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Erziehung

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Männer werden zum Hass auf Frauen erzogen

Volkserziehung

Zitat:

«Ein Rechtsstaat, der sich auf Außenpolitik, Rechtssicherung und Verwaltung beschränkte, würde auf jede "Innenpolitik" genannte Volkserziehung verzichten.»[1]

Staatliche Erziehung

Wider die Staatserziehung:

Zitat:

«All das, was über die Bedeutung von Individualität des Charakters und Mannig­faltig­keit in Meinungen und Verhaltens­weisen gesagt worden ist, schließt, als von derselben un­aus­sprech­lichen Bedeutung, Mannig­faltigkeit der Erziehung ein. Eine allgemeine Staats­erziehung ist nichts als eine Erfindung, um die Menschen zu modeln, dass einer dem anderen haargenau gleicht; und da die Schablone, in die sie die Menschen zwängt, dem Geschmack der in der Regierung vorherrschenden Macht entspricht, [...] errichtet sie in dem Maße, wie sie wirksam und erfolgreich ist, einen Despotismus über den Geist, der einer natürlichen Tendenz nach zu einem solchen über den Körper führt.»[2]

"Über Freiheit" (1859) von John Stuart Mill[wp] zählt zu den "klassischen" Streitschriften des politischen Liberalismus.

Zitat:

«Wie früher in der DDR, so stehen heute in der Bundesrepublik viele Eltern einer ausgedehnten Fremdbetreuung der Kinder (noch) recht skeptisch gegenüber. Funktional als notwendig erachtete Politik­wechsel müssen deshalb in Situationen, in denen Widerstand oder zumindest Eigen­sinnig­keit der Betroffenen zu erwarten ist, [...] mit Hilfe von ebenso griffigen wie zustimmungsfähigen Formeln, vermittelt werden, dass die Bürger die neue Politik recht bald nicht nur als notwendig, sondern auch als einzig angemessen betrachten. Solche Formeln, wie z. B. Starting Strong, Auf den Anfang kommt es an oder Jedes Kind zählt, greifen dann, wenn sie bei den angesprochenen Erwachsenen auf Unsicher­heits­erfahrungen treffen, für die neue Politiken eine Lösung versprechen. [...] Elternschaft hat sich in allen westlichen Ländern stark verändert. [...] Die Menge der Ratgeber legt allerdings nahe, dass Eltern immer weniger meinen, es besser zu wissen, obwohl ihre Sensibilität für das Wohl des Kindes stetig zugenommen hat. Dieses vermeintliche Unwissen - man könnte auch sagen: diese Erosion des lebensweltlich selbst­ver­ständlichen Wissens - vergrößert den Raum für frühzeitigere Eingriffe des Staates in die Familien und hilft diese zu legitimieren.»[3]

In den Kulturkämpfen der "Bewusst­seins­industrie" (Hans M. Enzens­berger[wp]) sind Wörter die schärfsten Waffen. Neusprech verdrängt immer mehr die Wirklichkeit und ersetzt sie durch das ideologische Klischee. Beispielhaft dafür ist der Streit um die Kinder­betreuungs­politik: Zu große Gruppen, zu wenige und wechselnde Erzieherinnen und zu wenig Aufmerksamkeit für das einzelne Kind - die Alltags­probleme in Kinder­tages­stätten sind vielen Eltern bekannt. Gleichzeitig belegen einschlägige Studien, dass nur bei hoher Betreuungs­qualität eine (zeitlich begrenzte) außerfamiliäre Betreuung für Kleinkinder förderlich oder zumindest unschädlich sein kann.[4]

Angesichts der mit den neu eingeführten Bildungsplänen immens gestiegenen Erwartungen an die Kinder­tages­stätten einerseits und den knappen materiellen und personellen Ressourcen andererseits klaffen "Anspruch und Wirklichkeit immer mehr auseinander".[5] Dessen ungeachtet gilt der quantitative Ausbau der Kinder­betreuungs­infra­struktur im politisch-medialen Jargon als "Bildungs­investition", die den Lebenschancen der Kinder diene. Spiegelbildlich dazu wird die bewährte Institution Familie in Verruf gebraucht: Den Eltern gewährtes Bargeld würde von diesen lediglich für Flach­bild­schirme, Spirituosen und Zigaretten verschwendet, während ihre Kinder verwahrlosten. Die Polemik auf die Spitze trieb ein Bertelsmann-Funktionär: Ein Betreuungsgeld für Eltern, die ihre Kleinkinder zu Hause erziehen, denunzierte er als "Verdummungsprämie".[6]

