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Markus Kompa

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Hauptseite » Personen-Portal » Markus Kompa

Markus Kompa
Medienanwalt Kompa hat das vorstehende Bild persönlich im Piraten-Wiki[ext] hochgeladen und dort unter die "Piratenlizenz"[ext] gestellt, worauf die Redaktion explizit hinweisen möchte.
Geboren 1972
Beruf Jurist
URL kanzleikompa.de
Twitter @kompalaw

Markus Kompa (* 1972) ist ein deutscher Rechtsanwalt, Fachanwalt für Urheber- und Medienrecht.

In seinem Weblog kanzleikompa.de[pp] beschäftigt er sich seit März 2010 mit Medienrecht und berichtet über verschiedene Urteile.

Zitat:

«Markus Kompa wurde 1972 in Kaiserslautern geboren. Er studierte in Saarbrücken und Münster Jura und leistete sein Referendariat in Bochum. Bereits von Anfang an faszinierte ihn das Medium Internet, dessen Entwicklung er u.a. am Institut für Informations-, Tele­kommunikations- und Medienrecht der Universität Münster verfolgte. Seit einem Jahrzehnt ist er als Rechtsanwalt tätig und vertritt bundesweit Blogger, Whistle­blower und Enthüllungs­journalisten. Seine eigene journalistische Ader lebt Kompa in einem krawalligen Blog zum Medienrecht aus und schreibt regelmäßig zu politischen Themen auf Telepolis (Heise-Verlag) und gelegentlich zu medien­rechtlichen Themen auf Legal Tribune Online. 2013 erschien als "Cold War Leaks" eine Sammlung von Beiträgen über Geheimdienste im Kalten Krieg[wp]. Privat interessiert sich Kompa für Geheimnisse aller Art.»[1]

Veröffentlichungen (Auswahl)

Das Netzwerk (2016)

Bücher

Artikel

Interview

Reden

Erfahrungen mit Wikipedia

Zitat:

«Bei Recherchen entdeckte ich Ende 2007 zufällig einen Artikel zu einem polit­historischen Thema, der sich definitiv in einem - sagen wir mal ganz diplomatisch - "unqualifizierten Zustand" befand. (...) Der Artikel wurde von einem Benutzer verteidigt, den ich damals für einen gleich­berechtigten Benutzer hielt. Und dem Benutzer wurden Admins gefällig, die ich für normale Admins hielt. Ich saß ahnungslos in der Falle.

In Wirklichkeit hatten sich meine Gegner konspirativ verschworen: Durch die Bank weg handelte es sich um Herrschaften des Hamburger Wikipedia-Stammtisches[pp], die ein Kartell bildeten. Ebenso wenig wie Franz Kafka[wp] hatte ich von Anfang an auch nur die allergeringste Chance, mit Sach­argumenten durchzudringen. Doch dies alles war mir damals unbekannt gewesen.

Die geringste Schärfe im Ton konnte als angeblicher "persönlicher Angriff"[wp] gewertet werden, etwa die das Absprechen jeglicher Kompetenz auf einem bestimmten Gebiet, was allerdings nachweislich der Fall gewesen war. Umgekehrt durfte man sich mir und meinen Mitstreitern jede Demütigung herausnehmen und die Regeln wissenschaftlicher Arbeitsweise sowie die Wikipedia-Regeln nach Belieben ignorieren. Mein Gegner und seine Schergen waren sakrosankt. Wie gesagt, die Zusammenhänge hinter den Kulissen und der Admin-Corpsgeist waren mir unbekannt, auch wenn mir schon damals einige überflüssig abschätzige Kommentare von Admins merkwürdig temperamentvoll vorkamen.» - Markus Kompa[4]

Zitat:

