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Partnerwahlverhalten

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Hauptseite » Weib » Ehe » Partnerwahlverhalten



Das Partnerwahlverhalten der Frauen ist meist davon geprägt, nach oben heiraten zu wollen (Hypergamie). Das trifft auch auf die mächtigsten Frauen Deutschlands zu. Die Berufsqualifikation von Liz Mohn besteht aus einer abgebrochenen Ausbildung als Zahnarzthelferin, bevor sie Reinhard Mohn heiratete und ihn später beerbte und so zur Chefin des Medienkonzerns Bertelsmann wurde. Friede Springer arbeitete seit ihrem 23. Lebensjahr im Hause Springer als Kindermädchen, bevor sie Axel Springer heiratete und als seine fünfte Ehefrau beerbte. Auch Ursula Piëch arbeitete im Hause Piëch als Gouvernante, bevor sie Ferdinand Piëch heiratete und jetzt darauf wartet, den erfolgreichen Auto­konstrukteur zu beerben.

Partnerwahl - Geistige Attraktivität versus Körperliche Attraktivität

Theorie des Partnerwahlverhaltens

Eine Einführung in die Theorie des Partnerwahlverhaltens der Menschen und eine Zusammenfassung des aktuellen Erkenntnisstandes.

Die neuere Forschung belegt inzwischen recht eindeutig, dass Menschen im Gegensatz zu ihrem Selbstverständnis, keineswegs einen freien Willen besitzen, sondern von ihren Genen weitgehend beeinflusst sind. Insbesondere die Zwillings­forschung hat hier sehr dazu beigetragen. Dies ist nicht als zwanghaftes Triebverhalten misszuinterpretieren. Die Gene führen uns an der langen Leine unserer Gefühle. Der Mensch besitzt die Gabe, mit seinem Verstand sich über seine Gefühle hinwegzusetzen, aber mal ehrlich: wer tut das schon?

So haben die Gene einen sehr weitgehenden Einfluss auf unsere Entscheidungen. Besonders augenscheinlich wird dies bei dem recht einfachen Sozialverhalten der Partnerwahl. Da es gut beobachtbar, Experimenten zugänglich und klar abgrenzbar ist, kann man hier die Mechanismen wissenschaftlich besonders schön beschreiben. Besonders gut aufgearbeitet sind diese wissenschaftlichen Veröffentlichungen in den Reportagen der BBC, welche auch schon wiederholt im deutschen Fernsehen zu sehen waren.

Die Erkenntnisse:

  • Die erste banale Erkenntnis ist, dass die Frauen die Wahl treffen, nicht die Männer.
  • Die Frauen wählen aus dem Angebot, der sich ihnen anbietenden Männer, einen Partner aus.
  • Die Männer versuchen nach dem Prinzip der großen Zahl möglichst viele Frauen von ihren Qualitäten zu überzeugen bis eine ihn erwählt.
  • Dies determiniert schon sehr weitgehend das Rollenverhalten der Geschlechter.

Die Kriterien, nach welchen Frauen ihren Partner auswählen, wirken wie ein mehrstufiger Filter:

  1. Das Aussehen
    Hier geht es nicht um die Frage des gut oder schlecht aussehen. Der richtige Partner wird immer als gut aussehend definiert. Anhand des Aussehens erkennen die Frauen aber, ob die Gene eines Mannes zu den eigenen Genen passen.
  2. Der Geruch
    Anhand des Geruches erkennen die Frauen, ob das Immunsystem des Mannes intakt ist und er gesund.
  3. Der Status des Mannes
    Der Mann muss einen eindeutig höheren sozialen Status als die Frau besitzen. Was Status in ihren Augen besitzt definiert die Frau selber! Hier spielen Einstellungen, Ideologien, soziale Normen, usw. eine Rolle.

Erst wenn ein Mann all diese Filter passiert hat kommen sehr viel später die Dinge zum Tragen, welche Frauen bewusst entscheiden.

Erläuterungen:

  • Diese drei Filter lassen sich aus der Evolutionsgeschichte recht einfach erklären.
  • Passten die Gene des Mannes zu denen der Frau, wurden erfolgreicher die eigenen Gene weitergegeben.
  • War der Mann gesund, konnte er für die Familie sorgen.
  • Hat der Mann einen höheren Status, beispielsweise dadurch, dass er besonders erfolgreich auf der Jagd war, beschaffte er mehr Nahrung und mehr seiner Kinder konnten überleben. Dasselbe gilt auch für Clanführer, welche hierzu auf die Ressourcen der übrigen Clan­mitglieder zurückgreifen konnten.

Bleibt also zu diskutieren, welche Folgen diese historischen Spuren in unseren Genen in unserer heutigen modernen Gesellschaft haben.[1]

Zitat:

«Männer wollen keine Frauen, die Männer aufreißen - jedenfalls nicht für eine langfristige Beziehung. Um sicherzugehen, dass die Kinder wirklich von ihnen gezeugt wurden, fordern Männer unbedingte Treue, und die können sie nicht von einer Frau erwarten, die ihre Sexualpartner selbst aussucht. Aus diesem Grund haben Männer begonnen, Frauen zu kontrollieren.» - Karl Grammer[2]

Zitat:

«Frauen fahren zweigleisig. Sie gehen mit Alpha-Typen ins Bett, weil diese das optimale Erbmaterial garantieren. Aber diese Männer bringen auch Gewalt und Machtspiele ins Haus. Also heiraten Frauen dann doch lieber die fürsorglichen, weichen Typen, die Verlässlichkeit und Lang­fristigkeit bei der Aufzucht der Kinder gewährleisten. Dieser Doppel­standard lässt sich sogar am Verhalten der Frau innerhalb ihres Zyklus ablesen. An ihren fruchtbaren Tagen begehrt sie Machos, an den unfruchtbaren steht sie auf Softies.» - Karl Grammer[2]

Zitat:

«Englisches Original

Recent research using DNA analysis answered this question about two years ago. Today's human population is descended from twice as many women as men. [...] throughout the entire history of the human race, maybe 80% of women but only 40% of men reproduced. [...]
Most men who ever lived did not have descendants who are alive today. Their lines were dead ends. [...]
For women, being lovable was the key to attracting the best mate. For men, however, it was more a matter of beating out lots of other men even to have a chance for a mate. [3]

Deutsche Übersetzung

In jeder Kultur gibt es zahlreiche Fälle, in denen Menschen für riskante und gefährliche Aufgaben benötigt werden. Roy F. Baumeister[wp] führt aus, dass die meisten Kulturen dazu tendieren, Männer für diese Stellen mit hohem Risiko und hoher Belohnung einzusetzen. Als Folge davon streichen einige Männer hohe Belohnungen ein, während das Leben anderer ruiniert oder frühzeitig beendet wird.
Für Baumeister betreffen die Unterschiede der Geschlechter eher die Motivation als die Fähigkeiten. So haben Untersuchungen gezeigt, dass der Grund für die geringe Zahl von Mathematikerinnen nicht eine Folge der Fähigkeit, sondern der Motivation ist. Was aber vor allem von Bedeutung ist: Die heute lebenden Menschen stammen von doppelt so vielen Frauen wie Männern ab. Es haben sich um die 80 % der Frauen, aber nur 40 % der Männer fortgepflanzt: Die meisten Männer, die je gelebt haben, haben keine heute lebenden Nachkommen. Für Baumeister hat diese Tatsache zur Entwicklung von Persönlichkeits­unter­schieden beigetragen. Der Erfolg bei Männern und Frauen beruhte auf verschiedenen Eigenschaften. Frauen waren am erfolgreichsten, wenn sie die Risiken gering hielten, bei den Männern war es genau umgekehrt. Liebenswert zu sein stellte für die Frauen den Schlüssel dazu dar, den besten Partner zu gewinnen. Für die Männer hingegen war es wichtiger, viele andere Männer auszustechen, um auch nur eine Chance zu haben, einen Partner zu finden.
Eine Kultur bedarf zur Maximierung der Fortpflanzung aller gebär­fähiger Frauen, während einige Männer dazu ausreichen. Verliert eine Gruppe die Hälfte ihrer Männer, kann die künftige Generation immer noch die größtmögliche Zahl haben. Verliert sie aber die Hälfte ihrer Frauen, wird die nächste Generation zahlen­mäßig sehr reduziert sein. Für Baumeister ist dies der Grund, warum die meisten Kulturen ihre Frauen von Gefahren fernhalten und Männer die riskanten Aufgaben erledigen lassen.[4]»[5]

China

In China gibt es nun spezielle Kurse, in denen Frauen lernen können, wie sie sich einen Millionär angeln und sich nach oben schlafen können. Für 2300 Euro lernen sie, millionärsgerecht Tee einzuschenken, sich zu schminken und gehobene Konversationen zu führen. "Der Unterricht soll die Frauen ermutigen, das Beste aus sich herauszuholen", sagt Gründerin Shao Tong. Sie wolle den Frauen ein Ziel näher bringen, nach dem viele in der wachsenden Mittelschicht Chinas streben.[6]

Australien

Merksatz:

«Die Pareto-Regel[wp] des Partnerwahl­verhaltens: 20 % der Männer bekommen Sex von 80 % der Frauen.»

Merksatz:

«Die Karrierefrau vögelt mit 20 jeden Alpha-Mann, mit 30 ist ihr der Beta-Mann nicht gut genug und mit 40 findet sie keinen Mann mehr, der mit ihr Kinder haben will.»

Das Problem ist so ähnlich, wie man es hier aus Deutschland kennt: Man hat Frauen als kleine Prinzessinnen erzogen, ihnen erzählt, dass sie was ganz besonderes sind und alles haben können, Job, Geld, Super-Männer.

Genau so haben die sich dann auch benommen. Erst mal studiert und dann, als sie noch attraktiv waren, so in ihren frühen Zwanziger Jahren, nur mit den best­aus­sehend­sten Alpha-Männchen geschlafen. Sie erwähnen, dass an amerikanischen Universitäten die Top 20 % der Männer 80 % des Sex bekommen, weil Frauen sich da radikal an den Alpha-Männchen orientieren und die Beta-Männchen übergehen, ignorieren. Weil sie es sich in dem Alter aufgrund der Wett­bewerbs­situation leisten können (oder glauben, es sich leisten zu können). Was aber nur dazu führt, dass die Alpha-Männchen von einem Bett ins nächste hüpfen und eine nach der anderen durchziehen.

Dann machen die Ausbildung und Karriere und denken sich, Männer kommen später, die hätten sich gefälligst nach den Frauen zu richten. Frauen würden jetzt ihre Lebensplanung selbst in die Hand nehmen. Also sind die mit Anfang 30 alle erfolgreich im Beruf, Anwältinnen, Bankerinnen und so weiter. Und glauben, wenn sie jetzt mit den Finger schnipsen, kommen die Alpha-Männchen wieder und sie können sich einen heiraten.

Es funktioniert aber nicht.

Denn nun sind die schon über 30. Und Alpha-Männchen stehen nicht auf Karriere-Frauen, sondern auf flotte Feger, und da sind die 20er einfach viel attraktiver und sexyer. Also knattern die Alpha-Männchen weiter die in den 20ern, anstatt die in den 30ern zu heiraten. Warum sollten sie auch?

Dann kommt der große Frust und viele Frauen stehen plötzlich ohne Mann da, aber über 30. (Ergänzung von mir: Dazu muss man wissen, dass Häuser in Australien ziemlich teuer sind und sich Australier normalerweise in einem festen Lebensablauf bewegen, in dem sie sich Ende 20 ein Haus kaufen und bis zum Anschlag verschulden, um das dann bis zur Rente abzuzahlen. Deshalb heiraten die auch um den Zeitraum herum, danach läuft nicht mehr viel auf dem Heiratsmarkt.) Alpha-Männchen kriegen sie nicht mehr, Beta-Männchen sind unter ihrer Würde und Erziehung. Bis sie es merken, sind sie 40 und nähern sich den Wechseljahren.