Meist kommt die öffentliche Disqualifikation familiärer Erziehung etwas "freundlicher" daher; sie artikuliert sich eher in gefälligen Begriffen wohlmeinender Fürsorge: Eltern sollen durch "soziale Dienste" von der "Allein­zuständigkeit" für ihre Kinder "entlastet" und Kinder durch Bildungs­angebote "gefördert" werden.[7] Um dies zu erreichen, müssten Kinder von klein auf "einen wesentlichen Teil des Tages in öffentlich organisierten und verantworteten Bildungs-, Betreuungs- und Erziehungs­einrichtungen" verbringen.[8] Familiäre Kinderbetreuung steht dieser System­veränderung zur "Institutionen­kindheit" im Weg; statt diese durch Geldleistungen zu unterstützen, müsse der Staat daher die Betreuungs­infra­struktur ausbauen - so lautet das Credo der Advokaten einer Entfamilisierung der Kindheit.[9]

Staatlicher Familienersatz

Zitat:

«Früher lernte man es anhand von Geschwistern. Nebenbei. Heute werden Babys in Schulen gebracht, um Kindern Empathie, Rück­sicht­nahme und emotionale Intelligenz beizubringen. So weit ist es schon gekommen.

Offenbar schreitet die Zerstörung der Familie schneller voran, als man glaubt. Nun bringen wir Familien­ersatz­stücke in die Schule, um den Kindern Erfahrungen zu vermitteln, die sie früher ganz nebenbei in den eigenen Familien gehabt hätten. Heute nicht mehr.

[Es zieht] sich als Konzept inzwischen durch unsere gesamte Familien- und Gesellschafts­politik [,d]ass wir Familie schlechtreden, ihre Mitglieder als austauschbar bezeichnen und dann mühsam Ersatz schaffen - mit in der Regel hohem finanziellen Aufwand - um das Verloren­gegangene künstlich wieder aufzubauen. Wir arbeiten also nicht daran, das Bewährte zu stärken, sondern schaffen lieber Ersatz­strukturen, die aber doch immer nur das sein werden, wie der Name es schon sagt: Ersatz für das fehlende Original.» - Birgit Kelle[10]

Grenzen von Erziehung in Institutionen

Zitat:

«Die Schulstudie Pisa[wp] hat gezeigt: Viele Eltern versagen bei der Erziehung ihrer Kinder. Jetzt wird die Ganztagsschule plötzlich modern. Aber sie allein ist keine Lösung.

Tobende Kinder aus einem Kinderheim am Strand von Amrum. Ein typisches Kinderspiel? Einige der kaum Zehnjährigen halten eine Katze fest, andere schlagen auf das Tier ein. Die Erzieher bleiben abseits. Man könne diese Kinder doch nicht mit Mittel­schicht­normen über Tierschutz und Mitgefühl konfrontieren, lautet das Argument für ihren extremen, aber in Helferkreisen keineswegs extrem seltenen Bequemlichkeitsliberalismus.

Warum einen Beitrag zur Bildungspolitik mit den Problemen der Heimerziehung einleiten? Weil der angestrebte Umbau des Bildungssystems durch mehr Kinderhorte, außer­häusliche Betreuung und Ganztags­schulen - zu Ende gedacht - die Heimerziehung zum Leitbild erklärt. Dies wirft die Frage nach den Möglichkeiten und Grenzen von Erziehung in Institutionen auf.

Das miserable Abschneiden Deutschlands beim weltweit größten Schülertest Pisa scheint verstärkte Erziehungs­anstrengungen des Staates zu verlangen: Die Chancen sozial benachteiligter Kinder sind dramatisch schlechter als in den meisten anderen Staaten. In kaum einem Land bestimmt die Herkunft so sehr über den Schulerfolg. Ein Fiasko.

