Sexismus

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Opferkultur
In der Opferkultur gibt es eine "Koalition der Minderheiten", die geschützt werden muss durch bannende Abwehrphrasen wie Antisemitismus, Homophobie, Rassismus, Sexismus und den Einsatz der Nazikeule, womit jede Kritik an entsprechende Lobby­gruppen im Keim erstickt werden soll.

Homophob, rassistisch oder sexistisch ist das neue "ketzerisch"[wp], die politisch Korrekten die neue Religionspolizei.

Siehe auch

Sexismus ist eine aus dem Englischen kommende Parallelbildung zu racism (Rassismus), die als sexism in der US-amerikanischen Frauenbewegung der 1960er Jahre geprägt wurde und sich ausschließlich auf die Diskriminierung bzw. Unterdrückung von Mädchen und Frauen bezog.

Zitat:

«Sexismus ist eine politische Kampfvokabel aus Amerika, der Benachteiligung von Menschen aufgrund ihres Geschlechts bedeutet. Wird hierzulande aber fast immer als Synonym für Schweinkram benutzt.»[1]

Sexismus ist demnach ein politisches Schlagwort, das Feministinnen verwenden, um die Welt in männliche Täter und weibliche Opfer einzuteilen. Gegen die Erkenntnis, dass diese Zweiteilung der Welt sexistisch ist, verschließt sich der Feminismus genauso wie der gesellschaftliche Realität, dass auch Männer von Frauen unterdrückt und ausgebeutet werden, indem sie dressiert werden (Esther Vilar: Der dressierte Mann).

Statt von Sexismus wird häufig auch von Biologismus gesprochen. Als Sexist gilt demnach jemand, der es wagt, den Genderismus infrage zu stellen, der Geschlecht nicht als biologische Tatsache, sondern als soziale Konstruktion verstanden wissen will. Feministinnen und Genderisten bezeichnen also als Sexist oder Biologist jemanden, der Unterschiede zwischen Frauen und Männern auf biologische Ursachen zurückführt und daraus die Unterschiedlichkeit von Mann und Frau und ihre Rollenfunktionen in der Gesellschaft erklärt.

Männer zahlen mehr als das Doppelte

Es gibt keinen Sexismus

  • "Entweder stehen Frauen nicht auf der Stufe von Erwachsenen. Dann allerdings bräuchten wir unbedingt ein Patriarchat. Denn im Patriarchat genießen Frauen die Vorzugsrolle beschützens­werter Wesen.
    Oder wir betrachten Mann und Frau als hierarchisch gleich. Dann haben sie aber auch gleiche Leistungen zu erbringen. Und zwar überall und nicht nur da, wo es ihnen vorteilhaft erscheint! Wie wäre es, wenn auch Frauen einmal mehr als das Doppelte zahlen? Wir könnten es dann ja 'positive Diskriminierung' nennen!"
    [2]
  • "Es bleibt somit als einziger ideologischer Sexismus nur der Feminismus. Er beruht darauf, daß die natürliche Befähigung des Mannes zur Herrschaft über die Frau im Grunde gefühlt, nicht aber ertragen wird. Der Feminismus ist die Kompensation eines Minder­wertigkeits­gefühls von Männern in Frauenleibern (Lesben), unterstützt von Frauen in Männerleibern ('Lila Pudel'). Erstere wollen die Herrschaft an sich reißen; letztere wollen sich ihnen unterwerfen. Während die ersteren an ihrer Pathologie leiden, dieses mit einer Ideologie der eigenen Höherwertigkeit kompensieren, ihr tatsächliches Versagen mit Unterdrückung erklären und zur Rechtfertigung ihrer 'Entschädigungs'-Ansprüche eine ständige Schuldzuweisung betreiben, profitieren die letzteren aus dem entstehenden Sittenverfall und spenden den Erzeugerinnen Beifall." [3]

Hadmut Danisch beschreibt in einem Essay die Karriere eines erfundenen Begriffs:

Immer häufiger, immer öfter, immer weitreichender, immer selbstverständlicher, immer politischer, immer lauter, immer hämmernder, immer fordernder, immer aggressiver, immer inflationärer hört man den inzwischen omnipräsenten und pseudo­intellektuellen Vorwurf des "Sexismus".
 
Eine erstaunliche Karriere für etwas, was es nicht gibt.
Denn Sexismus ist frei erfunden. Also nicht der Inhalt des Sexismus, die Geschlechterrollen, wie man vielleicht glauben könnte. Sondern Sexismus selbst ist erfunden. Es gibt diesen Sexismus nicht.
Um das zu verstehen muss man zunächst wissen, dass es im Feminismus immer erhebliche Unterschiede zwischen der öffentlichen Außen­darstellung und der internen Denkweise und Strategie gibt. Feminismus beruht nicht auf Erkenntnis und Wissenschaft, sondern auf Rhetorik. Und dazu gehört auch die Täuschung, etwas, was unverkäuflich wäre, so darzustellen, dass es abgekauft wird. Desinformation und Verbergen von Informationen gehören zum rhetorischen Standard­werkzeug des Feminismus.
Die Außendarstellung des Begriffes "Sexismus" läuft meist darauf hinaus, dass irgendein Starker (meist ein Mann) irgendeine Schwache (meist eine Frau) aufgrund des Kräfte­verhältnisses und aufgrund des Geschlechts des Schwächeren unterdrückt, missbraucht, beleidigt, ausbootet, vergewaltigt oder so. Das übliche Vorwurfs­schema ist, dass Frauen benachteiligt werden weil sie Frauen sind. Und das will natürlich niemand. Wir sind ja alle gut erzogen und selbstverständlich will niemand als Frauen­belästiger oder -unterdrücker dastehen. Deshalb ist natürlich jeder strikt gegen Sexismus. Man kann gar nicht anders, das ist längst die Political correctness-Zwangs­ideologie. Sexismus ist ein magic buzzword. Der Vorwurf des Sexismus, sexistisch zu sein, ein Sexist zu sein, nimmt die Abkürzung am Denken vorbei. Da ist längst der Reflex eintrainiert, dass das sofort Tabu, Bäh und Igitt ist. Es wird nicht gefragt. Weil schon der, der fragt, ein Sexist und schon der Hauch des Zweifels sexistisch ist. Was den "praktischen" Nebeneffekt hat, dass es kein Gegen­argument geben kann, weil jedes Gegen­argument sexistisch und damit per definitionem unbeachtlich wäre. Ein Begriff, der sich selbst zur Unkritisierbarkeit definiert, unantastbar macht. Ein Begriff, der sich damit jeder Überprüfung, jeder Verifizierung durch Konstruktion entzieht.
 