Die Beta-Männchen wollen sie dann aber auch nicht mehr.

Es gab schon mehrere Papers darüber, dass das effektivste Lebensmodell für Frauen ist, Kinder und Partner möglichst früh zu bekommen. Es hört sich paradox an, aber am besten während des Studiums. Dann nämlich kommt man mit dem Berufseinstieg etwas später, hat dann aber alles unter Dach und Fach.

Und das Kuriose an der Situation in Australien: Verlierer sind die Frauen. Gewinner sind die Männer. Die pfeifen auf Ehe und vögeln alles, was ihnen vor die Flinte kommt, um es dann gleich wieder an die Luft zu setzen. Die Alpha-Männchen vögeln die attraktiven Weibchen Anfang 20, die Betas nehmen sich die Anfang 30 vor.
- Hadmut Danisch: Prince Charming or Nobody, Ansichten eines Informatikers am 25. Oktober 2013

Rat an Männer

Zitat:

«Ihr solltet extrem vorsichtig bei der Auswahl einer Partnerin sein. Und das generell, nicht nur in Krisenzeiten. Auf keinen Fall solltet ihr heiraten. Lebt in wilder Ehe und zahlt ein paar Kröten extra Steuern, die ihr euch anderweitig wieder reinholen könnt, aber geht das extrem hohe Risiko ein Unterhaltszahler zu werden nicht ein. Es gibt eine ganze Industrie, die darauf spezialisiert ist, verheiratete Männer fertig zu machen und sie auszuplündern. Niemand ist vor den Abgründen der weiblichen Psyche sicher. Weder ein Berufs-Alpha-Rüde wie Cesar Millan[wp], noch der allmächtige Hulk Hogan[wp]. Alle sind sie von der Gier ihrer Exfrauen ruiniert worden, die dieses Spiel weiter betreiben wollen. Deshalb reden beim Suizid von Robin Williams[wp] auch alle nur über Depressionen und Alkohol, nicht davon, dass der Mann im Jahr sechs Millionen USD an ein gieriges Weib zahlen musste, das im Leben nicht mehr als seine fickbare Haushälterin gewesen ist.»[7]

Steinzeitliche Kriterien

Interview mit dem Münchner Paartherapeuten Stefan Woinoff über steinzeitliche Kriterien bei der Partnersuche und die Frage, warum Akademikerinnen oft keine Kinder kriegen.
SPIEGEL: Herr Woinoff, Sie sind Facharzt, verheiratet und haben zwei Töchter. Welchem Beuteschema ist Ihre Frau bei der Partnersuche gefolgt?
Woinoff: Als ich meine Frau kennengelernt habe, war sie 20 und ich 31, sie war Studentin und ich Assistenzarzt - ich glaube schon, dass das archaische Beuteschema da ein wenig mitgewirkt hat.
Was ist das "archaische Beuteschema"?
Das sind die Kriterien, nach denen man sich einen Partner auswählt. Die sind bereits in der Steinzeit entstanden, prägen uns aber bis heute. Damals fielen die körperliche Größe und der Status des Mannes praktisch zusammen: Ein großer, starker Mann hatte einen hohen Status in der Sippe, und Frauen, die sich einen solchen "überlegenen" Mann angeln konnten, hatten bessere Chancen, ihre Kinder durchzubringen.
Und Sie meinen, die paar Jahrzehnte Frauenbewegung haben an diesem Programm nichts geändert?
Das Paarungsverhalten hat sich über Hunderttausende von Jahren genetisch eingebrannt. Auch heute noch wählen Frauen zum Beispiel gern großgewachsene Männer, obwohl das inzwischen ja gar nicht mehr notwendig ist.
Studien belegen, dass Männer mit zunehmender Körpergröße mehr verdienen.
Damit sind wir wieder beim archaischen Beuteschema, das heute auf anderen Ebenen fortwirkt. Insbesondere Frauen, die eine Familie gründen wollen, neigen immer noch dazu, einen Versorger zu suchen, sprich: einen Mann, der beruflich erfolgreicher ist und mehr Geld nach Hause bringt als sie.
In Ihrem Buch fordern Sie die Frauen auf, sich dieses Beuteschemas bewusst zu werden und es hinter sich zu lassen - es sei nämlich schuld daran, dass immer mehr Frauen keinen Partner finden.
So ist es. Wir haben heute 56 Prozent Abiturientinnen, und auch an der Universität sind die Studentinnen auf dem Vormarsch. Doch viele Frauen haben ein falsches Beuteschema: Wenn für die Hochqualifizierten weiterhin nur Männer in Frage kommen, die beruflich mindestens so erfolgreich sind wie sie, dann wird die Luft immer dünner.
Und Kinder immer seltener? Der am häufigsten genannte Grund für Kinderlosigkeit ist, dass der geeignete Partner fehlt. Ist das Thema Partnersuche und Beziehung in der Debatte um den Geburtenrückgang bislang zu kurz gekommen?
Auf jeden Fall. Der Krippenausbau und das Elterngeld sind gut und wichtig, aber zuerst braucht es natürlich den richtigen Partner. Ohne den wollen die wenigsten ein Kind in die Welt setzen. Diesen Mr. Right zu finden wird jedoch immer schwieriger, wenn die Anforderungen steigen. Frauen haben heutzutage viele Ansprüche und suchen trotz eigenen Erfolgs immer noch den status­über­legenen Mann. Und viele bleiben eben doch lieber allein, als dass sie "nach unten" heiraten.
Das liegt natürlich nicht nur an den Frauen. Sie schreiben selbst, dass viele Männer einen Bogen um besser gebildete oder beruflich erfolg­reichere Frauen machen. Stattdessen suchen sie mit steigendem Alter eher jüngere Partnerinnen, die zu ihnen aufschauen. Sollten nicht lieber die Männer ihr Beuteschema verändern?
Natürlich müssen auch die Männer lernen, neue Rollen zu akzeptieren, ohne die Angst, dass ihre Männlichkeit darunter leidet. Aber die Sichtweise vieler Frauen schürt ja diese Angst. In Interviews wurde ich auch schon gefragt: Wollen Sie denn, dass starke Frauen jetzt so ein Haus­männchen akzeptieren? Allein das Wort "Hausmännchen"! Daran erkennt man ja schon das archaische Beuteschema: Einen Mann, der zu Hause bleibt und den ich als Frau versorgen muss, den kann ich ja gar nicht achten.
Frauen wollen keinen Mann, der Windeln wechselt und von ihrem Haushaltsgeld lebt?
Viele Frauen sind bei diesem Thema zwiegespalten. Einerseits soll der Mann heute zu Hause maßgeblich mitarbeiten, aber er soll gleichzeitig im Beruf sehr erfolgreich sein, weil er ja immer noch als Hauptversorger der Familie gilt. Ich glaube, keine Frau macht Luftsprünge, wenn ihr Mann beim nächsten Karriere­schritt der gleich­qualifizierten Kollegin den Vortritt lässt. Da klaffen die Vorstellungen von gesellschaftlicher Gleich­berechtigung und dem eigenen Leben doch noch ganz schön auseinander.
Heißt das, die Emanzipation ist auf halbem Weg steckengeblieben?
Solange Frauen im Privaten eher einen im Status überlegenen Mann suchen, wird sich gesellschaftlich nicht viel ändern. Das persönliche Beuteschema hat ganz starke soziale Auswirkungen, zum Beispiel hinsichtlich der Überbesetzung von Führungs­rollen mit Männern, weil die Frauen ihre Partner dort praktisch hineindrängen. Wenn die Frau aber für Mann und Kinder Geld verdienen muss, dann hat sie auch eine ganz andere Motivation, beruflich voranzukommen, als wenn ihr Gehalt nur ein Zubrot ist zum Verdienst des Mannes. Ich versuche, die Emanzipation sinnvoll zu Ende zu denken.
Ihr Plädoyer für die Familien­ernährerin in Ehren, aber wie können sich Frauen auf diese Rolle einlassen, wenn sie deutlich weniger verdienen? Im Schnitt bekommen Arbeit­nehmerinnen bei gleicher Qualifikation nur 76 Prozent des Gehalts ihrer männlichen Kollegen.
Das ist richtig, und es ist auch ungerecht. Aber es ist ebenso wahr, dass junge, intelligente Frauen sich gern Berufe suchen, die ihnen in erster Linie Spaß machen. Kaum eine sagt, ich muss einen Beruf erlernen, mit dem ich eine ganze Familie versorgen kann. Aber das sagen viele Jungs. Deswegen studieren die eher die klassischen Karrierefächer, auch wenn es vielleicht gar nicht unbedingt ihren Interessen entspricht.
Meinen Sie, Männern geht es im Beruf nicht vornehmlich um Erfolg und Macht, sondern darum, dass sie die Rolle des Ernährers gut ausfüllen können?
Ihnen geht es um die Anerkennung des anderen Geschlechts. Männer bekommen einen doppelten Lohn für ihre Karriere: einmal das Geld und außerdem die wohlgefälligen Blicke der Frauen. Das bekommen Frauen umgekehrt leider nicht. Es ist eine Ungerechtigkeit, besonders für Karrierefrauen. Die steigen zwar hoch auf, verlieren dabei aber an Attraktivität beim anderen Geschlecht.
Dann doch lieber zurück an den Herd?
Das ist vollkommen unsinnig. Ich bin dafür, dass die Frauen ihre Intelligenz und ihre Begabung in gute Berufe und gutes Geld umsetzen. Das braucht ja auch unsere Wirtschaft. In Zeiten der Globalisierung müsste die Emanzipation erfunden werden, wenn es sie nicht schon gäbe.
Warum?
Weil die alten Rollenverteilungen nicht mehr funktionieren. Wenn ein Mann sich früher angestrengt hat in seiner Firma, dann kam er auch weiter und wurde nicht entlassen. Das ist heutzutage anders. Da ist es vollkommen wurscht, ob man sich im patriarchalischen System hocharbeitet. Wenn die Firma Arbeitsplätze ins Ausland verlagert, verliert man trotzdem seinen Job. Man braucht heute also vier Schultern, zwei von der Frau, zwei vom Mann, um die finanzielle Last der Familie abzufedern. Da ist es natürlich sehr sinnvoll, dass die Frauen schon emanzipiert sind. Dass sie Berufe haben und auch die Ernährung der Familie übernehmen können.
Helfen denn familienpolitische Maßnahmen wie Elterngeld und Vätermonate bei dem Rollenwechsel, den Sie fordern?
Sicherlich. Das Elterngeld ist gerade für die über­durch­schnittlich gut verdienenden Frauen eine Einladung, ihr archaisches Beuteschema abzulegen: Wenn sie monatlich 1800 Euro Elterngeld bekommen, können sie davon ein Jahr lang gut leben - sie brauchen also keinen status­über­legenen Versorger mehr, um ein Kind zu kriegen. Da kommt dann plötzlich auch ein arbeitsloser Akademiker als Vater in Frage, wenn die Frau ihn liebt.
Haben Sie selbst Ihr archaisches Beuteschema eigentlich schon überwunden?
Meine Frau ist zwar elf Jahre jünger als ich und war damals noch in der Ausbildung, aber sie hat von vornherein klargemacht, dass sie einen Partner will, der sich auch um die Kinder kümmert. Heute arbeiten wir beide etwa gleich viel: sie freiberuflich als Journalistin, ich drei Tage pro Woche in der Praxis. An zwei Werktagen bin ich mit unseren beiden Töchtern zu Hause. Die Vormittage im Supermarkt waren erst etwas seltsam, die sind unter der Woche ja eine männerfreie Zone. Aber daran gewöhnt man sich.
Sie fühlen sich nicht unmännlich?
Im Gegenteil. Das Kriterium der Männlichkeit ist sowieso nur ein kulturelles Konstrukt. Es hängt immer wieder davon ab, wie die Gesellschaft funktioniert. Vor dem Computer sitzen, Akten lesen und mit Menschen sprechen, was Männer in ihren Büros oder Praxen gemeinhin tun, erscheint mir jedenfalls nicht besonders männlich.
Obwohl Frauen höher qualifiziert sind denn je, suchen viele nach wie vor den status­über­legenen Versorger.
Im Bildungssystem gelten Frauen längst als Gewinner. 56 Prozent der deutschen Abiturienten sind weiblich, ihre Abschlussnote ist im Schnitt besser als die der jungen Männer. Im Jahr 2005 lag die Studierquote beider Geschlechter erstmals auf gleichem Niveau. Und unter den Hochschul­absolventen sind heute etwas mehr als die Hälfte Frauen.
In den Wirtschafts-, Natur- und Ingenieur­wissen­schaften, also klassischen Karriere­studien­gängen, beträgt ihr Anteil jedoch nur 30 Prozent. "Und wenn Frauen sich für diese Fächer entscheiden, studieren sie nicht karrieregerecht", sagt Sonja Bischoff, Professorin für Betriebs­wirtschafts­lehre an der Universität Hamburg. "Bei den Ingenieur­wissen­schaften wählen sie Architektur statt Maschinenbau, bei den Natur­wissen­schaften Biologie statt Physik." Das Potential für die Karriere in der Wirtschaft sei dadurch begrenzt, sagt Bischoff, die seit mehr als 20 Jahren auf diesem Gebiet forscht.
Vor allem in den Chefetagen dominieren folglich Männer, die bei gleicher Qualifikation und Position insgesamt besser bezahlt werden als Frauen - das ist kurz gesagt auch heute noch das Ergebnis von Bischoffs Untersuchungen. Und daran wird sich wohl so schnell nichts ändern.
"Es gibt nur eine Minderheit von Frauen, die wirklich Karriere machen möchten und dabei vielleicht noch ein Kind haben", sagt Bischoff. "Und es gibt die Mehrheit, die diese Anstrengung nicht auf sich nehmen wird und den Weg über die Familie geht."
In den meisten Fällen heißt das: nur noch in Teilzeit arbeiten. "Es sind heute zwar mehr Frauen denn je erwerbstätig", sagt Jutta Allmendinger, Präsidentin des Wissenschafts­zentrums Berlin für Sozialforschung. "Aber aus dem traditionellen Ein­verdiener­haushalt, in dem der Mann für das Einkommen sorgt, ist nur ein Eineinhalb­verdiener­haushalt geworden." Auch Umfragen zeigen, dass immer noch ein Drittel der Frauen das Modell Haupternährer plus Zuverdienerin favorisiert. Als Chefversorgerin der Familie sehen sich die wenigsten.
Es sind die Nachwirkungen langer Traditionen. Über Jahrzehnte hätten Frauen eben "eher in den Heiratsmarkt als in die eigene Karriere" investiert, sagt Allmendinger, "angehalten durch das Ehegattensplitting und Erleichterungen bei der Kranken- und Rentenversicherung". Schlechtere Gehälter für Frauen und fehlende Kinderbetreuung taten und tun ihr Übriges.
Wenn es Frauen im Beruf doch nach oben schaffen, und das tun in aller Regel die Hochqualifizierten, dann bleiben sie über­durch­schnittlich häufig kinderlos. Nach jüngsten Schätzungen von Bevölkerungswissenschaftlern werden 30 Prozent der Akademikerinnen in Westdeutschland nicht Mutter, unter allen Frauen gilt das nur für 20 Prozent. Eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung zeigt: Weibliche Führungskräfte sind häufiger kinderlos als Männer in gleicher Funktion. Die leben öfter mit Partnerin und Kind oder Kindern.
Bei den Akademikerinnen mag hinzukommen, dass sie schon bei der Partnersuche kritischer sind und deshalb vielleicht seltener als andere Frauen einen geeigneten Kindsvater finden. Ein aktuelles Forschungsprojekt des Soziologen Hans-Peter Blossfeld von der Universität Bamberg zeigt, dass in Online-Partnerbörsen niemand so streng auswählt wie gut­aus­gebildete Frauen. Heirat nach unten kommt offenbar kaum in Frage. "Wenn aber die Frauen immer noch nach oben heiraten wollen, also an einem gutgebildeten und -verdienenden Mann interessiert sind, dann fehlen hochqualifizierte Männer auf dem Heiratsmarkt."
- Merlind Theile: Psychologie: "Falsches Beuteschema", Spiegel Online am 17. März 2008
Supersingles: Auf der Suche nach Mr. Big

