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Naiv-aggressive Persönlichkeitsstörung

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Die Naiv-aggressive Persönlichkeitsstörung (auch: Gutmenschen-Phänomen) ...


Allgemeine Einführung

Naivität
Das Wort "Naivität"[wp] kommt von "nativ(e)" (gebürtig, ursprünglich) und steht für "harmlos", "einfältig", "töricht" und "blauäugig" sowie für "leichtgläubig", "unwissend", "arglos" und "leicht verführbar". Der Begriff "Naivität" steht in einem Zusammenhang mit kindlichem Denken und Verhalten und auch stellvertretend für "Armut im Geiste", die "Nicht­nutzung sachlich nüchterner analytischer Prozesse" sowie die "Beschränktheit in der Anwendung analytisch geistiger Prozesse". Naive Menschen sind in der Regel leicht (bzw. leichter) beeinflussbar als andere Menschen.

Der psychologischen Auffassung nach sind vorab erst einmal alle Menschen "naiv" bzw. "naive Persönlichkeiten", allein deshalb, weil jeder Mensch im Prinzip naiven (impliziten) Persönlichkeits­theorien folgt. In der konkreten Thematik geht es jedoch nicht um die normale Naivität von Menschen, sondern um übertriebene Naivität in Form einer Persönlichkeits­störung, durch die ein Schaden entstehen kann.

Tatsächlich gibt es Menschen mit einer sehr kindlich-naiven Weltanschauung fern ab von jeder Realität. Die übliche Lebenshärte der meisten Menschen ist ihnen fremd, weshalb sie überall dort, wo in ihrer selektiven Wahrnehmung etwas aus dem gewohnten (naiven) eigenen Weltbild herausbricht, aktiv werden. Darüber hinaus gibt es naive Menschen, bei denen die Naivität so stark ausgeprägt ist, dass sie einem Wahn[ext] gleicht. Bei naiv-aggressiven Persönlichkeiten kommen weitere Komponenten hinzu.

Bestimmte naive Persönlichkeiten können in ihren Wahrnehmungen, ihren Charakter­eigenschaften und ihren Handlungs­mustern derart auffällig werden bzw. entarten, dass man von einer Störung spricht. Da derartige Störungen aufgrund o. g. Zusammenhänge in der Regel nicht als solche diagnostiziert werden (auch, da sich der jeweils Betroffene einer Diagnose­stellung weder unterzieht, noch sich ihr stellt), spricht man (an Stelle der möglichen Diagnose einer schweren psychotischen Erkrankung) lediglich von vorherrschenden bzw. gestörten Wesens­zügen im Rahmen eines Charakter­bildes.

Hinzu kommt die Tatsache, dass einige Störungen als durchaus gesellschafts­fähig gelten, selbst dann, wenn die Gesellschaft durch sie einen Schaden nimmt. Es ist sogar so, dass naive Persönlichkeiten aus ethisch-moralischer Sicht - aber auch in juristischer Hinsicht - in unserer Gesellschaft mit "Sonder­rechten" ausgestattet sind und daher nicht selten (auch unbewusst) bevorzugt behandelt werden.

Tatsächlich kann Naivität (z. B. der naive Glaube an das Gute) so weit entarten, dass naive Menschen meinen, dass es überall nur Gutes in den Menschen oder in der Welt gibt oder bestimmte Menschen "guter" bzw. "besser" sind als andere Menschen (Heile-Welt-Naivitätsfehler), weshalb diese vermeintlich "besseren Menschen" eine bevorzugte Behandlung gegenüber anderen benötigen (Bevorzugung / Über­vorteilung). Manchmal geht diese Naivität so weit, dass ein regelrechter Zwang zum vermeintlichen "Gut sein" besteht, darüber hinaus die Überzeugung, selbst "gut" oder sogar "besser" zu sein als bestimmte andere Menschen, die man nicht für gute Menschen hält.

Liegen diese Wesenszüge massiv und überzogen ausgeprägt vor, so spricht man von einer Persönlichkeits­störung (Naive Persönlichkeit/Naive Persönlichkeits­störung" oder in besonderer Ausprägung auch "Naiv-aggressive Persönlichkeit/Naiv-aggressive Persönlichkeits­störung"). Diese Form der Persönlichkeits­störung kann mit einem Zwang oder einem Wahn in Verbindung stehen, wird jedoch als solches nicht diagnostiziert.

Naiv-aggressive Persönlichkeitsstörung

Kurzform
Bei den betroffenen Menschen handelt es sich um narzisstische Persönlichkeiten[wp], die zur Ablenkung von ihrer Selbst­wert­problematik, den zwanghaften Drang verspüren, von anderen anerkannt zu werden, indem sie vermeintlich "Gutes" tun und - aus ihrer subjektiven Weltsicht heraus - die "Welt verbessern" wollen. Um von den eigenen Problemen und dem Hass auf sich selbst und das unmittelbare Umfeld abzulenken, setzen sie ihren Fokus auf alles, was möglichst anders, fremd und weit weg ist (massive externale Fokussierung[ext]).

In der selbst gewählten Rolle des Weltverbesserers oder Missionars sind naiv-aggressiven Persönlichkeiten bestrebt, Respekt und Anerkennung für ihr Streben oder Wirken zu erhalten, um die eigene Leere aufzufüllen, etwaige Frustrationen zu bekämpfen oder etwaige Traumata aus früheren traumatischen Erlebnissen zu verarbeiten. Indem sich sich mit einer fixen überwertigen Idee[ext] für eine vermeintlich "gute Sache" einsetzen, fühlen sie sich selbst gut und erhalten aufgrund echter oder vermeintlicher "Anerkennung" für ihr Handeln somit das Gefühl, das in der Kindheit ggf. vermisst wurde.

Aufgrund ihrer vom Prinzip her künstlich erzeugten Erfolgs­erlebnisse können ihre fixen überwertigen Ideen nahezu wahnhaft entarten (Beispiel: Adolf Hitler). Andere Ansichten verstehen sie nicht und lassen sie nicht gelten. Auch fehlt ihnen oft jegliches Gefühl für Verhältnis­mäßigkeit (siehe auch Psychopathie). Andere Ansichten werden zum Teil radikal bekämpft. Menschen mit einer naiv-aggressiven Persönlichkeits­störung schaffen sich ihre eigenen Moral­vorstellungen und vertreten diese vehement - teilweise sogar radikal - nach außen. Dabei besteht der Hang, die Lebensweise anderer Menschen (möglichst vollkommen) zu dominieren.

Die naive Persönlichkeit kennzeichnet sich auf den ersten Blick durch scheinbar besonders großzügiges Verhalten oder übertriebenen Altruismus[wp]. Dem Anschein nach verfolgen viele Betroffene humanistische, altruistische oder religiöse Lebensziele. Tatsächlich geht es aber nicht um das "Gutsein", sondern um die Aufrecht­erhaltung und Überspielung eines Wunschbildes, das - wie bei der narzisstischen Persönlichkeits­störung[wp] - übertrieben nach außen gezeigt wird, jedoch bei objektiver sachlicher Betrachtung der Realität nicht standhält. Insofern könnte man auch von Realitäts­verlust[ext] sprechen.