Die eigentliche Bedeutung des Begriffs ist eine gänzlich andere.
Denn dem Begriff liegt die Gender-Ideologie zugrunde, die Auffassung, dass Geschlechter, geschlechts­bezogenes Verhalten, Sexualität keinerlei biologische oder angeborene Grundlage hätten. Nicht einmal die Einteilung in die Geschlechter männlich und weiblich sei von der Natur vorgegeben, sondern eine rein kulturell-böswillige Erfindung. Der Mensch würde als neutrales, geschlechtsloses, freies Wesen geboren. Die Wesen würden sich allein darin unterscheiden, ob das Geschlechtsorgan eher nach innen oder eher nach außen gestülpt wäre. Das Organ sei bedeutungslos und es gebe auch keine Grenze zwischen zwei Geschlechtern. Der Mensch sei geschlechtslos.
Die Kultur nun habe es hervorgebracht, dass ein Teil dieser geschlechtslosen freien Wesen einen anderen Teil böswillig und willkürlich unterdrückt, indem es ihn schon von kleinauf in die Benachteiligung und Sklaverei zwingt und zum unmündigen Unter-Wesen erzieht. Dieses Unterdrückten-Stigma sei das "Geschlecht". Die zum Unterdrücktsein abgerichteten Unter-Wesen nenne man Frau (in der Genderisten-Sprache sagt man "das als unterdrückt konstruierte Geschlecht"), während die Wesen, die frei, neutral, geschlechtslos bleiben dürften, die "Männer" seien. Ausgedacht hätten sich dieses Komplott fiese Medizinier und Biologen, die sich die "Frau" im 18. Jahrhundert als Unterdrückungsopfer erschaffen hätten. Vorher hätte es sowas wie Frauen nicht gegeben. Durch beständige Falschaussagen der männlich orientierten "Wissenschaft" darüber, dass die biologisch-medizinische Unterscheidung in Geschlechter wissenschaftlich und naturgegeben sei, habe sich die "Erfindung" Frau kulturell durchsetzen können. Daher auch der tiefe feministische Hass gegenüber allem Wissenschaftlichem.
Dieses Abrichten neutraler Wesen zu Unterdrückten, dieses Aufzwingen des Benachteiligten-Stigmas, dieses Konditionieren zu Verhaltens­weisen, in denen sich die Selbst­benachteiligung manifestiert, dieses Umformen und stetiges Nachformen eines neutralen, freien Wesens zur "Frau", das ist das, was eigentlich hinter dem Begriff des Sexismus steht. Nicht die Benachteilung oder Belästigung der Frau. Sondern der Druck auf neutrale Wesen zur Formung der Frau. Sexismus ist nicht das Belästigen oder Benachteiligen der Frau, Sexismus ist das Machen der Frau.
Deshalb gilt es schon als "sexistisch", wenn ein Mann einer Frau die Tür aufhält, in den Mantel hilft oder in den Ausschnitt schielt, weil das Verhaltens­weisen seien, die Verhaltens­weisen und Rollen "konstruieren" und verfestigen, aus denen die Geschlechter erst hervorgehen. Wer einer Frau die Tür aufhält, unterdrückt sie, weil es ein Akt ist, einem neutralen Wesen typische Unterdrückten-Verhaltens­weisen aufzuzwingen. (Ungefähr so, als würde ein Mann zur Frau, wenn man ihm jeden Morgen die Tür aufhält, weil man ihn dadurch jeden Morgen etwas in Richtung Unter­drücktem umformt und ihm das kulturelle Frau-Verhalten beibringt, sich die Tür aufhalten zu lassen und damit der Tür-Schwächere zu sein.)
Sexismus ist damit jede beliebige Verhaltensweise, bei der man Männer und Frauen unterschiedlich behandeln würde. Auch jemandem nicht die Tür aufzuhalten ist sexistisch, weil man damit ja das andere "Stereotyp" bedienen würde. Es gibt keinen Weg, vor oder hinter jemand anderem durch eine Tür zu gehen ohne sexistisch zu sein. Man muss es alleine tun.
Ziel und selbsterklärte Aufgabe des Feminismus ist, die Erfindung der Frau rückabzuwickeln und Frauen wieder zu neutralisieren. In Gender-Sprache heißt das "Geschlechterrollen zu dekonstruieren". Deshalb empfindet man alles, was sich auf diese Rollen bezieht, als kontraproduktiv, reaktionär, unter­drückungs­verfestigend, weil es der Dekonstruktion im Wege steht und an den Rollen festhält. Das nennt man "sexistisch".
Das hört sich bescheuert an. Ist es auch. Es ist frei erfundener Blödsinn. Wie aus Trash-Science-Fiction. Weil die zugrundeliegende Gender-Ideologie frei erfundener Blödsinn ist. Es gibt bis heute keinerlei Erklärung oder Herleitung dafür. Sie ist frei aus der Luft gegriffen.
Daher gibt es diese Biologie-freie Umformung natürlicher, freier, neutraler, geschlechtsloser Wesen zur "als unterdrückt konstruierten Frau" (wie die Feministinnen es ausdrücken) nicht.
Und wenn es diese Umformung nicht gibt, dann gibt es auch keinen Sexismus, denn der Begriff bezeichnet diese Umformung.[4]

Sexismus-Klage

Zitat:

«Das Landgericht Hamburg wies die Klage am 26. Juli 1978 ab (Az. 74 O 235/78). In der Urteils­begründung nahm es zum einen den Vorwurf der Popular­klage auf. Zum anderen stellte es fest, dass die Frauen als Kollektiv nicht beleidigungs­fähig sein können. Eine Beleidigung einer großen Anzahl an Personen sei nur dann möglich, wenn diese "Personen­mehr­heit so aus der Allgemeinheit hervortritt, dass dieser Kreis der beteiligten Einzel­personen deutlich umgrenzt ist"; bei einer Personen­gruppe, die mehr als die Hälfte der deutschen Bevölkerung ausmacht, könne dies nicht der Fall sein.»[5]

Beispiele

Auch Du bist ein Sexist!

Ein Mann, der durch die Prüfung fällt, sagt als Entschuldigung für sein Versagen möglicherweise:

"Der Prüfer kann mich nicht leiden!"

während eine Frau, die durchfällt, sagt:

"Der Prüfer hat was gegen Frauen!"

Hadmut Danisch schreibt zu dem Thema:

"Verblüffenderweise häufen sich ja etwa gerade bei den Genderistinnen solche Informatikerinnen (genauer gesagt: Solche, die sich gerne Informatikerin nennen wollen), die das Fach nicht beherrschen, die sagen, dass Technik sie ankotzt und dass sie ihr Engagement auf ein Minimum begrenzen, gerade so um Prüfungen bestehen zu können. Aber wenn sie irgendwo unterliegen oder durchfallen, sagen sie nicht, dass sie nicht gelernt haben oder Informatik einfach nichts für sie ist, sondern dann ist immer alles gleich frauenausgrenzend, als hätte sich die Informatik mit der Hälfte der Menschheit angelegt, wenn sie eine weibliche Pfeife durchfallen lässt. Als könnten Frauen keine Individual-Schwächen, sondern nur Kollektivschwächen haben."[6]

Zum Thema "Karrierenachteile im privaten Leben" schreibt Hadmut Danisch:

"Es ist mir aber auch schon aufgefallen, dass Frauen sich stets einen stärkeren Mann nehmen, der körperlich ein paar Zentimeter größer als sie ist (guckt mal die typischen Partner-Foren durch, die geben da von vornherein auf ein paar Zentimeter genau an, wie groß der Typ zu sein hat), und erwarten stets einen sozialen Aufstieg. Der Mann muss gutverdienender Akademiker, Führungs­position usw. haben. Sie suchen sich Männer fast immer so aus, dass sie größer, stärker, besser als sie sind - und beschweren sich dann darüber, dass sie in der Partnerschaft der Teil sind, der weniger verdient und an dem die Kinderpflege hängen bleibt."[6]

Zum Thema "Abwanderungsprozesse" (Frauen verlassen die Universität) schreibt Hadmut Danisch:

"Es erinnert mich daran, dass Genderisten Frauen ja nicht als mündig erachten, in hetero­sexuellen Geschlechtsverkehr einzuwilligen. Sie werden auch nicht als mündig angesehen, nicht Professorin werden zu wollen. Hat eine Frau Sex, gilt sie als vergewaltigt, egal ob sie wollte. Geht eine Frau nach dem Studium oder der Promotion von der Uni, gilt sie als Opfer, egal ob sie wollte oder nicht.
Gerade auch in den Schriften der Verfassungsrichterin Baer findet sich dieses Motiv immer wieder, nämlich dass Frauen Wert auf 'work-life-balance' legten und arbeitsintensive und wettbewerbsträchtige Stellen nicht mögen. Anstatt aber darin den Grund zu finden, warum Frauen einfach nicht Professorin werden wollen, wird alles zur Frauenausgrenzung stilisiert und verlangt, dass man Professuren so umbaut, dass es für Frauen keinerlei Leistungsanforderung, keinerlei Qualitätsmaßstäbe, keinerlei Ungleichbewertung mehr geben darf. Man fordert von qualitäts- und wettbewerbsorientierten Stellen, qualitäts- und wettbewerbslos zu sein, um frauenkompatibel zu werden."[6]

Hadmut Danisch kommentiert die akademische Frauenpolitik:

"Die Feministen haben es geschafft, dass Frauen in der Wissenschaft als schutzbedürftige Dummchen herumlaufen. Die Informatik muss für sie extra Sonderdisziplinen wie geistige Behinderteninformatik mit intellektuellen Rollstuhlrampen schaffen. Es wird durch Frauenquoten, Frauenschutz, extra Fördermittel, Stipendien, Preise, Studienplätze nur für Frauen der Eindruck erweckt, dass sich in der Wissenschaft Frauen zu Männern verhalten wie die Paralympics zu den Olympischen Spielen - nett und politisch korrekt, der Unterhaltung und dem Selbstwertgefühl der Teilnehmer dienend, aber letztlich doch nicht konkurrenzfähig.
Mit speziellen Preisen, Professuren, Fördermaßnahmen nur für Frauen wird Frauen signalisiert, dass sie schwächer als Männer seien und im offenen Wettbewerb keinen Blumentopf gewinnen würden.
Und sie fordern, dass man an Frauen keine Nutzbarkeitskriterien anlegt. Heißt auf deutsch, dass Frauen sich nicht selbst zu erwirtschaften brauchen und der Steuerzahler, ergo das männliche Kollektiv, doppelt zahlen möge, um beide zu finanzieren. Die Frau wird als Alimente-Empfängerin dargestellt. Das wird ja allenthalben eintrainiert, etwa wenn die Finanzierung gegendert wird, jedes Forschungsprojekt heute ein paar Frauen nachweisen muss, man also einfach nur irgendwelche Tussis, die am wenigsten stören (oder am besten aussehen) finanziell mitschleifen muss, die man auf den Lohnzettel schreibt und ansonsten in die Ecke stellt. Und dann wundern die sich, wenn Frauen in der Wissenschaft depressiv werden oder gehen."[6]
Zitat:

«Wenn Gott nicht gewollt hätte, dass wir sexistisch sind, hätte sie uns nicht verschiedene Geschlechter gegeben.» - Dave Barry[7]

Zitat:

«Ich bin mir sicher, dass sich das Verhältnis von Männern und Frauen wegen dieser Debatte nicht grundlegend ändern wird. Die Demographie-Debatte in Deutschland hat nicht dazu geführt, dass mehr Kinder geboren werden, die Sarrazin-Debatte hat nicht dazu geführt, dass es weniger Einwanderung gibt, die Antisemitismus-Debatte hat nicht dazu geführt, dass die Israelkritik differenzierter geworden ist. Die Diskussion wird nicht dazu führen, dass Männer in Zukunft nicht mehr mit Frauen in einen Fahrstuhl steigen und Frauen seltener Absatzschuhe tragen, dass die Anmachsprüche in Bars gehaltvoller werden und sich das prozentuale Verhältnis von Machos zu Emanzen verschieben wird. Auch die Titelbilder des Stern werden in Zukunft mit Brüsten und Hinterteilen illustriert sein, so als wäre nie etwas gewesen.» - Gérard Bökenkamp[8]

Zitat:

«Ich bin mit Jan Fleischhauer der Meinung, dass die Sexismus-Debatte auf die Durchsetzung der Frauenquote zielt. Männer werden schon seit langer Zeit in den Medien diskreditiert (sie sind gewalttätig, testosterongesteuert, machtgeil usw.), Frauen werden hingegen idealisiert (sie sind kommunikativer, bessere Chefs usw.), um die Einführung der Frauenquote zu recht­fertigen.» - Alexander Ulfig[8]

Zitat:

«Wo persönliche Befindlichkeit als ausreichender Gradmesser erscheint, um Sexismus zu definieren, verkommt der Begriff zur Beliebigkeit.» - Birgit Kelle[9]

Zitat:

«Wir besitzen Macht. Macht über Männer, nichts zeigt dies deutlicher als die unsägliche Brüderle-Geschichte. Wir können mit einer Beschuldigung einen Mann und eine Karriere ruinieren. Wir besitzen Macht, weil Männer auf weibliche Reize reagieren. Weil wir sie damit viel häufiger in der Hand haben, als ihnen lieb ist, und vor allem, weil wir das wissen.» - Birgit Kelle[9]

Zitat:

«Wenn Feministinnen Slutwalks inszenieren und sich als Schlampen bezeichnen, ist das Demonstration von Unabhängigkeit und Selbstbestimmung. Wenn Männer Schlampen als solche bezeichnen, sind sie Sexisten.» - Newman[10]

Zitat:

«Das Allerschlimmste an der sexuellen Belästigung am Arbeitsplatz ist, dabei übergangen zu werden.»

Was ist eigentlich Sexismus?