«Die Wikimedia-Herrschaften, mit denen ich bisher das Vergnügen hatte, haben wenig mehr Persönlichkeit erkennen lassen als trotzige Pubertierende mit Corpsgeist. Und da die Wikimedia durch die Spenden über bemerkenswerte finanzielle Möglichkeiten verfügt, Geld jedoch bekanntlich den Charakter verdirbt, halten die sich für unantastbar.» - Markus Kompa[5]

Zitat:

«Nach den Jahren des Aufbruchs haben die meisten Autoren der Wiki-Community längst den Rücken gekehrt. Die einstige Idee des kollektiven Wissens wird heute von einer überschaubaren Clique untereinander heftig zerstrittener, provinzieller Streithanseln dominiert, die ihre Intriganz allenfalls dann überwinden, wenn es gegen Leute von außen geht.» - Markus Kompa[5]

Referate

Zitat:

«"Stoppt Putin jetzt!" titelte der Spiegel am 28. Juli 2014. Im Hintergrund der Schlagzeile: Fotos und Namen von 50 Opfern des Absturzes des Malaysia-Airlines-Flugs MH17 vom 17. Juli. Die Bilder stammen unter anderem aus den Facebook-Profilen der Opfer - nach Auffassung des Spiegel "öffentlich zugängliche Quellen", die von zahlreichen Medien im In- und Ausland genutzt worden seien, um Fotos der Opfer zeigen zu können. Das Bildblog kritisiert das Vorgehen des Spiegel und anderer Medien als "Beutezug im Internet": Journalisten würden "die Facebook-Profile toter Menschen durchwühlen und alles daraus veröffentlichen, was nicht niet- und nagelfest ist". Der Presserat spricht am Ende eine "Missbilligung" aus. Der Fall hat eine ethische und eine rechtliche Seite. Rechtsanwalt Markus Kompa sieht das Persönlichkeitsrecht[wp] verletzt: "Die Rechtsansicht, dass man auf Facebook wirksam darin einwilligt, in politische Kampagnen eingespannt zu werden, halte ich für abwegig." Aber wie ist es bei "gewöhnlichen" Opfer­galerien? In welchen Fällen ist die Einwilligung durch Betroffene oder Hinter­bliebene entbehrlich? Diesen und anderen Fragen wollen wir in dieser Diskussion nachgehen.» - Geklaute Bilder, verletzte Intimsphäre - Wie weit können wir bei der Recherche in Sozialen Netzwerken gehen?, Referat am 20. März 2015 um 14:45 Uhr[1]

Zitat:

«Medienanwälte können nach eigenem Gutdünken das Gericht aussuchen, bei dem sie juristisch gegen Journalisten/innen, Verlage oder Sender vorgehen wollen - sei es mit Einstweiligen Verfügungen[wp] oder Klage­schriften. Die Begründung für diese juristisch einzigartige Regelung ("Fliegender Gerichtsstand"[wp]): Weil Zeitschriften, Zeitungen und Fernseh­sendungen bundesweit gelesen oder gesehen werden können, kann gegen die Beiträge auch bei allen Gerichten in Deutschland geklagt werden - also überall dort, wo Leser/innen oder Zuschauer/innen tatsächlich sind oder auch nur vermutet werden. Diese (nur auf den ersten Blick nachvollziehbare) Praxis wird von vielen Anwälten dazu benutzt - manche Kritiker sagen auch missbraucht -, sich für ihre Einstweiligen Verfügungen und Klagen immer die Gerichte und die Richter auszusuchen, die für schnelle Verbote bekannt sind.

So kommt es, dass weit mehr als die Hälfte aller Presseurteile in Deutschland von nur drei Kammern gesprochen werden - in Berlin, Köln und Hamburg. Wie sehr das von der Einstellung des jeweiligen Richters abhängt, zeigt das Beispiel Köln. Die Pressekammer war jahrelang als besonders liberal bekannt und bekam - obwohl große Medien in der Stadt zuhause sind - relativ wenige Klagen. Das änderte sich, als der Vorsitz wechselte und die Kammer weniger presse­freundlich urteilte. Inzwischen geht jede 4. Klage gegen Medienerzeugnisse in Deutschland nach Köln.