Hinter dem vermeintlichen Bestreben des "Gutseins" bzw. "Gutseinwollens" verbirgt sich eine egozentrische Grundhaltung und eine Selbstwert-Problematik mit einem deutlichen Hang zur Selbst­erhöhung, Selbst­überschätzung und Selbst­ermächtigung. Aufgrund der Wahrnehmung des übertriebenen "Gut­sein­wollens" werden Menschen mit einer naiven Persönlichkeits­störung umgangs­sprachlich von Laien auch als so genannte "Gutmenschen" bezeichnet. Dieser Begriff ist jedoch irreführend, da die Menschen in Wirklichkeit nicht "gut" sind, sondern lediglich das "gut sein" idealisieren, ggf. sogar anderen Menschen gegenüber schweren Schaden zufügen.

Sofern diese Sonderform der narzisstischen Persönlichkeits­störung nicht unmittelbar zu einem Schaden (ggf. auch durch Betrug und andere kriminelle Handlungen) führt, so ist sie doch immerhin radikal irritierend und zutiefst egozentrisch[wp]. Als einfaches Persönlichkeits-Beispiel mit relativ schwacher Störungsbild-Ausprägung sei hier z. B. eine Person (A) genannt, die einer anderen Person (B) an Stelle eines individuellen - auf das jeweilige Gegenüber (B) abgestimmten - Geschenkes eine Spenden­quittung überreicht, aus der hervorgeht, dass Person A an Stelle eines Geschenkes für Person B lieber etwas für einen "guten" Zweck (C) gespendet hat.

Person B wird damit von Person A nicht nur völlig übergangen, sondern sogar als unmündig und als weniger wert eingestuft bzw. herab­gewürdigt, was die naiv-aggressive Person A überhaupt nicht registriert oder interessiert. Person A meint es sogar gut und ist davon überzeugt. In Wirklichkeit verfolgt Person A ihre eigenen egozentrischen Interessen und geht davon aus, dass alle anderen dies mitzutragen haben und auch noch sehr positiv finden. Mit einem "Geschenk" hat dies jedoch nichts zu tun, erst recht nicht mit einem Geschenk für Person B.

Tatsächlich ist das Verhalten eine Störung, fehlt die Einsicht in den Zusammenhang - sogar eine schwere Störung. Fakt ist: Person A macht sich quasi selbst ein Geschenk und findet es sogar gut, vielleicht sogar "genial" und auf jeden Fall "richtig".

Details zum Persönlichkeits-/Störungs­typus
Bei den betroffenen Menschen handelt es sich um Persönlichkeiten mit einer besonders naiven[ext] Einstellung im Hinblick auf ihre Umwelt und ihre eigenen Moral- und Wert­vorstellung. Es besteht ein übertriebener Hang, bestimmte Probleme lösen oder die "Welt verbessern" zu wollen. Menschen mit einer naiv-aggressiven Persönlichkeits­störung sehen sich selbst als Weltverbesserer oder Missionare für eine vermeintlich "gute" Sache. Von ihrer fixen überwertigen Idee, die nahezu wahnhaft[ext] entarten kann, sind sie absolut überzeugt. Andere Ansichten verstehen sie nicht und lassen sie nicht gelten. Auch fehlt ihnen oft jegliches Gefühl für Verhältnis­mäßigkeit.

Dabei geht es häufig nicht um Probleme im eigenen Umfeld, sondern mehr um Probleme, die sehr allgemein oder weit entfernt liegen (z. B. Globaler Umweltschutz, Tierschutz in fernen Ländern, Hilfs-Engagement für ferne Länder oder Menschen aus anderen Nationen, Hilfe für bestimme Städte im Ausland usw.) (Siehe: Externale Fokussierung[ext]). Es geht aber weniger um Hilfe für das unmittelbare Umfeld (Familie, Freunde[wp], Nachbarschaft[wp], arme Menschen im eigenen Land) oder die eigene Person.

Arme Menschen im eigenen Land scheinen Menschen mit dieser Persönlichkeits­störung nicht wahrzunehmen. Sie setzen sich stattdessen lieber für "links­kriechende Sumpf­dotter­schnecken im Kongo" ein und wenn sie nach noch mehr Anerkennung streben, dann eben für Menschen dort, die ihrem Wirken - ganz im Gegensatz zu ihren unmittelbaren Mitbürgern im eigenen Land, mit denen sie nicht selten gesellschaftlich auf Kriegsfuß stehen - Anerkennung zollen. Es muss nur alles möglichst weit weg sein, damit die Realitätsflucht[wp] perfekt ist.

Insofern handelt es sich um eine sehr einseitige Hilfe, der eine selektive Wahrnehmung[ext] zugrunde liegt, die zu Verzerrungen der Realität und weiteren Beobachtungs- und Beurteilungs­fehlern[ext] führt. Es handelt sich zwar zumeist nicht um Trug­wahr­nehmungen aber eben um Wahr­nehmungs­verzerrungen auf Basis von Wahr­nehmungs­fehlern[wp] und dadurch resultierende Trugschlüsse. Das ist es aber nicht allein: Menschen mit einer naiv-aggressiven Persönlichkeits­störung schaffen sich ihre eigenen Moral­vorstellungen[ext] und vertreten diese vehement nach außen. Dabei besteht der Hang, die Lebensweise anderer Menschen zu dominieren.

Die naive Persönlichkeit kennzeichnet sich auf den ersten Blick durch scheinbar besonders großzügiges Verhalten oder übertriebenen Altruismus. Dem Anschein nach verfolgen viele Betroffene humanistische, altruistische oder religiöse Lebensziele. Tatsächlich geht es aber nicht um das "Gutsein", sondern um die Auf­recht­erhaltung und Überspielung eines Wunschbildes, das - wie bei der narzisstischen Persönlichkeits­störung - teilweise übertrieben nach außen gezeigt wird (z. B. durch einen bestimmten Aktionismus mit hohem Engagement und einem regelrechten Zwang zur Weltverbesserung sowie zur Belehrung und Bekehrung Andersdenkender).

Konkludiert die naiv-aggressive Störung mit Dummheit, kann dadurch ein ganz besonders gefährlicher Typus entstehen (naiv-aggressive Persönlichkeit). Sollte ein derartiger Typus in wichtige berufliche Positionen gelangen, ist die Gefahr groß, dass hier ein besonders großer Schaden für das Umfeld, das Geschäft etc. besteht.

Hintergrund der Störung & Zusammenhänge
Hinter dem vermeintlichen Bestreben des "Gutseins" bzw. "Gutseinwollens" verbirgt sich eine egozentrische Grundhaltung und eine Selbstwert[ext]-Problematik mit einem deutlichen Hang zur Selbst­erhöhung, Selbst­über­schätzung und Selbst­ermächtigung[ext], wobei die Zusammen­hänge der Umwelt so verzerrt werden, dass sie den eigenen Selbstwert schützen und stärken (siehe: Selbst­wert­dienliche Verzerrungen/Selbstwert-Effekt[ext]). Mit der naiv-aggressiven Persönlichkeits­störungen gehen häufig Züge weiterer Persönlichkeits­störungen (z. B. "Fanatische Persönlichkeit", "Querulatorische Persönlichkeit" und "Paranoide Persönlichkeit") einher.

Der Begriff des "Gutmenschen"
Aufgrund der Wahrnehmung[ext] des übertriebenen "Gutsein­wollens" werden Menschen mit einer naiven Persönlichkeit umgangs­sprachlich auch als so genannte "Gutmenschen" bezeichnet, insbesondere dann wenn eine naiv-aggressive Persönlichkeits­störung vorliegt und dieses "Gutsein­wollen" vehement bis aggressiv (z. B. über Engagement und Aktionismus) wahrgenommen wird.