Gleich in der Mitte des Ladens sitzt sie, hinter sich die Bar, die aus Naturstein gemauert ist. Sitzen ist vielleicht das falsche Wort: Hier thront sie. Die Königin. Nicht zuletzt ihr Dekolleté macht sie zum Mittelpunkt. Das H'ugo's am Promenadenplatz ist zurzeit Münchens angesagtestes Restaurant, für Loren eine Art zweites Wohnzimmer. Münchens Fußballhelden vom FC Bayern sind fast jeden Abend hier. Aber der Star, das ist Loren. Alle sind da an diesem Abend: die Mädels, die sich mächtig aufgestylt haben, die Geldmänner in wirklich guten Anzügen. Ab und zu blinzelt mal einer rüber. Netter Versuch, Junge. Aber in Lorens Leben gibt es derzeit nur einen Mann: Benji, den Rauhaardackel.

Das H'ugo's ist einer dieser Läden, in denen man ständig aufsteht. Zum Klo, zum Rauchen, warum auch immer. Hauptsache, gesehen werden. Loren hat lange als Model gearbeitet, inzwischen entwickelt sie Fitnesskonzepte, und für 100 Euro die Stunde hetzt sie als Personal Trainerin Geschäftsleute durch den Wald. Sie ist 1,80 Meter groß und steht im Prinzip für alles, was man sich als Kerl wünscht, aber nicht bekommen wird. Jedenfalls nicht so einfach.

In München kommen höchsten fünf Männer infrage
Dabei wäre Loren froh über einen Mann fürs Leben. "Einen, der charismatisch ist, gern mit grau meliertem Haar und älter als ich", sagt sie. Auch sonst hat sie ziemlich klare Vorstellungen: "Größer als 1,90 Meter und Fettwert bitte nicht deutlich über zehn Prozent. Aber in den letzten Jahren ist mir keiner begegnet, der wenigstens 70 Prozent davon erfüllt." München ist ja sehr überschaubar, wie viele kommen da überhaupt infrage hier in der Stadt? Vielleicht 50? Loren lächelt amüsiert. "50? Vielleicht fünf!"

In den Kinos läuft jetzt der lange erwartete Film "Sex and the City"[wp], es ist die Fortsetzung einer Fernsehserie, die Millionen Single-Frauen getröstet hat. Oder ihnen zumindest das Gefühl gab, dass Einsamkeit gleich sehr viel glamouröser ist, wenn man Manolo-Blahnik-Schuhe dazu trägt. Loren sieht ein bisschen aus wie Samantha, der blonde Vamp unter den vier Film-Freundinnen; sie ist eine Männerfantasie auf zwei Beinen. In der letzten Staffel hatte sich Samantha so ein junges Schauspieler­bürschchen geangelt, Loren kennt das. Sie sagt: "Ich hatte auch mal einen Typen, der zehn Jahre jünger war als ich. Da stehst du nur jeden Tag vor dem Spiegel und fragst dich: Reicht das noch?" Nee, sagt sie, "ich brauche einen, zu dem ich aufschauen kann".

Das wollen viele. Aufschauen. Früher war das rein körperlich zu verstehen, es ist dieses archaische Bild vom starken Mann, der die Höhle bewacht und die Frau vorm Säbelzahntiger beschützt. Gleichzeitig war eine starke Physis gleichbedeutend mit materieller Absicherung. Diese Form männlicher Stärke wird heute durch gesellschaftlichen Status vermittelt.

Frauen waren noch nie so erfolgreich wie heute
Dabei ist dies die erste Generation von Frauen zwischen 30 und 40, die Aufschauen gar nicht nötig hat. Frauen, die anscheinend alles haben: eine gute Ausbildung, coole Jobs, genug eigenes Geld - nur eben keinen Partner fürs Leben. Mr. Right reicht da nicht mehr, sie wollen gleich Mr. Big. Und halten das für einen legitimen Anspruch.

Frauen waren noch nie so erfolgreich wie heute. Sie sind all das, was sie früher von den Männern gefordert haben. Früher hat man halt seinen Doktor geheiratet, heute macht man ihn selbst. Die Zahl berufstätiger Akademikerinnen stieg in Deutschland zwischen 1991 und 2004 um 70 Prozent, bei den Männern gerade mal um 23 Prozent. Im selben Zeitraum drängten etwa 1,1 Millionen Frauen zusätzlich auf den Arbeitsmarkt, die Zahl berufstätiger Männer sank derweil um 1,4 Millionen. Inzwischen sind 54 Prozent aller Erstsemester an Universitäten weiblich, Frauen haben die Männer im Bildungsniveau längst überholt. Und jetzt wollen sie auch noch einen Typen, der mindestens auf Augenhöhe ist! Das Unglück für Akademikerinnen ist also programmiert: Auf dem Heiratsmarkt fehlen männliche Spitzenkräfte.

Der Soziologe Hans-Peter Blossfeld ist Direktor des Staatsinstituts für Familienforschung in Bamberg, und sein Lehrstuhl untersucht gerade am Beispiel einer Online-Partnerbörse das Verhalten von Singles bei ihrer Suche. In einem anonymisierten Verfahren können die Forscher genau sehen, wie das Rosinenpicken im Internet läuft: Frauen gehen gezielter und strategischer vor. Blossfeld sagt: "Je mehr sozialen Status und materielle Sicherheit ein Mann verspricht, umso attraktiver wird er. Frauen suchen immer noch den Ernährertypen." Als hätte es den Feminismus nie gegeben.

Gesicherte Zahlen über Singles gibt es kaum. Von Amts wegen werden nur Ein-Personen-Haushalte erfasst. Fragt man indes nach Menschen ohne festen Partner, wie das die Partneragentur "Parship" in einer Studie von 2005 gemacht hat, kommt man auf mehr als elf Millionen Alleinstehende in Deutschland. Vor allem Akademikerinnen sind - neben männlichen Hartz-IV-Empfängern - die großen Verlierer auf dem Heiratsmarkt.

"Sie sind vielleicht zu wählerisch", sagt Soziologe Blossfeld. "Hoch qualifizierte Frauen stehen vor der unangenehmen Frage: Bleiben sie allein, oder suchen sie sich einen Partner, der unter ihrem Niveau liegt? Dagegen gibt es natürlich große Widerstände. Rein statistisch gesehen ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass diese Frauen Single bleiben. Oder mindestens kinderlos." Vor etwas mehr als 20 Jahren sorgte das US-Magazin "Newsweek" mit einer Coverstory für Aufsehen, die sich auf eine Harvard-Studie bezog. Demnach war für eine 40-jährige Singlefrau die Chance größer, bei einem Terroranschlag ums Leben zu kommen, als den richtigen Mann zu finden.

"Wenn ich ausgehe, bin ich die Jägerin"
Loren ist jetzt 40, was man ihr nicht unbedingt ansieht. Sie sagt: "Wenn ich ausgehe, bin ich die Jägerin. Ich lass einem Typen mal einen Drink hinstellen oder gebe ihm meine Nummer, wenn ich heimgehe." Mehr als ein paar Abenteuer sind dabei zuletzt nicht herausgekommen. Und dann erzählt sie von gescheiterten Beziehungen, von Sportlern, Musikern, Gastronomen. Sie sagt: "Irgendwann kommt immer eine Jüngere, die mir den Rang abläuft. Oder eine, die einfacher zu handeln ist."

