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Amerikanischer Exzeptionalismus

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Amerikanischer Exzeptionalismus

Der Begriff Amerikanischer Exzeptionalismus bezeichnet eine Ideologie, der zufolge die USA eine einzigartige Sonder­stellung unter den Nationen der Welt einnähmen, die aus ihrer besonderen Geschichte und aus ihrer einzig­artigen Machtfülle erwachse. Der Exzeptionalismus stellt die politische Kernideologie der USA dar.[1] Er drückt sich, wie Stephen Kinzer[wp] schreibt, auch darin aus, dass die USA die einzigen in der Geschichte der Neuzeit sind, die überzeugt sind, dass sie Gottes Werk verrichten, indem sie ihr politisches und wirtschaftliches System anderen bringen.[2]

Wegen ihrer Einzigartigkeit seien die USA, so die Vertreter des Exzeptionalismus[wp], grundsätzlich an völker­rechtliche Vereinbarungen nur insoweit gebunden, wie ihnen dies nützt.[3] Auch ließen sich ihre Taten grundsätzlich nicht nach den moralischen Normen bewerten, nach denen die USA die Taten anderer Nationen bewerten. Denn es könne grundsätzliche keine "moralische Äquivalenz" zwischen den USA und anderen Staaten in der Bewertung ihrer Taten geben, da sich Verbrechen von wesenshaft Guten nicht mit Maßstäben bewerten ließen, die man an Verbrechen von wesenhaft Schlechten anlegt. Folglich mögen die USA zwar gelegentlich Fehler machen, können jedoch aus grund­sätzlichen Gründen keine Kriegs­verbrechen begehen - weder in Vietnam, noch im Irak oder in Syrien. Und aus ebenso grund­sätzlichen Gründen können sie auch keine Zivilisten ermorden, sondern Zivilisten sterben einfach als kollaterale Folge bester Intentionen.

Es gehört nicht viel dazu, den Exzeptionalismus - der in der Geschichte, auch der europäischen, in vielfältigen Formen auftrat und auftritt - als eine moralische und intellektuelle Pathologie zu erkennen - eine Pathologie, die mitverantwortlich für die größten Blutspuren in der Zivilisations­geschichte ist. Gleichwohl finden sich wieder zahllose Intellektuelle, die bereit sind, diese Pathologie mit einer Recht­fertigungs­ideologie zu versehen. Da die USA wesenhaft gut seien, entzögen sich ihre Taten grundsätzlich einer Bewertung nach völker­rechtlichen Normen.[4]

Der damalige Chefankläger in den Nürnberger Kriegs­verbrecher­prozessen[wp] Robert H. Jackson[wp] (1882-1954) hatte seinerzeit festgestellt[5], dass die Rechts­prinzipien, die in Nürnberg entwickelt worden sind, allgemein­gültig seien und somit auch zukünftig bei einer rechtlichen Bewertung von Verbrechen anderer Staaten, auch der USA, zugrunde gelegt werden müßten.[6] Würde man diesen Anspruch ernst nehmen, so hätte, wie Noam Chomsky[wp] bemerkte, jeder amerikanische Nachkriegs­präsident als Kriegsverbrecher gehängt werden müssen.

In seiner Rede vor der Militärakademie Westpoint[wp] am 28. Mai 2014 sagte Barack Obama[wp]:

Zitat:

«"I believe in American exceptionalism ..."

"Ich glaube an den amerikanischen Exzeptionalismus mit jeder Faser meines Lebens."»

Zitat:

«Die Aufklärung hat einen moralischen Universalismus. Das bedeutet, wenn wir Regeln und moralische Kriterien aufstellen, die wir für die Bewertung der Handlungen anderer heranziehen, dann gelten die auch für unsere eigenen Handlungen. Das ist eigentlich eine Binsenweisheit. Die würden wir auch im Schulunterricht alle abnicken und beim Lesen der Zeitung ist sie wieder weg. [...] Der (amerikanische) Exzeptionalismus sagt aber, die Regeln, die für mich gelten, gelten für die anderen natürlich nicht, und die Regeln, die ich für andere mache, beachte ich natürlich nicht.» - Rainer Mausfeld[8]

Feministischer Exzeptionalismus

Es gibt etwas Ähnliches, was man einen feministischen Exzeptionalismus nennen könnte. Weil die Feministinnen als die wesenshaft Guten gelten, können sie nicht mit den Maßstäben bewertet werden, die sie an Männer anlegen, die als die wesenhaft Schlechten gelten. Deshalb gibt es im Feminismus auch keinen Männerhass, während Männer (kollektiv) Frauen unterdrücken, misshandeln, hassen und vergewaltigen. Auch feministischer Exzeptionalismus wird mit dem Verklammerungsbegriff Antifeminismus, die Kritik am Feminismus mit Hass auf Frauen und Rechtspopulismus verknüpft, um jedwede Kritik am Feminismus aus dem als vernünftig anzusehenden Diskussionsraum ausgrenzen.