Ein typischer Vertreter eines solchen vermeintlichen Gutmenschen war Adolf Hitler. Um von seiner eigentlichen inneren Problematik und dem eigenen Trauma abzulenken und das eigene Selbst­wert­gefühl über Erhaschen von Anerkennung aufzuwerten, hat er sich eingesetzt, um die Welt zu verbessern und die Menschen entsprechend seiner moralischen Ideale zu missionieren. In welche Richtung diese Moral und vermeintliche Verbesserung und Missionierung ging, konnten und wollten viele Menschen nicht erkennen, da stets das angestrebte "Gute" im Vordergrund stand und zugleich ein entsprechender Nährboden dafür bereitstand.

Immerhin fühlten sich viele Deutsche in dieser Epoche von der Welt bzw. den Sieger­mächten des Ersten Weltkrieges gedemütigt und als minder­wertig erachtet. Wenn dann jemand kommt, der Verbesserung verspricht, sich zudem mutig zeigt und die Parole "Wir schaffen das" verheißt, stößt er insbesondere bei naiven Menschen oder anderen narzisstischen Persönlichkeiten auf einen guten Nährboden. Dass hier jemand wirkte, der bestrebt war, ein schwer­wiegendes Persönlichkeits­problem von sich (und gleichzeitig von anderen) zu kompensieren, hat niemand erkannt und kann auch ansonsten nur schwer erkannt werden.

Obwohl seitens des Begriffes "Gutmensch" - allein vom Wort her - ein positiver Eindruck entsteht, verwenden ihn viele Menschen - allein wegen der Lehre des Dritten Reiches - mit einer abwertenden Haltung, wobei vergessen wird, dass es sich eigentlich um eine schwere Störung handelt, die der Hilfe bedarf, nicht zuletzt, weil die Betroffenen einen enormen Schaden für andere aber auch sich selbst anrichten können.

Der Begriff "Krankheit" bzw. "psychische Erkrankung"[ext] entfällt jedoch allein schon deshalb, weil es sich um eine Persönlichkeits­eigenschaft handelt, bei der sich die Betroffenen selbst nicht krank bzw. gestört fühlen. Die betroffenen Menschen halten eher ihre Umwelt bzw. einen Teil ihrer Umwelt für gestört bzw. für verbesserungs­würdig und hilfsbedürftig. Selbst bei vorliegenden Symptomen einer Krankheit ist beim Narzissmus[wp] bzw. bei naiv-aggressiven Persönlichkeiten die selbst geschaffene Ablenkung - allein durch die massiv externale Fokussierung und das starke Engagement - so hoch, dass sie kaum wahrgenommen oder gut verdrängt werden. Dennoch liegt zeitweise ebenfalls ein Zusammen­hang mit einer wahnhaften Störung[ext] nahe, in einigen Fällen auch mit einer zwanghaften Störung.

Ego-Aufwertung & Massive externale Fokussierung
Das besagte "Gutseinwollen" bezieht sich auf der einen Seite auf Ego-Bestrebungen im Rahmen des Selbst­wert­effektes - auf der anderen Seite nicht selten auf eine "Massive externale Fokussierung"[ext], was bedeutet, dass man (eigentlich nur) bestimmten Menschen und Zielen, die möglichst weit weg sind, "Gutes" tun will, seinen Nächsten im eigenen Umfeld aber weniger Beachtung schenkt, diese sogar eher gängelt oder bekämpft.

Adolf Hitler betonte kurz vor Ende des Krieges, dass es das deutsche Volk nicht wert sei, zu überleben, weshalb es keiner Schonung durch die Sieger bedürfe. Eine naiv-aggressive Persönlichkeit der heutigen Zeit setzt sich zum Beispiel für eine seltene ein­gewanderte Eidechsenart ein und engagiert sich mit allen Mitteln dafür, dass dafür Straßen nicht gebaut werden und Menschen aus ihren Häusern ausziehen müssen, um die Ruhe der Tiere nicht zu gefährden. Noch typischer aber ist das Engagement für alles, was hinter den eigenen Grenzen geschieht bzw. zu geschehen hat. Nicht selten führt ein solches Allmachts­denken zu Einmischungen, zu Konflikten oder sogar zu Kriegen.

Narzisstische Menschen mit einer massiv-externalen Fokussierung vergessen die eigenen Probleme und die ihrer wenig gelittenen oder im tiefsten Inneren gehassten Nachbarn[wp] und Mitbürger allein dadurch, dass sie ihren Fokus nach außen richten und sich hier vehement - teilweise sogar aggressiv engagieren. Menschen mit einer naiv-aggressiven Persönlichkeit schätzen ihre Ideen, ihre Sichtweise und ihre moralischen Werte stets höher ein als die von anderen Menschen, die ihnen selbst in irgendeiner Art und Weise ähnlich sind (z. B. Hautfarbe, Staatsbürgerschaft etc.). Es kommt zur Bevormundung und zur Gängelei, wobei genau das Gefühl zurück­gegeben wird, dass man in der Kindheit erlebt hat.

Nicht selten machen Menschen mit einer naiv-aggressiven Persönlichkeits­störung ihrem Umfeld das Leben schwer z. B. durch radikale Ansichten und Forderungen sowie durch aggressive Verhaltens­muster mit einem tiefen Hang, sich und ihre Ziele durchzusetzen, notfalls unter Androhung von Gesetzes-Initiativen und Straf­androhung oder mit (aktiver oder passiver) Gewalt (z. B. Demonstrationen, Wurf­attacken, Sitz­blockaden).

Moralische Grundhaltung
Die naive Persönlichkeitsstörung kennzeichnet sich durch eine betont moralische Grundhaltung (mit ggf. über­triebenen Moral­vorstellungen[ext]). Diese Moral entspringt einer phantastischen Idealisierung als innere Gegenwehr zum selbst Erlebten in der Kindheit. Dies ist zugleich der Grund, warum Menschen mit einer naiv-aggressiven Persönlichkeit einen außer­ordentlichen Hang zur über­triebenen Moralisierung aufweisen, wobei ebenfalls ein deutlicher Hang zur Polarisierung besteht. Ihnen fehlt die natürliche Skalierung bei der Bewertung von Menschen und Sachverhalten. Es gibt nur noch gut und böse, schwarz und weiß, links oder rechts, Jude oder Arier.

Gefahr
Menschen mit einer naiv-aggressiven Persönlichkeit möchten, dass ihre Umwelt sich nach ihren persönlichen Werten und Moralvorstellungen ausrichtet und genau so handelt, wie es der Vorstellung der von der Persönlichkeits­störung Betroffenen entspricht. Aufgrund der vermeintlich positiven Moral haben sie eine mitreißende Wirkung auf andere Menschen mit Komplexen. Zudem haben sie die Wirkung des Effekts der sozialen Anpassung gesunder Menschen (Social Cognition Effect/Sozialer Einfluss) auf ihrer Seite.

Was auf der einen Seite andere Menschen motiviert und ansteckt, kann auf der anderen Seite eine enorme Gefahr darstellen. Kreuzzüge, Hexenwahn, Hugenotten- und Juden­verfolgung seien diesbezüglich ebenso als Beispiel genannt wie islamistische Bewegungen, Massen­massaker und Weltkriege, die stets im Namen des vermeintlich Guten und Richtigen sowie im Sinne der vermeintlich besseren Moral begonnen und ausgeführt wurden und werden und dabei den starken viralen Aspekt narzisstischer Störungen insbesondere der naiv-aggressiven Persönlichkeits­störung zeigen, die bei bestimmten anderen Persönlichkeiten auf einen guten Nährboden stößt, der geradewegs in Massen­hysterie ausarten kann.