Wer jedoch nur auf mehr Kindergärten, mehr Ganztags­schulen und mehr Förder­unterricht setzt, der schreibt die Lebenslüge fortschrittlicher Bildungspolitik fort. Staatliche Interventionen nämlich können die Versäumnisse der Eltern nicht ausgleichen, sondern bestenfalls abfedern. Es gibt familiäre Voraussetzungen, die keine Schule ersetzen kann: Elterliche Liebe als ein unbedingtes Annehmen des anderen, Leitbild­orientierung, Werte­vermittlung und das Gefühl verlässlichen Geborgenseins.

Eine Grundschulklasse im ländlichen Nordrhein-Westfalen zeigt exemplarisch, dass diese familiären Voraussetzungen zerbröseln: Eine wachsende Minderheit von Kindern tritt quasi "wild" ins Bildungssystem ein. Da sind im Luxus verwahrloste Mittel­schicht­kids. Distanzlos und aggressiv, materiell überversorgt, aber emotional im Stich gelassen. Da sind Kinder aus sub­proletarischen Milieus, deren desolate Familien selbst elementarste Kultur­techniken nicht mehr vermitteln können. Kinder, die andere nur als "Wichser" anreden, sich nicht konzentrieren können und ständig ihr Frühstück und Arbeits­material vergessen - wenn es ihre Eltern denn schaffen, einen halbwegs regelmäßigen Schulbesuch zu organisieren. Und da sind Migranten­kinder ohne Deutsch­kenntnisse, deren sozialer Ausschluss oft schon durch die "Integration" in den Kindergarten beginnt. Sie in gemischt­sprachige Gruppen einzubeziehen verbessert ihre Deutsch­kenntnisse nur, wenn man sie zu Hause beim Deutsch­lernen unterstützt. [...]

Kinder, die übernächtigt und hungrig zur Schule kommen, ständig zappeln oder keine Deutsch­kenntnisse besitzen, sind in unserem Bildungs­system nicht vorgesehen. Dessen Erziehungs­auftrag begrenzt schon die Verfassung: In Abkehr von der NS-Staats­erziehung sprach das Grundgesetz den Eltern eine starke Stellung zu. Daher sind jene Lehrer formal im Recht, die sich achselzuckend von den üblichen Pausenhof­schlägereien abwenden: Sie sollen Kenntnisse und Fertigkeiten vermitteln. Was Kinder außerhalb des Unterrichts tun, gehört nicht zu ihrem Job. Auch in Ausbildung und beruflichem Werdegang wird Lehrern suggeriert, dass es nicht auf Charisma, Begeisterungs­fähigkeit und Engagement ankomme. Gefragt sind Fachwissen, professionelle Distanz und objektive, also unpersönlicher Lehrverfahren, also nüchterne Wissens­vermittlung, die auch ein Computer leisten könnte. Und Betreuung ohne Treue (so auch Bernhard Becker, taz vom 17. 12.).

Wo die Familie versagt, stoßen gut gemeinte Bildungs­reformen an Grenzen: Wo Kindern jedes Bildungs­interesse fehlt, scheitern auch Gesamtschulen. Projekt­unterricht oder Gruppen­arbeit bringen Teamgeist und Kreativität nicht hervor - sie setzen sie voraus. Ohne ein neues Austarieren zwischen elterlicher Erziehungs­verantwortung und staatlichen Bildungs­garantien werden sich die Chancen benachteiligter Kinder und Jugendlicher nicht verbessern.» - Harry Kunz[11]

Aber anstatt nun festzuhalten, dass die Erziehung in staatlichen Institutionen seine Grenzen hat und intakte Familien alternativlos sind, fängt der TAZ-Autor nun an, davon zu schwafeln, dass staatliche Institutionen "familien­ähnlich organisiert werden" müssten:

Zitat:

«Doch auch wenn die Eltern nicht zu ersetzen sind: Das Schwinden der sozialisierenden Kraft der Familien macht auch eine Neuorientierung der Bildungs­institutionen erforderlich. Wo Familien versagen, müssen Kindergärten, Schulen und sonstige Betreuungs­einrichtungen - wie die erfolgreichsten Modelle der Heimerziehung - familien­ähnlich organisiert werden. Sie müssen Geborgenheit vermitteln und die Bindungen zwischen Erziehern und Kindern auf Dauer anlegen.»[11]

Die konsequenteste Umsetzung dieses Planes wäre, auf die biologischen Eltern ganz zu verzichten und die Kinder von ihren staatlichen Betreuern adoptieren zu lassen. Die Schöne neue Welt[wp] von Aldous Huxley[wp] lässt schön grüßen.

