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NSU-Fall

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Gegen die im November 2011 bekannt gewordene rechtsextreme Organisation "National­sozialistischer Untergrund" (NSU) läuft am Ober­landes­gericht München seit 6. Mai 2013 der Prozess wegen Mordes an neun Klein­unter­nehmern, dem Mord an der Polizistin Michèle Kiesewetter[wp], zwei Bomben­attentaten in Köln und 14 Bank­überfällen.

Dieser Organisation gehörten angeblich nur drei Hauptpersonen an: Uwe Mundlos[wp], Uwe Böhnhardt[wp] und Beate Zschäpe[wp]. Von diesem Trio lebt heute nur noch Beate Zschäpe, welche vor dem Münchner Gericht von Anfang an schweigt.[1]

Zitat:

«Es war von staatlichen Stellen angeordneter Mord und kein Selbstmord! "Viele rechte Internet­foren behaupten dies ebenfalls", kommentiert dazu 3sat. Und wenn diese Rechten nun Recht haben?» - Falk Schmidli[2]

Beim Anschlag von Bologna 1980[wp] waren ebenfalls staatliche Stellen in Zusammenarbeit mit italienischen Rechten die Täter.

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Information icon.png Es kursieren Gerüchte, dass es sich bei den "türkischen" Opfern um türkische Kurden gehandelt habe, die vom türkischen Geheimdienst ermordet seien, welcher wiederum vom deutschen Geheimdienst gedeckt würde. Das mit dem "rechts­radikalem Hintergrund" sei demnach nur ein Ablenkungs­manöver.[3]
Zitat:

«Die Kurdische Gemeinde Deutschland e.V. weist allerdings darauf hin, dass die Opfer - eine deutsche Polizistin und neun Migranten (ein Grieche, acht Männer aus der Türkei, zwei davon eingebürgert) - bisher in der Öffentlichkeit als Grieche (oder griechisch­stämmig) bzw. Türken (oder türkisch­stämmig) benannt wurden. Die Bezeichnung Kurden (oder "kurdisch­stämmig") fehlt hingegen. Mittlerweile ist uns jedoch bekannt, dass fünf der acht aus der Türkei stammenden Opfer kurdischer Abstammung sind. Wir bitten Sie daher in Ihrem Abschluss­bericht, die Herkunft der Opfer richtig zu stellen.» - Mehmet Tanriverdi, stellv. Bundesvorsitzender (Kurdische Gemeinde Deutschland)[4]

Zitat:

«Zweifelsohne hat der NSU-Ausschuss[wp] eine wertvolle Arbeit bei der Aufdeckung des Versagens unserer Sicherheits­stellen geleistet. Nun muss der Prozess vor dem OLG München diese Arbeit in Bezug auf das individuelle Verschulden der Angeklagten und ihre "Hintermänner" fortsetzen, damit verloren gegangenes Vertrauen in unseren Rechtsstaat schnellstens zurück­gewonnen wird. [...]

Die bisherige Kritik der Medien und der politisch Verantwortlichen an der Ermittlungsarbeit richtete sich nur an die Adresse der Deutschen Sicherheits­behörden. Tatsache ist aber, dass auch türkische Sicherheits­organe im Rahmen der internationalen kriminalistischen Amtshilfe bei der Aufklärung der NSU-Mordserie einbezogen waren.

Damit stellen sich in diesem Zusammenhang folgende Fragen:

  • Wurde eigentlich im parlamentarischen Untersuchungs­ausschuss auch der Beitrag der türkischen Ermittler hinterfragt?
  • Wie weit wurden die türkischen Sicherheitsorgane involviert?
  • Wurden sie möglicherweise nur von den deutschen Ermittlern instrumentalisiert, um die sich nun als falsch erwiesene "Milieutheorie" zu stützen?
  • Oder hatte vielleicht auch der türkische Sicherheits­apparat selbst ein Interesse, die linken türkischen und kurdischen Organisationen als mögliche Täter ins Visier zu nehmen?» - Kurdische Gemeinde Deutschland[5]
Zitat:

«Daß die Opfer wohl in schmutzige Geschäfte verstrickt waren (Drogen­handel), ist anzunehmen.

Auffällig ist jedoch die Häufung von Kurden bei der ganzen Geschichte.

Und bei Kurden sollte es sofort klingeln und das Stichwort "PKK"[wp] aufleuchten, also die Untergrund­organisation der Kurden.

Die PKK finanziert ihren "Freiheitskampf" natürlich mit den lukrativsten Geschäften und das ist nun mal der Drogenhandel.

Vor allem der Drogenhandel in Deutschland, wo man damals noch an die harte D-Mark herankam.

Es ist also sehr glaubhaft, daß auf einmal im Geschäft eines kurdischen Döner­braters/Blumen­verkäufers in Deutschland ein PKK-Mitglied stand und ihm "ein Angebot machte, das er nicht ablehnen konnte".

Offiziell verkauft er weiterhin Blumen/Döner, aber in Wirklichkeit dealt er mit Rauschgift und ein Teil der Gewinne fließt zur PKK.