Motivation
Menschen mit einer naiv-aggressiven Persönlichkeit zeichnen sich durch hohe Motivation und ein deutliches Engagement entsprechend ihrer Werte und Moral­vorstellungen aus, teilweise sind sogar manische Züge (siehe: Manie[ext]) vorhanden, was ihnen ein besonders Engagement verleiht, das sie anderen Menschen gegenüber in gewisser Hinsicht hartnäckiger, durch­setzungs­fähiger und überlegen macht.

Rechthaberei
Menschen mit einer naiv-aggressiven Persönlichkeit neigen häufig zu stiller oder offen geäußerter Rechthaberei und haben einen Hang zur Übertreibung und Pauschalisierung. Sie finden stets eine gewisse Allgemein­gültigkeit und sind in Diskussions-Situationen bzw. bei Wider­sprüchen jedem Zweifel erhaben, was wiederum ein typisches Merkmal des Wahns ist, auch weil die Einsicht[ext] in Irrtümer und die Vorstellung für andere Optionen fehlt.

Naive Persönlichkeiten & Wahrnehmungsfehler
Menschen mit einer naiven Persönlichkeit unterliegen merkwürdigerweise häufiger bestimmten Wahr­nehmungs­fehlern als andere Menschen. Auch bestehen hier scheinbar deutliche Zusammenhänge. Der "Heile-Welt-Naivitätsfehler" zählt ebenso dazu wie die "Selektive Wahrnehmung"[ext] und die "Massive externale Fokussierung"[ext]. Auch in anderer Hinsicht erscheint die Wahrnehmung, die aus der Perspektive Außen­stehender dem Anschein nach oft sehr weltfremd erscheint oder scheinbar sogar jeder Logik entbehrt, im Hinblick auf das Weltbild und entsprechende Ideale stark getrübt zu sein. So stark, dass die Persönlichkeits­störung sehr häufig mit einem Wahn verwechselt wird.

Grenzen zwischen überwertigen fixen Ideen und einem Wahn
Die Grenzziehung zwischen überbewerteten bzw. überwertigen fixen Ideen[ext] und einem Wahn[ext] sind schwer zu ziehen und teilweise fließend. Eine entsprechende (psychiatrische) Diagnose­stellung in Bezug auf eine Psychose[wp] ist hier jedoch extrem selten, auch da die Betroffenen in der Regel nicht dem klassischen Patiententyp entsprechen, der bei Psychosen schwerpunktmäßig auf sozio­ökonomisch schwache Personen­kreisen entfällt. Auch ist der Wahn als eigenständiges Krankheits­bild eine stark unter­diagnostizierte psychische Störung, was u. a. daran liegt, dass die Betroffenen nichts von ihrem Wahn wissen, ihn nicht wahrhaben wollen und keine Veranlassung dafür sehen, sich entsprechende Hilfe zu holen. Menschen, die einem Wahn verfallen sind, halten andere für krank bzw. gestört, sich selbst aber nicht. Hinzu kommt, dass in der Regel nur nach außen kommunizierte Wahn­gedanken (falls überhaupt als solche erkannt) als unwirklich auffallen.

Sozioökonomischer Hintergrund
Hinzu kommt, dass Menschen mit einer naiv-aggressiven Persönlichkeit z. T. vorrangig eher gut situierten sozio­ökonomisch sicher bzw. besser gestellten Kreisen und Berufen der Mittelschicht entstammen. Darunter sind auffallend viele Menschen, die aufgrund ihrer persönlichen, beruflichen oder familiären Situation keine eigenen relevanten sozio­ökonomischen Existenzsorgen kennen und ebenso wenig von entsprechenden Existenzängsten betroffen sind. Sie stammen zumeist aus der Mittelschicht, sind zumeist gebildet und/oder belesen, kommunikativ sicher (bis überzogen selbstsicher) und auch rechtlich sehr interessiert. Bezüglich der sozialen Schicht sind aber auch aus­reichende Ausnahmen bekannt. Genau diese "Ausnahmen" waren es sogar, die im Verlaufe der Geschichte, sogar die größten gewaltsamen Veränderungen aufgrund ihrer auf besonders stark aus­geprägten Selbstwert-Komplexen basierenden naiv-aggressiven Persönlichkeit herbei­führten (Napoleon Bonaparte[wp], Adolf Hitler usw.).

Zurück zu den gesellschaftlich besser gestellten Persönlichkeiten: Aufgrund ihrer persönlichen, familiären und/oder beruflichen Situation haben sie oft mehr Zeit, sich ihrem Engagement zu widmen. Alternativ nehmen sie sich diese Zeit und finden dafür Mittel und Wege, notfalls über den Weg der Arbeits­losigkeit. Menschen aus sozio­ökonomisch schwächer gestellten Kreisen, aus einfacheren Gesellschafts­schichten oder aus einfacheren Berufen mit geringerem Einkommen können sich eine derart hohe Moral mit derart überzogenen Idealen ebenso wenig leisten wie ein derart ausgeprägtes Engagement, welches manchmal mit einem nicht unwesentlichen zeitlichen oder finanziellen Aufwand verbunden ist (z. B. Spenden sammeln, Recherchieren, Artikel schreiben, Werben, Menschen belehren und bekehren, politisch aktiv sein, an Diskussions­runden und politische Debatten teilnehmen, demonstrieren, protestieren, Aktionen planen und durch­führen, Sitz­blockaden, neue Gesetzes­vorschläge ausarbeiten usw.).

Engagement & Anerkennung
Menschen mit einer naiv-aggressiven Persönlichkeit scheuen derartigen Aufwand weniger. Auch erwarten sie von ihrem persönlichen Umfeld entsprechendes Verständnis bzw. Selbstverständnis für derartiges Engagement. Menschen mit einer naiv-aggressiven Persönlichkeits­störung sind - wie bei anderen Persönlichkeits­störungen auch - nicht bestrebt, sich Hilfe zu holen. Wie bei anderen ähnlichen Störungen auch, sind sie bestrebt, Bestätigung zu finden. Ihrer Auffassung nach benötigen sie keine Hilfe. Sie sehen sich selbst als Helfer und sogar als Heilsbringer für andere Menschen, von denen sie das Gefühl der Anerkennung erhalten. Diese Anerkennung muss nicht wirklich vorliegen. Hier reicht alleine die Vorstellung.

Aufgrund des Engagements für die eigenen Ideen wird Anerkennung von außen erwartet. Menschen mit einer naiv-aggressiven Persönlichkeit erwarten still­schweigend Anerkennung - es ist sogar ein deutlich übertriebenes Streben nach Anerkennung vorhanden. Wird dieses Streben nicht erfüllt, können kognitive Dissonanzen in Aggressionen umschlagen. Die gewünschte Anerkennung tritt bei vielen aber - nach subjektivem Empfinden - dann bereits ein, wenn sich Fronten bilden und sich anders­denkende Menschen weigern, den gewünschten Ideen und Vorstellungen zu entsprechen. Allein das mögliche Aufbegehren und Gegen­steuern Anders­denkender wird als Bestätigung für eben jene Werte und Moral­vorstellungen und als Bestätigung eben jenes Feindbildes empfunden, welches Menschen mit einer naiv-aggressiven Persönlichkeit aufbauen und vehement nach außen vertreten.