Mit der grundlegenden Frage, was denn eigentlich Sexismus ist, setzte sich Lucas Schoppe in seinem Blog Man Tau auseinander.[11] Der Anlass dazu war ein Sturm im Schnappsglass von Klein-Twitterdorf[12] mit dem Hashtag Fappygate:

"Du Wichser!" - "Selber Wichser!" - "Frau Lehrerin!! Er hat mich WICHSER genannt!!" Die Auseinandersetzung, die exakt das hier nur kurz skizzierte Niveau erreichte, führte immerhin zu einigen Überlegungen zum Thema "Sexismus". Es lohnt sich, darauf noch einmal einzugehen - weil die Aus­einander­setzung darüber in meinen Augen einen zentralen Konflikt in heutigen Geschlechter­debatten klarer macht.

[Die] seltsamen und skurrilen Geschehnisse einmal kurz zusammenzufass[t]:[13]

Redest du noch, oder fappst du schon?

Yasmina Banaszczuk, Bloggerin des stern, entdeckte in einem viel gelobten Text Andreas Riekmanns über die Jugendkultur auf YouTube und in anderen sozialen Netzwerken eine verdächtige Passage: Riekmann schrieb darüber, dass sich hier eine eigenständige Jugendkultur entwickelt habe, zu der viele Erwachsene mittlerweile keinen rechten Zugang mehr fänden.[14]

Nun gehört die Aussage, dass die Jugend heutzutage irgendwie auch nicht mehr so sei wie früher, bekanntlich zu den Standardaussagen jeder bislang bekannten Generation von Erwachsenen. Gleichwohl erinnerte sich Banaszczuk daran, dass sie über YouTube schonmal so etwas ähnliches gesagt hatte, und beschuldigte Riekmann öffentlich des Plagiats.

Nun schaltete sich der Blogger Sascha Pallenberg'[12] ein, verglich die beiden fraglichen Passagen und machte sich über den tatsächlich voreiligen Vorwurf lustig. Zwischen ihm und Banaszczuk entspann sich, natürlich twitter-öffentlich, ein kurzer Disput, den die wortgewandte Stern-Bloggerin effektvoll mit den Worten abbrach:

"fappst du dir eigentlich die ganze Zeit einen drauf mich vergeblich zu dissen oder bist du einfach so ein nervender Zeitgenosse?"

Menschen, die nicht so treffsicher wie Banaszczuk den Slang der Dreizehnjährigen vergangener Jahre nachahmen können, brauchen hier vielleicht eine Übersetzung. "Fappen", so die Seite Mundmische, sei ein Wort für "masturbieren" - eine Wortschöpfung, basierend auf dem "fap-fap-fap"-Geräusch, den die Vorhaut angeblich beim schnellen Vor- und Zurückziehen mache.[15]

Nun machte Sascha etwas ganz Dummes, Skandalöses. Er twitterte einem Dritten:

"Ich gebe zu: Ich habs getan, aber nur damit @Frau Dingens das auch mal erlebt hat."

Ich gebe zu, dass es mir etwas unwirklich vorkommt, wie hier tatsächlich Erwachsene miteinander kommunizierten. Zumal, da Frau Dingens - Banaszczuks Twitter-Name - sogleich die Gelegenheit nutzte, die Äußerung ausgiebig zu einem Skandal zu machen:

"Meint ich müsste das 'auch mal erleben', dass sich jemand einen auf mich runter holt."

Und so ging es dann weiter: Sascha Pallenberg erhielt Drohungen wie die, ihm die Beine zu brechen - Yasmina Banaszczuk erhielt Nachrichten wie die, in der ihr ein Zeitgenosse mitteilte, gerade auf ihr Bild masturbiert zu haben - die grimme­bepreiste #Aufschrei-Initiatorin Anne Wizorek forderte, Sascha Pallenberg von der nächsten Netz-Konferenz re:publica[wp] auszuschließen[16] - und Banaszczuk löschte ihren Twitter-Account.[17]

Schimpftiraden und andere Offenbarungen

Endgültig skurril wurde alles aber erst, als sich dann auch noch Antje Schrupp mit zwei Texten einschaltete.[18][19] Auch sie musste Banaszczuks Äußerung erst einmal übersetzen. Sie

"heißt so viel wie 'Holst du dir darauf einen runter?' Der Satz ist also eine Meta-Bemerkung in einer Diskussion. Sie behauptet, dass in einer laufenden Debatte sexistische Muster im Spiel sind und verweist den Angesprochen auf seine Rolle als jemand, der grade dabei ist, männliche Privilegien auszuspielen." [19]

Oder, um dasselbe noch einmal in den unsterblichen Worten einer Astrid Lindgren-Verfilmung zu sagen: "Ich mach mir die Welt, widdewidde, wie sie mir gefällt."

Ganz ehrlich: Ohne Frau Schrupp wäre ich nie auf die Idee gekommen, jemanden als "Wichser" zu beschimpfen und ihm dann zu erklären, dass diese Äußerung lediglich einen Versuch der Meta-Kommunikation[wp] darstelle. Mitten in sein blödes, verdutztes Gesicht hinein - Super, merk ich mir! ;-)

Das Problem, so Schrupp, sei jedenfalls lediglich die empfindliche Reaktion von Männern, wenn eine Frau "nicht freundlich genug zu ihnen ist". Das ist übrigens ungefähr so, als würde man einen Faustschlag ins Gesicht als "nicht ausreichend zärtliche Berührung" umschreiben.

Auch das finde ich toll: Ich beschimpfe jemanden heftig, und wenn er sich beschwert, mach ich ihm klar, dass er hier nur sein "x (passende Bezeichnung bitte selbst einfügen) privilege" ausspiele und offenbar seinen Herrschafts­anspruch auf beständig freundliche Behandlung geltend mache. Wenn eine Frau einen Mann öffentlich und aus heiterem Himmel als "Wichser" bezeichnet, ist das nämlich und natürlich keine Beleidigung, sondern ein subversiver Akt, nur um das mal festzuhalten:

"Dieser Tweet ist ein Sexismus-Vorwurf und kein Sexismus, nur um das mal festzuhalten." [19]

Damit kommt Schrupp nun tatsächlich zu einer interessanten These. Für sie spiegelt[wp] Banaszczuk mit ihrem Fapp-Vorwurf lediglich Pallenbergs Verhalten, und das nehme ich vollkommen anders wahr. Tatsächlich sexualisiert[wp] die Stern-Bloggerin die Diskussion nicht nur unvermittelt, sie agiert auch massiv unterstellend - und dies in einer Weise, die umgekehrt einem Mann einer Frau gegenüber so wohl kaum möglich wäre. Einem Mann stünden dabei nämlich nicht die Geschlechter­klischees zur Verfügung, an die Fr. Dingens problemlos anknüpfen kann.

Frauen kommunizieren (und sei es auf der Metaebene), während Männer einfach sexistisch sind

Was Pallenberg als Mann sagt, hat nach Auffassung von Fr. Dingens überhaupt keinen sachlichen Wert: Es sei eigentlich überhaupt keine Kommunikation, sondern im Kern lediglich eine peinliche öffentliche Masturbation - und alles, was davon bei ihr ankomme, sei ein primitives "Fab-fab-fab"-Geräusch. Oder, noch einfacher und egozentrischer: "Gib's zu, insgeheim bist Du doch eigentlich nur geil auf mich."