Hinzu kommt, dass die Pressekammern immer häufiger Einstweilige Verfügungen erlassen, ohne den angegriffenen Medien überhaupt Gelegenheit zu geben, sich zu dem Antrag auf Verbot einer Äußerung oder gar eines ganzen Beitrag überhaupt zu äußern. Der frühere BGH-Richter Bornkamm, der vor 20 Jahren einer Presse­rechts­kammer vorstand, kann sich nicht erinnern, dass damals "ein Gericht auf die Idee gekommen wäre, ohne Gehör (der Gegenseite) zur Unterlassung zu verurteilen, und wenn es noch so eilig war."

Und wenn das angerufene Gericht eine Einstweilige Verfügung partout nicht erlassen will, bleibt den Klägern immer noch die Möglichkeit, den Antrag zurück­zu­ziehen und zu versuchen, bei anderen Presse­kammern ein Verbot oder eine Unterlassung zu erwirken. Für eine Reihe von Presse­anwälten gehört das zum Alltagsgeschäft, andere geißeln das "Gericht­shopping" genannte Verfahren als unanständig und sogar rechts­missbräuchlich.

Die Veranstaltung beleuchtet aktuelle Beispiele dieses "Fliegenden Gerichtstands", informiert über die Hintergründe und gibt Tipps, wie sich betroffene Journalisten/innen wehren können. Und widmet sich auch der Frage, warum der Gesetzgeber die entsprechenden Regelungen nicht (endlich) verändert.» - "Fliegender Gerichtsstand" - Wieso können sich Presseanwälte das ihnen genehme Gericht rauspicken?, Referat am 20. März 2015 um 16:00 Uhr[1]

Politik

Zitat:

«Markus Kompa, prominenter IT-Anwalt und Piratenpolitiker ...» - Friedhelm Greis[6]

Im September 2009 ist Markus Kompa der Piratenpartei beigetreten.[7] Zur Bundestagswahl 2013 trat er für die NRW-Piraten auf dem Listenplatz 6 an.[8]

Zitat:

«[Die] Piratenpartei [...] ist derzeit alternativlos - Markus Kompa[7]

Von Mai 2012 bis November 2013 bekleidete er einen "Sitz im Bundesschiedsgericht der Piratenpartei" und kümmerte sich um "presse­rechtliche Angelegenheit von Piraten auf Bundesebene und in NRW". Nach der Kandidatur zur Bundestagswahl 2013 beendet er den "Ausflug in die aktive Politik" wieder. Nach fast zwei Jahren Pause ist er seit Juli 2015 wieder Richter im Bundesschiedsgericht der Partei.[7]

Internet

Zitat:

«Die gefürchteten "rechts­freien Räume" im Internet gibt es insoweit tatsächlich, als dass nationales Recht sich dann schwerlich durchsetzen lässt, wenn eine Website im Ausland gehostet wird - wo kein Beklagter in Reichweite, da kein Richter. Dies gilt insbesondere für die deutsch­sprachige Wikipedia, die in den USA gehostet wird, wo sich deutsche Urteile nicht so recht vollstrecken lassen.» - Markus Kompa[9][10][11]

Pfändung von Domains:

Zitat:

«Der Journalist Richard Gutjahr[wp] und sein Anwalt Markus Kompa haben mit der Domain-Pfändung eines gegnerischen Verlages einen für die Demokratie und Pressefreiheit gefährlichen Präzedenzfall geschaffen. [...]