Sozialer Kontext
Aufgrund aller Umstände entfällt eine psychiatrische Diagnose­stellung in Bezug auf eine schwere Psychose bzw. einen Wahn in der Regel. Was bleibt ist die sehr "spezielle" Persönlichkeit, die auf der einen Seite sehr engagiert ist und einiges bewegt, auf der anderen Seite aber auch großen Schaden anrichten kann, wenn das Umfeld diese Störung nicht rechtzeitig erkennt. Aber selbst dann fällt eine Aufdeckung sehr schwierig: Persönlichkeit, Bildung, Auftreten, Position oder Status stehen dem ebenso oft entgegen wie die Fähigkeit, zu argumentieren und scheinbar logisch-schlüssige Zusammen­hänge zu konstruieren.

Hinzu kommt die Problematik der "Sozialen Wahrnehmung"[ext] bzw. der "Sozialen Beeinflussung"[ext] (Social Cognition): Ein Mensch, der sich selbst für "gutmütig" hält bzw. "gut sein" will und "Gutes tun" will, erzeugt zumeist ein starkes Involvement[ext] (insbesondere in ethisch-moralischer Hinsicht und im christlichen Kontext. Oft wird dieses Involvement sogar ganz bewusst und mit aller Vehemenz erzeugt bzw. nahezu methodisch-strategisch zur Erreichung der Ziele oder zum Zwecke der Meinungs­bildung bzw. Meinungs­beeinflussung eingesetzt.

Ein Mensch, der sich selbst für "gutmütig" hält bzw. "gut sein" will und "Gutes tun" will, polarisiert allein vom Begriff her. Das bedeutet: Wer anders denkt, muss sich im sozialen Kontext "schlecht" oder "böse" fühlen oder wird von anderen sehr schnell für "schlecht", "böse" oder "unmenschlich" gehalten.

Nach den Erkenntnissen der Social Cognition Forschung (Sozial­psychologie) bedarf es hierzu noch nicht einmal der tatsächlichen Anwesenheit anderer Menschen. Die reine Vorstellung möglicher anderer Ansichten reicht bereits aus, um einer naiven Persönlichkeit, die es scheinbar (bzw. angeblich) gut meint, beizupflichten oder zumindest nicht (insbesondere nicht öffentlich) zu wider­sprechen. Insbesondere Trick­betrüger nutzen diese Erkenntnis, die auch im Rahmen der gesellschafts­politischen Meinungs­bildung und -beeinflussung sehr effektiv und nachhaltig genutzt wird. Bereits Hans Christian Andersen[wp] (1782 - 1816) beschrieb den Effekt in seinem Märchen "Des Kaisers neue Kleider".

Selbstwertdienliche Verzerrungen
Im Falle der Selbsterkennung greifen Menschen mit einer naiven Persönlichkeits­störung zu ganz besonderen Formen selbstwert­dienlicher Verzerrungen: Sie argumentieren häufig mit "Gerechtigkeit" oder mit Aussagen wie "das Herz am rechten Fleck haben", während naiv-aggressive Persönlichkeiten z. B. mit "Geboten" und "Verboten" oder z. B. mit "gesellschafts­politischer Korrektheit" argumentieren, alternativ mit Sanktionen und Straf­androhungen.

In Wirklichkeit geht es jedoch weniger um das eigene "Herz" (Involvement) oder das "Recht" (Analytik, Ordnung), sondern intuitiv um die Befriedigung des eigenes Egos, das sie selbst derart überwertig involviert, dass jede Kontroverse ihrem Streben nach am liebsten im Keim erstickt wird. Auch geht es um Selbst­erhöhung und entsprechende Polarisierung in Verbindung mit völligem Unverständnis und starker Abneigung gegenüber Andersdenkenden, denen sich naiv-aggressive Persönlichkeiten aufgrund ihres Involvements und ihres vermeintlichen "Überwissens" bzw. "Allwissens" in der Regel überlegen fühlen.

Empathie
Naive Persönlichkeiten halten sich selbst für besonders empathisch (einfühlend). Genau diese Erwartung stellen sie auch an andere. Tatsächlich handelt es sich aber weniger um Empathie als vielmehr eine "Schein-Empathie" im Rahmen einer festen selektiven Wahrnehmung, dazu häufig mir massiver externer Fokussierung, Polarisierung und Pauschalisierung. Naiv-aggressive Persönlichkeiten können sich z. B. in sozioökonomische Probleme und Unsicherheiten nur dann hineindenken, wenn es um besondere Personen­gruppen bzw. um jene Rand­gruppen geht, denen sie selbst helfen möchten, weil sie - ihrem eigenen Ego-Weltbild entsprechend, genau dort einen Bedarf erkennen, woanders aber nicht.

Die Bedürfnisse ihres Nachbarn[wp] erkennen sie nicht. Vielmehr unterstellen sie, ihr Nachbar müsse ähnlich denken und ähnlich aufgestellt sein. Die eventuelle Not des Nachbarn erkennen sie ebenso wenig. Vielmehr würden sie ihren Nachbarn dazu bringen, z. B. möglichst alles aufzugeben, um in einem fernen Land eine seltene Schneckenart zu erhalten oder Menschen in einem anderen Land zu helfen, weil sie genau dort eine Not erkennen, im Nachbarland aber schon nicht mehr. Vielmehr: Ihr Nachbar hat es in der Regel nicht immer leicht.

Innere Haltung
Insbesondere naiv-aggressive Persönlichkeiten haben nicht selten einen regelrechten Hang zu lustfeindlicher bis puritanischer Haltung mit missgünstigem Blick (Neid/Missgunst[ext]) auf andere Menschen, die ihrer eigenen Haltung aus der subjektiven Wahrnehmung heraus regelrecht "zuwider" handeln. Genau das wollen sie aber - ähnlich einer wahnhaften Störung - nicht wahrhaben. Ihnen fehlt die Fähigkeit zur gesunden Selbst­erkennung - nicht zuletzt, weil Selbstbild[wp] und Fremdbild[wp] nicht kongruent sind und das Weltbild stark verzerrt (idealisiert) ist.

Gängelei
Das Streben nach Ansprache, Belehrung und Bestrafung dieser Menschen ist bei Ihnen ebenso ausgeprägt wie das Streben nach Regeln und Gesetzen, die der eigenen Geistes­haltung- und Moral entsprechen. Es besteht ein deutlicher Hang zur Forderung von Geboten (z. B. Gängelung des Partners und der Familie hinsichtlich eines bestimmten Konsum­verhaltens inklusive Nahrungs­aufnahme und sonstigem Verhalten, Zwang zu religiösem oder politischem Engagement, strikte Mülltrennung, Zwang für bestimmte Länder und Zwecke zu spenden, Gebot bestimmter Beschilderungen, Gebot bestimmter Wörter und kommunikativer Regeln, Gebot, polarisierende Bestrebungen und Aussagen nachzueifern, Zwang zu bestimmtem Qualitäts­management, Zwang zur Zertifizierung, übertriebene Sicherheits­bestimmungen, bestimmter Datenschutz, Zwang zur Errichtung von Unisex-Toiletten, Sonder­rechte für bestimmte Personenkreise, Einschränkung des Rechts auf freie Meinungs­äußerung bzw. Bekämpfung anderer Meinungen usw.).

Auf der anderen Seite besteht die Forderung von Verboten (z. B. Verbot bestimmter Kommunikations­formen, Verbot, bestimmte Waren anzubieten bzw. zu verkaufen oder zu erwerben, Verbot von Ponyreiten auf Jahrmärkten, Verbot bestimmte Straßen zu bauen wegen einer bestimmten Eidechsen- oder Gräser Art, bestimmte Parkverbote, einseitiges Vermummungs­verbot, Einstellungs­verbot für Menschen bestimmter Religionen, Kommunikations­verbot in Bezug auf die Erwähnung bestimmter statistischer Daten, Meinungs­verbote usw.).