Klar ist aber ebenfalls, daß die Türkei ihrerseits die PKK auf allen Ebenen bekämpft.

Es wird also nicht lange dauern, bis der türkische Geheimdienst herausgefunden hat, welcher Kurde aus dem Ausland die PKK unterstützt.

Und dann steht im Laden von z.B. Tasköprü auf einmal nicht mehr nur der PKK-Schutzgeld­erpresser, sondern ein Türke, wobei sich folgendes Gespräch entwickelt haben könnte:

"Uns ist zu Ohren gekommen, daß du für die PKK arbeitest."
"Nein, ganz bestimmt nicht. Das stimmt nicht, niemals."
"Doch. Wir wissen, daß es stimmt."
"OK, und nun?"
"Wir möchten, daß du damit aufhörst. Und nicht nur das: wir möchten, daß du ab sofort UNS einen Teil deines Gewinnes gibst!"
"Mann, seid ihr verrückt? Wenn die PKK rausbekommt, daß ich sie betrüge, bringen die mich um!"
"Kann sein. Aber wenn du weiterhin Geld für die PKK sammelst, bringen wir dich um. Schönen Tag noch."

So, und da steht ihr nun, als kleiner Süleyman Tasköprü in Hamburg.

[Das ist eine k]lassische "No-Win-Situation"; er konnte sich an dieser Stelle nur noch aussuchen, ob er von der PKK oder im Auftrag des türkischen Geheimdienstes ermordet wird.» - Killerbiene[6]

Zitat:

«Der Mord an drei kurdischen Aktivistinnen erschüttert Frankreich. Die Identität der Mörder liegt weiterhin im Dunkeln - die große Frage lautet nun, wer die Morde angeordnet hat.

[...] Die Ermittler sprechen [...] von Exekutionen. Der [...] geäußerte Verdacht, die drei Kurdinnen seien an ihrem Arbeitsplatz von Profi-Killern hingerichtet worden, hat sich erhärtet. Die Täter hätten zehn Kopfschüsse abgegeben, aus nächster Nähe, teilt die Anti-Terror-Einheit der französischen Kriminalpolizei mit.

[...] Die verwendete kleinkalibrige 7,65-Millimeter-Munition ist in Kreisen des auf Raubüberfälle spezialisierten organisierten Verbrechens gänzlich unüblich.» - Axel Veiel[7]

Schmücker-Prozess

Aufgrund der Manipulationen und der "Mitarbeit" des Verfassungsschutzes[wp] ergeben sich Ähnlichkeiten zum Schmücker-Prozess[wp]. Der Schmücker-Prozess bestand aus insgesamt vier Strafverfahren, in denen der Mord an Ulrich Schmücker[wp] (Juni 1974) aufgeklärt werden sollte, einem Terroristen und V-Mann des West-Berliner Verfassungs­schutzes. Er war der längste Strafprozess in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, begann 1976 und endete nach 591 Verhandlungstagen und vier Verfahren 1991 mit der Einstellung des Straf­verfahrens. Der Prozess gilt als Justizskandal, da das Verfahren - wie offiziell festgestellt - vom Verfassungs­schutz und mindestens zwei Staats­anwälten vielfach manipuliert und massiv behindert wurde, etwa durch Unterdrückung von Beweismitteln, wodurch die gerichtliche Aufklärung unmöglich wurde.

Der Terrorismus-Forscher Wolfgang Kraushaar bilanzierte zu dem Fall im Jahr 2010:

"Die Tatsache, dass es auch in vier Prozessen nicht gelungen ist, ihn zu klären und die Täter ebenso wie die dafür Verantwortlichen zu verurteilen, ist ein Schandfleck - nicht nur der bundes­deutschen Justiz, sondern des Rechtsstaates insgesamt." [8]

Literatur

  • Udo Schulze: NSU - Was die Öffentlichkeit nicht wissen soll, Amadeus Verlag 2013

Einzelnachweise

  1. Ein Whistleblower spricht zum NSU-Fall, Kopp Online am 18. August 2014 (Inkl. Interview mit "Fatalist".)
  2. Falk Schmidli: Der NSU-Fall wird zur Staatsaffäre - ein hoch brisanter Beitrag auf 3sat, Kopp Online am 21. Dezember 2014
  3. Beleg fehlt!
  4. Offener Brief: Herkunft der Opfer richtig benennen!, Kurdische Gemeinde Deutschland
  5. Deutsche Kurden fordern auch, die Rolle der türkischen Ermittler bei der NSU Mordserie zu hinterfragen!, Kurdische Gemeinde Deutschland 2013
  6. Eine neue Dimension beim NSU?, Die Killerbiene sagt am 10. November 2014
  7. Axel Veiel: Morde an Kurdinnen in Paris: Kaltblütig exekutiert, Frankfurter Rundschau am 12. Januar 2013
  8. Marcus Klöckner: Die RAF und die Geheimdienste: Interview mit Wolfgang Kraushaar, Telepolis am 10. November 2010

Querverweise

Netzverweise