Einfach ist sie nicht. "Ich will mein Leben so leben, wie ich will", sagt sie, "ich bin wahrscheinlich ein großer Egoist." Neulich hat ihr ein Ex-Freund gesagt, sie sei beziehungs­unfähig. Zumindest sucht sie sich Typen aus, die nicht dauerhaft zu haben sind. Mal hatte sie was mit einem Mann, den sie durch drei Ehen begleitet hat, 13 Jahre lang. Am Ende blieb sie die Affäre. Sie sagt: "Ich bin wahrscheinlich die perfekte Geliebte." Erst lacht sie, als sie das erzählt, dann sagt sie: "Natürlich macht einen das auch nachdenklich. Das ist sicher nicht meine Vision von der Zukunft."

Auf jeden Fall entspricht es dem Zeitgeist, einer Welt der Unverbindlichkeit. Seit es Handys gibt, sagt doch jeder dauernd: "Lass uns noch mal telefonieren." Sich bloß nicht festlegen. Gilla kann einige Geschichten davon erzählen. Sie ist 30, Volljuristin in Berlin und hat gerade den Fachanwaltskurs für Arbeitsrecht absolviert. Nebenbei hat sie als Model gearbeitet. Eine Frau von makelloser Schönheit. Neulich, erzählt sie, habe ihr ein Mann ein Date abgesagt, eine Stunde vorher. Er hatte vergessen, dass Eintracht Frankfurt spielt. Gilla sagt: "Er hätte ja auch fragen können, ob ich mitgucken will."

An den Sonntagen kommt die Melancholie
In solchen Momenten, sagt Gilla, "fragst du dich dann: Was stimmt nicht mit mir? Oder besser: Was stimmt nicht mit ihm?" Sie sitzt im Straßencafé gegenüber der Berliner Museumsinsel, ein Ausflugsdampfer schippert vorbei, und Gilla erzählt von dieser Sonntags­melancholie, wie sie es nennt. "Das sind die Tage, an denen man durchhängt. Draußen scheint die Sonne. Du wachst auf und fragst dich: Warum lache ich eigentlich nicht." Unter der Woche gibt es genügend Termine, Action, Ablenkung. Samstag ist der klassische Tag für Besorgungen und Ausgehen. Aber an den Sonntagen spürt sie die Einsamkeit. "Da wünscht man sich jemanden, mit dem man gemeinsam aufwacht und frühstückt, neben dem man abends wieder einschläft." Natürlich hat sie gelernt, mit sich selbst klarzukommen, sagt Gilla, aber sie hat auch keine Lust mehr, sich etwas vorzumachen. "Ich bin einfach ein Beziehungsmensch." Das Bedürfnis nach Zugehörigkeit und Geborgenheit hat jeder. Es ist eine Ursehnsucht.

Die Popkultur der Jahrtausendwende hat erfolgreiche Singlefrauen zu Vorbildern gemacht. Filme und Serien wie "Sex and the City"[wp], "Ally McBeal" oder "Bridget Jones" spielen mit dem Konflikt aus Autonomiestreben und der Suche nach dem perfekten Partner. Der Begriff "Single" ist längst kein Stigma mehr, auch Trennungen werden gesellschaftlich akzeptiert. Menschen kämpfen weniger um ihre Beziehungen. "Frauen neigen auch zur Konsumhaltung", sagt die Münchner Psychotherapeutin Anna Schoch. "Wenn der eine nicht funktioniert oder zu langweilig ist, nehmen sie den nächsten. Ex und hopp." Professor Schoch sagt, dies sei ein Phänomen der zu Ende gegangenen Postmoderne, alte Ideale sind entwertet, nichts ist mehr heilig oder wird gar hinterfragt. "Unser Gesellschaftssystem und damit auch die Paarbeziehungen sind in einer Übergangsphase. Es ist eine Zeitgeist­erscheinung, dass Top-Frauen keine Partner finden. Sie sind sozusagen die Vorreiter dieser Übergangsphase."

Viele haben sich angewöhnt, permanent abzuwägen zwischen dem Risiko, allein zu bleiben, und der Angst vor Verletzung. Das Tempo ihres Lebens und die Vielzahl an Optionen treibt anspruchsvolle Frauen tiefer in die Singlefalle. Und je größer ihr soziales Netzwerk, desto geringer ist der Leidensdruck. Anna Schoch sagt: "Frauen, die etwas leisten, was darstellen, die hübsch sind, die wollen natürlich nicht den Langweiler, den Bierdimpfel. Der ist keine Herausforderung für sie."

Männer wollen von netten Mäuschen bewundert werden
Das Problem ist nur: Die Männer haben sich noch nicht entsprechend weiterentwickelt. Und diejenigen, die Karriere machen, wollen von einer Frau auch dafür bewundert werden. So was kriegen sie von den netten Mäuschen eher. Die Psychologin sagt: "Top-Frauen zwischen 30 und 40 mit großem Freundeskreis haben es objektiv sehr schwer. Ich habe öfter solche Frauen in meiner Praxis." Wenn Frau Schoch ehrlich ist, kann sie denen eigentlich nicht viel Hoffnung machen.

Christiane hat dieses gigantische Netzwerk auch - bedingt durch ihren Job. Sie ist 37, Leiterin "Marken- und Unternehmens-PR" in einer Münchner Agentur und natürlich ziemlich viel unterwegs. Stammtische, Events, Konferenzen - sie hat selbst gemerkt, dass das einen Mann verschrecken kann. Ihr letzter Partner plante schon das Leben im Reihenhaus in der Vorstadt. Christiane sagt: "Nicht ganz meine Vorstellung." Dabei wünscht sie sich doch Kinder - und einen Mann. "Einen, der brennt, der begeisterungsfähig ist."

Doch Männer, sagt sie, hätten oft Angst vor Unterlegenheit. Finanziell, intellektuell, na ja, auch was die Körpergröße angeht. Christiane ist 1,80 Meter. Und ähnlich groß ist ihr Selbstbewusstsein. Wahrscheinlich, glaubt Christiane, haben Männer generell ein Problem mit Alpha-Frauen. Während des Studiums hatte sie bei der Lufthansa gearbeitet, "und wenn ich einem Mann erzählt hab, ich sei Stewardess, war die Reaktion komplett anders". Deshalb hat sie sich neulich mit ihren Freundinnen überlegt, einen Weblog zu schreiben - unter der Adresse: www.ichwaerelieberblondundbloed.de.

Zwei Drittel aller Singles sind zwischen ihren Beziehungen etwa zwei Jahre lang solo. Christiane ist jetzt seit drei Jahren allein. Sie sagt: "So lange war ich noch nie auf dem Markt." Ein Grund zu Besorgnis sei das noch lange nicht. "Noch sehe ich das entspannt, selbst wenn das fünf Jahre so weitergeht."

Zeit ist wahrscheinlich der entscheidende Faktor auf dem Heiratsmarkt. Gerade die erfolgreichen Frauen verpassen es, sich zu binden, wenn ihr Marktwert am höchsten ist, sagt ein Experte, der mit so einem Satz aber nicht zitiert werden will. Männer binden sich, wenn sie sich materiell abgesichert und beruflich etabliert fühlen. Dann geht alles ganz schnell. Das durch­schnitt­liche Heiratsalter deutscher Männer liegt bei 32 Jahren. Dann sind sie weg vom Markt. Jedenfalls erst einmal. Aber so wie es einen zweiten Bildungsweg gibt, existiert ein zweiter Heiratsmarkt. Das sind die Scheidungsopfer. Die Unfallwagen. PR-Frau Christiane sagt: "So ist es nun mal, und wenn einer Kinder mitbringt, muss man das akzeptieren. Jeder hat sein Vorleben, seine Historie."

Das Internet soll Abhilfe schaffen
Sie hat vor einer ganzen Weile mit dem Online-Dating angefangen. Es ist die unverfänglichste Art der Partnersuche, sie ist nicht räumlich oder sozial auf Freundeskreis und Arbeitsumfeld begrenzt. Vor allem ist es die einzige, die man daheim vom Sofa aus betreiben kann. Zwischendurch, wenn halt grad mal Zeit ist. Christiane sagt: "Da sind ganz tolle und spannende Menschen dabei." Ein paar hat sie schon getroffen. Nur: So richtig klick gemacht hat es bisher bei noch keinem.

Agenturen wie Parship und Elite-Partner haben jeweils mehr als eine Million Mitglieder. Die Prozedur beginnt mit einem halbstündigen Psychotest, um ein Persönlich­keits­profil zu erstellen. Das ist Hürde und Signal zugleich, es soll sicherstellen, dass sich nur Leute anmelden, die es ernst meinen. Sven Hasselmann, einer der beiden Geschäfts­führer von Elite-Partner, sagt: "Viele merken erst durch den Test, dass sie womöglich jahrelang dem falschen Beuteschema gefolgt sind." Es gehe auch um Abrüstung, um ein Ende der Coolness: "Partnersuche im Netz ist das beiderseitige Eingeständnis: Ich bin Single, will es aber nicht bleiben."

Im Prinzip ist Online-Dating eine Rasterfahndung in Hochgeschwindigkeit. Christiane sagt: "Für mich ist es vor allem Strategie. Ich mache alles in meinem Leben strategisch - und Liebe soll so einfach vom Himmel fallen?" Online-Dating passt perfekt in unsere Zeit. Kein Wunder, dass die Branche boomt: Allein die Agentur Parship hat vergangenes Jahr ihren Umsatz um mehr als 100 Prozent auf 46 Millionen Euro gesteigert. Die Effizienzmaßstäbe, wie sie im Beruf gelten, werden nun in ähnlicher Form auch auf die Partnersuche angewendet.

Die Frauen überprüfen die Typen gegenseitig
Die Online-Suche ist perfekt zugeschnitten auf beruflich erfolgreiche Single­frauen. Christiane sagt: "Ich maximiere meine Chancen, außerdem hat es auch eine spielerische Komponente." Sie tauscht mit ihrer Freundin die Zugangs­daten aus, so können sie beide gegenseitig die Typen überprüfen, die sich da melden. Sie steht mit vier, fünf Männern parallel in Mail-Kontakt. Das ist nicht unmoralisch, alle machen das so - zumindest, bis sie das Gefühl haben, sich auf einen fokussieren zu wollen. Es ist ein bisschen wie beim Fondue: Am Anfang, wenn man noch richtig Hunger hat, hält man immer mehrere Gabeln in den Topf.

Liebe auf Knopfdruck? Für die Berlinerin Johanna ist das ein undenkbares Konzept. Als religiöser Mensch glaubt sie an die Kraft metaphysischer Vorbestimmung. "Wenn ich glaube", sagt sie, "dann muss ich lernen zu akzeptieren." Enttäuschungen und Rückschläge. Sie ist 36 und schwärmerisch und verträumt und gleichzeitig radikal. Das verleiht ihr eine gewisse Engelhaftigkeit.

Wir sitzen im "A-Trane", einem legendären Berliner Jazz-Laden in Charlottenburg; es ist dunkel, die Luft stickig, und man möchte gar nicht wissen, wie das wohl war, bevor es das Rauchverbot gab. Johanna sagt, dies sei ein klassischer Ort für ihre Vergangenheit und eine große Liebe, das war vor 15 Jahren. Sie hat ihn gleich geheiratet, einen kanadischen Musiker, zehn Jahre älter, keine Kohle, sie ging trotzdem nach Montreal, na klar. Sie sagt: "Als ich merkte, dass ich kein Kind von ihm wollte, war die Ehe vorbei." Acht Jahre brauchte sie bis zu dieser Erkenntnis. Am nächsten Tag hatte er eine Neue. Johanna erzählt auch, dass sie ziemlich fertig war nach ihrer Trennung, sie hatte ganz schrecklich abgenommen zum Schluss.