Wächter von Tugenden & Schützer von Minderheiten
Menschen mit einer naiv-aggressiven Persönlichkeit sehen sich als Wächter von Tugenden, Schützer von Minderheiten und Erzieher des Volkes. Ihnen ist jedoch nicht bewusst, dass durch die vermeintlich zu schützenden Tugenden oder Minderheiten gleichzeitig andere Tugenden und Minderheiten außer Acht lassen - sie sogar vor den Kopf stoßen oder bekämpfen. Besonders extrem erscheint dies, weil zumeist alles Neue und Fremde geschützt und geschaffen werden soll, alles Etablierte und Bestehende jedoch weichen soll. Der Respekt vor abweichenden Meinungen und Bedürfnissen fehlt ihnen und selbst das Thema Recht wird umgedeutet.

Beispiel
Ein Mensch mit einer naiv-aggressiven Persönlichkeits­störung fühlt sich z. B. gut dabei - und darüber hinaus im Recht - wenn er z. B. auf der Straße gefundenes Geld nicht dem Eigentümer zurückgibt, sondern es einer Person "spendet", die er für "bedürftig" hält. Aus seiner eigenen impliziten (naiven) Persönlichkeits­theorie[ext] heraus würde er ggf. naiv davon ausgehen, dass der eigentliche Eigentümer den Eindruck mache, er könne den Verlust verschmerzen.

In extremen Fällen käme dann noch das Streben nach einer Bestrafung des eigentlichen Besitzers der Geldbörse hinzu, wenn dieser sein Recht einfordern würde: Den Vorstellungen des Menschen mit einer naiv-aggressiven Persönlichkeit entsprechend, erschiene ein solches Verhalten ggf. extrem unsozial und ggf. gesellschafts­schädigend.

Zusammenfassung zum Persönlichkeits­typus

Naivität[ext], gepaart mit dem (gut gemeinten) Hang, Gott zu spielen und andere Menschen zu erziehen, ist ein typisches Zeichen für diese Form der Persönlichkeits­störung. Manchmal kommt dann noch eine massive externale Fokussierung[ext] hinzu sowie das eventuelle Streben nach einem Gesetz, welches das eigene Verhalten offiziell legitimiert, generalisiert und gesellschaftlich etabliert.

Definition "Gutmensch"

"Ein Gutmensch ist jemand, der sich eine ideale Welt erträumt und sich einredet, in dieser Traumwelt zu leben oder leben zu können. Gutmenschen verhalten sich dabei nahezu schizophren, indem sie jeden, der nicht ihre Ansichten teilt zum Bösen in Menschen­gestalt erklären. Gutmenschen verhalten sich dabei wie die Gefolgsleute von Führern wie Hitler oder Stalin, nur dass sie nicht einer einzigen Person hinter­her­laufen, sondern einer fixen Idee, die sie selbst im Angesicht von eindeutigen Beweisen und Argumenten nicht willens sind aufzugeben. Gutmenschen sind dabei auch durchaus pathologisch und folgen alle den Idealen ihrer fixen Idee, welche sie als ihre eigene Meinung ausgeben. Wenn Gutmenschen die Möglichkeit erhalten, sind sie gegenüber ihren Gegnern weitaus totalitärer als das, was sie vorgeben zu bekämpfen."[1]

Manipulative (Aus-)Nutzung naiver Persönlichkeitsstörungen im Produktmarketing

Eigene Manipulation
Naive Persönlichkeiten bedienen sich häufig (unbewusst) verschiedener Beeinflussungs­strategien. Menschen mit einer naiv-aggressiven Persönlichkeits­störung setzen derartige Strategien sogar gezielt und bewusst ein. Allein durch das Involvement, das sie häufig erzeugen, haben sie manchmal einen starken manipulativen Einfluss auf andere.

Manipulation durch das Marketing
Sie werden aber auch selbst manipuliert - schließlich zählen sie - ähnlich wie die "Best agers"zu den besonders beliebten (motivierten, hoch involvierten und solventen, zugleich aber auch gefürchteten) Zielgruppen bestimmter Branchen.

Das moderne Marketing und Neuromarketing erkennt sie als motivatorisch und ökonomisch interessante Konsumenten­gruppe mit mehr Freizeit (Spezial-Alternativ-Urlaube, Wandern und Natur-Trekking), einem höherem Wissens- und Bildungs­drang (z. B. Info-Veranstaltungen, bestimmte Bildungs­angebote usw.), einem bestimmten Geltungs- und Anpassungs­drang (Bestimmte Scheine und Zertifizierungen, Mitmach-Aktionen usw.), einem höheren Bewusstsein und Involvement (z. B. emotional in eine spezielle Richtung aufgeladene Produkte, Produkte aus der Region, ausführliche Verbraucher­information, individuelle Beratung usw.), hoher Affinität für bestimmte Produkte (z. B. Bio-Produkte, spezielle Produkte für Vegetarier und Veganer, Natur-Produkte, alternative Produkte aus Dritte Welt Ländern, Umwelt- und Energie­spar-Technik, Esoterik[wp], Welt­religionen, Meditation usw., Öko-Testzeit­schriften) und Zugänglichkeit für bestimmte (zum Teil polarisierende) Argumente (z. B. ökologische Verträglichkeit, Verpflichtung zur Nachhaltigkeit, Individualität statt Massen­konsum, Fairer Handel, bestimmte Formen artgerechter Tier­haltung, Nein zu Rassismus) sowie hoher preislicher Wert­schätzung (z. B. höheres Preis-Niveau, Spenden­anteil für ökologische Projekte oder bestimmte Tiere usw.).

Aufgrund ihrer ausgeprägten Naivität sind die besagten Persönlichkeits­typen sehr stark beeinflussbar, sofern Produkt­management und Produkt­marketing mit den richtigen Produkt­strategien auffahren und Marketing, Neuro­marketing und Neuro­selling die richtigen Ansprache- und Verkaufs­argumente liefern, selbst wenn diese oft regelrecht an den Haaren herbei gezogen werden.

Dass neben dem Fokus auf spezielle Persönlichkeits­typen der Produkt­marketing-Fokus mittlerweile auf bestimmten Persönlichkeits­störungen[ext] liegt, erscheint moralisch arg bedenklich, ist aber mittlerweile gängiger Usus - sowohl im Produkt­management als auch im Marketing. Die entsprechenden Spezial-Verbraucher-Typen nutzen es rege und mit Vorbild-Charakter. Andere Konsumenten kopieren dieses Verhalten (Sozialer Einfluss) und passen sich an, was für das Marketing ein weiterer messbar positiver Effekt ist.

Zusammenhang "Naiv-aggressive Persönlichkeitsstörung" und "Licensing-effect"

Das Denken und Verhalten naiv-aggressiver Persönlichkeiten steht in einem Zusammenhang mit Wahrnehmungs­fehlern[wp] in Bezug auf die Selbst- und Fremd­wahrnehmung. Als Beispiel hierfür sei der licensing effect genannt.

Der licensing effect (auch "Lizenzierungs­effekt", "Selbst-Lizenzierung", "Guthaben­effekt" oder "Erlaubnis­effekt" genannt) ist ein menschen­eigener Schuld-Reduzierungs­mechanismus, der über einen Selbst­wahrnehmungs­fehler in Form eines Denkfehlers eine Selbst­überlistung unseres Gewissens darstellt. Was passiert?