Diese selbstverständliche Entwertung dessen, was ein Mann sagt, ist natürlich sexistisch. Warum Schrupp das anders sieht, lässt sich mit einer Gegenüberstellung aus einem Beitrag im Gedankenreiter-Blog erklären: Es sei unstrittig, dass es

"sich bei Sexismus um Diskriminierung handelt, die sich auf das Geschlecht der Person bezieht." [20]

Per Definition sind Männer sexistisch und Frauen nicht

Zugleich werde der Begriff aber noch in einer anderen Definition verwendet, nämlich als Ausdruck eines Machtgefälles:

"Da die Macht auf Seiten der Männer ist, können Frauen daher Männer vielleicht beleidigen, aber nicht sexistisch diskriminieren." [20]

Das eben ist die Definition, der sich auch Schrupp anschließt:

"Sexismus strukturiert die symbolische Ordnung, die uns umgibt, er lässt sich durch Argumentationen nicht wegkriegen. Sexismus ist eine Tatsache, keine Meinung." [18]

Das heißt: Einzelne sexistische Akte sind jeweils eben deshalb sexistisch, weil sie Ausdruck einer tiefen, grundsätzlichen gesellschaftlichen Struktur sind, vor der wir nirgends Schutz finden können. Es sei daher gar kein Wunder, dass viele diese basalen Herrschafts­strukturen gar nicht wahrnehmen könnten:

"Wir können nämlich nicht eine sexistische Ordnung zu Hilfe rufen, um diese Ordnung zu bekämpfen. Denn diese Ordnung findet sich selbst ja gar nicht falsch, sondern richtig und normal." [18]

Tatsächlich kopiert diese Sexismus-Definition, auch wenn das ihren Verwendern gar nicht bewusst ist, traditionelle religiöse Denkmuster. Schrupp skizziert eine grundsätzliche sexistische Verworfenheit einer Welt, die auf die feministische "Arbeit an dieser symbolischen Ordnung" ebenso angewiesen ist, wie Luthers[wp] Arbeit an der an den Satan hingegebenen Welt, die göttlicher Offenbarung bedarf.

In diesem Sinne müssen dann eben auch die Resultate dieser Arbeit aufgenommen werden: als nicht zu diskutierende Wahrheiten, deren einziger Zweck darin besteht, Licht in die Düsternis der leidenden Existenzen zu bringen.

Von Regenwolken und Männertränen

Männer, die etwas sagen, holen sich also bloß einen runter - Frauen, die etwas sagen, arbeiten hingegen an der symbolischen Ordnung. Schrupps Definition des Sexismus hat gleich zwei gravierende Nachteile. Der erste ist, dass sie offenkundig selbst sexistisch ist. Dass Männer aufgrund ihres Geschlechts benachteiligt werden könnten, wird hier nicht etwa empirisch widerlegt, sondern per Definition ausgeschlossen. Dass es keine Diskriminierungen von Männern gäbe, ist also eine pseudo-empirische Aussage, die sich nur scheinbar mit den sozialen Ordnungen der Welt auseinandersetzt, tatsächlich aber lediglich um ihre eigenen Definitionen kreist.

Das hat auch Auswirkungen auf die Interaktion von Frauen und Männern.

Denn Pallenberg hat auf Banaszczuk ja im Sinne eines Musters reagiert, das in der Spieltheorie[wp] als "Tit for tat"[wp] bezeichnet und als sehr sinnvoll für eine allgemeine Kooperation verstanden wird: Er hat versucht, ihr den Ball, den sie ihm zugeworfen hat, einfach zurückzuwerfen. Dieses Verhalten lässt sich, so primitiv der Schlagabtausch auch ist, durchaus mit zivilen Regeln vereinbaren. Es basiert auf der Erwartung, dass zivile menschliche Beziehungen im Wesentlichen reziprok sind: Was Du von mir erwartest, kann ich auch von dir erwarten - Rechte, die du mir zugestehen musst, muss ich auch dir zugestehen. Im Rahmen solcher Erwartungen der Reziprozität hat sich Pallenberg eben gerade nicht sexistisch verhalten - er hat auf Banaszczuk ebenso so reagiert, wie er wohl auch auf einen Mann reagiert hätte, der ihm gegenüber verbal übergriffig wird: Er hat gekontert.

Eben das aber wird ihm von Banaszczuk, Schrupp und anderen zum Vorwurf gemacht - dass er die Geschlechts­zu­gehörig­keit seiner Gesprächs­partnerin nicht berücksichtigt habe. Das nämlich hätte er tun müssen, um die Herrschafts­strukturen zu erkennen, die der sozialen Interaktion angeblich zu Grunde liegen. Pallenbergs Fehler war also wohl, dass er nicht einkalkuliert hat, wie seine Reaktion in einem feministischen Kontext re-interpretiert werden würde.

Banaszczuk hingegen hat wohl die Reichweite feministischer Interpretations­hoheit überschätzt - ebenso wie Wizorek sie hoffentlich überschätzt hat als sie Pallenbergs re:publica-Ausschluss fordert. Denn im Rahmen feministischer Interpretationen hätte Pallenberg auf Fr. Dingens' Wichser-Vorwurf überhaupt keine Reaktion mehr zur Verfügung stehen dürfen, da ihre Äußerung schließlich per definitionem nicht sexistisch konnte - jeder Konter eines Mannes aber, der die willkürliche Sexualisierung ihrer Äußerung aufgreift, notwendig sexistisch sein musste. Ich schlag dich[21], aber du darfst dich nicht wehren.

Natürlich ist diese Schlussfolgerung einigermaßen überraschend. Es soll also sexistisch sein, auf verbale Übergriffigkeiten von Frauen ebenso zu reagieren wie auf die von Männern. Dies hängt mit dem zweiten großen Nachteil von Schrupps Sexismus-Definition zusammen. Diese Definition führt konkrete, pragmatisch bewertbare Aussagen über Benachteiligungen von Menschen auf diffuse, unüberschaubare Strukturen zurück.

Anders formuliert: Sie überführt überprüfbare, rational diskutable Äußerungen in unüberprüfbare Glaubenssätze, die sich gegen Kritik immunisieren. Was konkret und fassbar ist, löst sich in eine große graue Wolke auf, die diffus über allen schwebt. LoMi skizziert das in seinem einschließlich der Diskussion unbedingt lesenswerten Beitrag zum "Flappygate" so:

"Dank der Beliebigkeit des 'Sexismus'-Vorwurfes wird tendenziell sehr vieles, was einem nicht gefällt, damit gelabelt." [22]

Das Resultat: Statt reziproker ziviler Strukturen, in denen alle Beteiligten gleichermaßen die Verantwortung für die soziale Interaktion tragen und auch entsprechend gleiche Rechte haben müssen, etabliert Schrupps Definition die Fantasie einer umfassenden, allgegenwärtigen, destruktiven Struktur, für die zwar global Männer die Verantwortung zu tragen haben, in der Verantwortung tatsächlich aber überhaupt nicht mehr sinnvoll zugewiesen werden kann.