"Die zwei Säulen einer Beziehung sind Gespräch und Sex
In den letzten Jahren dann hat sie eine Menge ausprobiert: Anwälte, weil sie deren geregelten Rhythmus so gern mochte. Adlige. "Aber bei denen bin ich nicht wirklich gelandet. Warum nicht? Weil ich nicht dazugehörte. Die wollten mich nur kurz, aber nie ernsthaft. Nicht das ganze Programm." Und von dem "ganzen Programm" hat die Schauspielerin inzwischen eine klare Idee. Johanna sagt: "Ich glaube, dass es zwei Säulen gibt, die für eine gute Beziehung wichtig sind, nämlich das Gespräch und der Sex. Wenn beides stimmt, kann es funktionieren, dann ginge auch Liebe als Entscheidung."

Sie sagt viele solcher Sätze. Aber vor allem muss ein Mann weltgewandt sein, Akademiker und intelligent, wenn er für sie infrage kommen soll. Und er sollte ihr eine gewisse materielle Geborgenheit geben. Denn Johanna will Kinder. Und zwar bald. Sie schreibt gerade ein Buch darüber, das im September erscheinen soll: "Suche Mann zum Kinderkriegen".[8]

Es gab mal diese Momente, da konnte sie sich vorstellen, ein Kind zu bekommen, ohne mit dem Vater zusammen zu sein. Sie sagt: "Ich bin dann an diesen Tagen wie eine Zeitbombe losgegangen, heiß und berechnend." Wenn sie jetzt ein Date mit einem Mann hat, erzählt sie ihm gleich bei der ersten Gelegenheit von ihrem Kinderwunsch. Man kann das für strategisch unklug halten - man kann es aber auch ehrlich nennen. Johanna sagt: "Ich kann das nicht akzeptieren, dass mich einer besetzt hält, ohne sich zu entscheiden."

Tickt die biologische Uhr, werden sie zu Panik-Singles
In der Literatur gibt es einen Begriff für alleinstehende Frauen, der nicht gerade schmeichelhaft ist: die Panik-Singles. Frauen, bei denen das Ticken der biologischen Uhr lauter ist als ein Presslufthammer. Ob sie Panik hat? Noch nicht, sagt Johanna. "Im Moment ist das ein Suchen mit heiterer Gelassenheit." Aber von einigen Ansprüchen hat sie sich inzwischen doch verabschiedet. Er hat Kinder? Kein Ausschluss­kriterium mehr. Auch sportlich muss er nicht unbedingt sein. Geht auch so.

Johanna sagt: "Mit jedem Jahr als Single streichst du eben ein paar Punkte von deiner Liste." Und zwar von oben weg.
- Markus Götting, Anette Lache: Supersingles: Auf der Suche nach Mr. Big, Der Stern am 22. Juni 2008
Anmerkung
Mal abgesehen davon, dass die Heirats- und Partner­agenturen das große Geschäft mit der Illusion und den Gefühlen der Menschen machen, läuft es auf das klassische Modell von Heiratsvermittler und arrangierte Ehe hinaus.
Frauen lassen Investmentbanker einfach fallen

Die Finanzjongleure an der Wall Street waren stark gefragt bei den Frauen. Aussehen spielte dabei nur eine untergeordnete Rolle. Doch nachdem die üppigen Bonuszahlungen nun weggefallen sind, werden die Herren des Geldes geiziger - und steigen in der Gunst der Frauen dramatisch herab.

Schon früher war eine Karriere in der Finanzbranche kein Zuckerschlecken und ähnelte am ehesten einem Picknick mit Wölfen. Doch mit der Finanzkrise ist der Lack endgültig ab: Das Portfolio sieht marode aus. Und der Arbeitsplatz ist ungefähr so sicher wie ein Investment bei Bernard Madoff. Auch beim anderen Geschlecht können Finanzarbeiter angesichts schrumpfender Prämien und Imageverlust keinen Stich mehr machen. Sie laufen eher Gefahr, gegen ein lukrativeres Modell ausgetauscht zu werden.

Früher hatte eine Karriere im Finanzsektor zumindest noch Vorteile, ein schickes Büro, üppige Bonuszahlungen. Und beim Status konnte es keiner mit den Investment­bankern aufnehmen. Damit standen sie beim anderen Geschlecht hoch im Kurs. Dabei war es kaum von Bedeutung, wenn sie eher wie Danny DeVito[wp] als wie Leonardo DiCaprio[wp] aussahen.

Männer konnten nicht deutlicher zum Alphatier werden denn als Investmentbanker. Diese Zeiten sind nun vorbei: Nachdem die Kreditkrise das dritte Jahr andauert und Bonuszahlungen fast den Ruch des Illegalen haben, sind die Banker auf der Rangliste der erstrebenswerten Karrieren weit nach unten gerutscht. Umfragen zufolge sind die Herrscher über das Geld bei Affären und Geliebten auch weniger spendabel, was dazu führen kann, dass eine ganze Reihe von Frauen sie fallen lässt.

Es ist schwer, mit ihnen kein Mitleid zu haben. Wenn jemand das dicke Geld verdient, ist es leicht, beim anderen Geschlecht zu punkten. Mit einem üppigen Trinkgeld für den Oberkellner ist es kein Problem, den besten Tisch in den angesagtesten Restaurants zu bekommen. Und dann wird flaschenweise der beste, wahnsinnig teure Wein für die Begleitung bestellt. Und wenn das alles nicht wirkt, können sie immer noch ein kleines Schächtelchen von Tiffany & Co. aus der Tasche ziehen.

Ein New Yorker Web-Blog, auf dem sich Frauen auslassen, die mit Bankern liiert waren oder sind, hat sehr viel Aufmerksamkeit erregt. Ob der "Dating a Banker Anonymous"-Blog echt ist oder nur ein cleverer Publicity-Schachzug, er trifft auf jeden Fall den Zeitgeist. Eine ganze Reihe von erschreckend freimütigen Geldschätzchen äußert sich abfällig über ihre Lover aus dem Finanzsektor.

Sie alle kommen zur gleichen Schlussfolgerung: Ein Banker ohne Bonus ist ungefähr so nützlich wie eine Gewindemutter ohne Schraubschlüssel. "Ich würde nicht sagen, dass ich nur aufs Geld aus bin, aber ich würde mich nicht mit einem bankrotten Banker abgeben", schreibt eine der Damen. Das mag zwar kaltherzig wirken, bringt die Sache aber auf den Punkt.

Es gibt bereits Anzeichen, dass die Herren aus dem Finanzsektor bei Geschenken für ihre Geliebten weniger großzügig sind. Die Analysegesellschaft Prince & Associates führte eine Umfrage unter 191 Männern und Frauen mit einem Nettovermögen von mindestens 20 Mio. Dollar durch. Über 80 Prozent der befragten Männer sagten, dass sie ihren Geliebten weniger Geld zukommen lassen wollen und genauso viele wollten weniger spendabel mit Geschenken sein.

In schweren wirtschaftlichen Zeiten dürfte der Anreiz steigen, sich als Geliebte aushalten zu lassen. Schließlich erscheinen andere Möglichkeiten, leicht an Geld zu kommen, weniger sicher. "Ich sehe die Sehnsucht vieler Leute - männlich und weiblich - sich aushalten zu lassen", berichtete Russ Alan Prince, Vorstands­vorsitzender von Prince & Associates. "Eine miese Konjunktur, wie wir sie gerade erleben, wird ein angenehmes Leben nur attraktiver machen."

Möglicherweise. Aber wenn die Geldzahlungen und die Geschenke, die damit verbunden sind, im Wert fallen, sinkt auch möglicherweise die Zahl der Interessenten. Auf mehrfache Weise ist es sehr viel weniger attraktiv geworden, mit einem Banker liiert zu sein. Die Herren werden wohl auf Witz und Charme zurückgreifen müssen - Eigenschaften, mit denen sie mitunter nur spärlich gesegnet sind.

Soziobiologen werden außerdem bestätigen, dass bei der Wahl des Berufs und Lebensstils die Attraktivität für das andere Geschlecht eine wichtigere Rolle als andere Faktoren spielt. Banker können nun aber nicht mehr auf andere Berufsstände herabsehen. Innerhalb weniger Monate sind die Finanzjongleure von Alpha zu Gamma abgestiegen. Noch lange Zeit, wenn die Kreditkrise nur noch eine blasse Erinnerung ist, werden die Auswirkungen auf die Branche und das Privatleben derer, die dort arbeiteten, stark zu spüren sein.

Marktversagen am Heiratsmarkt

Faszinierende Gespräche mit Freunden und Bekannten fördern Sichtweisen abseits üblicher Denkroutinen zu Tage. Die nachfolgende Überlegung ist ein Teil dieser alltäglichen Sphäre mit Tiefgang. Im Mittelpunkt steht die Frage, warum eine nennenswerte Zahl attraktiver Frauen heute partnerlos bleibt (Alleinlebendenquote Frauen 18-34 Jahre in Deutschland 1991: 12,7 Prozent und 2011: 20,4 Prozent). Schließlich ist es so leicht wie nie zuvor, weltweit mit Menschen in Kontakt zu treten, ob virtuell oder real. Kein Stand, keine Schicht, kaum eine Kommunikations­barriere steht dem Kennenlernen im Weg. Von Online-Foren und Partnerschaftsbörsen über Speed-Dating bis zu einem immer globaleren Austausch von Menschen in Beruf und Freizeit reichen die Möglichkeiten. Wie begrenzt war dagegen der Heiratsmarkt eines Dorfes oder einer Kleinstadt in den fünfziger Jahren Westdeutschlands. Versagt heute der Markt?

Partnerschaft im Wandel - Kontinuität der Attraktivitätsmuster, so könnte eine These zur Lage von Frauen auf dem Heiratsmarkt lauten. [...] In der modernen Partnerschaft ist mehr Selbstverwirklichung indes nicht ohne steigende Opportunitätskosten zu haben. Wenn alles möglich ist, dann steigen auch die Erwartungen: Gestählter Mann, einfühlsam, aber straight, kinderfreundlich, klug und knackig - schicke sportive Frau, spannende Gesprächspartnerin, sexy und tolle Mutter zugleich. Beide coachen einander und geben Input für kontinuierliche Selbstverwirklichung. Auf Selbstverwirklichung verzichten werden beide müssen in verschiedenen Phasen, je nachdem wer sich um die Kinder kümmert. Neuer Lebensabschnitt, besser passender Partner? Für Männer gilt noch mehr als sonst, sie müssen sich beweisen, um glücklich zu sein.

[...] Aus Männersicht ist für eine Familie immer noch der Frauentyp der 1950er Jahre attraktiv. Dementsprechend hoch dürften die Marktchancen für Frauen sein, die diesem Bild nahe kommen. Karriere orientierte Männer können bodenständigen Frauen viel abgewinnen, die sich (zunächst) primär um die Kinder kümmern, die alltagstaugliche Ratgeber sind, nicht aber Konkurrenten bei der persönlichen Entwicklung, gar Muskel und Intellekt gestählt. Die attraktiven (über)optimierten, gecoachten Frauen überschätzen sich in ihrem Marktwert. Sie schätzen ihren Marktwert hoch ein und haben entsprechende Ansprüche an einen Partner. Sie übersehen ihre Macken und Unzulänglichkeiten im Zuge ihrer kontinuierlichen Fokussierung von Selbstverwirklichung und Weiterentwicklung. Zugleich erkennen sie die Fehler potenzieller Partner ganz genau. Und die wollen keine Karrierefrauen. So lautet die Analyse einer Frau.
Zitat:

«Über meine Schwester habe ich (leider) regelmäßig Kontakt mit dieser Art Karrierefrauen. Überoptimiert? Gebildet? Belesen? Kochen können? Belastbar? Initiativ? Ergebnisorientierte Umsetzung spontaner und trotzdem logischer Lösungen? Überprüfen eigenen Entscheidens und Handelns? Und so weiter und sofort: FEHLANZEIGE!
Aufgebrezelte Modepüppchen, die geldgeil für jeden die Beine breitmachen, der genügend Reibach verspricht. Dumm wie Bolle, aber einen Cayenne vor der Tür und die Alte ist gebongt. Von Überoptimierung keine Spur, alles Einbildung. Die Landpomeranze in Jeans vom Schweineaufzüchter nebenan ist denen haushoch überlegen und daher auch verheiratet und hat zwei Kinder, während die in ihren Büros und Kanzleien Arbeit vor sich hinsimulieren und verschrumpeln. Spätestens mit 35 ist bei denen der Ofen aus, falls er jemals brannte.»[9]

Partnerwahlverhalten von Männern

Zitat:

«In Gesprächen mit Männern stelle ich oft mit Erstaunen und Erschrecken fest, daß sich viele von Ihnen nahezu gar keine Gedanken über die erwünschten Charakter­eigen­schaften ihrer zukünftigen Frau/Freundin/Lebensgefährtin machen. Abgesehen von den "no-na" Kriterien wie etwa keine Drogen­süchtigen, Alkoholiker e.t.c scheinen sich Männer im Schnitt relativ wenig Gedanken darüber zu machen, welche Art von Frau sie in ihrem Leben haben wollen.