Menschen tun etwas Positives oder Gutes, um negatives Verhalten vor sich selber zu rechtfertigen. Letztendlich führt das Verhalten zu einer permanenten Steigerung des negativen Verhaltens. So zeigen sich Menschen z. B. zuerst altruistisch, helfen Menschen, setzen sich für eine gute Sache ein oder spenden etwas für einen guten Zweck, um danach genau das Gegenteil zu tun, weil das erste Verhalten das folgende Verhalten scheinbar rechtfertigt. So das Denkmuster in unserem Gehirn.

Der Licensing-Effect beschreibt damit eine Art "Innere Lizenz zum Böse sein", bezieht sich aber ebenso auf Konsum: Das vermeintlich positive Voraus-Handeln dient letztendlich dem Genuss der eigenen persönlichen Luxus-Befriedigung. Der frühere Ablasshandel[wp] der römisch-katholischen Kirche war insofern nichts anderes als die offizielle Version dessen, was auch ansonsten in unserem Kopf geschieht.

Der Effekt besagt auch: Gute Taten lassen schlechte in der Zukunft folgen. So der Automatismus, der wie folgt funktioniert: Eine gute Tat verbucht unser Gewissen auf einer Art gehirn­eigenem "Moralkonto", dessen "Guthaben" wir nachfolgend abbauen, indem wir uns nachfolgend einfach schlechter und ich-bezogener benehmen, weil unser Gehirn davon ausgeht, dass wir uns das leisten können.

Bewusst Gutes zu tun, ist folglich auch eine Art der egozentrischen Gewissens­beruhigung, die nicht gerade zu einem wirklich guten Charakter führt. Ein solches Verhalten kann auch durch unsere Mitmenschen bzw. durch sozialen Einfluss (Social cognition effect) ausgelöst werden. Je stärker wir uns mit anderen identifizieren, desto stärker lassen wir uns von deren Verhalten beeinflussen.

Für den licensing effect bedeutet dies: Selbst die guten Taten anderer (z. B. von Freunden, Bekannten und Kollegen) verbucht wir auf unserem Gewissens- bzw. Moral­konto. Dieses Gewissens- bzw. Moral­konto bezieht sich auf Selbstbetrug im Konsum­verhalten - aber ebenso auf das Belügen und Betrügen anderer.

Allgemeines Nachwort

Tendenz & Tendenz-Wahrnehmung
Die Tendenz dieser Persönlichkeitsstörung in Bezug auf die Ausbreitung in der Gesellschaft ist deutlich steigend. Die steigende Tendenz diese Störung liegt auch daran, dass es trotz möglicher selektiver Wahrnehmung immer mehr Menschen mit tatsächlichem oder subjektiv vorgestelltem sozio­ökonomischen Wohlstand gibt. Dem gegenüber steigt hingegen jener Anteil an Menschen mit sozio­ökonomischen Unsicherheiten. Zugleich ist dies mit ein Grund, warum es immer mehr Laien auffällt, wenn naive Persönlichkeiten ihre scheinbar "schräg" wirkenden Ideen vortragen, sich für ferne Themen engagieren und "unlogisch" anmutend handeln. Naive Persönlichkeiten sind folglich auch ein zivilisatorisches Wohlstands-Phänomen.

Auch in der Geschichte finden wir viele Indizien, die eine deutliche Sprache dafür sprechen, dass es zeitliche Perioden mit einem extremen Boom derartiger Persönlichkeits­störungen bereits gab. Die heilige Inquisition ist ein ebenso daraus erwachsenes Ergebnis naiv-aggressiver Persönlichkeiten, die im Namen des Guten handelten wie Völker und Kulturen (z. B. einige indianische), die sich aufgrund der Entscheidungen derartiger Persönlichkeiten quasi selbst auslöschten.

Was heute eine zu schützende Ringelnatter-Art, das globale Weltklima oder arme Menschen in einem ganz bestimmten konkreten fernen Land sind, das war in anderen Zeiten (z. B. im Nationalsozialismus) das Streben nach Verbreitung der arischen Rasse, die Hilfe eines Bundes­genossen in Afrika oder der Aufbau deutscher Städte in China oder Afrika oder (im Mittelalter bis hinein ins 18. Jahrhundert) die Verfolgung von Hexen, die sich gegen das vermeintlich Gute stellten. Auch in der Zeit des National­sozialismus oder der mittel­alterlichen Ketzer-Verfolgung[wp] gab es unzählige Freiwillige, die sich entsprechend engagierten. Eines der größten Engagements in dieser Hinsicht lag in Form der Kreuzzüge[wp] und der Glaubenskriege vor.

Vertrauen & Überzeugen
Während eine eventuelle Verdrehung der Tatsachen oder die Konstruktion neuer phantastischer Ideen bei einem Wahn-Patienten (Psychiatrie[wp]) eventuell auffallen, kann es durchaus sein, dass ein Mensch mit einer naiven Persönlichkeits­störung sogar Vertrauen und Zustimmung erhält. Den Verfechtern der "Arischen Rassen­theorie" oder den akribisch-detaillierten Hexen-Anschuldigungen hat man ebenfalls Vertrauen geschenkt wie Menschen, die andere abstruse Theorien eloquent und glaubwürdig verbreiten, insbesondere dann, wenn sie die Fähigkeit besitzen, bei ihren Rezipienten ein Ego-Involvement zu erzeugen.

Nicht nur namhafte Religions- und Sekten­führer waren dazu gut in der Lage, sondern auch namhafte Politiker und Diktatoren. Auch wenn wir aus heutiger Sicht den Vertretern des ehemaligen Dritten Reiches sicher nichts "Gutes" zuschreiben, so handelte es sich auch dort tatsächlich um viele naiv-aggressive Persönlichkeiten, die ebenfalls (aus ihrer subjektiven Sicht) etwas "Gutes" im Sinn hatten, auch wenn dies in Wahrheit nichts Gutes war und wir diese Zeit und ihre Ergebnisse heute anders bewerten als die Menschen zu jener Zeit. Ebenso waren es naive Persönlichkeiten, die mit dafür verantwortlich waren, dass sich ein solches Regime erst durchsetzen konnte.

Naiv-aggressiver Wahn in der Geschichte

Suchen wir nach Beispielen für naiv-aggressive Persönlichkeiten in der Geschichte, so müssen wir nur schauen, wo sich bereits früher Menschen überaus euphorisch bis wahnhaft für das vermeintlich "Gute" engagiert haben, das aber dann letztendlich in grausamen Exzessen und Verfolgungen entartete.

Als klassisches Beispiele für naiv-aggressiven Wahn gilt u. a. die Bewegung der Wiedertäufer[wp]. Bereits die Wiedertäufer von Münster waren mit ihrer Strategie mittelfristig erfolgreich. Unter der Leitung der Prediger Bernd Rothmann, Jan Matthys und Jan van Leiden (eigentlich Jan Beuckelszoon oder Beukelszoon) gründeten sie das "Täuferreich" von Münster. Es endete im Juni 1535 mit der Rück­eroberung der Stadt durch den Fürstbischof Franz von Waldeck.