Zitat:

«Ich kann mich nicht erinnern, dass jemand auf mich schon mal so bösartig gewirkt hat [wie Ilse Lenz]. Völlig auf Kampf gegen den bösen Rest der Welt fixiert. Die feuerte da eine Kanonade ab, wie fies, dreckig, schmutzig Antifeminismus wäre. Sie pickt sich dazu immer irgendwelche Sonderfälle heraus und beschimpft und verallgemeinert die dann.

Etwa der Fall Kachelmann, in dem man mit einem "Diskurs der Gleichheit" die Frau als Lügner hingestellt hätte. Natürlich Akif Pirinçci zitiert (obwohl ich dessen Ausdrucksweise meist ziemlich daneben finde, obwohl er inhaltlich oft richtig liegt, brachte sie komischerweise einen Satz, den ich ziemlich in Ordnung fand). Und dann, natürlich, Attentäter Anders Breivik, der seine Tat mit Feminismus begründete. Seit es den gab, sind alle Feminismuskritiker Massenmörder.

(Es gibt das Godwin's Law[wp], wonach in jeder Diskussion früher oder später ein Nazi-Vergleich auftaucht. Eine Abart davon kommt im Feminismus vor. Früher oder später kommen sie alle mit Anders Breivik. Ständig klagen sie über Vorurteile, Stereotype, Rollenbilder, aber Männer sind für sie alle wie Anders Breivik oder Jörg Kachelmann. Entweder vergewaltigen sie ihre Frauen oder ermorden sie.)

Jedenfalls, so meinte sie, habe Anders Breivik zu einer Spaltung in der Szene geführt, weil manchen Männern Antifeminismus unangenehm geworden sei. (Es gibt nur eine Art, gegen Feminismus zu sein, und das ist die von Breivik.)

Ja und dann natürlich die böse Bewegung, die den Schulunterricht über sexuelle Vielfalt damit verunglimpft, dass damit der Kindesmissbrauch gefördert würde, dabei sei es doch erst der Feminismus gewesen, der Kindesmissbrauch überhaupt aufgedeckt hat. Und jetzt kämen böse Eltern und wollten ihre Kinder vor Feminismus schützen.

Auch die AfD wird abgewatscht, denn die seien ja die Antifeministen im politischen Spektrum. Ganz schlimm. Denn die würden sich ja aus dem Adel und der reichen Mittelschicht rekrutieren. In der Arbeiterschicht gäb's nämlich keinen Frauenhass, aber die wären ja auch nicht bei der AfD.

Oder diese widerlichen Lebensschützer, die gegen Feminismus protestieren. Lebensschützer. Einfach ekelhaft.

Aber das würde bald alles besser, denn es gäbe ja demnächst ein Gesetz gegen Cybermobbing und Sexismus. Sei auch dringend nötig, weil nicht nur Frauen, sondern auch Männer, die für Feminismus sind, massiv gemobbt würden. Das läge an der Prekarisierung, der Arbeits­markt­lage, und der Abwertung von Lebens­biographien. Das führe dazu, dass sie andere mobben. [...]

[In der] Fragerunde [...] habe [ich] ganz lieb und brav die "Verständnisfrage" gestellt, dass sie bisher Antifeminismus nur in Kategorien von Hass und Polemik beschrieben, und ob es nur solchen gäbe, oder ob es auch andere Gegen­positionen, etwa sachliche, oder gar berechtige Einwände gäbe, und sie die nur nicht erwähnten. Schnippisch-spitze Frage aus dem Publikum "Welche denn?". Na, sage ich, das wolle ich ja vom Podium wissen, ob es solche gäbe.

Man erklärte vom Podium kategorisch, sachliche Feminismuskritik gäbe es gar nicht. Gejohle, Beifall aus dem Publikum.

Die glauben wirklich und allen Ernstes, Feminismus sei unkritisierbar, es gäbe keine berechtigte Kritik daran. Die sagen das nicht nur zum Spaß, die glauben das wirklich. Kritik an Feminismus ist nicht möglich. Ein völlig totalitäres Weltbild.

Ich frage also nach, nunmehr nicht mehr so lieb: "Sie halten sich also für unfehlbar? Es gibt keine Kritik?"