In Zeiten männerfeindlicher Ehe-, Scheidungs- und Familien­gesetz­gebung und -rechtsprechung darf man das fast schon als fahrlässig bezeichnen. [...] Oft habe ich den Eindruck manche Männer suchen ihren Arbeitsplatz oder ihr Auto sorgfältiger aus als ihre Partnerin.»[10]

Frauen über 30

Zitat:

«Wenn Frauen 30 werden, dann streichen sie das Traum aus dem Traummann

Ich dachte über diese Frauen nach, die gerade 30 geworden sind. Was war denn nur los? Früher, da ging es all diesen Frauen doch darum, ihren so genannten Traummann zu finden. Der Traummann definierte sich durch ein klares Zusammenspiel äußerer und innerer Werte, die man benennen und auflisten konnte (dunkle Haare, groß, witzig, ein bisschen Arschloch auch, aber treu, spontan usw.).

Aber wenn Frauen 30 werden, so scheint es mir, dann streichen sie das Traum aus dem Traummann und vergessen auch die restlichen Ansprüche, die sie einmal hatten, und ich verstehe nicht, wieso das so ist.

Wenn Frauen 30 werden, dann schrumpft der Wertekatalog auf das Wesentliche zusammen, und das Wesentliche, könnte man sagen, das, was vom einstigen Traummann bleibt, ist ein Mann, der bleibt und Familie spielt. Alles andere scheint egal zu werden, alles dreht sich nur noch darum, den Partner fürs Leben zu finden. Oder den Partner, der zur Not den Anschein erweckt, ein Leben lang bleiben zu können.

Und wenn Frauen mit 30 schon einen Freund haben, dann wird plötzlich alles ganz ernst, und die Frauen, die früher mal cool waren und alles ganz locker gesehen haben, die Sache mit dem Leben und so, die werden plötzlich ganz konservativ und sprechen von Bausparverträgen und Dingen, die ich einfach nicht verstehe und über die sie früher nie nachgedacht hätten. Bausparverträge. Was soll eigentlich ein Bausparvertrag sein?

Bei allen Frauen, die gerade 30 werden, ist das so. Mal stärker, mal schwächer ausgeprägt. Und eigentlich könnte man sagen, dass das der Moment ist, wo die Männer zum Zug kommen, die sonst nie zum Zug kamen. Reste-Männer. […]

Ich frage sie, warum sich alles verändert, wenn man 30 wird und was aus den Ansprüchen geworden ist. Der großen Liebe etwa. […]

Die Frau sagt, dass es die große Liebe nur in Hollywood­filmen geben würde und ich erwachsen werden sollte, und ich frage sie, was verkehrt daran ist, noch an Hollywood­filme zu glauben. Dann sagt die Frau, dass ich dumm bin […]

Man müsse sich von diesen Rollenbildern befreien, sagt sie, das habe sie jetzt begriffen. Jetzt, da sie 30 sei und das alles durchschaut habe. Alles sei ja vorgegeben. Das Idealbild einer Frau, wie eine Frau zu sein habe, wie eine Familie zu funktionieren habe, wie eine perfekte Beziehung sei. Die Frau an sich, sagt die Frau, steht unter einem gewaltigen Druck.

Unter dem Druck, so zu funktionieren, wie die Gesellschaft das eben von ihr verlange, und weil das nicht alles geht und weil irgendeine biologische Uhr (diesen Teil habe ich nicht richtig verstanden) auch eine gewisse Rolle spielen würde, so sagte die Frau, streiche sie eben ein paar Utopien zusammen. Braucht kein Mensch, sagt sie.

Was ein Mensch aber brauche, ist eine Familie. Das sei ihr schon wichtig. Aber eine Familie bedeute eben auch Verlässlichkeit und eine Familie, die funktioniert, so sagt sie das, und ich finde, das klingt sehr deutsch, eine Familie also, die funktioniert, ist mehr als das, was uns die Hoch­glanz­magazine und die Hollywood­filme vorlügen.

Ich bin gedanklich immer noch bei den Rollenbildern, von denen sie gesprochen hat, und ich denke mir, dass das doch gar keine Rollenbilder sind, sondern bloß Rollen­vorschläge. Und dass man sich aus diesen Vorschlägen raussuchen könnte, was man will, und ich finde es doch viel angenehmer, an die große Hollywood­liebe zu glauben als an eine pragmatische Restbeziehung, die bloß funktioniert, statt zu glänzen, und ich weiß, dass die Frau das bis vor Kurzem auch getan hat, aber dann, dann muss irgendwas passiert sein.

"Es ist doch viel schöner an die große Hollywoodliebe zu glauben als an eine pragmatische Beziehung mit einem Reste-Mann, die bloß funktioniert", sage ich. "Und wenn sie nicht kommt", sage ich weiter, "dann warten wir halt, denn irgendwann wird es schon so weit sein." Meine Begleiterin ist jetzt ziemlich angewidert. Vielleicht von unserer oberflächlichen Gesellschaft. Wahrscheinlich eher von mir. […]

Ich bin ein Feminist, sage ich zu mir selbst, weil niemand mehr da ist, zu dem ich es sagen könnte. Ich bin der letzte echte Feminist, und es ist mir egal, was die anderen Feministen dazu sagen, ob sie mein Feministen­sein akzeptieren oder nicht. Ich bin ein Feminist, weil ich will, dass die Frauen das bekommen, was sie verdienen, und sich nicht mit dem zufrieden­geben, was übrig bleibt. Denn wenn man selbst irgendwann übrig bleiben sollte, dann bleibe ich lieber alleine mit mir und meinen Wunsch­vorstellungen als bloß der Kerl zu sein, der funktioniert. Ich verwehre mich dagegen, ein funktionierender Reste-Mann zu werden.

Aber die Frauen, die gerade 30 werden, machen alles kaputt, mit ihrem angeblichen Realismus, der eigentlich nur ein Antifeminismus ist. Ein Antifeminismus, der sich wohl entwickelt, wenn man 30 wird, weil man nicht mehr an Hollywood glaubt, weil man das Ideal aufgibt, und wenn man das Ideal aufgibt, dann ist alles verloren, denke ich. Das Ideal muss das Ziel bleiben. Pragmatismus ist der Feind.
- Dennis Sand[11]
Zitat:

«Schon vor 40 Jahren hat mir meine Mutter die sich wandelnde Einstellung von Frauen zu Männern in Abhängigkeit vom Lebensalter erläutert:

  • Wie ist er?
  • Was ist er?
  • Wo ist er?

[Den] Pick Up-Artists [...] ist das Phänomen der 30-Jährigen schon lange bekannt. Sie beschreiben das Phänomen als Epiphaniephase, wenn eine Frau ihren sinkenden sexuellen Marktwert bemerkt und das Alpha-Cock-Riding aufgibt und nach was Festem sucht, gerne auch einen Mann mit Resourcen.

Dieser Mann sei jedoch gewarnt. Er trifft hier nämlich nicht sein Lebensglück, auf das er so lange gewartet hat, sondern seinen Predator, seinen Fressfeind. Wenn die Frau nämlich ihren Hunger gestillt hat, die Kinder dem Gröbsten entwachsen sind, dann fällt ihr auf, dass sie ja unglücklich in einer Heirat mit einem ungeliebten Mann gefangen ist, und sie erinnert sich an den Sex mit den tollen Typen, die sie in ihrer Prime-Time zwischen 18 und 25 gefickt haben. Und da bietet das moderne Scheidungsrecht einer modernen Frau viele Möglichkeiten, den Ungeliebten loszuwerden, Kinder und Geld aber zu behalten. [...]

Wenn ich Geld dazu legen muss, damit eine Frau mit mir ins Bett steigt, dann ist es Prostitution. Und da Fest­angestellte meist eine schlechtere Leistung abliefern als Dienstleister, würde ich bei den Diensleistern bleiben.» - DschinDschin [12]

Kontaktanzeigen

Blond und 21:

Zitat:

«Ich suche ausschließlich jemanden, der vollkommen zu mir passt. Werden meine Kriterien von niemandem erfüllt, bleib ich lieber allein.

Luxus sollte in unserem gemeinsamen Leben eine ziemlich große Rolle spielen. Du musst in deinem Leben schon etwas erreicht haben! Mir persönlich ist Erfolg sehr wichtig! An meinem eigenen Erfolg bin ich gerade am arbeiten. Ich lerne viel und gerne, wodurch ich nicht immer 24 Stunden Zeit habe zum kuscheln, fernsehen, faulenzen & rumknutschen. Schön wäre eine Selbst­ständigkeit deinerseits, an der ich mich zunächst arbeitstechnisch beteiligen könnte. Ich mag es einfach nicht, wenn jeder sein eigenes "Ding" macht. Meine Interessen sind diesbezüglich breitgefächert! Natürlich geht es auch um uns als Person, weshalb du einer zügigen Hochzeit gegenüber nicht abgeneigt sein solltest.

Ich hoffe, dass sich nicht wie beim letzten Mal ausschließlich Männer des Typs "Versager" melden! Unsere Hochzeit sollte deine erste sein. Männer mit vorhandenen leiblichen Kindern sind absolut unerwünscht!»[13]

Auch blond und 40:

Zitat:

«Ich bin eine 40-jährige, arabisch sprechende Deutsche. Da ich die Werte des Islam sehr schätze und die orientalische Kultur sehr mag, wünsche ich mir eine liebevolle, herzliche Beziehung (KEINE Affäre!) mit einem arabischen Mann (aus dem Raum Münster oder Ruhrgebiet). Für mich sind Treue und Ehrlichkeit sehr wichtig! Ich wünsche mir dasselbe von dir! Du solltest viel Herz und Seele haben, liebevoll und herzlich sein sowie ein attraktives und liebes Äußeres haben. Ebenfalls solltest du studiert sein, gerne akademisch. Ich hoffe, insh'allah, daß ich auf diesem Wege meine große Liebe finde! Ich beantworte NUR ehrliche und ernsthafte Nachrichten.»[13]

Zitate

Zitat:

«Eine Studie der Uni Bamberg zum Partner­wahl­verhalten in Online-Börse widerlegt die Mär, beruflich erfolgreiche Frauen würden von Männern gemieden. Vielmehr liegt die Ursache für das Single-Dasein dieser Frauen in ihrer eigenen Hypergamie begründet.

Das traditionelle Rollenmodell wird durch die Frauen und keineswegs durch die Männer über das Partner­wahl­verhalten zementiert. Schaut man sich das Kontakt­verhalten von Frauen einmal genauer an, so kontaktieren Frauen mit Hochschul­abschluss zu über 60 % Männer aus der eigenen Bildungs­schicht. Weichen sie davon ab, dann orientieren sie sich stets nach oben. Zwar suchen vor allem gut gebildete Männer ebenfalls nach Frauen gleicher Bildung, allerdings sind Armut und Haupt­schul­abschluss für sie umgekehrt kein Ausschluss­kriterium. Frauen können sogar zunehmend auf einen Mann hoffen, der sich um den Nachwuchs kümmert: Immerhin 29 Prozent der Männer würden beruflich kürzer treten, um mehr Zeit fürs Kind zu haben (17 Prozent würden indes mehr arbeiten, um mehr zu verdienen für die Familie) und 32 würden sofort Elternzeit beantragen. Auch wenn die Zahlen vielleicht nicht überragend sind - die Frau will den Hausmann gar nicht. Männer stört es auch gar nicht, wenn die Frauen mehr verdienen als sie. Es sind die Frauen, die es irgendwie uncool finden, wenn der Mann zu Hause hockt und Breichen rührt.