Auch Jan van Leiden[wp], der letzte Anführer der Wiedertäufer verlor jegliches Maß. Der ehemalige Schneider, Kaufmann, Gastwirt, Meistersinger[wp], Reimdichter und Schauspieler ernannte sich als Johann I. zum König von Münster, errichtete das "Königreich Zion" und umgab sich mit einem glänzenden Hofstaat. Mit Hilfe seiner "12 Aposteln", seinem Statthalter und Scharfrichter Bernd Knipperdolling und seinem "Reichskanzler" Heinrich Krechting übte er ein Schreckens­regiment aus und erstickte jeden Widerstand in Blut, ließ alle Bücher bis auf die Bibel verbrennen, schaffte das Geld ab, führte eine Güter­gemeinschaft (inklusive Teilung der Frauen) zu seinem Nutzen und Wohle ein und ahndete Verstöße gegen die Zehn Gebote mit der Todesstrafe. Jan van Leiden erreichte sein Werk anfangs nicht mit Gewalt, sondern über das Predigen christlicher Werte und Moral sowie über die Kontrolle des Glaubens und der Medien.

Typische Vertreter naiv-aggressiver Persönlichkeiten - aber eben auch masochistischer Persönlichkeiten waren diejenigen, die in den Hexen-[wp] und Ketzer­verfolgungs[wp]-Bewegungen aktiv waren - und sei es nur als Ankläger und Zeugen. Auch damals ging es darum, vermeintlich "Gutes" zu tun und das "Böse" zu bekämpfen. Wir wir das heute sehen, ist eine ganz andere Sache, die jede weitere Diskussion erübrigt. Dennoch verhalten sich einige Menschen wieder ähnlich - wieder - ohne es selbst wahrzunehmen. Die National­sozialisten waren aus ihrem Weltbild heraus ebenso der Überzeugung, Gutes für die Menschheit zu tun - selbst dadurch, dass sie Millionen Menschen verfolgten und - den Inquisitoren und Groß­inquisitoren der Kirche nach­empfunden - Menschen quälten und töteten.

Als typischer Vertreter naiv-aggressiver Persönlichkeiten in führenden Positionen des national­sozialistischen Regimes kann hier (den persönlichen Tage­büchern und der historisch nachträglichen Verhaltens­beobachtung entsprechend) Joseph Goebbels[wp], der damalige Reichs­propaganda­minister genannt werden. Goebbels hatte aufgrund seiner - auch nach außen hin sichtbaren - Behinderung starke Komplexe. Auch Hitler hatte derartige Komplexe. Bei ihm hat sich der Narzissmus aber in die masochistische Richtung hin ausgeprägt.

Abgrenzung: Naiv-aggressive Tendenzen in anderen Bewegungen

Rückblick auf die Hippie-Bewegung (1965 - 1971)
Auch unter den Vertretern des damaligen Hippie[wp]-Kultes (1965 - 1971) gab es zahlreiche Vertreter dieses Persönlichkeits­typus. Dabei handelte es sich um eine gegen­kulturelle Jugend­bewegung, die in den 1960er Jahren in den USA entstand und sich am Lebensstil der so genannten "Hipster"[wp] der 1950er Jahre anlehnte. Die naiv-aggressive Tendenz vieler Hippies erhielt ihren sprachlichen Ausdruck in der Bezeichnung "Blumenkinder" bzw. flower child. Die Bewegung stellte die aus ihrer Sicht "sinn­entleerten Wohlstands­ideale" der damaligen Mittelschicht in Frage und propagierte eine von Zwängen und bürgerlichen Tabus befreite Lebens­vorstellung.

Im Vergleich zur wesentlich radikaleren "68er-Bewegung" und den so genannten "Gammlern"[wp] dominierten die Werte der Selbstverwirklichung, weniger kollektivistische Bestrebungen. Insofern fanden sich bei der 68er-Bewegung wesentlich mehr Vertreter des aggressiven Typus, während bei den Hippies selbst eher bewusst naive Tendenzen wirkten, darüber hinaus native Tendenzen hin zur Natur.

Es ging weniger um Angriff, Provokation und radikale gesellschaftliche Umwälzung, sondern mehr um Flucht­verhalten: Dennoch wollten die Hippies nicht nur dem Leistungs­druck der Gesellschaft entfliehen, sondern zugleich eine neue, vermeintlich positivere bzw. menschlichere Lebensweise mit neuen persönlicheren Umgangs­formen finden und ihrem sozialen Umfeld allein durch ihre Anwesenheit aufnötigen. So sahen es damals viele Bürger der Mittelschicht. Letztendlich ging es den Hippies um die Idee von einem humaneren und friedlicheren Leben - und das hat niemandem geschadet, die so genannten "Spießbürger" der Mittelschicht aber stark irritiert und unglaublich provoziert.

Auch hier gab es - neben den naiven Zügen - eben auch aggressive Züge, wovon allein das Hippie-Schlagwort "Flower-Power" kündet, was für Blumenmacht (= MACHT) steht. Es ging also selbst bei den Hippies um Macht und die Durchsetzung ihrer Ziele wider der Lebensweise der damaligen Gesellschaft, die als "spießig" erachtet wurde. Neben naiver und nativer Natur­verbundenheit gab es die Kritik am Konsum. Das Ziel der Hippies war eine anti­autoritäre und enthierarchisierte Welt- und Wert­ordnung ohne Klassen­unter­schiede, Leistungs­normen, Unter­drückung, Grausamkeit und Kriege. Dieses Streben vertraten die Hippies vehement nach außen. In den Augen der Öffentlichkeit galt ihr Verhalten als schamlos, peinlich und zügellos.

Einfluss auf die Bewegung hatten u. a. halluzinogene Drogen, insbesondere LSD. Auch hier wurde sozialer Druck bzw. Einfluss ausgeübt, ebenso in Bezug auf mögliche Fort­bewegungs­mittel: Als typisches Hippie-Auto galt der Citroën 2CV oder der damalige VW-Bus. Ähnlich wie die damalige Bewegung der Wiedertäufer von Münster legten die Vertreter der Hippie-Bewegung ihre "schicke" Kleidung ab und setzten - neben der neuen Nacktheit - auf einfache schlichte Gewänder. Mit ihrem ihrem ganz eigenem Wild-Thing[wp]-Style setzten sich die Hippies deutlich provokativ von der industriell gefertigten Massen-Mode ab, wodurch sie die damaligen Menschen - ebenso wie durch ihre langen, wallenden und ungepflegt erscheinenden Haare - stark provozierten und dies im Rahmen ihrer Absage an die bestehende Wirtschafts­ordnung auch wollten.

Besonders typisch waren geschlechts­unspezifische wallende Batik­gewänder mit bunten Farben und die so genannten Jesus­latschen als Schuhwerk. Erst später kamen Pumphosen und Dreadlocks hinzu. Immer gab es eine Art Anlehnung an einige Aspekte der indischen Kultur. Räucher­stäbchen und ätherische Öle zählten ebenso dazu wie Batik-Stoffe und bestimmte Möbel. Was damals die Menschen besonders provozierte, war der bewusst lockere zwischen­menschliche Lebensstil - auch in sexueller Hinsicht. Während die Wiedertäufer[wp] von Münster die Vielweiberei einführten, war bei Hippies Freizügigkeit in Parks und Kommunen angesagt.

Einzelnachweise

  1. The Liberal Mind: The Psychological Causes of Political Madness. (Das Liberale Gemüt: Die Psychologischen Ursachen für Politischen Wahnsinn), Amerikanischer Psychiater: "Gutmenschen klinisch geisteskrank", 16. September 2009

Querverweise

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Hintergrundwissen "Naive Persönlichkeit" / "Naiv-aggressive Persönlichkeitsstörung" von Die Image-Berater/Andreas Köhler.