"Sexismus ist wie Regen. Er ist einfach da, manchmal schwächer, manchmal stärker." [18]

Die Regenmetapher ist wohl aussagekräftiger, als Schrupp es selbst beabsichtigt hat. Angesichts ihrer Sexismus-Definition kann nämlich einfach alles, was einer Frau nicht gefällt, gleichermaßen als Sexismus erfahren und als Ausdruck tieferliegender, feindseliger Strukturen interpretiert werden.

Selbst das Wetter ist frauenfeindlich

Welche Inhumanitäten aus einem solchen Sexismus-Verständnis folgen, zeigt sich zum Beispiel an einem zufälligen zeitlichen Zusammentreffen zweier ganz unterschiedlicher Nachrichten. In amerikanischen und britischen Artikeln zum Selbstmord von Robin Williams[wp] wurde ja wiederholt darauf hingewiesen, dass er nicht allein unter Depressionen und einer beginnenden Parkinson-Erkrankung[wp], sondern auch unter erheblichen finanziellen Sorgen gelitten habe - wesentlich verursacht durch die extremen Kosten, die ihm aus zwei Scheidungen entstanden sind.[23]

Nach der Absetzung seiner Fernsehserie The Crazy Ones hatte er wohl nur noch die Möglichkeit, wieder als Stand-Up-Comedian[wp] auf Tour zu gehen, wie einst John Cleese[wp] auf seiner Alimony-Tour.[24][25] Dies, obwohl Williams auf seiner letzten Tour schwer herzkrank geworden war. Zumindest sah er sich gezwungen, Arbeiten zu übernehmen, die er nicht mehr übernehmen wollte oder konnte.

"There was also frustration that Robin expressed at having to take television and movie roles he didn't want to take, but had to for the pay cheque." [23]

Ob diese Sorgen Ursache für den Selbstmord waren, ist nicht bekannt - dass sie zu Williams' Gefühl der Aussichts­losigkeit beigetragen haben, ist anzunehmen. Viele Männer, die weniger berühmt sind als er, werden durch vergleichbare Sorgen jedenfalls in die Verzweiflung getrieben.

Verrohung gesellschaftlichen Umgangs und Aushöhlung ziviler Strukturen

Vor diesem Hintergrund wirkt dann ein witzig gemeintes Urlaubsfoto einer berühmten Kolumnistin des Guardian, einer der wichtigsten britischen Zeitungen, besonders irre.

"I took a special picture for all the misogynist whiners in my feed today. #bestvacationever pic.twitter.com/gvFgn3ahri"
- Jessica Valenti (@JessicaValenti) 30. Juli 2014

Ich bade in Tränen von Männern, steht auf dem T-Shirt, das Jessica Valenti mit triumphierender Geste am Strand trägt - auf einem Bild, das sie Ende Juli selbst per Twitter ihren 72000 "Followern" präsentiert. Formal ist das Bild, zwei Wochen vorher entstanden, nicht als Kommentar zum Selbstmord von Williams zu sehen - faktisch aber ist es aber genau das, unter anderem.

Dass eine solche Verrohtheit wie die Valentis nicht nur problemlos möglich ist, sondern gar begeisterte Reaktionen erhält, ist auch das Resultat einer Aushöhlung ziviler Strukturen. Ausgehöhlt werden solche Strukturen auch durch eine Politik, die sich antisexistisch gibt, die aber in ihrem starren Beharren auf eine Ungleich­behandlung der Geschlechter tatsächlich radikal sexistisch ist und die tradierte Geschlechter­muster nicht etwa kritisiert, sondern betoniert.


Zitat:

«Schlagworte wie "Sexismus" unterscheiden sich kaum von anderen Plastikwörtern in anderen Bereichen wie "Qualität", "sozial" und ähnlichen vagen, nicht auf konkrete Phänomene bezogene Konstrukte. Wenn man Begriffe formuliert, muss man Kriterien angeben, damit man entscheiden kann, welchen Sachverhalt sie beschreiben und welchen eben nicht.

Ein Begriff, der alles beschreibt oder beliebig alles meinen kann, hat keinen Wert, weil er nichts sehen lässt. Er ist entweder subjektiv und meint, was sein Nutzer meint, oder er ist einfach überflüssig, weil er nicht hilft, bestimmte Phänomene sichtbar zu machen. Gerade via Aufschrei und andere Internet­aktionen ist der Begriff "Sexismus" zu einem solchen Gummi­begriff ohne deskriptiven oder erklärenden Wert geworden. Es wird alles vorstellbare als "Sexismus" gefasst, so dass man nicht mehr erahnen kann, was "Sexismus" eigentlich genau sein soll.»[22]

Zitat:

«In der auf strikte Identitäts­politik festgelegten Queer Theory geht es bekanntlich u.a. darum, dass Schwule und Lesben infolge einer angeblich eigenen Lebensweise als ethnische und marginalisierte Minderheit etabliert werden sollen. Damit wird Sexismus ein Unterfall des Rassismus - Elmar Diederichs[26]

Zitat:

«Eine Frau ist stets bereit, das Verhalten eines Mannes so zu deuten, wie es ihr gerade in den Kram passt:

Ist sie scharf auf ihn, aber er nicht auf sie, ist er natürlich sexuell gestört. Wie könnte er es denn sonst wagen, solch eine "Traumfrau" wie sie abzuweisen?

Ist er scharf auf sie, aber nicht sie auf ihn, ist der Mann ebenfalls sexuell gestört. Er wird schlicht als notgeiler Penner abgetan, der es halt "bei jeder" probiert. Aber sie geht darauf nicht ein... Sie ist ja was Besonderes und würde sich mit "solch einem" niemals abgeben.

FAZIT: Egal was du machst, es kann immer so ausgelegt werden, wie sie es gerade haben möchte.[27] Deswegen sollten wir Männer uns das auch so angewöhnen. Fangen wir an, an weiblichem Verhalten rumzunörgeln und herumzudeuten wie es UNS gerade passt. Drehen wir den Spieß um.»[28]

Zitat:

«MGTOW ist für Frauen was Unheimliches. Einerseits wollen sie zwar keine (Sex-)Objekte sein, aber wenn man(n) sie dann wirklich so behandelt, also sie nicht mehr unter sexuellen Aspekten sieht, dann werden sie grantig, weil sie ihre sexuelle Macht verlieren. Und das Selbstbewusstsein, eine attraktive Frau zu sein.

Wie man(n) es macht, ist es falsch.

Stimmt, was maennlichermensch schreibt.

Ist er scharf auf sie, aber nicht umgekehrt, kommt der #Aufschrei über seine "geilen Blicke" und das ewige Klagelied über die schwanz­gesteuerten Männer.

Ist er aber ein attraktiver Mann wie George Clooney[wp], dann muss er geil auf sie sein, um nicht in Ungnade zu fallen.

Die Damen könnten in dem Punkt deutlich zivilisierter sein.