Das weibliche Partner­wahl­verhalten hat also nicht ansatzweise etwas mit Emanzipation zu tun. Da ist nichts außer Anspruchsdenken und Vorteilssuche. Sie will den Erfolg haben und außerdem den Erfolg heiraten. Dazu wird heran­gezogen, was gerade jeweils zweckdienlich scheint: Quote und Push-up-BH[wp][14][15]

Zitat:

«In kaum einem Bereich der Soziologie herrscht ein eindeutigeres Bild - praktisch alle Untersuchungen zum Partner­verhalten kommen zu dem Schluss, dass sich nichts ändert. Grob gesagt bleibt es dabei: Frauen schauen auf Status, Männer auf Schönheit. Als hätte es die Emanzipation nicht gegeben - und es hat sie auch nicht gegeben. Nicht umsonst spricht man von Pseudo-Emanzipation. Der alte, aber wohlhabende Knacker und die junge hübsche Arzthelferin werden einander finden - so wie sie sich vor vierzig Jahren gefunden haben. Soweit ist das mit Beobachtungen aus dem Alltag vereinbar. Jetzt kommen aber die Femis und sagen, Männer haben Angst vor starken Frauen bzw. sie suchen sich nicht Partnerinnen auf Augenhöhe. Hier nun seid ihr gefragt. Ihr müsst in dem Fall gegenhalten, dass das ja impliziert, dass Männer aussuchen, was offenbar Humbug ist, denn entscheiden werden immer jene, die die höheren Ansprüche stellen, und das sind die Frauen. Deshalb wird sich an dem Partner­wahl­verhalten so schnell nichts ändern, bis es ökonomische Verschiebungen unabdingbar machen, dass Frauen ihre Ansprüche verändern. Mit solchen Argumenten könnt ihr die Alphamädchen Susanne Klingner, Meredith Haaf und Barbara Streidl in den Wahnsinn treiben!»[16]

Zitat:

«Die Ehe ist zu einem Geschäft verkommen, das Frauen einseitig bevorteilt.

Wir Männer glauben, gerade in jungen Jahren, dass die Auserwählte uns als ihren Traumprinzen sieht. Das ist Unsinn, weil Frauen ihren Mann nur aus dem für sie verfügbaren Angebot auswählen. Dabei wird eine Frau in seltensten Fällen selbst aktiv. Deswegen sind wir Männer lediglich von den Verfügbaren der Beste, aber gewiss nicht der Traummann. Für diese Erkenntnis habe ich 25 Jahre gebraucht.» - Detlef Bräunig[17]

Zitat:

«Aus der Not heraus mussten sich in der Vergangenheit Paare verpartnern, die sich nicht besondert geliebt haben. Liebe ist ein romantisches Konstrukt, und freie Partnerwahl war in der Menschheits­geschichte eher die Ausnahme als die Regel.» - DschinDschin[18]

Die Verarsche:

Zitat:

«Sie ist Mitte Dreißig, attraktiv, intelligent, erfolgreich im Beruf und von Männern umschwärmt. Doch vergrault sie jeden noch so heißblütigen Verehrer, wenn sie die Worte "Kinder" oder "Familie" erwähnt. Über ihre Erfahrungen bei der Partnersuche hat die Berliner Schauspielerin und Journalistin Johanna Kremer jetzt ein Buch geschrieben. Der Titel: "Suche Mann zum Kinderkriegen".[8] Mit diesem Problem ist sie nicht allein. Im Interview verrät sie, ob es schließlich doch noch ein Happy End für sie gab und warum Männer alles wollen - bloß keine Verantwortung übernehmen.»[19]

Die Wirklichkeit:

Zitat:

«Solange es unfair zugeht
Ich bin selber stolzer Vater eines Sohnes und lebe getrennt. Musste leider erfahren, dass man in Deutschland nach der Trennung zum Aktenzeichen degradiert wird und die Jugendämter mehr Frauen­hilfs­stellen sind als beratend beiden Seiten zu helfen. Es würden mehr Männer bereit sein, Kinder zu zeugen, wenn die Verhältnisse zwischen Mann und Frau im Bezug auf Kinder ausgeglichen wären. Wie wäre es mit Anerkennung der Vaterschaft gleichzeitig den Zuspruch des Sorgerechtes zu verbinden?» - Christian am 13. Oktober 2012 um 20:09 Uhr

Zitat:

«Mann zum Kinderkriegen
Ein Mann der sich heute noch zum "Kinderkriegen" mit einer Frau einlässt, hat das wahre Leben noch nicht begriffen. Nach ein paar Jahren ist die Frau und das Kind weg und du darfst dein Kind, wenn du Glück hast, alle 14 Tage sehen. Dein sauer verdientes Geld bist du auch noch los. [...] Wozu also ein Kind?» - Mayer am 8. Oktober 2012 um 19:54 Uhr

Zitat:

«Suche Mann zum Kinderkriegen
Kaum jeder zweite Vater sieht seine Kinder aufwachsen. Seine Rechte sind null; seine Pflichten bleiben. Wir haben ein Matriarchat. Engels beschreibt es so: Wehe dem Ehemann, der zu schwach oder zu ungeschickt war. Er hatte des jeder­zeitigen Befehls gewärtig zu sein, sein Bündel zu schnüren und sich zu trollen, gleichgültig, wieviel Eigentum und wieviele Kinder er zurücklässt.» - Wilfried am 24. September 2012 um 10:22 Uhr

Zitat:

«Auswahl des Sklavenhalters
Mit der Zeugung eines Kindes geht der Vater einen Vertrag ein, der ihn über 80.000 Euro kosten wird. Ob er mit SEINEM Kind zusammenleben kann, liegt in der Entscheidungs­freiheit der Mutter. Ich kenne kein Gesetz mit Vaterrechten, aber viele mit Rechten für Kinder und Frauen und Müttern - Vater­pflichten hingegen sind wohlbekannt bis zu fikiven Einkommen zur Berechnung des Unterhalts. Das Unterhaltsrecht führt zu Arbeit ohne Lohn - Sklavenarbeit. Mannes letzte Change ist die Zeugungs­verweigerung - Gusto am 10. April 2012 um 07:56 Uhr

Die Illusion der Romantik:

Zitat:

«Das Konzept der romantischen Liebe hat rein gar nichts mit der Realität zu tun. Es wurde in den Romanen des 18. Jahrhunderts zum Zwecke der Unterhaltung erfunden. Der Ideal­vorstellung nach sollte ein Mensch, den wir lieben, all unsere Sehnsüchte und Träume erfüllen können. Ein einziges Wesen sollte das Über­menschliche leisten und Leidenschaft, Eros und Geborgenheit zugleich abdecken. In den Jahr­hunderten zuvor gingen Menschen aufgrund des sozialen Status oder aus ökonomischen Interessen eine Partnerschaft für das Leben ein. Stattdessen brauchen heute Liebespartner einander nicht mehr zum Überleben.

Daher stellen sich immer mehr Menschen die Frage - warum also bei jemandem verweilen, der nervige Angewohnheiten hat und sich immer wieder mit mir streitet? Doch die Sehnsucht nach ewiger Liebe besteht und auch das Bedürfnis nach Treue ist da. Je seltener die Treue wird, desto kostbarer wird sie. Nichts­desto­trotz nimmt die Lebensdauer der Beziehungen ständig ab. Mehr als jede dritte Ehe wird inzwischen in Deutschland geschieden und immer mehr Menschen möchten erst gar nicht heiraten. Heißt es, dass unsere Vernunft über unsere Emotionen gesiegt hat? Ist das Konzept des [Konkubinats mit so genannten] Lebens­abschnitts­gefährten für das kurzfristige Kuschel­bedürfnis inzwischen einfach zeitgemäßer?»[20]

Zitat:

«Im Frauenforum forum.gofeminin.de[ext] hat der Freund einer jungen Frau das Männermagazin gelesen und einen Artikel[ext] als Link per WhatsApp an seine Freundin gesendet. Die reagierte aus ihrer Sicht strategisch richtig und setzte ihren Freund sofort an die frische Luft. Nach kurzer Zeit, als die Schnapp­atmung nachliess und das Gehirn wieder ausreichend mit Blut und Sauerstoff versorgt wurde, hat sie begriffen, dass sie ihren Freund und mit ihm sein Geld sowie die gute Versorgung entlassen hat. Dumm gelaufen.

Nun behauptet sie in diesem Forum, dass sie ihn noch lieben würde, er aber für sie nicht mehr erreichbar sei. Kolli87, so nennt sich die junge Frau, hat selbst zugegeben, dass sie nicht arbeiten geht und ihr Freund ihre finanzielle Versorgung übernahm.

Der Freund von Kolli87 stellte fest, dass seine Freundin nur Nehmer­qualitäten hat und ihm, ausser ihren Körper und ihre Geschlechts­organe, nicht viel bietet. Das reicht nicht aus, um die weiblichen Un­zu­läng­lich­keiten auf Dauer aufzuwiegen. Dazu kam ihm der Verdacht, dass seine Freundin ihn wohl nicht liebt und das hat er mit einem einfachen Link zum Männermagazin getestet. Seine Freundin ist ausgerastet, hat die Beziehung empört beendet und das nur aus einem Grund: Es war und ist keine Liebe zu diesem Mann vorhanden. Dieser Mann ist nicht fremdgegangen und hat sich von keiner anderen Frau anmachen lassen. Nein, nichts dergleichen. Nur dieser besagte Link. Die Reaktion seiner Freundin hat seinen Verdacht voll bestätigt. Er hat nun die Gewissheit, dass er nur ein Zahlkumpel ist, mehr nicht. Deswegen reagiert er nicht auf die Versöhnungs­versuche seiner Freundin. [...]