Autsch. Der hat ihnen weh getan.

Ilse Lenz übernimmt und versucht zu retten. Meine Frage sei befremdlich. Aber natürlich gebe es sachliche und konstruktive Kritik: Nämlich "inner­feministische" Kritik. Nur die. Beispielsweise hätte es da Aus­einander­setzungen zur Mütterrente gegeben.

Und dann wieder so ein Brüller: Sie begründet dies damit, dass aus welt­anschaulicher Richtung keine sachliche Kritik möglich sei. Und wieder werfen sie anderen ihr eigenes Fehl­verhalten vor, denn eine Welt­anschauung ist hier nur der Feminismus.» - Hadmut Danisch[9]

Einzelnachweise

  1. Siehe hierzu z.B.: McCrisken, T. B. (2002). Exceptionalism. In: A. Deconde, R. D. Burns & F. Logevall (eds.), Encyclopedia of American Foreign Policy, Vol. 2, 2nd ed. New York: Scribner, pp. 63–80. McCrisken, T. B. (2003). American Exceptionalism and the Legacy of Vietnam: US Foreign Policy since 1974. New York: Palgrave Macmillan.
  2. Die USA "are the only ones in modern history who are convinced that by bringing their political and economic system to others, they are doing God's work". Stephen Kinzer (2006). Overthrow: America's Century of Regime Change From Hawaii to Iraq. New York: Times Books
  3. "A new international order is emerging, but it is being crafted to suit American imperial objectives. The empire signs on to those pieces of the transnational legal order that suit its purposes (the WTO, for example), while ignoring or even sabotaging those parts (the International Criminal Court, the Kyoto Protocol, the ABM Treaty) that do not." Michael Ignatieff (2002). Barbarians at the Gate?, New York Review of Books, 28. Februar 2002; Siehe hierzu auch: Martti Koskenniemi (2004). International law and hegemony: a reconfiguration. Cambridge Review of International Affairs, 17, 197-218. Benjamin Allen Coates (2016). Legalist Empire: International Law and American Foreign Relations in the Early Twentieth Century. Oxford University Press
  4. Bei der Bewertung völkerrechtlicher Regelwerke und Normen stellt sich die Frage, inwieweit ihre Entwicklung nicht selbst schon überwiegend durch Interessen von Kolonial- und Hegemonial­mächten geprägt ist: "If...one sees extant problems of global instability - ongoing wars, ecological disintegration, and the growing disparities in income or social well-being - as incapable of being resolved by the current international regime, perhaps even as caused by the policies and practices of 'civilized' states, a different story will have to be told, and lived by, that challenges both the contemporary framework of international law and the precepts of American exceptionalism." Natsu Taylor Saito (2010). Meeting the Enemy: American Exceptionalism and International Law. New York University Press. (S. 228)
  5. "If certain acts and violations of treaties are crimes, they are crimes whether the United States does them or whether Germany does them. We are not prepared to lay down a rule of criminal conduct against others which we would not be willing to have invoked against us." Robert H. Jackson zitiert in: Telford Taylor (1993). The Anatomy of the Nuremberg Trials: A Personal Memoir. New York: Little Brown.
  6. Zu Fragen einer 'Siegerjustiz' und von Doppelstandards bei der Entwicklung eines internationalen Strafrechts siehe z.B.: Frédéric Mégret (2002). The Politics of International Criminal Justice, European Journal of International Law, 5, 1261–1284; William Schabas (2012). Unimaginable Atrocities: Justice, Politics, and Rights at the War Crimes Tribunals. Oxford University Press.
  7. Pdf-icon-extern.png Die Angst der Machteliten vor dem Volk - Ausarbeitung[ext] - Seiten 15-16
    Youtube-logo.png Die Angst der Machteliten vor dem Volk - Demokratiemanagement durch Soft-Power-Techniken - IPPNW Hamburg (19. Februar 2017) (Länge: ab 45:50 Min.)
  8. Youtube-logo.png Warum schweigen die Lämmer? - Der Neoliberalismus ist das geplante endgültige Ende der Demokratie - Rainer Mausfeld (Vortrag im Dietrich-Bonhoeffer-Haus zu Aachen am 22. April 2016) (Länge: ab 44:56 Min.) (Neoliberalismus)
  9. Hadmut Danisch: Veranstaltungsbericht: Was tun gegen Antifeminismus?, Ansichten eines Informatikers am 4. Dezember 2014 (Ein Veranstaltungsbericht zu Bewegungsgespräch: Was tun gegen Antifeminismus? in der Humboldt-Universität.)

Querverweise

Netzverweise