Aber der Feminismus hat ihnen beigebracht, ihr eigenes Verhalten gar nicht mehr zu hinterfragen und pauschal als richtig anzusehen, während der böse Mann immer alles falsch macht.»[29]

Zitat:

«Sascha Pallenberg hat sich inzwischen sehr zerknirscht darüber geäußert, dass Yasmin Banascszuk sich von Twitter zurückgezogen hat.[30]

Er verweist auf seine jahrelange Arbeit im feministischen Geiste, im Rahmen irgendeiner "Frauen in die Technik"-Initiative, und fühlt sich (wie ich meine zurecht) ungerecht behandelt.

Das ist der Aspekt, den ich apostrophieren wollte: Man kann sich jahrelang vor den Karren der Feministinnen spannen lassen, ein guter Ally sein wollen, es bringt alles nichts. Gerät ein (männlicher) Feministin an eine Feministin, so sind die Fronten nach Antje Schrupp trotzdem klar: hier "gut vernetzter Mann", dort "armes Opfer". Alles, was sie tut, ist natürlich entschuldbar, hat einen hinkonstruierten doppelten Boden. Alles was er sagt, wird qua seines Geschlechts wertlos.

Sobald es eine männliche und eine weibliche Konfliktpartei gibt, erübrigt sich aus der Sicht des Feminismus anscheinend die Diskussion. Dieselbe Keule trifft Alliierte (Woody Allen, Julian Assange, Michael Shermer) und bösen Feind (Kachelmann, Strauss-Kahn, ...) gleichermaßen.» - Daniil Charms[31]

Zitat:

«Ich wollte zum Ausdruck bringen, dass sich Sascha Pallenberg in einer Weise engagiert, die es schwerer machen sollte, ihn des Sexismus zu zeihen. Und das ihm das offenbar nichts hilft.» - Daniil Charms[32]

Zitat:

«Ich habe das Ganze mit immer weiter steigender Heiterkeit verfolgt, das ist so absurd, da ist nix mehr ernst zu nehmen.

In schlichten Worten:

  • Feministen macht Plagiatsvorwürfe
  • Feministin wird durch einen Dritten widerlegt
  • Feministin pöbelt den Dritten an
  • der reagiert da drauf
  • Feministin versucht mittels selektiver Zitierung eine Mobbing-Kampagne zu organisieren
  • klappt (diesmal) nicht und fällt auf die Feministin zurück
  • diese zieht sich von ihren Sympathisantinnen hochbetrauert aus einem Teil der Netzwerke zurück

Da haben also diejenigen, die sonst so gerne in "maletears" baden alle Mitleid mit der Feministin, weil ein paar Leute deren Verhalten nicht in Ordnung finden und diese darob ganz doll traurig ist.

Und jetzt der Kracher, Antje Schrupp fühlt sich berufen auch was zu sagen und stellt fest, dass der allgegenwärtige Sexismus schuld und die Mobberin das Opfer ist.

Also das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen, die Frau versucht mutwillig und grundlos den Ruf von zwei Menschen nachhaltig zu schädigen und wenn das nicht klappt, ist laut Antje Schrupp und Kolleginnen das System schuld.

Keine Selbstreflexion, kein Hinterfragen der eigenen Position - nix.

Kein Wunder, dass der Feminismus inzwischen einen Ruf wie Genitalherpes hat.» - Ronald.Z[33]

Zitat:

«Nur der Vollständigkeit halber: Der These von Schrupp, der besagte Satz sei eine Meta-Bemerkung in einer Diskussion, ist mMn falsch.

Zunächst einmal ist das ist eindeutig ein argumentum ad personam[wp] (also gesteigertes argumentum ad hominem), weil es keinerlei Bezug zum Inhalt der vorherigen Debatte hat und nur eine simple Beleidigung ist. Schopenhauer führt es als letztes Mittel in einem Streitgespräch an: "Wenn man merkt, daß der Gegner überlegen ist und man Unrecht behalten wird, so werde man persönlich, beleidigend, grob."

Genau deshalb ist auch der Begriff "Meta-Bemerkung" nicht anwendbar, wenn man ihn im üblichen linguistischen Sinn versteht, dazu müsste irgendein Bezug auf den Inhalt der vorherigen Debatte vorhanden sein.

Wenn man den Begriff Meta-Bemerkung nach Belieben ausweitet, so dass der auch alle Argumente ad personam / ad hominem) oder sogar beliebige Aussagen über die Diskussions­teilnehmer ("Ihr Auto steht im Parkverbot") beinhaltet, dann wird der Begriff inhaltsleer und ist so nicht üblich.

Die Benutzung dieses falschen Begriffs ist natürlich ein cleveres Täuschungs­manöver von Schrupp: Eine unmotivierte Beleidigung (negativ besetzt) etikettiert sie zu einer Meta-Bemerkung (positiv besetzt bzw. neutral) um. Vermutlich fallen [nicht wenige] drauf rein.

Der Fall ist eigentlich ein Kandidat für meine Sammlung von feministischem Doublespeak - man.in.th.middle[34]

Zitat:

«Von sexistischen Rechtsverletzungen und Benachteiligungen können Männer und Frauen betroffen sein. Wer Sexismus als Benachteiligung von Frauen durch Männer definiert und männliche Benachteiligungen per definitionem ausschließt, agiert offenkundig selbst sexistisch.» - Lucas Schoppe[35]

Sexismus-Debatte

Zitat:

«Was wird von der Sexismus-Debatte bleiben? Nach meiner Prognose so gut wie gar nichts. Diese so genannten "gesellschaftlichen Diskussionen" folgen immer demselben Muster. Es gibt irgendeinen wichtigen oder weniger wichtigen Anlass. Dann gibt es zum Thema für drei oder vier Wochen Artikel und Kommentare und Interviews in den Zeitungen und Zeitschriften, und es gibt etwa ein Dutzend Talkshows, wo Leute einfach einmal darüber reden. Neuerdings springen auch die Nutzer sozialer Medien auf den Zug auf und die so genannte "öffentliche Meinung" tobt sich dann für einige Wochen aus, bis wir wieder zur gesellschaftlichen Normalität zurückkehren. Vier Wochen später wissen die Menschen gar nicht mehr, worum es eigentlich ging, oder sie wissen es nur noch schemenhaft.» - Gérard Bökenkamp[8]

