einzelnachweise

  1. Gunter Dueck: Schwarmdumm - So blöd sind wir nur gemeinsam
  2. Johannes Steger: Business Angel Gunter Dueck über die Verlogenheit in Unternehmen, Absatzwirtschaft am 28. Januar 2016
  3. Tina Manske: Gunter Dueck: Schwarmdumm: So blöd sind wir nur gemeinsam, Buchrezension, 6. Mai 2015

Netzverweise