Am 15. Januar erwirkt Richard Gutjahr, mit seinem Anwalt Markus Kompa, beim Potsdamer Amtsgericht einen Pfändungs- und Überweisungs­beschluss gegen Compact. Die domain "compact-online.de" ist damit juristisch gepfändet.» - Daniel Neun[12]

Zitat:

«So war es auch um Fall Gutjahr. Dieser war mithilfe seines Anwaltes Markus Kompa gegen die Bericht­erstattung von Compact[wp] vorgegangen. Das Magazin wie auch sein Gründer Jürgen Elsässer sind bekannt für rechts­populistische Inhalte sowie auch Verschwörungstheorien. [...] Und so setzte sich der Journalist zunächst per einstweiliger Verfügung auch gegen das Compact Magazin[wp] durch, wie er und sein Anwalt gegenüber MEEDIA bestätigten. [...]

Die Pfändung von Domains gilt mittlerweile als üblich. Vor allem für Unternehmen haben die Web­adressen einen hohen Wert und werden entsprechend gehandelt. Die Werte für die teuersten Domains der Welt bewegen sich im hohen ein- bis zwei­stelligen Millionen­bereich. [...] Zumindest theoretisch könnte Gutjahr, der mit der Pfändung nicht zum Eigentümer der Adresse wird, allerdings heraus­finden, was Interessierte bereit sind zu zahlen. Rechtlich gesehen kann Gutjahr die Domain zur Versteigerung freigeben und an den höchst Bietenden verkaufen.» - Marvin Schade[13]

Markus Kompa über sich

Zitat:

«Ich habe in Saarbrücken und Münster Rechtswissenschaften studiert und am Institut für Informations-, Medien- und Tele­kommunikations­recht, Münster, diverse Spezial­aus­bildungen im Medienrecht und gewerblichen Rechtsschutz absolviert sowie dort auch einen Teil meines Referendariats abgeleistet. Seit 2003 praktiziere ich als Rechtsanwalt. Zu meinen Mandanten gehören insbesondere politische Blogger, die Industrie und Staat auf die Füße treten, Whistleblower sowie professionelle Journalisten. Immer wieder habe ich irgendwie mit anonymen Websites zu tun. So habe ich etwa den deutschen Sprecher von WikiLeaks[wp] im insoweit spannenden Jahr 2010 beraten.» - Piratenwiki[7]

Über Markus Kompa

Zitat:

«Markus Kompa ist ein Medienanwalt, Zauberer und Blogger. Die meiste Zeit verbringt er mit der Juristerei, das meiste Geld verdient er mit der Zauberei und die meiste Aufmerksamkeit bekommt er für seine Schreiberei. Er interviewt ehemalige Spione, "bloggt" (veröffentlicht) Beiträge über seine Spezialgebiete Geheimdienste im Kalten Krieg, Wikileaks und Medienrecht, und ist in der Blogger­szene bekannt.

[...] "Mein Thema ist die Meinungsfreiheit", sagt Kompa. Und das scheint viele zu interessieren.»[14]

Markus Kompa steht im Impressum von finanzparasiten.de [15], nach Eigenangabe "eine private Initiative zur Information über die Allfinanz-Branche".

Rezensionen

Rezension:

«Intelligent konstruierte Story und intelligent geschrieben!

Folgende Autoreninformation ist auf der Umschlaginnenseite abgedruckt:

Markus Kompa ist Fachanwalt für Urheber- und Medienrecht und Autor diverser Sachbücher über Geheimdienste.
In seiner Kanzlei vertritt er bekannte Enthüllungs­journalisten. Darüber hinaus befasst er sich mit Manipulationen aller Art - vom Trickbetrug bis hin zur politischen Täuschungskunst.
"Das Netzwerk" ist sein erster Roman, in den viele authentische Begebenheiten eingeflossen sind. Als Netzwerk­aktivist bewegte er sich 2010 im Umfeld von WikiLeaks[wp].

Meine Meinung:

Ich finde diese Infos zum Autor merkt man sehr deutlich in diesem Roman:
Der Autor kennt sich in so vielen Bereichen / Themen so gut aus - das erfreute mein Leserherz.
Die Story bietet sehr viel Detailwissen über Computer, IT, Technik, Leaks, Vertuschungs­aktionen, Politik - einfach super!
Dies ist ein moderner Roman, dessen Aktualität (fast) nicht zu überbieten ist.