Einzelnachweise

  1. Josef Joffe, Dirk Maxeiner, Michael Miersch, Henryk M. Broder: Schöner Denken. Wie man politisch unkorrekt ist., Piper Verlag 2008, ISBN 3-492-2536-4; mm, S. 136
  2. T.R.E. Lentze: Was ist Sexismus?, 7. Oktober 2009
  3. T.R.E. Lentze: Das ist Sexismus!, 7. Oktober 2011
  4. Hadmut Danisch: Es gibt keinen "Sexismus", Ansichten eines Informatikers am 23. Januar 2013
  5. WGvdL-Forum: Präzedenzfall, Nihilator am 11. Februar 2013 - 15:15 Uhr
  6. 6,0 6,1 6,2 6,3 Hadmut Danisch: Zwei Hochschul-Studien und ein Witz zur Frauenförderung, Ansichten eines Informatikers am 3. Januar 2013
  7. Silvia Tyburski: US-Satiriker Dave Barry: Schickt mehr nackte Deutsche her!, Spiegel am 4. März 2005
  8. 8,0 8,1 8,2 Gérard Bökenkamp: Was bleibt von der Sexismus-Debatte?, Die Freie Welt am 2. Februar 2012
  9. 9,0 9,1 Birgit Kelle: Brüderle-Debatte und Sexismus: Dann mach doch die Bluse zu!, The European am 29. Januar 2013
  10. WGvdL-Forum: "Die Schlampe muss mit!", Newman am 4. Februar 2013 - 15:08 Uhr
  11. Lucas Schoppe: Selbst das Wetter ist frauenfeindlich, oder: Was genau ist eigentlich Sexismus?, Man Tau am 16. August 2014
  12. 12,0 12,1 Sascha Pallenberg: Kommentar - Yasmina Banaszczuk und die Hetzjagd der "Femtrolle", Mobile Geeks am 5. August 2014 (Hach, was ein Abend voller Popcorn, Beschimpfungen, menschlichen Abgründen und Drohungen. Um es auf den Punkt zu bringen, der gestrige Sturm im Schnappsglass von Klein-Twitterdorf war eine herrliche Gesellschaftsstudie die vor allen Dingen zeigt in welch seltsamen Universen Teile der deutschen Feministinnen unterwegs sind.
  13. Mit den Akteuren Yasmina Banaszczuk (Bloggerin des stern), Andreas Riekmann (Journalist), Sascha Pallenberg (Blogger) und Antje Schrupp (Feministin).
  14. Wie wir* ignorieren, was junge Menschen bei Facebook, Twitter und Youtube interessiert, Andreas Riekmann am 2. August 2014
  15. Mundmische: fappen
  16. Twitter: anne wizorek - 02:44 - 5. Aug. 2014
  17. Alles hat ein Ende, Frau Dingens am 11. August 2014
  18. 18,0 18,1 18,2 18,3 Sexismus und Regen. Oder: Drei Gedanken zu Fappygate, Antje Schrupp am 8. August 2014
  19. 19,0 19,1 19,2 Fappst du dir einen?, Antje Schrupp am 9. August 2014
  20. 20,0 20,1 Vergiss nie, dass auf der anderen Seite ein Mensch sitzt, Gedankenreiter am 8. August 2014 (Wie wir es schaffen, im Internet künstlich einen "Skandal" zu erzeugen, und damit am Aufbau einer handfesten Trollkultur basteln. Mein Kommentar zum so genannten #fappygate.)
  21. vergleiche Lucas Schoppe: Gewalt ist männlich, weil Gewalt männlich ist, Man Tau am 22. Februar 2013
  22. 22,0 22,1 LoMi: Neurotische Empörungskultur, Offene Flanke am 7. August 2014
  23. 23,0 23,1 Robin Williams had 'serious money troubles' before his death, The Telegraph am 12. August 2014
  24. John Cleese's Alimony Payments Are No Laughing Matter, Huffington Post am 31. Januar 2014
  25. "Am 28. Dezember 1992 heiratete John Cleese die amerikanische Psycho­therapeutin Alyce Faye Eichelberger. Das Paar, das keine gemeinsamen Kinder hat, trennte sich im Januar 2008. Das Scheidungsverfahren wurde in Großbritannien aufmerksam verfolgt, da Eichelberger eine Abfindung in Höhe von 13,5 Millionen Euro erhielt." - "Seine Scheidung zwang Cleese nach eigenen Angaben auch, noch einmal auf Tournee zu gehen. 'Es macht mich wütend, meinen Kofferraum voll packen zu müssen, nur um loszufahren und Geld zu verdienen', sagte Cleese im Oktober 2008 der englischen Daily Mail. Die kostspielige Einigung gab seiner Bühnenshow bei den ersten Auftritten auch ihren Namen: 'A Ludicrous Evening with John Cleese... or How to Finance Your Divorce'/'Ein irrsinger Abend mit John Cleese... oder wie man seine Scheidung finanziert'." VIP-Klick: John Cleese Zweiter Frühling mit 70, Süddeutsche Zeitung am 12. März 2010
  26. Elmar Diederichs am 17. März 2016 um 18:38 Uhr
  27. Es ist alles nur so gut, wie sie es gerade haben möchte!, Pickup-Forum am 12. April 2010 ("Was ich anprangere, ist die durchschaubare und unehrliche Verhaltensweise, dass dieselbe Frau bei unterschiedlichen Männern, die jedoch jeweils in der gleichen Situation sind, nur so entscheidet, wie sie gerade Lust hat.")
  28. maennlichermensch am 12. August 2014 um 17:12 Uhr
  29. Matthias am 12. August 2014 um 17:44 Uhr
  30. Sascha Pallenberg: Kommentar: Diskussion anstatt Eskalation - Letzte Anmerkungen zu #fappygate, Mobile Geeks am 12. August 2014 ("... aber eine derartige Eskalation ist erschreckend und ich hoffe, dass es sich Yasmina noch einmal überlegt und mein Angebot zur Diskussion annimmt. - Dieses habe ich in einem persönlichen Chat abermals gemacht und ebenso meine Bereitschaft angeboten, jegliche Hatemails, Tweets und sonstige Beleidigungen auf meinen Kanälen zu veröffentlichen und mich gegenüber den Urhebern zu positionieren. - Sexismus hat in meiner Welt keinen Platz und wenn ich mich umfangreicher mit der Yasmina als Person und ihren ganz persönlichen Anliegen beschäftigt hätte, dann wäre ich sicherlich nicht auf diese Art und Weise auf den 'fappy'-Tweet eingegangen. Ich wollte ähnlich polemisch, ja vielleicht auch versucht witzig den Ball zurückspielen und habe damit letztendlich ein weitreichendes Chaos ausgelöst, dessen ich mir zu dem Zeitpunkt einfach nicht bewusst war. - Sollten sich jemand durch meinen Tweet persönlich beleidigt fühlen, so entschuldige ich mich dafür. Er war im Rückblick unüberlegt und ich haette souveräner damit umgehen müssen.")
  31. Daniil Charms am 16. August 2014 um 11:50 Uhr
  32. Daniil Charms am 16. August 2014 um 18:54 Uhr
  33. Ronald.Z am 16. August 2014 um 13:24 Uhr
  34. man.in.th.middle am 16. August 2014 um 19:25 Uhr
  35. Lucas Schoppe: Vom praktischen Wert der Männertränen (Wozu ist Männerhass eigentlich gut? Teil 2), Man Tau am 2. Oktober 2014
  36. Heiko Maas will sexistische Werbung verbieten. Doch was ist eigentlich Sexismus? Und was hat das mit Gerechtigkeit zu tun? Diese Fragen werden in dem Video von Wätzold Plaum beantwortet.

Querverweise

Netzverweise