Um die letzten männlichen Zweifel auszuräumen: Mehr als 50 % der Ehe­schließungen scheitern spätestens nach 15 Jahren. Danach kommt die umfangreiche nacheheliche Versorgung der Exehefrau. Ist es das Lebensziel eines Mannes, seine Exfrau lebens­länglich zu versorgen?» - Detlef Bräunig[21]

Einzelnachweise

  1. Theorie des Partnerwahlverhalten, neon.de am 30. Mai 2004
  2. 2,0 2,1 Katrin Sachse: Modernes Leben: Frauen sind Lügnerinnen, Focus am 14. August 2006
  3. Roy F. Baumeister[wp]: Is There Anything Good About Men?[webarchiv], American Psychological Association, Invited Address, 2007
  4. Merkur 704
  5. WGvdL-Forum: Was wollen Frauen wirklich? Männliche Dominanz!, Rosta am 22. März 2016 - 05:53 Uhr
  6. Charme-Schule: Wie sich Chinesinnen einen Millionär angeln, Die Welt am 2. Januar 2012
  7. Gesellschaft Teil 1: Frauen, Post Collapse am 25. September 2014
  8. 8,0 8,1 Johanna Kremer: Suche Mann zum Kinderkriegen. Warum Männer abhauen, wenn es ernst wird., Pattloch 2008, ISBN 3-629-02205-7
    Annette Riestenpatt: Interview mit Johanna Kremer: "Suche Mann zum Kinderkriegen", ElitePartner.de am 24. April 2009
  9. WGvdL-Forum: Überoptimiert? Da lachen ja die Ferkel., Cpt.Chilli am 15. Januar 2014 - 15:57 Uhr
  10. Clochard: Gefahrentrigger für Männer in der Beziehungsanbahnung, Männergedanken am 5. Februar 2013
  11. Dennis Sand: Warum Männer unter Frauen leiden, die 30 werden, Die Welt am 3. August 2015 (Wenn Frauen 30 werden, dann verändert sich etwas. Wo früher Idealismus war, muss heute alles pragmatisch sein.)
  12. WGvdL-Forum: She hit the Wall, DschinDschin am 24. August 2015 - 08:24 Uhr
  13. 13,0 13,1 WGvdL-Forum: satyr am 4. Juli 2015 - 23:18 Uhr
  14. MANNdat-Forum: Uni Bamberg: Partnerwahlverhalten der Frauen ist schuld, AndreasKs. am 20. April 2012 - 17:56 Uhr
  15. Tina Klopp: Online-Partnerbörsen: Wie angle ich mir einen jungen Mann?, Cicero Online am 19. April 2012
  16. WGvdL-Forum: Oberkellner am 24. Oktober 2013 - 17:24 Uhr
  17. Johannes Schüller: Frauen, ein Kostenfaktor, Blaue Narzisse am 30. Juli 2014]
  18. WGvdL-Forum: Frauen als Handelsware, DschinDschin am 9. Juni 2015 - 10:39 Uhr
  19. WGvdL-Forum (Archiv 2): NetzBLÖD: "Suche Mann zum Kinderkriegen", Referatsleiter 408 am 14. Oktober 2012 - 11:36 Uhr
  20. Tahir Chaudhry: Die Illusion der Romantik, Das Milieu am 14. September 2013
  21. Detlef Bräunig: Die weibliche Analyse der Sextipps des Männermagazins, Das Männermagazin am 10. März 2014

Querverweise

Netzverweise

  • Youtube-logo.png When Men & Women Hit The Wall (MGTOW Related) - Stefan Molyneux (26. Oktober 2015) (Länge: 37:51 Min.)
  • Warum junge Frauen auf ältere Männer stehen, Der Neue Mann am 11. April 2017
  • Hadmut Danisch: Larissa ist Single, Ansichten eines Informatikers am 17. Dezember 2016 (Warum Männer keine Frauen mehr ansprechen!) (Eine Frau angucken? Ihr näherkommen? Auf welchem Planeten lebt die? Oder besser: In welcher Steinzeit? 20. Jahrhundert? Für sowas kann man heute in den Knast gehen oder seinen Job verlieren. Das muss vorher schriftlich vereinbart werden, ob es zu Blickkontakt, Gespräch, gar Berührung kommen soll. (Eigentlich notariell beglaubigt.) Insofern ist Tinder[wp] zumindest mal ein Ansatz, das Ganze auf die politische gewollte Opt-In-Basis zu stellen.) (Das Gejammer partner­suchender Frauen, über das ich ja schon oft geschrieben habe, bezieht sich immer auf die gesell­schaft­lichen Veränderungen, die der Feminismus hervor­gebracht hat. Das war früher wirklich mal so, dass Männer Frauen angesprochen haben. Also so direkt und persönlich und biologisch und so. So dass man die Leute auch gleich "riechen" und hören und in ihrer Bewegung sehen konnte. So sind wir nämlich eigentlich programmiert: Das in den ersten Sekunden sofort zu bewerten, Romantiker nannten das "Liebe auf den ersten Blick". Heute ist Frau "selbstbestimmt" und wundert sich darüber, dass sie nicht mehr angequatscht wird, sondern sich Männer aus dem Katalog aussuchen soll.)
  • Gleichverpflichtigung, ZG-Blog am 16. Dezember 2016 (Erwartungshaltungen)
  • Youtube-logo.png Artgerechte Partnerhaltung - Andreas Winter im NuoViso-Talk (13. Juli 2016) (Länge: 50:35 Min.) (Wir alle sehnen uns nach Partnerschaften. Doch diese gehen meist schief, weil wir uns selbst nicht kennen. Für gesunde Partnerschaften allerdings, die sich grundlegend von zweck­mäßigen Beziehungen unterscheiden, müssen wir erkennen, wer wir sind, wer unser Partner ist und was wir wollen, sagt Andreas Winter - Gesundheits-, Erziehungs- und Konflikt­berater und Autor - im NuoViso Talk.)
  • Flirt-Erfolg: Es sind die Bad Boys, die bei den Frauen landen, Die Welt am 14. Juli 2016 (Geahnt haben wir es ja schon: Erfolg bei Frauen haben nicht die netten Männer, sondern die bösen Jungs. Eine Studie zeigt, dass Frauen offenbar auf die Gefahr stehen.) (Nicht wenige Männer fragen sich: Was hat der Typ, mit dem die Frau mitgeht, was ich nicht habe? Schließlich können sie doch gut zuhören, verdienen besser und bieten eine langfristige Beziehung. Doch am Ende des Abends gewinnt der Bad Boy, die Netten haben das Nachsehen. Eine neue Studie deutet nun darauf hin, dass an diesem Vorurteil etwas dran sein könnte. Demnach besteht ein Zusammenhang zwischen riskantem Verhalten und Dating-Erfolg bei Frauen, fand Eveline Vincke von der Universität Gent in Belgien heraus. An ihrer Studie beteiligten sich mehr als 800 Personen.)
  • Christian Schmidt: Übersicht: Evolution, Evolutionäre Psychologie und Partnerwahl, Alles Evolution am 31. Januar 2015
  • Christian Schmidt: Hübsche Partnerinnen als Statussteigerung für Männer, Alles Evolution am 27. Februar 2014
  • Warum eine "Mädchen-Uni" ein Problem darstellt und Männerfeindlichkeit akzeptiert wird, MaskulinistBlog am 12. Januar 2014
  • Lucien Loser: Abtreibung: Die Verantwortung beginnt bei der Partnerwahl, ef-magazin am 20. Dezember 2013
  • Youtube-logo.png Die archaische Suche nach dem richtigen Partner - SWR1 Leute[wp] (24. April 2013, 10.00 Uhr) (Länge: 27:20 Min.) - (Prof. Karl Grammer[wp]: Evolutionsbiologe und Attraktivitätsforscher, swr1)
  • Christian Schmidt: Warum ist körperliche Schönheit für Männer ein wichtigeres Partnerwahlkriterium?, Alles Evolution am 26. September 2011
  • Warum Frauen von erfolgreichen Männern angezogen werden -ODER- Karrierefrauen sind eine evolutionäre Sackgasse, Frauenhaus - Von Frauen. Für Frauen. am 19. August 2011
  • Partnerwahl: Gegensätze stoßen sich ab, Focus am 4. Mai 2008 (Experten revidieren Klischees: Sozialer Status und Bildungsniveau sind heutzutage wichtige Auswahl­kriterien bei der Suche nach dem richtigen Partner. - "Das Hauptanliegen besteht darin, einen Gefährten auf Augenhöhe zu finden, der wenig vom eigenen sozialen Status oder Bildungs­niveau abweicht", sagte der Bamberger Soziologie­professor Hans-Peter Blossfeld in einem Interview mit FOCUS. "Es lässt sich eine starke Tendenz zur Homogamie feststellen, also zur Heirat unter Gleich­gesinnten oder Gleich­gestellten." - Die vielen gut ausgebildeten Frauen heiraten nur selten nach "unten", obwohl einem zahlen­mäßigen Übergewicht von Akademikerinnen eine große Gruppe beruflich weniger gut ausgebildeter Männer gegenübersteht. "Das deutet auf eine biologische Verankerung hin", erläuterte der Wiener Evolutions­biologe Karl Grammer: "Interessant ist, dass die Leute lieber darauf verzichten, jemanden zu finden, als sich mit dem für sie schlechteren zufriedenzugeben.")
  • Attraktivität: Eisprung erhöht Sex-Appeal, Focus am 10. Oktober 2007 (Wenn Striptease-Tänzerinnen ihre fruchtbaren Tage haben, wirken sie besonders anziehend: Männer geben ihnen in dieser Zeit mehr Trinkgeld. - Seit Jahrzehnten streiten sich Wissenschaftler darüber, ob Männer den Eisprung von Frauen auf irgendeine Weise wahrnehmen. Anders als viele Säugetiere zeigt der Mensch äußerlich keine Zeichen der Fruchtbarkeit. Manche Forscher vermuten jedoch, dass es verdeckte biologische Signale gibt, die Frauen während ihrer fruchtbaren Tage unwiderstehlich machen. So vermutet beispielsweise der Wiener Evolutions­pychologe Karl Grammer, dass die erhöhten Östrogenwerte während des Eisprungs dazu führen, dass sich Frauen anders bewegen. "Ich halte es für wahrscheinlicher, dass eine veränderte Körpersprache den Eisprung signalisiert und nicht Sexuallockstoffe.")
  • Katrin Sachse: Modernes Leben: Frauen sind Lügnerinnen, Focus am 14. August 2006 (Der Wiener Verhaltensforscher Karl Grammer verrät, welche Tricks die Biologie anwendet, damit sich die passenden Gene fortpflanzen)
  • Gaby Miketta und Werner Siefer: Psychologie: Entscheidung in Sekunden, Focus am 17. Juni 2002 (Attraktiv, sympathisch, intelligent? Forscher erkunden, wie der erste Eindruck zu Stande kommt, ob wir damit richtig liegen und wie wir ihn beeinflussen können. - "Der erste Eindruck ist ein Phänomen, dem sich niemand entziehen kann", weiß der Psychologe Ronald Henss von der Universität Saarbrücken. "Aber bewusst ist uns der Prozess meist nicht." Zwischen 150 Millisekunden (weniger als das Sechstel einer Sekunde) und 90 Sekunden dauert im Normalfall der Rundum-Check. Dann steht das Urteil. Blitzschnell scannen. Alter, Geschlecht und Attraktivität sind die ersten Kriterien, aus denen ein Persönlichkeits­bild entsteht, wenn wir die gnadenlose Entscheidung über Sympathie und Antipathie fällen. Ob beim Vorstellungs­gespräch, auf einer Party, beim Einkaufsbummel oder im Flugzeug: Wir taxieren die Umgebung permanent. "Wie das menschliche Gehirn jedoch Aussehen, Mimik, Gang, Geruch und Stimme sekundenschnell zu einem Gesamtbild verrechnet, wissen wir noch nicht genau", schränkt Henss ein.)
  • Martin Kunz: Attraktivität: Beauty: schön schräg, Focus am 25. April 1994 (Über 100 Jahre beschäftigt Wissenschaftler, was Gesichter besonders hübsch macht. - Eigentlich wollte der amerikanische Naturforscher Francis Galton[wp] in einer launigen Stunde anno 1878 den Prototyp eines Verbrecher­gesichts konstruieren. Galton besorgte sich die Fotos und Steckbriefe der meistgesuchten Halunken des Kontinents, überlagerte sie fototechnisch und war entsetzt. Statt der Inkarnation des Bösen strahlte ihm ein überaus attraktives Bubengesicht entgegen. Der Mathematiker war, ohne es zu wollen, dem Phänomen der Schönheit auf der Spur. Er entdeckte "die Attraktivität des Durchschnitts", wonach das gemittelte Gesicht immer anziehender wirkt als die ursprünglichen Ausgangs­modelle. Bestätigt sah sich Galton durch die philosophische Ästhetik Kants[wp]: "Das Mittelmaß scheint das Grundmaß und die Basis aller Schönheit selbst zu sein." Der große Darwin[wp] rückte die Schönheit sogar ins rechte Licht der Evolution und bestätigte die These seines Cousins Galton: "Die Menschen einer jeden Rasse ziehen das vor, was sie zu sehen gewohnt sind.")
  • Britische Studie: Frauen wollen noch immer vor allem reichen Mann heiraten (Die Studie von Catherine Hakim enthüllt, dass die Behauptung, Frauen seien heute lieber finanziell unabhängig, einen Mythos darstellt.)