Ich denke, es wäre wohl gut, wenn man als Leser eine gewisse Affinität zu folgenden Themen mitbringen würde:

Politik, Einflussnahme, Geheimdienste, Infiltration, Kungelei, Hacking, Terrorismus(-abwehr).

Sprachlich finde ich diesen Roman absolut super geschrieben.

Echt super fand ich die Namen der Leak-Mitglieder: Seniorensauna, Arno.Nym, Chlorhühnchen, Häkelhirsch. Genial - ich habe mich königlich amüsiert.

Eine kleine Quintessenz des Romans: Vor lauter Unterwanderung von Gruppen und Organisationen sind die Geheimdienste quasi unter sich :)

Fazit: Absolut lohnenswert dieses Buch zu lesen!»[16]

Rezension:

«"Denk ich an Deutschland in der Nacht, dann bin ich um den Schlaf gebracht." An dieses Zitat aus den "Nachtgedanken" von Heinrich Heine[wp] musste ich denken, als ich "Das Netzwerk" von Markus Kompa las. Denn wenn das alles der Realität entspricht, was Kompa da schreibt - und davon gehe ich aus, ist Kompa doch Autor mehrerer Sachbücher zu Geheimdiensten - kann einem bei der Lektüre des Buches wirklich Angst und Bange werden.

Denn irgendwo scheint in dem Roman jeder der drei deutschen Geheimdienste - Bundesamt für Verfassungsschutz, Bundes­nachrichten­dienst und Militärischer Abschirm­dienst - eigene Ziele zu verfolgen, die nicht unbedingt mit denen der demokratisch gewählten Regierung über­ein­stimmen. Anders herum versuchen Regierungs­mitglieder wiederum die Geheimdienste für ihre Zwecke einzusetzen, um die Wahlen zu manipulieren. Dabei werden für die schmutzigen Arbeiten auch "Dienstleister" eingesetzt und bei der Zusammen­arbeit mit ausländischen Diensten ist man auch nicht zimperlich. Zwar werden die Dienste vom Innen­ministerium koordiniert, jedoch arbeiten sie weitest­gehend unabhängig voneinander, was dann dazu führt, dass Gruppierungen, die angebliche Bedrohungen für die Bundesrepublik darstellen, sich weitestgehend aus Mitarbeitern der Geheimdienste zusammen­setzen oder sogar von den Geheimdiensten initiiert werden - die NPD lässt grüssen! Und was angeblich bei Wikipedia und in anonymen Hacker-Gruppen abgeht, ist auch nicht ohne.

Mit "Das Netzwerk" ist Markus Kompa ein flüssig zu lesender Roman rund um die deutschen Geheimdienste gelungen - hier exemplarisch aufgehängt an den Erlebnissen von Ellen Strachwitz, der Präsidentin des Bundesamts für Verfassungs­schutz, dem Bundeswehrs­elite­soldaten Jörg und Conny, der Drahtzieherin hinter einer Social-Media-Agentur. Er zeigt auf, mit welchen Mitteln (nicht nur) im Wahlkampf gearbeitet wird, welche Rolle dabei auch Hacker-Gruppen spielen und wie sie organisiert sind.

Obwohl die unmittelbare Handlung in diesem Thriller natürlich fiktional ist, bezieht sich Kampa auch immer wieder auf reale Vorkommnisse in der Vergangenheit und belegt diese auch in seinem Nachwort. So taucht der Leser anhand der Roman­handlung in die wirkliche Welt der Politik rund um die Geheimdienste ab und erfährt dabei auch einiges über die eingesetzten Methoden.

Wirklich absolut lesenswert!»[17]

Rezension:

«Berlin. Lügen, Verrat und Täuschung bestimmen gleich mehrere Handlungs­stränge in Markus Kompas Roman-Erstling "Das Netzwerk". Die Chefin des Bundes­nachrichten­dienstes wird alarmiert, weil ein Elitesoldat desertiert ist.