Erziehungsziele für die Welt von heute

Zitat:

«Das Leben in einer immer differenzierteren Welt erfordert neben Eigenständigkeit und sozialer Kompetenz in erheblichem Maße die Bereitschaft zur Ver­antwortungs­übernahme, Belastbarkeit in Konflikt­situationen, Kreativität bei Problem­lösungen, Durchhalte­vermögen, Überblick, Wahrnehmungs- und Verknüpfungs­fähigkeit, Verläss­lich­keit, Flexibilität, Mobilität, Engagement, Toleranz und Welt­offen­heit, Gelassenheit mit sich selbst und im Umgang mit anderen, kurz: Eine gehörige Portion Mut, sich immer neu auf das Wagnis des Lebens einzulassen. Dies sind die Kernziele einer zukunfts­weisenden Erziehung.» - Albert Wunsch[12]

Zitat:

«Wayne Dosick, Religionswissenschaftler, Psychologe und Autor des Buches "Kinder brauchen Werte", hat eine Liste an Werten erstellt, die Eltern ihren Kindern dringend mitgeben und vermitteln sollten: Respekt, Wahrhaftigkeit, Fairness, Verantwortungs­bewusstsein, Mitgefühl, Dankbarkeit, Freundschaft, Friedfertigkeit, Streben nach persönlicher Reife und die Fähigkeit, an etwas zu glauben. Für den Autor sind dies zeitlose Werte, die das Leben der Kinder genauso wie der Umgang der Menschen miteinander erleichtern.»[13]

Usurpationen von Erziehungsrechten durch den Staat

Zitat:

«Die Schulpflicht beruht auf dem Grundrecht der Kinder auf Entfaltung ihrer Persönlichkeit, auf eine Bildung, die das Elternhaus in der Regel nicht leisten kann und die allen Kindern, gleich welcher Herkunft, anzubieten ist. Dieses Grundrecht kollidiert mit dem Grundrecht der Eltern auf Erziehung , weshalb die Schulpflicht per Gesetzt geregelt ist. Auch ist deshalb die Lehre in der Schule nicht frei - im Gegensatz zu der Lehre an Universitäten ist sie an Lehrpläne gebunden und unterliegt der staatlichen Aufsicht, letztlich der Aufsicht der Parlamente. Diese Kontrolle ist durch behördlich vorgegebene Lehrpläne gegeben, deren Durchführung die Schulleitung zu überwachen hat. Die erzieherischen Aufgaben der Schule leiten sich aus den Erfordernissen eines geordneten Unterrichts ab; sollten sie darüber hinaus gehen, so müssen sie explizit per Gesetz geregelt werden. So sollte es jedenfalls sein, und lange Zeit war es auch so.
Aber in den vier Jahrzehnten, in denen ich am Gymnasium unterrichtete, wurden diese Fundamente allmählich zerstört. Lehrpläne wurden immer weniger beachtet und nicht mehr durchgesetzt; heute sind die Inhalte des Unterrichts weitgehend in das Ermessen der einzelnen Schule oder gar des einzelnen Lehrers gestellt und sind jeder möglichen Kontrolle durch die Parlamente entzogen. Den Schulen hat man vage formulierte erzieherische Aufgaben zugewiesen, durch Auslagerung etwa der Nachmittags­betreuung auf private Anbieter sind erzieherische Einflussnahmen nicht mehr zu kontrollieren. Kamen früher Lehrpläne in der Weise zustande, dass die Schul­aufsichts­behörde mit ihrer Formulierung eine Kommission aus Lehrerinnen und Lehrern beauftragte, danach die Lehrpläne in Kraft setzte und für ihre Einhaltung sorgte, so wird heute etwa zur Formulierung der "Sexualerziehung" - wohlgemerkt, nicht des Unterrichts in Sexualkunde, sondern zur "Erziehung" - ein "Runder Tisch" einberufen, an dem Leute aus der Lehrerfortbildung Platz nehmen und des weiteren viele Vertreter aller möglichen Gruppierungen, Vereine, Initiativen. Aktionspläne statt Lehrpläne. Keine klaren Verantwortlichkeiten, Kontrollen durch die Aufsichts­behörden faktisch unmöglich und vielleicht auch gar nicht mehr beabsichtigt. Das sind nicht nur Überdehnungen des gesetzlich festzulegenden Auftrages der Schulen, das sind Anmaßungen, Usurpationen von Erziehungs­rechten.» - Dr. Gerd Brosowski[14]