Sie muss dafür sorgen, dass der Soldat keinen Schaden anrichten kann, und gleichzeitig ihren internen Konkurrenten keine Chance bieten, sie auszubooten. Parallel dazu verfolgt der Roman das Schicksal des Soldaten, der von einer Geheim­organisation angeworben wurde, um äußerst zwielichtige und gefährliche Sonder­aufträge zu erfüllen.

Zur gleichen Zeit erlebt eine Hackerin, wie ihr sorgfältig aufgebautes Netzwerk von einer scheinbar allwissenden und über­mächtigen Instanz lahmgelegt wird. Information ist die alles bestimmende Kraft, um die sich alles dreht in einem Roman, der seine komplexen Themen stark komprimiert und mitunter etwas zu viele Fakten im Unklaren lässt.»[18]

Rezension:

«Ellen Strachwitz ist die erste Präsidentin des Bundesamtes für Verfassungsschutz. Sie ist cool, effizient und meistert jede schwierige Situation mit Gelassenheit. Als die Bundestags­wahlen näher rücken, stellt sie fest, dass etliche ihrer Kollegen ein falsches Spiel treiben. Dazu kommen Lobbyverbände, die nach Kräften bemüht sind die öffentliche Meinung zu beeinflussen - dafür spannen die auch gezielt die Presse ein. Dazu kommt eine Hackergruppe namens DEANON, ein ehemaliger Elitesoldat mit einem ganz speziellen Sonderauftrag und der skrupellose Schattenmann Albrecht, die machen zusätzlich das Leben schwer machen. Aber auch Ellen hat ihre ganz eigenen Pläne...

Mein Eindruck:

Der MAD galt vielen als der unheimlichste der drei Dienste, vor allem deshalb, weil in der Öffentlichkeit so gut wie nichts über ihn bekannt war.

Gar nicht so einfach

Auf den ersten Seiten fühlte ich mich ein wenig erschlagen. Zum einen schwirrte mir der Kopf, vor lauter Abkürzungen wie MAD, BSI, BfV, BKA, BND - um nur einige davon zu nennen. Gar nicht so einfach, da den Überblick zu behalten und das Buch nicht genervt wieder zuzuklappen. Aber durchhalten lohnt sich - mit der Zeit gewöhnt man sich an die zig Buchstaben­kombinationen.

Einfacher wird es nicht

Aber auch wenn man sich daran gewöhnt hat und weiß, was all die 3-Buchstaben-Namen bedeuten wird es nicht einfacher - aber deutlich spannender. Ich habe mich immer wieder dabei ertappt, dass ich darüber nachdachte, dass das Gelesene doch nicht wirklich wahr sein kann. Alles Fiktion, oder doch nicht? Mein Vertrauen in Politiker war noch nie so wirklich groß, aber seit diesem Buch ist es noch ein bisschen geschrumpft.

Viele bekannte Namen

Dadurch, dass sehr viele aktuell bekannte Namen wie z. B. Edward Snowden[wp] immer wieder auftauchen, fällt es wirklich schwer, zwischen Fiktion und Realität zu unterscheiden. Dazu kommt, dass "Das Netzwerk" in einem sehr eigenwilligen Stil geschrieben wurde. Es liest sich oft mehr wie ein Sachbuch, statt wie ein Thriller und trägt damit dazu bei, das man beim Lesen gern vergisst, dass es sich um einen solchen handelt.

Chatprotokolle

Was mich beim Lesen oft gestört hat, waren die Chatprotokolle, die immer wieder auftauchten. Die Namen waren durchaus lustig und zweideutig wie z. B. Chlor­hühnchen, Senioren­sauna oder Häkel­hirsch - aber trotzdem haben diese Protokolle irgendwie meinen Lesefluss gestört, was sicher auch daran liegen kann, das ich persönlich chatten nicht ausstehen kann. Nachdem ich "Das Netzwerk" gelesen habe, habe ich aber gelernt, dass das kein Fehler ist, man weiß ja nie, wer mitliest oder am anderen Ende sitzt.