Erfahrungsbericht

Zitat:

«Neulich war ich zu Besuch in einem Berliner Gymnasium. Ein Lehrer hatte mich eingeladen, um mit den Schülern über Literatur zu diskutieren. Ich war voller Erwartung, als ich eine Stunde mit der U-Bahn hinfuhr, aber dann traute ich mich kaum durchs Schultor. Dort lungerten Kids mit düsteren Gesichtern, die dunklen Kapuzen ihrer Pullis tief in die Stirn gezogen.

[Die Kinder] rauchten müde vor sich hin. Keiner beachtete mich, als ich, eine offensichtlich Fremde, an ihnen vorbeiging, ebenso wenig die Pausenaufsicht in der Eingangshalle. Die zwei Lehrerinnen starrten durch mich hindurch, wie die Kids vorm Eingang. Ich hätte auch ein Dealer sein können oder ein Dieb. In den Gängen schlurften mir Schüler entgegen, alle mit glasigem Blick. In der Klasse schließlich hingen sie auf den Tischen, während der Diskussion fraßen sie, tranken Cola und quatschten Privates. Die Bücher, um die es ging, fanden sie doof, weil das Lesen so anstrengend sei.

Mit Aufruhr und Widerstand hatte das nichts zu tun, da war nur selbstzufriedene Verwahrlosung. Die betraf auch den Lehrer. Er lümmelte halb liegend auf seinem Stuhl, die Hände tief in den Taschen seiner schlabbrigen Jeans vergraben, und auch er hatte diesen gelangweilten Blick ins pädagogische Nichts.

Ich begann, mich über diese Kids zu ärgern, über ihre verschlampten Lehrer und auch über ihre Eltern, die ihren Kindern offensichtlich nicht einmal Umgangsformen vermittelt hatten. Deprimiert stieg ich wieder in die U-Bahn. Bloß weg.

Diese Zombies sind doch wohl nicht unsere einzige Hoffnung, unsere Zukunft: unsere Denker und Macher, unsere Professoren, Gewerkschaftsbosse und Bundeskanzler. Jetzt, wo die demographische Katastrophe sich über uns zusammenbraut, sollen plötzlich alle Kinder kriegen, möglichst schnell und möglichst viele. Das soll die Lösung sein. Aber sind denn dies die Kinder, die uns einst retten werden? Und warum sind sie so, wie sie sind? [...]

Auf der einen Seite die hassenden Eltern, auf der anderen Seite die hassenswerten Kinder. Diesen Eltern fehlt augenscheinlich die entfernteste Vorstellung von dem, was ein Kind bedeutet: Liebe und ein Versprechen an die Zukunft. Junge Eltern, die so angepasst sind, dass sie Angst vor den eigenen hippen Freunden haben, wären mit Power-Yoga besser dran. Von solchen Eltern werden meine Berliner Zombies produziert: Erst von den Vätern verlassen, dann von den ungeduldigen, schlecht gelaunten Müttern irgendwie durchgebracht.