Viel gelernt

Bei all den Verwicklungen und durchaus dramatischen Ereignissen habe ich ohnehin viel dazugelernt - über Politik, Geheimdienste, IT-Sicherheit und Terrorismus. Wenn man sich generell für diese Themen interessiert ist Markus Kompas Buch nicht nur spannend und unterhaltsam, sondern auch ausgesprochen lehrreich. Man kann es allerdings nicht so nebenher lesen, denn um den Faden nicht zu verlieren, muss man sich schon auf das Gelesene konzentrieren, aber die Mühe lohnt sich.

Mein Fazit:

Für politkinteressierte Leser auf jeden Fall ein wirklich spannendes Buch, mit überraschenden Erkenntnissen. Allerdings entspricht es nicht unbedingt dem, was man üblicherweise als Thriller-Leser so im Regal hat :-) Trotzdem zählt es für mich zu den bisherigen Lese-Highlights in diesem Jahr.»[19]

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 Markus Kompa (Presserecht für die journalistische Praxis, nr-Fachkonferenz 20./21. März 2015 - Referenten)
  2. Westend-Verlag: Markus Kompa
  3. Das Netzwerk - jetzt tagessynchron lesen!, kanzleikompa.de am 22. Juni 2016
  4. Animal Farm Reloaded - Folge 1: Wie das Wikipedia-Drama begann (Die heute startende Serie soll ein obskures Wikipedia-Abenteuer dokumentieren und demonstrieren, wie man mit totalitären Systemen fertig wird.), 28. Oktober 2009
  5. 5,0 5,1 Markus Kompa: Wikimedia, Wikipedia, Wiki-Immunity, 6. Mai 2010
  6. Friedhelm Greis: Pirat Kompa gewinnt ersten Prozess zum Leistungsschutzrecht, Golem am 2. April 2015
  7. 7,0 7,1 7,2 7,3 Piratenwiki: Markus Kompa, abgerufen am 12. Oktober 2016
  8. Piratenwiki: Markus Kompa, Version vom 3. Mai 2013
  9. Markus Kompa: Das Netz ergreift Partei (2008 bis 2010), Heise/Telepolis am 29. Mai 2011
  10. Siehe auch: LG Hamburg, Urt. v. 02.07.09, 325 O 321/08 - wikipedia.de I[webarchiv], (Die us-amerikanische Wikimedia Foundation[wp] ist verpflichtet, persönlichkeits­rechts­verletzende Beiträge auf der mit der Domain wikipedia.org adressierten Plattform zu entfernen.), archiviert am 3. Dezember 2011
  11. Vergleiche auch PlusPedia: Wiki-Immunity
  12. Daniel Neun: Die vielen Seiten der Gutjahr-Elsässer-Medaille, Radio Utopie am 25. Januar 2018
  13. Marvin Schade: Ich hab dann mal die Domain gepfändet: Wie sich Richard Gutjahr gegen das umstrittene Compact Magazin wehrt, MEEDIA am 23. Januar 2018
  14. Stefan Werding: Der zaubernde Anwalt: Markus Kompa berät den ehemaligen Wikileaks-Sprecher, Westfälische Nachrichten am 30. August 2011
  15. finanzparasiten.de: Impressum
  16. Rezension von kvel am 2. April 2016 auf Büchertreff.de
  17. Rezension von Urgestein am 5. August 2016 auf Kriminetz.de
  18. Wenn jeder jeden belügt: "Das Netzwerk", Hamburger Abendblatt am 3. Mai 2016
  19. [Rezension] Das Netzwerk, Fluchtpunkt Lesen am 5. April 2016

Netzverweise