Wie sollen Kinder neugierig werden, wenn nicht einmal ihre eigenen Eltern auf sie neugierig sind? Wie sollen sie Freude erfahren, am Lernen und am Leben, wenn niemand an ihnen Freude hat?» - Sophie Dannenberg[15]

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Einzelnachweise

  1. Roland Woldag: Parteien: Misteln im Baum der Sozialordnung, ef-magazin am 31. August 2011
  2. John Stuart Mill[wp]: Über Freiheit. Original 1859, zitiert nach 1969, S. 127-128, Reclam 1986, ISBN 3-15-003491-4
  3. Ilona Ostner: "Auf den Anfang kommt es an" - Anmerkungen zur "Europäisierung" des Aufwachsens kleiner Kinder, S. 44-62, in: Recht der Jugend und des Bildungswesens - Zeitschrift für Schule, Berufsbildung und Jugenderziehung 1/2009, S. 61-62, zitiert in: iDAF: DDR-Devotion, verunsicherte Eltern und der lange Arm des Staats, Zitat der Woche 48 - 2009
  4. Siehe hierzu: Bindung, Bildung, Babys: Mythen und Wirklichkeit, Nachricht der Wochen 9-10/2010
  5. Fabienne Becker-Stoll: Kindeswohl und Fremdbetreuung, S. 80. Im Blick auf den quantitativen Ausbau der Kinder­betreuung befürchtet auch der wissenschaftliche Beirat des Bundes­familien­ministeriums, dass "Qualitätsaspekte erst zu spät oder gar nicht berücksichtigt werden und dass Betreuungsplätze entstehen, die den Anforderungen des frühkindlichen Bereichs in keiner Weise gerecht werden". BMFSFJ (Hrsg.): Bildung, Betreuung und Erziehung für Kinder unter drei Jahren - elterliche und öffentliche Sorge in gemeinsamer Verantwortung: Kurzgutachten des wiss. Beirats für Familienfragen, Berlin 2008, S. 45. Zur Kinder­betreuungs­politik der Bundesregierung siehe auch: Quantität statt Qualität: Das große Vorbild DDR, Nachricht der Woche 48 - 2009
  6. So Jörg Dräger[wp] (Vorstandsmitglied der Bertelsmann-Stiftung) wörtlich in der WDR-Sendung "Westpol": Glaubenskrieg Kinderbetreuung, WDR am 23. Oktober 2011, 19.30-20.00 Uhr
  7. Exemplarisch für diese Argumentation: Bundes­ministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (Hrsg.): Bericht über die Lebenssituation junger Menschen und die Leistungen der Kinder- und Jugendhilfe in Deutschland (Elfter Kinder- und Jugendbericht), Berlin 2002, S. 57-58
  8. Siehe: Thomas Rauschenbach: Vorwort, S. 25-27, in: Bundes­ministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (Hrsg.): Bericht über die Lebens­situation junger Menschen und die Leistungen der Kinder- und Jugendhilfe in Deutschland (Zwölfter Kinder- und Jugendbericht), Bundes­tags­druck­sache 15/6014, Berlin 2005, S. 25
  9. Beispielhaft für diese Sichtweise: Klaus Hurrelmann[wp]: Sozialisation - Bildung - Gesundheit. Kann wissenschaftliche Forschung politische Effekte erzielen? Abschiedsvorlesung an der Universität Bielefeld im Januar 2009, veröffentlicht in: ZSE - Zeitschrift für Soziologie der Erziehung und Sozialisation 29. Jahrgang, 3/2009, S. 234-235
  10. Birgit Kelle: Auslagerung der Kindererziehung aus der Familie: Was kommt, wenn Familie geht?, The European am 28. März 2013
  11. 11,0 11,1 Harry Kunz: Wenn die Familien zerbröseln, TAZ am 27. Dezember 2001
  12. Albert Wunsch: Die Verwöhnungsfalle. Für eine Erziehung zu mehr Eigenverantwortlichkeit., Kösel-Verlag 2000, S. 41f.
  13. Erziehung: Wie wichtig Werte für Kinder sind, Kultur und Medien Online am 2. September 2014
  14. Kommentar Dr. Gerd Brosowski, 6. Dezember 2013 um 19:44 Uhr
  15. Sophie Dannenberg: Zu Besuch in der Zombiewerkstatt, Deutschlandradio am 22. März 2006

Querverweise

Netzverweise